Erzstift Bremen


Erzstift Bremen

Das Territorium Bremen war ein historisches Territorium im heutigen nordöstlichen Niedersachsen und Bremen. Es ging aus dem weltlichen Besitz des Bistums Bremen hervor. Häufig wird für das Territorium umgangssprachlich und fälschlich der Begriff „Bistum Bremen“ gebraucht.

Inhaltsverzeichnis

Schaffung eines Territoriums

Das Herzogtum Bremen um 1655

Ab dem 11. Jahrhundert gelang es den Erzbischöfen von Bremen, ein Territorium zu schaffen, das rund ein Drittel des Diözesangebietes umfasste. Schon bevor Bremen 1646 offiziell zu einer Freien Reichsstadt wurde, weilten die Erzbischöfe zunehmend außerhalb der Stadt. Als Residenz fungierte zunächst Bücken, danach Vörde (heute Bremervörde). Innerhalb der Stadt Bremen blieb nur die Domfreiheit unter erzbischöflicher Hoheit. Seit 1500 gehörte das Erzstift Bremen zum Niedersächsischen Reichskreis innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Durch die zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Erzbischöfe kam es zu einem Erstarken der Stände, so dass ab 1540 das Territorium unter einer Ständeverwaltung stand. In diesen Jahren fasste die Reformation Fuß, was durch den Einfluss des protestantisch dominierten Bremer Domkapitels verstärkt wurde. Ab 1566 konnte man somit von einem evangelischen Erzstift sprechen. Die Stadt Bremen blieb im Gegensatz zum lutherischen Territorium des Erzbistums calvinistisch.

Herzogtum Bremen

Nach dem Dreißigjährigen Krieg ging die Betreuung der römisch-katholischen Christen im Gebiet des dann nicht mehr existierenden Bistums Bremen zunächst an das Apostolische Vikariat des Nordens, ab 1824 an das Bistum Hildesheim über. Die römisch-katholischen Gemeinden des Bremer Stadtgebietes südlich der Lesum gehören seither zum Bistum Osnabrück.

Durch den Westfälischen Frieden wurde das Erzstift säkularisiert. Das nun neu geschaffene Herzogtum Bremen kam zusammen mit dem ebenfalls säkularisierten Herzogtum Verden als Territorium Bremen-Verden mit Verwaltungssitz in Stade an Schweden.

Im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg von 1675 bis 1676 wurde das schwedische Herzogtum Bremen in einem Feldzug durch mehrere Staaten des Heiligen Römischen Reiches und Dänemark erobert und blieb bis zum Kriegsende 1679 in alliiertem Besitz. Im Zuge des Frieden von Saint-Germain im Jahre 1679 fiel das Herzogtum wieder an Schweden.

1712 gelangte es an Dänemark und wurde 1715 an das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg verkauft. Das Herzogtum Bremen teilte fortan die Geschichte des Landes und der späteren preußischen Provinz Hannover und wurde 1946 Teil Niedersachsens, wo es zunächst gemeinsam mit dem ehemaligen Herzogtum Verden den Regierungsbezirk Stade bildete. Kulturpolitische Aufgaben auf dem Gebiet der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden nimmt heute unter anderem der Landschaftsverband Stade wahr.

Siehe auch

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