Esztergom


Esztergom
Esztergom
Wappen Karte
Wappen von Esztergom Lage von Esztergom
Basisdaten
Staat: Ungarn
Geografische Lage: 47° 47′ N, 18° 44′ O47.78555555555618.740277777778Koordinaten: 47° 47′ N, 18° 44′ O
Höhe: 105 m
Fläche: 100,35 km²
Einwohner: 30.928 (2009)
Bevölkerungsdichte: 308,2 Einwohner je km²
Postleitzahl: H-2500-2509
Vorwahl: 33
Stadtgliederung: ?? Stadtbezirke
Website: Homepage der Stadt
Politik
Bürgermeister: Éva Tétényi
Luftbild der Basilika von Esztergom
Basilika in Esztergom
Blick von Štúrovo auf Esztergom, 1999
Im Zweiten Weltkrieg zerstörte Donaubrücke, 1969
Neu errichtete Maria-Valeria-Brücke bei Esztergom, 2006
Párkány (heute Štúrovo) und Esztergom 1664

Esztergom [ˈɛstɛrgom] (deutsch Gran, slowakisch Ostrihom, lateinisch Strigonium[1]) ist eine Stadt in Nordungarn (Komitat Komárom-Esztergom), an der Donau gelegen. Früher war sie die Hauptstadt Ungarns. Die Donau bildet hier die Grenze zur Slowakei, wo die Schwesterstadt Štúrovo liegt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Esztergom ist eine der ältesten Städte Ungarns. Das erste namentlich bekannte Volk, das hier siedelte, waren die Kelten. Zur Zeit der Römer gab es hier eine befestigte Siedlung namens Salvio Mansio.[2] Nach der Völkerwanderungszeit siedelten sich hier um das Jahr 500 Slawen an, die der ehemaligen römischen Siedlung den Namen Strěgom (vom Wortstamm ‘wachen’) gaben, weil sie einen wichtigen Übergang über die Donau „überwachte“. Aus dieser Form entstand auch der heutige ungarische Name der Stadt. Strěgom war eine der zentralen Burganlagen des Neutraer Fürstentums und Großmährens. Hingegen leitet sich der deutsche Name Gran vom Fluss Hron ab, der gegenüber von Esztergom in die Donau mündet.

Nach der Ankunft der Magyaren in diesem Gebiet (Anfang des 10. Jahrhunderts) wurde Esztergom gegen Ende des 10. Jahrhunderts Sitz des Großfürsten Géza und dann bis zum Ende des 12. Jahrhunderts einer der Hauptsitze ungarischer Herrscher. Hier wurde auch 1000/1001 Stephan I. zum König gekrönt. Unter Stephan I. entstand auch das Komitat Gran, und 1000 wurde das Erzbistum Gran gegründet, das gebietsmäßig bis ins 18. Jahrhundert weitgehend der heutigen Slowakei entsprach und als die kirchliche Hauptprovinz des Königreichs Ungarn galt – der Erzbischof von Esztergom trug den Titel Primas von Ungarn.

Als die Stadt von 1543 bis 1683 Bestandteil des Osmanischen Reichs war, war Trnava (Tyrnau) (faktisch jedoch Pressburg (Bratislava)) Sitz des Erzbischofs von Esztergom. Anfang des 18. Jahrhunderts kehrte der Erzbischof nach Esztergom zurück. Nach der Befreiung von den Türken war die Stadt völlig verwüstet und musste neu besiedelt werden, die neu angekommenen Slowaken, Deutschen und andere wurden jedoch schnell assimiliert.

Erst 1708 wurde die Stadt zu einer königlichen Freistadt erklärt.

In der Stadt gibt es ein wichtiges Archiv und Museum mit Dokumenten und Bildern hauptsächlich aus dem Gebiet der heutigen Slowakei, aber auch dem restlichen Königreich Ungarn und aus Österreich. Die Stadt wird beherrscht von der 1820 errichteten und größten klassizistischen Basilika des Landes, einem der größten Kirchenbauten Europas, die weit sichtbar auf dem Burgberg steht. Sie ist die größte katholische Kathedrale Ungarns mit einer Renaissance-Kapelle, die an die Basilika angegliedert ist. Die Basilika wird auch caput, mater et magistra ecclesiarum hungariae (Haupt, Mutter und Lehrerin der ungarischen Kirchen) genannt.

Die Donaubrücke, die Esztergom mit Štúrovo (Slowakei) verbindet, wurde im Zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen gesprengt und war bis 2001 unpassierbar. Im Jahre 2000 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen, der 2001 abgeschlossen worden ist, seither verkehren zwischen den Nachbargemeinden keine Fährschiffe mehr. Die Maria-Valeria-Brücke dient jetzt wieder als regionaler Grenzübergang in die Slowakei. (siehe dazu Liste der Donaubrücken).

Esztergom ist der Sitz des ungarischen Verfassungsgerichtshofes (Magyar Köztársaság Alkotmánybírósága).

Die japanische Suzuki Motor Corporation gründete 1991 das ungarische Tochterunternehmen Magyar Suzuki Zrt. in Esztergom und errichtete hier ein Zweigwerk zur Produktion von Kleinwagen.

Kirchen in Esztergom

  • Kathedrale von Esztergom
  • St. Stephan (Szent István- bzw. Kertvárosi templom)
  • Ferenc Tempel
  • St. Anna-Kirche
  • St. Peter-und-Paul (Belvárosi templom)
  • St. Georg (Szentgyörgymezei templom)
  • Kirche in der Wasserstadt mit dem Katholischen Museum
  • Griechisch-orthodoxe Kirche
  • Synagoge
  • eh. St. Adalbert (zerstört)

Verkehr

Esztergom besitzt einen kleinen, meist privat benutzten Flughafen und einen Hafen an der Donau. In Esztergom verkehren zudem täglich 632 Busse. Der Zugverkehr ist in der Stadt ebenfalls von Bedeutung, da hier eine Regional-Linie aus Richtung Budapest endet.

Regelmäßige Veranstaltungen

Partnerstädte

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Esztergom – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Strigonium in der lateinischen Wikipedia
  2. Salvio Mansio in der lateinischen Wikipedia

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