Euklas


Euklas
Euklas
Euclase-274943.jpg
Euklas-Kristall (Größe: 4.0 x 3.3 x 1.5 cm) aus Espírito Santo, Brasilien
Chemische Formel BeAl[OH|SiO4]
Mineralklasse Silikate (und Germanate) - Inselsilikate (Nesosilikate)
9.AE.10 (8. Aufl.: VIII/B.01-10) (nach Strunz)
52.02.01.01 (nach Dana)
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse monoklin-prismatisch \ 2/m [1]
Farbe farblos, blau, grünlich, gelblich
Strichfarbe weiß
Mohshärte 7,5
Dichte (g/cm3) 2,99 bis 3,1
Glanz Glasglanz
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch muschelig bis uneben
Spaltbarkeit vollkommen nach {010}
Habitus prismatische Kristalle; radialstrahlige oder körnige Aggregate
Kristalloptik
Brechungsindex α=1,652 ; β=1,655 ; γ=1,671 [2]
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
δ = 0,019 [2] ; zweiachsig positiv
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~ 50° [2]
Pleochroismus nicht vorhanden bzw. farblos

Euklas ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Inselsilicate (Nesosilicate). Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung BeAl[OH|SiO4] [3] und entwickelt meist kurze bis lange, prismatische Kristalle, aber auch radialstrahlige oder körnige Aggregate, die entweder farblos oder durch Fremdbeimengungen blau, grünlich oder gelblich gefärbt sein können.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Geschichte

Erstmals gefunden und beschrieben wurde der Euklas 1792 von Haüy, der es wegen seiner vollkommenen Spaltbarkeit nach den griechischen Worten εὐ- eu- „gut“ und κλάσις klásis „Zerbrechen, Bruch“ benannt.

Klassifikation

In der alten Systematik der Minerale (8. Auflage) nach Strunz ist der Euklas in die Abteilung der Inselsilicate mit tetraederfremden Anionen (Neso-Subsilikate) einsortiert. Seit der 9. Auflage dieser Systematik steht das Mineral allerdings aufgrund der feineren Unterteilung in der Abteilung der „Inselsilikate mit zusätzlichem (O,OH,F,H2O) und Kationen in tetrahedraler [4] und meist größerer Koordination“.

Die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Euklas in die Abteilung „Nesosilicates Nesosilicate Insular SiO4 Groups and O, OH, F, and H2O with cations in [4] and >[4] coordination“, wo er zusammen mit Klinoedrit, Hodgkinsonit und Gerstmannit die Euklas-Gruppe bildet. [4]

Bildung und Fundorte

Euklas bildet sich vorwiegend durch hydrothermale Vorgänge unter anderem in Pegmatiten, Greisen und Quarz.

Bisher wurde das Mineral in folgenden Regionen gefunden (Stand: 2009): Provinz Luxemburg in Belgien; Minas Gerais und Rio Grande do Norte in Brasilien; Hunan und Jiangxi in der Volksrepublik China; Bayern (Fichtelgebirge) und Sachsen (Vogtland) in Deutschland; im Westen Finnlands; England in Großbritannien; Trentino-Südtirol in Italien; Boyacá in Kolumbien; Zambezia in Mosambik; Erongo in Namibia; Aust-Agder in Norwegen; Kärnten, Salzburg und Tirol in Österreich; Ancash in Peru; Ost-Sibirien in Russland; Ångermanland, Södermanland und Västmanland in Schweden; Tessin in der Schweiz; Sabaragamuwa in Sri-Lanka; Böhmen und Mähren in Tschechien; Oblast Schytomyr in der Ukraine; sowie Alaska, Colorado, Connecticut, Maine, Michigan, New Hampshire, New Mexico, North Carolina, Texas, Virginia und Wisconsin in den USA. [5]

Kristallstruktur

Euklas kristallisiert im monoklinen Kristallsystem in der Raumgruppe P21/a mit den Gitterparametern a = 4,780 Å; b = 14,322 Å, c = 4,6335 Å und β = 100,31 ° sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle. [6]

Verwendung als Schmuckstein

Blauer Euklas in Edelsteinqualität

Euklas ist bei guter Qualität ein begehrter Schmuckstein; vor allem seine blauen Varietäten, die mit Aquamarin und Saphir vergleichbar sind. Aufgrund seiner vollkommenen Spaltbarkeit reagiert er aber sehr empfindlich auf Druck und zu rasche Temperaturwechsel, wie sie beim Löten und Fassen auftreten und den Stein unter Umständen zum Platzen bringen können. [7]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Webmineral - Euclase (englisch)
  2. a b c MinDat - Euclase (englisch)
  3. Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 5. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2008, ISBN 3-921656-17-6.
  4. Webmineral - New Dana Classification of Nesosilicates Nesosilicate Insular SiO4 Groups and O, OH, F, and H2O (englisch)
  5. MinDat - Localities for Euclase (englisch)
  6. American Mineralogist Crystal Structure Database (engl., 1986)
  7. Edelstein-Knigge - Euklas

Literatur

Weblinks

 Commons: Euclase – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Euklas — Euklas, Mineral, krystallisirt im monoklinoëdrischen System, ist farblos, lichtgrün, gelb u. himmelblau, glasglänzend, durchsichtig bis durchscheinend, specifisches Gewicht 3–3,1, Härte 7–8, zerspringt sehr leicht; besteht aus kieselsaurer… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Euklās — Euklās, sehr seltenes Mineral, ein Berylliumaluminiumsilikat HBeAlSiO5, hellgrün, gelb, blau, bis farblos, mit Glasglanz, durchsichtig bis halbdurchsichtig, Härte 7,5, spez. Gew. 3,1. E. findet sich in monoklinen, sehr gut nach einer Ebene… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Euklas — Euklas, ein Mineral, wasserhaltiges Tonerde Beryll Silikat SiO5AlBeH (41,20% SiO2, 35,22% Al2O3, 17,39% Be2O3, 6,19% H2O), kristallisiert monoklin in flächenreichen prismatischen Formen. Spaltbar nach mehreren Richtungen und zwar ziemlich… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Euklas — Euklās, monoklines [Tafel: Edelsteine II, 23], zur Turmalingruppe gehöriges Silikatmineral, lichtgrün, gelb, blau, weiß, besteht aus Kieselsäure, Tonerde, Beryllerde und Wasser; geschliffen Schmuckstein. Sehr selten …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Euklas —   [zu eu... und griechisch klásis »Zerbrechen«, »Bruch«] der, es/ e, farbloses bis hellgrünes oder hellblaues, meist durchsichtiges, monoklines Mineral, ein Nesosilikat der chemischen Formel BeAl[OH|SiO4]; Härte nach Mohs 7,5, Dichte 3,05 bis 3,1 …   Universal-Lexikon

  • euklas — ȅuklās m DEFINICIJA min. bezbojan do smaragdnozelen mineral; upotrebljava se kao dragi kamen ETIMOLOGIJA fr. euclase ≃ eu + grč. klásis: otvor …   Hrvatski jezični portal

  • Euklas — Eu|klas* der; es, e <zu ↑eu... u. gr. klásis »das Zerbrechen, Bruch«> ein farbloses bis hellgrünes od. hellblaues, meist durchsichtiges, ↑monoklines Mineral …   Das große Fremdwörterbuch

  • Glucinium — Eigenschaften …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Mineralien — Dies ist eine unvollständige, alphabetisch geordnete Liste der Minerale, deren Varietäten, Synonyme, Mineralgruppen und Mineralserien, zu denen teilweise bereits eigene Artikel bestehen. Inhaltsverzeichnis 1 A B C D 2 E F G H 3 I J K L 4 M N O P… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Mineralen — Dies ist eine unvollständige, alphabetisch geordnete Liste der Minerale, deren Varietäten, Synonyme, Mineralgruppen und Mineralserien, zu denen teilweise bereits eigene Artikel bestehen. Inhaltsverzeichnis 1 A B C D 2 E F G H 3 I J K L 4 M N O P… …   Deutsch Wikipedia


We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.