Europapokal der Pokalsieger (Fussball)

Europapokal der Pokalsieger (Fussball)
Logo des Europapokals der Pokalsieger
Die Trophäe

Der Europapokal der Pokalsieger (in Österreich und in der Schweiz eher als Cup der Cupsieger bekannt) war ein von der UEFA organisierter, europäischer Wettbewerb für Fußballvereine. Er war der dritte bedeutende europäische Fußballpokal, bei dem die Pokalsieger der europäischen Länder im K.-o.-System in Hin- und Rückspielen den Gewinner ermittelten. Der Wettbewerb wurde 1960/61 erstmals ausgetragen. Im ersten Jahr seines Bestehens wurde der Sieger in zwei Endspielen ermittelt, ab 1962 fand ein einziges Finale an neutralem Ort statt. Da dieser Wettbewerb in den neunziger Jahren an Renommee verloren hatte, wurde der Europapokal der Pokalsieger im Zuge der Reformierung des Europapokals der Landesmeister und des UEFA-Pokals ab der Saison 1999/2000 abgeschafft und mit dem UEFA-Pokal zusammengelegt. Die nationalen Pokalsieger qualifizieren sich nun für den UEFA-Cup.

Inhaltsverzeichnis

Teilnehmer

Teilnehmer waren neben dem Titelverteidiger die jeweiligen nationalen Pokalsieger Europas der Vorsaison (z. B. für die Bundesrepublik Deutschland: DFB-Pokal, für die DDR der FDGB-Pokal, für Österreich der ÖFB-Cup). Wenn ein nationaler Pokalsieger sich für den Europapokal der Landesmeister (ab 1991 UEFA Champions League) qualifizieren konnte, nahm der unterlegene Pokalfinalist den Platz im Europapokal der Pokalsieger ein. Der Wettbewerb wurde erstmals in der Saison 1960/61 ausgetragen und wegen der für das Publikum und die Vereine nachlassenden Attraktivität nach der Saison 1998/99 abgeschafft. Seither nehmen die nationalen Pokalsieger am UEFA-Pokal teil, sofern sie nicht bereits für die Champions League qualifiziert sind.

Geschichte

Saison Sieger des
Europapokals der Pokalsieger
1960/61 AC Florenz
1961/62 Atlético Madrid
1962/63 Tottenham Hotspurs
1963/64 Sporting Lissabon
1964/65 West Ham United
1965/66 Borussia Dortmund
1966/67 FC Bayern München
1967/68 AC Mailand
1968/69 Slovan Bratislava
1969/70 Manchester City
1970/71 FC Chelsea
1971/72 Glasgow Rangers
1972/73 AC Mailand
1973/74 1. FC Magdeburg
1974/75 Dynamo Kiew
1975/76 RSC Anderlecht
1976/77 Hamburger SV
1977/78 RSC Anderlecht
1978/79 FC Barcelona
1979/80 Valencia CF
1980/81 Dinamo Tiflis
1981/82 FC Barcelona
1982/83 FC Aberdeen
1983/84 Juventus Turin
1984/85 FC Everton
1985/86 Dynamo Kiew
1986/87 Ajax Amsterdam
1987/88 KV Mechelen
1988/89 FC Barcelona
1989/90 Sampdoria Genua
1990/91 Manchester United
1991/92 Werder Bremen
1992/93 AC Parma
1993/94 FC Arsenal
1994/95 Real Saragossa
1995/96 Paris Saint-Germain
1996/97 FC Barcelona
1997/98 FC Chelsea
1998/99 Lazio Rom

Der Präsident des SC Wacker Wien, Alfred Frey, der zu diesem Zeitpunkt auch die Stellung des ÖFB-Vizepräsidenten einnahm, machte am 18. März 1956 der UEFA erstmals bei einer Sitzung den Vorschlag einen solchen Wettbewerb auszutragen. Da er auf starke Gegenwehr stieß, entschied er gemeinsam mit dem ÖFB und dem Mitropacupkomitee diesen Wettbewerb selbst auszutragen. So kam es am 13. Februar 1960 zur Geburtsstunde des Europapokals der Pokalsieger, bereits nach einer Saison wurde das Turnier von der UEFA übernommen und auch die erste Saison mit dem Sieger AC Florenz als offiziell anerkannt.

Der FC Barcelona konnte den Pokal viermal gewinnen (1979, 1982, 1989, 1997) und erreichte weitere zweimal das Finale (1969, 1991). Der RSC Anderlecht gewann zweimal (1976, 1978) und erreichte weitere zweimal das Finale (1977, 1990).

Deutsche Vereine gewannen den Pokal fünfmal. Erster deutscher Titelträger war Borussia Dortmund 1966. Damit war Borussia Dortmund auch der erste deutsche Verein, der einen europäischen Titel errang. Die anderen deutschen Gewinner waren FC Bayern München 1967, 1. FC Magdeburg 1974 (als einzige DFV-Mannschaft), Hamburger SV 1977 und Werder Bremen 1992. Weitere deutsche Finalisten waren Fortuna Düsseldorf, der VfB Stuttgart, 1. FC Lokomotive Leipzig, FC Carl Zeiss Jena und der TSV 1860 München. Obwohl Österreich dreimal einen Finalisten (FK Austria Wien 1978 bzw. SK Rapid Wien 1985 und 1996) stellte, konnte von einem österreichischen Vertreter nie ein Titel errungen werden.

Niemals gelang es einem Gewinner, den Pokal direkt im Jahr danach wieder zu verteidigen, auch wenn acht Vereine im Jahr nach ihrem Titelgewinn erneut im Finale standen.

Viermal gewann der Vizepokalsieger, da der Pokalsieger als Meister am Europapokal der Landesmeister teilnahm: 1960/61 der AC Florenz, 1971/72 die Glasgow Rangers, 1977/78 der RSC Anderlecht und 1996/97 der FC Barcelona.

siehe auch: Liste der Endspiele des Europapokals der Pokalsieger

Europäischer Supercup

Ab der Saison 1971/72 qualifizierte sich der Sieger im Europapokal der Pokalsieger für den Europäischen Supercup. Die erste Mannschaft, der dies gelang, war Glasgow Rangers. Allerdings war der erste Europäische Supercup inoffiziell, so dass erst im folgenden Jahr der AC Mailand erstmals offiziell antrat. Im Europäischen Supercup traf der Sieger des Europapokals der Pokalsieger auf den Sieger des Europapokals der Landesmeister (bzw. ab 1993 dessen Nachfolgers, der UEFA Champions League). Nach dem Abschaffen des Europapokals der Pokalsieger ging der Startplatz an den UEFA-Pokal.

Statistik

Torschützenkönige

Saison Spieler
1960/61 Kurt Hamrin
1961/62 Janos Göröcs
1962/63 Georgi Asparuchow / Jimmy Greaves
1963/64 Mascarenhas
1964/65 Pierre Kerkhoffs / Václav Mašek / Gustav Mraz
1965/66 Lothar Emmerich
1966/67 Roger Claessen
1967/68 Uwe Seeler
1968/69 Carl-Heinz Rühl
1969/70 Włodzimierz Lubański
1970/71 Włodzimierz Lubański
1971/72 Peter Osgood
1972/73 Luciano Chiarugi
1973/74 Jupp Heynckes
1974/75 Willy van der Kuylen
1975/76 Rob Rensenbrink
1976/77 Dimitar Milanow
1977/78 Ab Gritter / Ferdinand Keller / François Van Der Elst
1978/79 Alessandro Altobelli
1979/80 Mario Kempes
1980/81 David Cross
1981/82 Ramaz Shengelija / Eddy Voordeckers
1982/83 Carlos Santillana
1983/84 Viktor Grachew / Mark McGhee / Sergei Morozow
1984/85 Waleri Gassajew / Andy Gray / Antonín Panenka
1985/86 Ihor Bilanow / Oleh Blochin / Frank Lippmann / Alexandr Zawarow
1986/87 John Bosman
1987/88 Paulinho Cascavel
1988/89 Christo Stoitschkow
1989/90 Gianluca Vialli
1990/91 Roberto Baggio
1991/92 Peter Lipcsei
1992/93 Alexandre Czerniatynski
1993/94 Iwailo Andonow / Eoin Jess / Ulf Kirsten / Alon Mizrahi
1994/95 Ian Wright
1995/96 Petr Samec
1996/97 Robbie Fowler
1997/98 Pasquale Luiso
1998/99 Alon Mizrahi

Vereine und Länder nach Siegen

Rang Land Siege
1 England 8
2 Spanien 7
Italien 7
4 Deutschland ohne DDR 4
5 Sowjetunion 3
Belgien 3
7 Schottland 2
8 Portugal 1
Tschechoslowakei 1
DDR 1
Niederlande 1
Frankreich 1
Vereine nach Titelgewinnen
Verein
4 Spanien FC Barcelona
2 Italien AC Mailand
England FC Chelsea
Flagge der UdSSR 1955–1980/Flagge der UdSSR 1980–1991 Dynamo Kiew
Belgien RSC Anderlecht
1 Italien AC Florenz
Spanien Atlético Madrid
England Tottenham Hotspur
Portugal Sporting Lissabon
England West Ham United
BR Deutschland Borussia Dortmund
BR Deutschland FC Bayern München
Tschechoslowakei Slovan Bratislava
England Manchester City
Schottland Glasgow Rangers
DDR 1. FC Magdeburg
BR Deutschland Hamburger SV
Spanien FC Valencia
UdSSR Dinamo Tiflis
Schottland FC Aberdeen
Italien Juventus Turin
England FC Everton
Niederlande Ajax Amsterdam
Belgien KV Mechelen
Italien Sampdoria Genua
England Manchester United
Deutschland Werder Bremen
Italien AC Parma
England FC Arsenal
Spanien Real Saragossa
Frankreich Paris Saint-Germain
Italien Lazio Rom

Siehe auch


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