Evangelist Lukas


Evangelist Lukas
Lukas und die Madonna, Lukas-Altar des Hermen Rode, Lübeck 1484
Darstellung in der Stiftskirche in Baden-Baden (1866)

Als Evangelist Lukas wird traditionell der Verfasser des Lukasevangeliums und der Apostelgeschichte im Neuen Testament der Bibel bezeichnet. Man zählt ihn zu den drei Synoptikern. Lukas wendet sich mit seinen Schriften insbesondere an hellenistische Leser. Er soll vor dem Jahr 80 in Theben gestorben sein.

Das Evangelistensymbol des Lukas ist der (geflügelte) Stier – dieser wird auch Flügelstier genannt.

Gemäß Irenäus, Eusebius, und Hieronymus ist der Evangelist Lukas der gleichnamige Mitarbeiter des Paulus (Phlm 24 EU), der in Kol 4,14 EU als Arzt und lieber Freund bezeichnet wird, und der bei den in der Apostelgeschichte berichteten Reisen des Paulus teilweise dabei war (2 Tim 4,11 EU). Die gleichen Autoren berichten, dass dieser Lukas aus Antiochia in Syrien stammt.

Die neuere Forschung geht jedoch mehrheitlich davon aus, dass der Autor des Doppelwerkes des Lukas und der Paulusbegleiter nicht dieselbe Person waren. Dafür gibt es viele Anhaltspunkte, so übernimmt beispielsweise der Autor nirgends spezifische Theologie des Paulus in seine Schriften und die Erwähnung des Namens des Paulusbegleiters wird nie mit dem Doppelwerk verbunden. Auch berichtet vor allem die Apostelgeschichte oftmals andere Details aus dem Leben des Paulus, als sie von Paulus selbst in seinen Briefen berichtet werden (vergleiche hierzu: Der neue Pauly. Band 7, Sp. 491/2).

Lukas wird vereinzelt als einer der siebzig Jünger, die Jesus aussandte, oder als einer der Emmausjünger angesehen – dem widerspricht jedoch der Prolog des Lukasevangeliums, wo er sich ausdrücklich nicht unter die Augenzeugen zählt.

Die angeblichen Gebeine des Paulusbegleiters kamen am 3. März 357 nach Konstantinopel, danach wohl im 12. Jahrhundert nach Padua, wo sie seit 1562 in die Kirche Santa Giustina in einem Marmorsarkophag in einer Seitenkapelle ehrenvoll bestattet wurden. Die eine Hälfte des Kopfes befindet sich in Prag - wohin sie 1354 Karl IV in den Veitsdom überführte - die andere im Panteleimon-Kloster auf dem Berg Athos in Griechenland. Am 17. September 1998 sind erstmals seit ca. 600 Jahren der Sarg in Padua geöffnet und die Überreste wissenschaftlich untersucht worden. Festgestellt wurde, dass in der Tat der Prager Kopf und die Knochenreste aus Padua zusammengehören. Anhand des genetischen Fingerabdrucks mit Vergleichsmerkmalen heutiger Bevölkerungsgruppen deuten die Indizien auf eine orientalische syrische Herkunft hin, genau wie die Bibel sie beschreibt. Auch die Altersbestimmung ergab ein Alter von ca. 1900 Jahren.

Inhaltsverzeichnis

Schutzpatron

Lukas gilt als der Schutzpatron der Ärzte sowie der (Kunst-) Maler – deshalb wurde deren Zunft auch als Lukasgilde bezeichnet.

  • die Verbindung zum Arztberuf geht auf die Erwähnung eines Arztes namens Lukas – nach heutiger Sichtweise handelt es sich dabei zwar um den Begleiter des Paulus aber nicht um den Evangelisten – in Kol 4,14 EU zurück: „Freundliche Grüße auch von dem Arzt Lukas, den wir alle sehr schätzen [...]“;
  • die Verbindung des Lukas zu den bildenden Künsten beruht auf der später entstandenen Legende, Lukas habe Bilder der Jungfrau Maria und der Apostel Petrus und Paulus gemalt, weswegen er auch als der erste Ikonograph gilt. Wie es allerdings zu dieser Vorstellung kam ist unklar.
Lukaskirche (Karlsruhe)

Lukaspatrozinien

In Antike und Mittelalter wurden erstaunlich wenige Kirchen nach Lukas benannt. Dagegen wurde sein Name in jüngerer Zeit, besonders im deutschen Kirchenbau nach dem Zweiten Weltkrieg, sehr beliebt.

Siehe auch

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