F.C. Hansa Rostock


F.C. Hansa Rostock
Hansa Rostock
Logo
Voller Name Fußballclub Hansa Rostock e. V.
Gegründet 28. Dezember 1965
Vereinsfarben Weiß-Blau
Stadion DKB-Arena
(ehemals Ostseestadion)
Plätze 29.000
Vorstand Dirk Grabow
Trainer Andreas Zachhuber
Axel Rietentiet (FCH II)
Homepage www.fc-hansa.de
Liga 2. Bundesliga
Regionalliga Nord (FCH II)
2007/08 17. Platz (Bundesliga)
2. Platz (NOFV-Nord) (FCH II)
Trikotfarben
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Heim
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Auswärts
Das Emblem des SC Empor Rostock von 1954 bis 1956. Von 1956 bis 1958 wurde ein mit den Schriftzügen Sportclub im oberen und Rostock im unteren Teil des Buchstabens E modifiziertes Emblem geführt.
Das Emblem seit 1964. Zwischen 1956 und 1964 wurde ein ähnliches, ebenfalls auf dem Wappen der Stadt Rostock basierendes Emblem geführt.

Der F.C. Hansa Rostock ist ein deutscher Fußballverein aus Rostock in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 4650 Mitgliedern.[1] Gegründet wurde der F.C. Hansa als Fußballclub am 28. Dezember 1965 mit der Ausgliederung der Fußballabteilung aus dem am 11. November 1954 gegründeten SC Empor Rostock.

Als einziger Verein aus den neuen Bundesländern spielte Hansa stets mindestens in der jeweils zweithöchsten Spielklasse der nationalen Verbände der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. Seine größten Erfolge verbuchte der F.C. Hansa 1990/91 mit dem Gewinn der unter der Bezeichnung NOFV-Oberliga letztmalig ausgespielten Meisterschaft sowie des 1991 unter der Bezeichnung NOFV-Pokal letztmalig ausgetragenen Pokalfinals der Deutschen Demokratischen Republik.

Inhaltsverzeichnis

Vereinsgeschichte

Die Anfänge als Empor Rostock

1954 – Die Gründung Empor Rostocks

1954 wurden im Rahmen der Leistungssportförderung in den meisten Bezirken der DDR so genannte Sportclubs gegründet, die anders als die breitensportorientierten Betriebssportgemeinschaften zu leistungssportlichen Zentren ihrer jeweiligen Region und ihrer zentralen Sportvereinigung werden sollten. In Rostock, der größten DDR-Stadt nördlich Berlins, wurde am 11. November 1954 der anfangs noch als „SK Empor Rostock“ bezeichnete SC Empor Rostock mit Sektionen für sieben Sportarten gegründet. Mit dem Fischkombinat Rostock als Trägerbetrieb war er das designierte Leistungszentrum der Sportvereinigung Empor, welche die Sportgemeinschaften mit Trägerbetrieben aus dem Bereich Handel und Versorgungswirtschaft umfasste. Das am 27. Juni 1954 eröffnete Ostseestadion war weitgehend fertiggestellt, im Gegensatz zum Feldhandball konnte jedoch keine höherklassige Fußballmannschaft aus den Sportgemeinschaften der Umgebung zusammengestellt werden.[2]

Auch weil der Norden der DDR seit dem Abstieg Motor Wismars in der Saison 1951/52 in der DDR-Oberliga nicht mehr vertreten war und in der bereits begonnenen Saison 1954/55 überwiegend sächsische Mannschaften um die Meisterschaft spielten, beschloss die DDR-Sportführung, die Mannschaft der sächsischen BSG Empor Lauter noch während der Saison nach Rostock zu delegieren.[3] Bereits 1953 war Vorwärts Leipzig in einem ähnlichen Vorhaben nach Berlin delegiert worden. Während die Fachzeitschrift Neue Fußballwoche den Umzug Empor Lauters nach Rostock in einer Sonderausgabe 1991 mit dem späteren Gewerkschaftsbund-Vorsitzenden Harry Tisch in Verbindung brachte, und dies auch von anderen Medien aufgegriffen wurde, gilt als eigentlicher Initiator des Umzugs Karl Mewis,[3] der zu diesem Zeitpunkt erster Sekretär des Bezirks Rostock war.

Empor Lauter gehörte wie Empor Rostock der Sportvereinigung Empor an und war zum Zeitpunkt des Umzugs mit 10:6 Punkten aktueller Tabellenführer der Oberliga. In Lauter verfügte die Mannschaft jedoch über keine auf Dauer wettbewerbsfähige Infrastruktur und konkurrierte mit weiteren Erstligisten in näherer Umgebung. Das Punktspiel des neunten Spieltages gegen Motor Zwickau wurde abgesetzt, um den Umzug der Mannschaft nach Rostock zu ermöglichen. Während drei Lauterer Spieler zu Motor Zwickau und weitere in niederklassige Ligen wechselten oder ihre Karrieren beendeten, verzichteten drei[4] weitere Spieler unter dem Eindruck wütender Proteste seitens der Lauterer Einwohnerschaft auf den bereits zugesagten Ortswechsel, so dass zwölf Spieler mit Trainer Oswald Pfau nach Rostock wechselten.[5] Während die Rostocker Spieler in der Folgezeit bei Auswärtsspielen insbesondere gegen sächsische Mannschaften mitunter als „Verräter“ beschimpft wurden,[6] führte der Umzug in Lauter zu lang anhaltenden Ressentiments, die sich zunächst in der Ausgrenzung von Angehörigen der delegierten Spieler äußerten.[5]

Empor Rostock gehörte zwar zu den als Sportclub besonders geförderten Sportgemeinschaften, mit den Sportvereinigungen Motor, Turbine oder Dynamo konnte die vergleichsweise kleine Sportvereinigung Empor jedoch nicht konkurrieren. So wurde in den Anfangsjahren des Clubs der Fußballkader hauptsächlich mit jungen Talenten aus dem Norden der DDR aufgefüllt; neben dem direkten Rostocker Umfeld waren insbesondere die TSG Wismar und Einheit Greifswald bis in die 1970er Jahre Delegierungsschwerpunkte. Nur wenige „fertige“ Oberligaspieler fanden in dieser Zeit den Weg an die Ostseeküste.

1954 bis 1965 – Der „ewige Zweite“

Am elften Spieltag, der am 14. November 1954 ausgetragen wurde, absolvierte die Oberliga-Mannschaft Rostocks ihr erstes Punktspiel vor 17.000 Zuschauern[7] im noch nicht komplett fertiggestellten Ostseestadion gegen Chemie Karl-Marx-Stadt (0:0). Bis zum Saisonende rutschte die kurzfristig mit weiteren Spielern verstärkte Mannschaft auf den neunten Rang der DDR-Oberliga ab, erreichte aber das Finale des FDGB-Pokals. Gegen Wismut Karl-Marx-Stadt unterlag die Rostocker Mannschaft im Leipziger Bruno-Plache-Stadion mit 2:3 nach Verlängerung.

Nachdem Empor Rostock in der Übergangsrunde 1955 noch den zweiten Platz belegt und mit Gerhard Schaller erstmals einen Spieler zur Nationalmannschaft der DDR geschickt hatte,[8] stieg die Mannschaft in der Saison 1956 als Tabellenletzter in die zweitklassige Liga ab. Dabei hatte Rostock zunächst unter Willi Möhring, dann unter Erich Dietel nur zwei Hinrunden-Siege erzielt und zuletzt unter Lothar Wiesner, dem Kurt Zapf als Spielertrainer zur Seite stand, gegen den Abstieg gespielt. Unter Heinz Krügel erreichte Rostock jedoch 1957 den sofortigen Wiederaufstieg und zusätzlich den zweiten Einzug ins FDGB-Pokalfinale, welches gegen Lok Leipzig (1:2) trotz zwischenzeitlicher Führung erneut in der Verlängerung verloren ging.

In der Folgezeit etablierte sich Empor Rostock in der Oberliga und erreichte unter Trainer Walter Fritzsch 1960 abermals das FDGB-Pokalfinale, verlor jedoch gegen Motor Jena (2:3) zum nunmehr dritten Mal in der Verlängerung, obwohl Rostock noch in der 63. Minute mit 2:0 in Führung gegangen war. 1961/62 wurde die Rostocker Mannschaft Vize-Meister der Oberliga, nachdem sie am letzten Spieltag mit einem Punkt Rückstand den Tabellenführer Vorwärts Berlin empfangen hatte und mit 1:3 vor 30.000 Zuschauern[9] im Ostseestadion unterlag. Dennoch wurde die Mannschaft in einer Umfrage der Zeitung Junge Welt zur Mannschaft des Jahres 1961 gewählt,[9] während Rostocks Arthur Bialas mit 23 Toren Torschützenkönig der Oberliga wurde.

1962/63 wurde Empor Rostock mit sechs Punkten Rückstand auf Motor Jena und 1963/64 mit zwei Punkten Rückstand auf Chemie Leipzig erneut Vize-Meister, woraufhin der Mannschaft fortan der Ruf des „ewigen Zweiten“ anhaftete.[9] 1964/65 nahmen mit Wolfgang Barthels, Jürgen Heinsch, Herbert Pankau und Klaus-Dieter Seehaus vier Rostocker Spieler an den Olympischen Sommerspielen 1964 teil und erreichten mit der zum vorerst letzten Mal gesamtdeutschen Mannschaft die Bronze-Medaille, mit Empor Rostock aber nur den fünften Rang in der Oberliga. Trainer Fritzsch hatte zum April 1965 sein Amt niedergelegt, ihm folgte Kurt Zapf als Interims- und ab Juli 1965 Gerhard Gläser als Cheftrainer.

Der F.C. Hansa Rostock

1965 bis 1973 – Die Anfangsjahre

Am 28. Dezember 1965 um 18:32 Uhr[10] wurde mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde die Rostocker Fußballabteilung aus dem Gesamtverein Empor gelöst und der F.C. Hansa Rostock als reiner Fußballclub gegründet. Diese von der Sportführung der DDR veranlasste Ausgliederung war Teil der Bestrebungen des Verbandes, Leistungszentren speziell für den Fußball zu etablieren, der damit eine Sonderstellung im Leistungssportsystem der DDR einnehmen sollte. Bereits am 22. Dezember 1965 war der 1. FC Magdeburg als erster Fußballclub gegründet worden; die Gründungen der Fußballclubs aus Berlin, Chemnitz, Erfurt, Halle und Leipzig folgten im Januar 1966. In 126 Einsendungen waren die Namens- und Emblem-Vorschläge Hansa und Kogge, die an die mittelalterliche Hanse angelehnt sind und auf die Geschichte Rostocks als Hansestadt verweisen, am häufigsten genannt und schließlich umgesetzt worden.[10] Die Bedeutung der Punkte in der Abkürzung „F.C.“ ist unklar; möglicherweise soll damit an den Traditionsclub Rostocker F.C. von 1895 erinnert werden,[10][11] welcher 1996 neu gegründet wurde. Bis in die 1990er Jahre war allerdings die Schreibweise ohne Punkte üblich. Trägerbetrieb des F.C. Hansa wurde das Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft, so dass die Rostocker Staatsamateure unter anderem als Buchhalter im Überseehafen Rostock angestellt wurden.[12] Erster Vorsitzender des F.C. Hansa wurde Heinz Neukirchen.

In der Rückrunde der Saison 1965/66 absolvierte die Mannschaft ihre ersten Spiele als F.C. Hansa Rostock und belegte schließlich unter Trainer Gläser den vierten Tabellenplatz. 1966/67 belegte die Mannschaft nur den zehnten Rang, woraufhin sie unter anderem als „elf Flaschen und Gläser“ verspottet wurde,[10] obwohl in derselben Saison der nunmehr vierte Einzug ins FDGB-Pokalfinale gelang, welches mit 0:3 gegen Motor Zwickau erstmals schon in der regulären Spielzeit verloren ging.

Mannschaftsfoto des F.C. Hansa 1969/70

Zu Beginn der Saison 1967/68 ließ die DDR-Sportführung die ASG Vorwärts Rostock nach Stralsund delegieren, auch weil diese, zu diesem Zeitpunkt in der zweitklassigen Liga spielend, als Konkurrenz für den F.C. Hansa angesehen wurde.[13] Am Saisonende wurde Rostocks Gerd Kostmann mit 15 erzielten Toren Torschützenkönig und Hansa mit fünf Punkten Rückstand auf Carl Zeiss Jena zum nunmehr vierten Mal Vize-Meister der Oberliga, womit erstmals der Messepokal genannte Vorläufer des heutigen UEFA-Pokals erreicht wurde. Dort setzte sich Rostock in der ersten Runde gegen den OGC Nizza durch und schied in der zweiten Runde aufgrund der Auswärtstorregel gegen den AC Florenz aus. Der vierte Platz 1968/69 bedeutete für Hansa die erneute Qualifikationen zum Messepokal und für Kostmann mit 18 erzielten Toren den erneuten Gewinn der Torjägerkrone, Trainer Gläser allerdings wurde im Mai 1969 zunächst durch seinen Vorgänger Wiesner ersetzt, dem ab Juli 1969 Horst Saß im Amt nachfolgte.

Saß, mit der Integration von jungen Spielern wie Joachim Streich und Gerd Kische um die Verjüngung der Mannschaft bemüht,[14] belegte mit Hansa 1969/70 nur zwei Punkte vom ersten Abstiegsplatz entfernt den zwölften Rang der Oberliga. Im Messepokal konnte zwar nach Panionios Athen in der ersten Runde im Hinspiel der zweiten Runde Inter Mailand mit 2:1 bezwungen werden, nach einer 3:0-Niederlage im Rückspiel schied Rostock jedoch erneut aus dem Wettbewerb aus. Nach drei weiteren Saisons mit Abschlussplatzierungen in der unteren Tabellenhälfte von 1970/71 bis 1972/73 verließ Saß den F.C. Hansa. Bei den Olympischen Sommerspielen 1972 hatten Rostocks Joachim Streich und Dieter Schneider Bronze mit der Nationalmannschaft erreicht.

1973 bis 1990 – Die Rostocker „Fahrstuhlmannschaft“

Unter Heinz Werner erreichte Rostock mit einem siebten Platz 1973/74 wieder die obere Tabellenhälfte, geriet in der Folgesaison 1974/75 jedoch in die Abstiegsränge. Bei der Heimniederlage gegen Carl Zeiss Jena am 8. März 1975 wurde Werner noch während des Spiels durch den Parteifunktionär Harry Tisch aus seinem Amt entlassen.[15] Helmut Hergesell, zwei Jahre zuvor noch als Spieler für Hansa tätig, übernahm das Traineramt, konnte aber den zweiten Abstieg Rostocks in die zweitklassige DDR-Liga nicht verhindern. Während Joachim Streich daraufhin nach Magdeburg wechselte und dort zum Rekordspieler der DDR avancierte, verblieb Gerd Kische in Rostock. Beide waren bei der Weltmeisterschaft 1974 für die Nationalmannschaft der DDR angetreten, Kische auch beim Spiel gegen die bundesdeutsche Auswahl.

Die Leistungsunterschiede zwischen der hauptsächlich aus Betriebssportgemeinschaften bestehenden DDR-Liga und der zum größten Teil aus Fußballclubs bestehenden Oberliga begünstigten den wiederholten Auf- und Abstieg des nunmehr Fahrstuhlmannschaft gewordenen Teams aus Rostock.[13] So blieb Hansa in der DDR-Liga 1975/76 ohne Niederlage, belegte in der Oberligasaison 1976/77 aber mit einem Punkt Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze den letzten Tabellenplatz. Dabei hatte Rostocks Kische auch als Zweitligaspieler mit der Auswahl der DDR an den Olympischen Sommerspielen 1976 teilgenommen und dort das olympische Fußballturnier gewonnen. Der Wiederaufstieg 1977/78 gelang trotz zweier Niederlagen erneut als Tabellenführer, wobei mit einem 10:0 gegen die BSG Motor Wolgast der höchste Pflichtspielsieg der Vereinsgeschichte erspielt wurde. Die schlechten Ergebnisse in der Saison 1978/79 hatten die Ablösung des Trainers Hergesell durch seinen einstigen Mitspieler Jürgen Heinsch im Dezember 1978 zur Folge. Trotz Trainerwechsel kam es am Saisonende zum Wiederabstieg. Als neuer Trainer folgte ab Juli 1979 Harry Nippert auf Heinsch, unter dem Hansa in der Ligasaison 1979/80 erneut ohne Niederlage und mit einem weiterem 10:0-Sieg, diesmal über die BSG Kernkraftwerk Greifswald, umgehend wieder aufstieg. In der Oberligasaison 1980/81 erreichte Hansa mit drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge den Klassenerhalt.

Vier weitere Saisons blieb Hansa Rostock von 1981/82 bis 1984/85 unter dem erneut als Trainer fungierenden Jürgen Heinsch mit Abschlussplatzierungen in der unteren Tabellenhälfte in der Oberliga, bis 1985/86 der abermalige Abstieg in die Liga unter Trainer Claus Kreul folgte. Rostocks junger Nationalspieler Thomas Doll wechselte daraufhin zum DDR-Rekordmeister BFC Dynamo, während die älteren Axel Schulz und Rainer Jarohs in Rostock verblieben. Neben dem sofortigen Wiederaufstieg gelang in der Folgesaison 1986/87 unter Trainer Werner Voigt auch der erneute Einzug in das FDGB-Pokalfinale, in dem Rostock mit einer 1:4-Niederlage gegen Lok Leipzig zum nunmehr fünften Mal nur den zweiten Platz erreichte. Nachdem die Rostocker Mannschaft in der Saison 1987/88 mit zwei Punkten Abstand zu den Abstiegsplätzen noch um den Klassenerhalt gespielt hatte, qualifizierte sie sich durch den vierten Rang der Saison 1988/89 zum ersten Mal seit 1969 wieder für den internationalen UEFA-Pokal, in dem die Mannschaft jedoch bereits in der ersten Runde gegen Baník Ostrava ausschied.

Mannschaftsfoto des F.C. Hansa 1989/90

Nachdem Rostocks Axel Kruse während eines Spiels in Kopenhagen noch im Juli 1989 nach West-Deutschland geflüchtet war, bewirkte die sich abzeichnende Deutsche Wiedervereinigung während der Saison 1989/90, in der Hansa den sechsten Tabellenplatz belegte, eine weitgehende Liberalisierung des Sports.[16] So wurden die bislang offiziell bei den Trägerbetrieben der Sportgemeinschaften beschäftigten Spieler mit Spielerverträgen an die Sportgemeinschaften gebunden und damit nicht mehr als Amateure deklariert, während ihnen gleichzeitig gestattet wurde, ihre sportlichen Arbeitgeber ohne Zustimmung der Sportführung zu wählen.[16] Beim Übergang zu einem marktwirtschaftlich agierenden Fußballverein erhielt Rostock in Folge eines im Januar 1990 abgeschlossenen Kooperationsvertrags Unterstützung durch den SV Werder Bremen,[17] während die Liquidität des F.C. Hansa zunächst durch eine nachträgliche Ablösezahlung der Berliner Hertha für Axel Kruse abgesichert werden konnte.[18] Im Gegensatz zu anderen Sportgemeinschaften der DDR-Oberliga vermied es Hansa daraufhin zunächst, Spieler an die finanzstarken Vereine West-Deutschlands zu verkaufen, was auch durch die anfänglich mit 6.000 Deutsche Mark (etwa 3065 Euro) monatlich vergleichsweise hoch dotierten Spielerverträge gelang.[19]

1990 bis 1995 – Zwischen Meisterschaft und Zweitklassigkeit

Die letzte Saison der DDR-Oberliga 1990/91 wurde mit dem Beitritt des ostdeutschen Fußball-Verbands zum westdeutschen Fußball-Bund in NOFV-Oberliga umbenannt und galt als Qualifikation zum gesamtdeutschen Ligensystem. Hierfür verpflichtete Rostock den bislang nur in West-Deutschland aktiven Trainer Uwe Reinders und mit dem US-amerikanischen Nationalspieler Paul Caligiuri den ersten ausländischen Spieler in Diensten des F.C. Hansa.[20] Am 2. August 1990 wurde der F.C. Hansa offiziell zum gemeinnützigen eingetragenen Verein[19] und versuchte den Wegfall des bisherigen Trägerbetriebs insbesondere mit dem ersten Sponsorenvertrag der Clubchronik zu kompensieren, der mit dem Klebstoffhersteller Uhu abgeschlossen wurde.[21] Die Rostocker Mannschaft gewann daraufhin zunächst die Herbstmeisterschaft mit 20 Punkten, so dass in der Rückrunde weitere 15 Punkte den Gewinn der letzten ostdeutschen Meisterschaft im Mai 1991 bedeuteten. Rostock hatte sich damit für den Europapokal der Landesmeister und neben Dynamo Dresden als zweitem ostdeutschen Team für die Bundesliga qualifiziert. Im am 2. Juli 1991 letztmalig ausgetragenen Finale des FDGB-Pokals 1990/91, der analog zum Ligensystem in NOFV-Pokal umbenannt worden war, gewann Rostock zudem in der sechsten Finalteilnahme erstmals den Wettbewerb, nachdem der Eisenhüttenstädter FC mit 1:0 im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark besiegt werden konnte. Der Stellenwert beider Titel war seit der Wiedervereinigung jedoch gesunken, so dass auch das Pokalfinale vor nur rund 4.800 Zuschauern stattfand.[22]

Zu Beginn der Saison 1991/92 verließ schließlich mit Henri Fuchs der erste Rostocker Leistungsträger den Verein in Richtung eines west-deutschen Konkurrenten, was Hansa auch durch die Verpflichtung dreier tschechischer Spieler zu kompensieren versuchte.[20] Als letzter Meister der DDR in der Saisonvorbereitung am DFB-Supercup teilnehmend schied Rostock im Halbfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern als amtierendem Meister der Bundesliga aus, wobei Rostocks Kapitän Juri Schlünz als erster Spieler in der Geschichte des deutschen Fußballbundes mit der neu eingeführten gelb-roten Karte vom Platz gestellt wurde.[22] Die Bundesligasaison hingegen begann für Hansa durch ein 4:0 gegen den 1. FC Nürnberg mit der Tabellenführung. Im Anschluss verlor die zu Saisonbeginn noch unterschätzte Rostocker Mannschaft jedoch mehr und mehr Spiele und fand sich zum Saisonende im Abstiegskampf wieder.[23] Zwar hatte Trainer Reinders seiner Entlassung in der Winterpause trotz Differenzen mit dem Vereinspräsident Gerd Kische noch entgegenwirken können,[24] zum März 1992 wurde er aber doch durch Erich Rutemöller ersetzt. Am letzten Spieltag besiegte Hansa Eintracht Frankfurt mit 2:1 und entschied damit die deutsche Meisterschaft zu Ungunsten der Frankfurter, der Abstieg der Rostocker in die 2. Bundesliga konnte hierdurch jedoch nicht verhindert werden. Im Europapokal der Landesmeister war Rostock bereits in der ersten Runde am späteren Pokalsieger FC Barcelona gescheitert, obgleich Hansa nach der 0:3-Niederlage im Camp Nou das Rückspiel im heimischen Ostseestadion mit 1:0 gewinnen konnte.

Für die Zweitligasaison 1992/93 plante die Vereinsführung den sofortigen Wiederaufstieg, musste jedoch den Abgang von vier Leistungsträgern hinnehmen, die aufgrund der angespannten finanziellen Lage durch noch unerfahrene Spieler wie Timo Lange und Marco Zallmann ersetzt wurden,[24] von denen insbesondere Lange zum Rekord-Spieler Hansas in der Bundesliga werden sollte. In der Hinrunde belegte Hansa daraufhin zumeist Aufstiegsränge, fiel dann aber auf den sechsten Tabellenplatz zurück. Horst Hrubesch ersetzte deshalb noch in der Winterpause den in Frage gestellten Trainer Rutemöller, rutschte mit der Mannschaft bis zum Saisonende aber noch weiter ab und belegte schließlich nur den elften Platz der 2. Bundesliga, woraufhin er sein Amt niederlegte.[25] Zur Folgesaison 1993/94 unter dem zum nunmehr dritten Mal als Trainer engagierten Jürgen Heinsch verfehlte Hansa den Aufstieg mit dem achten Tabellenplatz erneut.

Die Vereinsführung plante daraufhin für die Zweitligasaison 1994/95 den Neuaufbau der Rostocker Mannschaft, für den Frank Pagelsdorf als Trainer verpflichtet wurde. Während langjährige Leistungsträger wie Juri Schlünz ihre Karrieren beendeten, kam unter anderem Stefan Beinlich vom englischen Verein Aston Villa nach Rostock. Obwohl die Mannschaft ohne Aufstiegsambitionen in die Saison gestartet war,[26] erreichte sie den Aufstieg bereits am drittletzten Spieltag und belegte zum Saisonende den ersten Tabellenplatz. Mit dem gleichzeitigen Abstieg Dynamo Dresdens aus der ersten Liga wurde Hansa daraufhin über mehrere Jahre als einziger Vertreter der ehemaligen DDR-Oberliga in der Bundesliga zum „Leuchtturm des Ostens“.[27]

1995 bis 2005 – Rostock in der Bundesliga

Überraschend belegte der Aufsteiger aus Rostock in der Hinrunde der Bundesligasaison 1995/96 zwischenzeitlich den dritten Tabellenrang, fiel bis zum Saisonende aber auf den sechsten Rang zurück und verzichtete auf die damit erreichte Teilnahme am UI-Cup. Dabei war es im Heimspiel gegen den FC St. Pauli zu Ausschreitungen gekommen, in deren Folge Hansa mit einer Platzsperre und einer Geldstrafe belegt wurde, so dass das Heimspiel am 28. Oktober 1995 statt im 25.500 Zuschauer fassenden Ostseestadion im Berliner Olympiastadion vor 58.492 Zuschauern ausgetragen wurde, was für Hansa einen neuen Zuschauerrekord bedeutete.[28]

Zum Beginn der Saison 1996/97 gab Rostock René Schneider an Borussia Dortmund ab, der als erster Hansa-Spieler 1995 einen Einsatz in der gesamtdeutschen Nationalelf absolviert und bei der Europameisterschaft 1996 zum Kader des Titelträgers gezählt hatte. Erst zur Winterpause, in der auch ein Aufsichtsrat als den Vereinsvorstand kontrollierendes Gremium eingerichtet wurde,[29] konnte die auch daraus resultierende Defensiv-Schwäche der Mannschaft beigelegt werden, die mit dem 15. Platz zum Saisonende den erneuten Abstieg vermeiden konnte. Frank Pagelsdorf erfüllte damit als bis heute einziger Bundesligatrainer seinen Vertrag in Rostock und verließ Hansa in Richtung Hamburger SV.

Für die Saison 1997/98 verpflichtete Rostock Ewald Lienen als neuen Trainer, belegte im gesamten Saisonverlauf durchgehend mindestens den siebten Platz und wurde zum Saisonende erneut Sechster der Bundesliga. In einer von der Fachzeitschrift kicker durchgeführten Umfrage unter 200 Bundesligaspielern belegte Hansa daraufhin den ersten Platz in der Kategorie „schönster Fußball“.[30] Beim DFB-Hallenpokal im Januar 1998 hatte die Mannschaft unter Lienen mit einem 4:3 im Endspiel gegen den FC Schalke 04 den ersten gesamtdeutschen Titel des F.C. Hansa gewonnen.

Zu Beginn der Saison 1998/99 nahm Rostock dann am UI-Cup teil, scheiterte dort jedoch schon am ersten Gegner, VSC Debrecen aus Ungarn. Die Mannschaft hatte erneut mehrere Leistungsträger abgegeben und belegte in der Bundesliga zunächst fast ausnahmslos Abstiegsplätze, bis Lienen im März 1999 vom Traineramt entbunden und durch seinen bisherigen Co-Trainer Andreas Zachhuber ersetzt wurde, unter dessen Regie der Klassenerhalt durch den 3:2-Siegtreffer von Sławomir Majak in der 83. Minute gegen den VfL Bochum am letzten Spieltag gesichert wurde. Dabei galt das Saisonfinale 1998/99 als eines der dramatischsten in der Geschichte der Bundesliga.[30] Im folgenden DFB-Pokal 1999/00 erreichte der Verein unter Zachhuber mit der Halbfinalteilnahme die beste Platzierung der Vereinsgeschichte in diesem Wettbewerb.

In vier weiteren Saisons mit Abschlussplatzierungen zwischen dem 12. und 15. Rang von 1999/2000 bis 2002/03 spielte Hansa unter den Trainern Zachhuber, Friedhelm Funkel und Armin Veh gegen den Abstieg in die 2. Bundesliga. Dabei gab der Verein unter anderem 1999/2000 mit Oliver Neuville und Marko Rehmer seine deutschen Nationalspieler ab, um durch Ablösesummen einen Teil der Etats bestreiten zu können.[4] Zwischen 1998 und 2007 verpflichtete der F.C. Hansa insgesamt sieben schwedische, drei dänische und einen finnischen Spieler, wodurch bei Heimspielen zwischenzeitlich bis zu 2.000 schwedische Fans ins Ostseestadion kamen.[4] In der Saison 2003/04 erreichte Hansa unter Trainer Juri Schlünz den neunten Rang und damit die dritte Qualifikation zum UI-Cup, verzichtete aber zum zweiten Mal auf die Teilnahme. Martin Max hatte in 33 Spielen 20 Tore für Hansa erzielt und damit einen neuen Vereinsrekord in der Bundesliga aufgestellt,[31] beendete jedoch im Anschluss an die Saison vorzeitig seine Karriere.

Zu Beginn der Saison 2004/05 nahm Hansa erstmals am DFB-Ligapokal teil und schied in der ersten Runde gegen Bayer 04 Leverkusen im Elfmeterschießen aus. Im Folgenden verlor Rostock die ersten acht Heimspiele in der Bundesliga, womit ein seit 1965 bestehender Negativ-Rekord Tasmania Berlins eingestellt wurde,[32] und erreichte in der gesamten Hinrunde nur elf Punkte. Dabei hatte die 0:6-Niederlage gegen den Hamburger SV im November 2004 den Rücktritt des Trainers Schlünz zur Folge. Unter dessen Nachfolger Jörg Berger stieg Hansa mit insgesamt 18 Niederlagen in 34 Spielen nach zehnjähriger Erstligazugehörigkeit als Tabellensiebzehnter in die 2. Bundesliga ab.

Seit 2005 – Aktuelle Entwicklung

Zur Saison 2005/06 strebte Hansa den sofortigen Wiederaufstieg an und ersetzte nach zwei Auftaktniederlagen Trainer Berger durch den zum F.C. Hansa zurückkehrenden Frank Pagelsdorf, der mit der Mannschaft schließlich den zehnten Platz in der Abschlusstabelle belegte. In der Saison 2006/07 blieb Hansa bis zum 18. Spieltag ohne Niederlage, stellte damit einen neuen Vereinsrekord für die 2. Bundesliga auf und erreichte als Zweitplatzierter den Aufstieg in die Bundesliga.

Für die Bundesligasaison 2007/08 erhielt der F.C. Hansa die Spiellizenz nur unter finanziellen Auflagen[33] und veräußerte am 2. Juli 2007 die Namensrechte am Ostseestadion an die Deutsche Kreditbank, woraufhin das Stadion in DKB-Arena umbenannt wurde. Mit 17 Punkten aus 17 Spielen belegte Hansa nach der Hinrunde noch den 15. Tabellenplatz, fiel jedoch im weiteren Saisonverlauf auf die Abstiegsplätze zurück und stieg schließlich als Tabellenvorletzter in die 2. Bundesliga ab.

Für die Zweitliga-Spielzeit 2008/09 erhielt Rostock die Spiellizenz ohne wirtschaftlich beschränkende Auflagen[34] und startete mit neun Punkten aus sieben Spielen in die Saison. Am achten Spieltag erzielte Hansa durch ein 9:0 gegen die TuS Koblenz den höchsten Pflichtspielsieg seit der Wiedervereinigung, der zugleich den höchsten Sieg in der Geschichte der eingleisigen 2. Bundesliga darstellte.[35] Nach vier sieglosen Spielen fiel Hansa jedoch nachfolgend auf den 12. Tabellenplatz zurück, woraufhin Pagelsdorf am 10. November 2008 beurlaubt wurde. Dessen Nachfolge als Cheftrainer trat elf Tage später Dieter Eilts an, unter dem die Mannschaft im Achtelfinale aus dem DFB-Pokal 2008/09 ausschied und am 21. Liga-Spieltag auf den vorletzten Tabellenplatz zurückfiel. Am 23. Spieltag wurde auch Eilts schließlich von seinem Amt entbunden, dem Andreas Zachhuber im Amt nachfolgte.

Frauenfußball

1991 trat die in der Regionalliga der Frauen spielende Fußballabteilung der BSG Post Rostock dem F.C. Hansa Rostock bei und gewann in den folgenden zwei Spielzeiten jeweils den Landespokal Mecklenburg-Vorpommern.[36] Bereits 1993 wechselte die Abteilung weiter zum Polizei SV Rostock, für den sie 1995/96 kurzzeitig in der Bundesliga der Frauen antrat. 2005 schloss sich die Abteilung dem SV Hafen Rostock 61 an.[37]

Jugendfußball

Der F.C. Hansa bezeichnet sich selbst als „Ausbildungsverein“,[38] bei dem Jugendspieler auch über die zweite Mannschaft vermehrt zu Profisportlern gefördert werden sollen.

Nach der Delegierung Empor Lauters nach Rostock wurde zum Aufbau einer Jugendabteilung 1955 zunächst die B-Jugend der BSG Einheit Rostock dem SC Empor Rostock angeschlossen. Weitere Jugendspieler wurden aus Betriebssportgemeinschaften der Region gewonnen sowie 18 von 250 Bewerbern eines Vorspielens im April 1955 in die Jugendmannschaften aufgenommen.[39] In den Jugendwettbewerben der DDR konnten daraufhin unter anderem in der Altersklasse Jugend (B-Jugend) 1970, 1978 und 1990 sowie in der Altersklasse Junioren (A-Jugend) 1968, 1973 und 1980 die jeweilige Meisterschaft gewonnen werden.[40] Über die Jugendmannschaften gelangten regelmäßig Spieler wie Jürgen Decker, Jürgen Heinsch, Rainer Jarohs, Heiko März, Dieter Schneider und Axel Schulz in den Oberligakader Rostocks.

Zu den größten Erfolgen der Jugendabteilung seit der Wiedervereinigung zählt der Gewinn der deutschen Vize-Meisterschaft der B-Jugendlichen in der Saison 2004/05 unter Trainer Thomas Finck.[41] In gleichen Zeitraum gelangten Spieler wie Kai Bülow, Uwe Ehlers, Tim Sebastian und Marco Vorbeck aus der Rostocker Jugend zum Profifußball. Mit Carsten Jancker und Toni Kroos erreichten weitere Rostocker Jugendspieler ihr Bundesliga-Debüt bei anderen Vereinen.

2008/09 unterhält der F.C. Hansa je zwei Jugendmannschaften in den Altersklassen F- bis C-Jugend sowie je eine Mannschaft in den Altersklassen B- und A-Jugend, welche für den F.C. Hansa als Gründungsmitglieder an der U-17-Bundesliga beziehungsweise der U-19-Bundesliga teilnehmen. Während Roland Kroos die U-17-Mannschaft des Vereins betreut, wird die U-19 vom vormaligen Hansa-Spieler Michael Hartmann trainiert.

Die Jugendarbeit des F.C. Hansa wird durch Kooperationen mit den als Eliteschule des Fußballs ausgezeichneten CJD Jugenddorf-Christophorusschule und Heinrich-Schütz-Realschule, dem Ostseegymnasium und der BCAW Bildungscenter GmbH sowie mehreren lokalen Fußballvereinen wie dem FC Eintracht Schwerin[42] und dem 1. FC Neubrandenburg[43] unterstützt. Im vereinseigenen Jugendinternat finden 20 Spieler Unterkunft.[44]

Zweite Mannschaft

Die zweite Mannschaft Hansas fungiert insbesondere als Förderkader für Jungspieler, die sich hierüber für die erste Mannschaft empfehlen können.

Die Zweitvertretung des SC Empor Rostock wurde 1961 gegründet. Innerhalb von zwei Jahren stieg sie aus der Kreisklasse in die zu diesem Zeitpunkt drittklassige Bezirksliga Rostock auf. Nach dem Gewinn der Bezirksmeisterschaft in der Saison 1966/67 profitierte die inzwischen in den FC Hansa Rostock ausgegliederte Mannschaft von dem Beschluss des DDR-Fußballverbandes, den Reservemannschaften der Oberligateams künftig den Aufstieg in die zweitklassige DDR-Liga zu ermöglichen. Neben dem FC Carl Zeiss Jena und dem FC Rot-Weiß Erfurt gehörte Hansa zu den ersten Clubs, deren Reservemannschaften zur Saison 1967/68 in die DDR-Liga aufstiegen. Um dieses Ziel zu sichern, hatte die Hansa-Clubleitung extra Torjäger Gerd Kostmann aus der ersten in die zweite Mannschaft beordert. Mit seinen 24 Toren wurde er Torschützenkönig der Bezirksliga und trug so maßgeblich zum Aufstieg bei. In der DDR-Liga belegte die Reservemannschaft daraufhin in acht Spielzeiten zumeist einstellige Tabellenplätze, bis sie in der Saison 1974/75 wegen des Abstiegs der Oberligamannschaft in die DDR-Liga zwangsweise ebenfalls abstieg. Die folgende Bezirksliga-Spielzeit beendete die Reserve als Meister ihrer Bezirksliga-Staffel, wurde dann aber mehrfach zwischen der Bezirksliga und der Nachwuchsoberliga umgruppiert, die zwischen 1976 und 1983 für die Reservemannschaften der Oberligisten existierte. 1986/87 bedeutete die erneute Meisterschaft der nun wieder in einer Staffel ausgespielten Bezirksliga den erneuten Aufstieg der Reservemannschaft in die DDR-Liga. In der Saison 1987/88 stieg diese jedoch als Tabellenletzter umgehend wieder ab.

Auch am FDGB-Pokal nahm Hansas zweites Team mehrfach teil und erzielte in 31 Pokalspielen 16 Siege bei zwölf Niederlagen und drei Unentschieden, schied jedoch bei jeder Teilnahme vorzeitig aus dem Wettbewerb aus. Zwischenzeitlich existierte zudem eine dritte Mannschaft, welche 1970 an der ersten Runde des FDGB-Pokals teilnahm.[45]

Durch die deutsche Wiedervereinigung wurde Rostocks zweite Mannschaft 1991/92 in die Landesliga Mecklenburg-Vorpommern eingegliedert und stieg in die Oberliga Nordost auf. Mit dem nicht erreichten Wiederaufstieg der ersten Mannschaft 1993 wurden die Spieler der zweiten Mannschaft aus finanziellen Gründen entlassen.[46] An ihrer Stelle nahm die A-Jugendmannschaft des F.C. Hansa an der Oberliga teil und stieg als Tabellenfünfzehnter in die Landesliga ab.[46] 1995/96 gelang der Wiederaufstieg, dem 1996/97 der Aufstieg in die Regionalliga Nordost als dritthöchster deutscher Spielklasse folgte. 1997/98 stieg die Mannschaft jedoch umgehend wieder ab, woraufhin aufgrund der für einen Verbleib in der Regionalliga nötigen Aufwendungen auf den mit den Oberliga-Meisterschaften 1999/2000 und 2004/05 möglichen Aufstieg verzichtet wurde.[47]

In der Saison 2007/08 wurde unter Trainer Thomas Finck erneut der Aufstieg in die Regionalliga als ab 2008/09 vierthöchster deutscher Spielklasse anvisiert, der schließlich als Tabellenzweiter erreicht wurde. Dort belegte die Mannschaft zur Winterpause mit 26 Punkten aus 18 Spielen den sechsten Tabellenplatz.

Die zweite Mannschaft repräsentierte den F.C. Hansa Rostock auch im Mecklenburg-Vorpommern-Pokal und gewann diesen 1997/98, 2004/05 und 2005/06. Im damit erreichten DFB-Pokal schied das Team jeweils in der ersten Runde mit insgesamt 1:15 Toren gegen den MSV Duisburg, Mainz 05 und Schalke 04 aus. Da die Reservemannschaft der Lizenzvereine ab Sommer 2008 ihre Teilnahmeberechtigung am DFB-Pokal verloren, verzichtet der F.C. Hansa seit 2007 auf die weitere Teilnahme am Landespokal.

Mannschaften in der Saison 2008/09

Lizenzmannschaft

Trainer der Mannschaft in der Saison 2008/09 der 2. Bundesliga war bis inklusive des 12. Spieltags Frank Pagelsdorf, dem Timo Lange als Co- und Perry Bräutigam als Torwart-Trainer assistierten. Wegen ausbleibender Erfolge wurden Pagelsdorf und Lange jedoch am 10. November 2008 von ihren Ämtern entbunden, woraufhin Juri Schlünz als Übergangstrainer berufen wurde. Am 21. November 2008 wurde schließlich Dieter Eilts als neuer Trainer der Lizenzmannschaft verpflichtet, dem Mike Barten als Co-Trainer assistierte, bis Eilts am 6. März 2009 von seinem Amt entbunden wurde. Ihm folgte Andreas Zachhuber nach, dem Thomas Finck als Co-Trainer assistiert.

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
01 Stefan Wächter Deutscher
21 Jörg Hahnel Deutscher
37 Andreas Kerner Deutscher
02 Dexter Langen Deutscher
04 Orestes Brasilianer
18 Bastian Oczipka Deutscher
19 Tom Buschke Deutscher
23 Diego Brasilianer
26 Stephan Gusche Deutscher
28 Gledson Brasilianer
31 Kai Bülow Deutscher
35 Kevin Schöneberg Deutscher
06 Martin Retov Mannschaftskapitän Däne
08 Krisztián Lisztes Ungar
13 Mario Fillinger Deutscher
14 Sebastian Svärd Däne
17 Tobias Rathgeb Deutscher
22 Sebastian Albert Deutscher
25 Simon Tüting Deutscher
27 Fin Bartels Deutscher
36 René Lange Deutscher
07 Régis Dorn Franzose
09 Enrico Kern Deutscher
15 Henri Myntti Finne
20 Kevin Schindler Deutscher
32 Felix Kroos Deutscher

Kaderänderungen

Während Stefan Beinlich zum Ende der Spielzeit 2007/08 seine aktive Fußballerkarriere nach 18 Jahren beendete, wurden die Verträge von Victor Agali (Wechsel zu Skoda Xanthi), Sebastian Hähnge (zu Carl Zeiss Jena), René Rydlewicz (zu Anker Wismar) und Amir Shapourzadeh (zum FSV Frankfurt) nicht verlängert. Die Spieler Tim Sebastian (zum Karlsruher SC) und Marc Stein (zu Hertha BSC) schlugen Angebote zur Vertragsverlängerung in Rostock aus. Als Neuzugänge wurden Sebastian Albert und Tom Buschke aus Hansas zweiter Mannschaft sowie Mario Fillinger vom Hamburger SV, Robert Lechleiter von der SpVgg Unterhaching und Martin Retov von Brøndby IF verpflichtet. Zusätzlich wurde Kevin Schindler für eine Spielzeit von Werder Bremen und Bastian Oczipka für zwei Spielzeiten von Bayer Leverkusen ausgeliehen.

Zusätzlich gelang im Saisonverlauf einigen Spielern der Reservemannschaft der zwischenzeitliche Sprung in die Lizenzmannschaft, so Felix Freitag, Tobias Jänicke und Guido Kocer, die nachfolgend jedoch wieder zurückgestuft wurden, sowie Stephan Gusche, Andreas Kerner, Felix Kroos und René Lange.

Zur Winterpause 2008/09 wurden Đorđije Ćetković, der daraufhin zum VfL Osnabrück wechselte, Addy-Waku Menga (zu Werder Bremen) und Christian Rahn (zu Greuther Fürth) sowie Dexter Langen trotz laufender Verträge von Dieter Eilts aus dem Profikader gestrichen. Darüber hinaus wechselten Robert Lechleiter zum VfR Aalen und Zafer Yelen in Hansas Reserve. Im Gegenzug wurden Sebastian Svärd bis zum Sommer 2009 von Borussia Mönchengladbach ausgeliehen, Krisztián Lisztes von Rákospalotai EAC, Henri Myntti von Tampere United und Kevin Schöneberg vom 1. FC Köln verpflichtet. Andreas Zachhuber machte im März 2009 die Suspendierung Langens rückgängig, wohingegen Benjamin Lense und Assani Lukimya-Mulongoti sowie im April 2009 auch Kenneth Kronholm und Heath Pearce der Reservemannschaft zugeteilt wurden.

Für die Spielzeit 2009/10 hat Hansa bisher Enrico Neitzel und Marcel Schied verpflichtet.

Zweite Mannschaft

Trainer der Mannschaft in der Saison 2008/09 der Regionalliga war zunächst Thomas Finck, dem als Co-Trainer Axel Rietentiet assistierte. Finck wurde jedoch am 8. März 2009 Co-Trainer der Lizenzmannschaft, woraufhin Rietentiet das Traineramt der zweiten Mannschaft übernahm. Dessen Co-Trainer wurde Jens Dowe. Einige Spieler der Lizenzmannschaft, darunter Andreas Kerner, René Lange und Sebastian Albert, laufen regelmäßig auch für die zweite Mannschaft auf, an deren Spielbetrieb zeitweise auch weitere Spieler der ersten Mannschaft teilnehmen.

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
24 Kenneth Kronholm Deutscher
35 Arvid Schenk Deutscher
02 Jackson Mendy Franzose
05 Kay-Uwe Pittwehn Deutscher
06 Benjamin Lense Deutscher
13 Hannes Grundmann Deutscher
15 Felix Freitag Deutscher
16 Assani Lukimya-Mulongoti Kongolese Deutscher
21 Steffen Schrod Deutscher
0 Thomas Götzl Finne Deutscher
07 Alexander Rahmig Deutscher
08 Martin Pett Mannschaftskapitän Deutscher
09 Daniel Becker Deutscher
10 Zafer Yelen Türke Deutscher
14 Ryan Gyaki Kanadier Österreicher
29 Tobias Jänicke Deutscher
0 Heath Pearce US-amerikaner
11 Guido Kocer Türke Deutscher
12 Patrik Kühn Deutscher
17 Henry Haufe Deutscher
18 Murat Yilmaz Türke

Kaderänderungen

Michael Hartmann wechselte bereits während der Saison 2007/08 vollständig in den Rostocker Trainerstab. Zur Sommerpause verließen Danny Beier, Leon Binder, Felix Dojahn, Max Kremer, Clemens Lange, Fabian Pieper und Tobias Werk den Verein, Sebastian Albert und Tom Buschke rückten in den Lizenzspielerkader auf. Als Neuzugänge wurden Felix Drecoll, Stephan Gusche und Arvid Schenk aus der eigenen Jugend, Daniel Becker vom FSV Bentwisch, Henry Haufe vom Frankfurter FC Viktoria, Jackson Mendy vom Paris FC, Alexander Rahmig vom FC Strausberg, Robert Rudnik von der TSG 1899 Hoffenheim, Steffen Schrod vom SV Viktoria Aschaffenburg und Murat Yilmaz vom Berliner FC Dynamo verpflichtet.

Während der Saison wurden Felix Freitag, Tobias Jänicke und Guido Kocer, die nachfolgend jedoch wieder zurückgestuft wurden, sowie Stephan Gusche, Andreas Kerner, Felix Kroos und René Lange in den Lizenzspielerkader berufen.

In der Winterpause verließ Robert Rudnik den Verein und schloss sich Energie Cottbus an, während Felix Drecoll zum Torgelower SV wechselte. Dagegen rückte Thomas Götzl aus der eigenen Jugend in die zweite Mannschaft auf, die mit Kronholm, Lense, Lukimya-Mulongoti, Pearce und Yelen zudem noch Zugänge aus der ersten Mannschaft verbuchte.

Vereinsstruktur

Vereinsführung

Von 1954 bis 1965 Teil des SC Empor Rostock wurde der heutige F.C. Hansa während dieser Zeit von Rudi Reichmann als Leiter der Sektion Fußball geführt, welcher als damaliges DTSB-Bezirksvorstandsmitglied ebenso wie die Fußballmannschaft der BSG Empor Lauter aus Sachsen nach Rostock delegiert worden war.[5] Während diesem vereinzelt auch ehrenamtliche Funktionäre unterstellt waren, oblagen einschneidende Entscheidungen jedoch der Führung des Sportclubs, des DFV oder des DTSB, wobei diese politische Einflussnahme im sportlichen System der Deutschen Demokratischen Republik noch bis zur Zeit der politischen Wende praktiziert werden sollte.[48]

Mit der Ausgliederung des F.C. Hansa aus dem SC Empor wurde ab 1965 Heinz Neukirchen ehrenamtlicher Vorsitzender des nunmehr eigenständigen Fußballclubs, was der verbreiteten Praxis entsprach den Vorsitzenden des jeweiligen Club-Trägerbetriebs auch zum Vorsitzenden des Clubs zu ernennen.[48] 1967 wurde die mittlerweile zwölf Personen umfassende Vereinsführung nochmals umstrukturiert und der bislang unter Neukirchen als Technischer Leiter fungierende Ernst-Moritz Pahnke übernahm den Clubvorsitz, wurde jedoch 1973 wegen ausgebliebener Titelgewinne von seinem Amt entbunden. An seiner Stelle setzte der einflussreiche Partei-Funktionär Harry Tisch seinen bis dahin persönlichen Referenten Jochen Timmermann als Vorsitzenden des F.C. Hansa ein[15] und nahm auch in weiteren Bereichen großen Einfluss auf den Fußballclub. Hansa konnte in der Folge jedoch nicht mehr an die Vize-Meisterschaften der Vorjahre anknüpfen, so dass Timmermann als Vorsitzender ohne Rückhalt blieb und ab 1975 durch Rudi Alms ersetzt wurde, welcher seinerseits nach zwei Jahren von Ulli Stoll ersetzt wurde.[49] 1986 wurde schließlich Robert Pischke als Vorsitzender der mittlerweile auf 22 Mitglieder angewachsenen Clubführung gemeinsam mit Trainer Werner Voigt vom BFC Dynamo nach Rostock delegiert.[17]

Nachdem Hansa im Zuge der politischen Wende am 2. August 1990 als gemeinnütziger Verein eingetragen worden war,[19] stand dem Verein zunächst weiterhin Robert Pischke vor, firmierte nun aber als amtierender Vereinspräsident; als sein amtierender Vize-Präsident wurde der im Rahmen einer Kooperation mit Werder Bremen an der Ostsee verweilende Dieter Ernst eingesetzt.[50] Auch wegen der massiven Kritik des vormaligen Hansa-Spielers Gerd Kische an diesem Kooperationsvertrag und an der Personalie Ernst, verzichtete Pischke jedoch auf eine offizielle Kandidatur bei der Jahreshauptversammlung im Februar 1991, so dass dort Kische selbst zum Vize-Präsidenten und Wolfgang Zöllick, zuvor stellvertretender Oberbürgerbürgermeister der Stadt Rostock, zum Vereinspräsidenten gewählt wurden.[51] Bereits für Juni 1991 war jedoch eine Mitgliederversammlung angesetzt worden, bei der schließlich Kische selbst zum Vereinspräsidenten gewählt wurde.[51] Nachdem dieser sich jedoch mit mehreren Vereins-Funktionären und Trainern überworfen und teilweise deren Rücktritt bewirkt hatte, gab er schließlich dem daraus resultierenden Druck der Vereinsmitglieder nach und trat 1993 seinerseits von seinem Amt zurück.[52]

Nach der Amtszeit des Rostocker Unternehmers Gernot Böttrich als Vereinspräsident zwischen 1993 und 1994, amtierte zum Jahresende 1995 der einstige DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel als Präsident, als dieses Amt formell abgeschafft und die Vereinsführung in Aufsichtsrat und Vorstand unterteilt wurde.[29] Dabei wird der Aufsichtsrat von der Mitgliederversammlung für jeweils vier Jahre gewählt und bestimmt den Vorstand, welchem die Geschäftsführung des Vereins obliegt. Zunächst wurde Horst Klinkmann Aufsichtsratsvorsitzender, während Diestel amtierender Vorstandsvorsitzender blieb, bis er 1997 durch Eckhardt Rehberg ersetzt wurde. Rehberg seinerseits wurde 2001 durch Manfred Wimmer ersetzt.

Zu Saisonbeginn 2008/09 bildeten die Vereinsführung des F.C. Hansa zunächst Horst Klinkmann als Vorsitzender des Aufsichtsrates seit 1996, Dirk Grabow als Vorstandsvorsitzender und Finanzleiter seit 2006, Ralf Gawlack als Marketing-Vorstand seit 1998, Juri Schlünz als Jugend- und Amateurvorstand sowie Herbert Maronn als Vorstand der Lizenzspielerabteilung jeweils seit 2007.[53] Ralf Gawlack ist gleichzeitig Geschäftsführer der Ostseestadion GmbH & Co. KG,[54] welche als Betreiber der DKB-Arena, Herausgeber der Stadionzeitung und Vertreiber von Merchandise-Artikeln fungiert. Auf der Hauptversammlung im November 2008 wurde jedoch ein neuer Aufsichtsrat gewählt, für den Horst Klinkmann nicht mehr zur Wahl stand, woraufhin Adalbert Skambraks zu seinem Nachfolger gewählt wurde.[55] Anfang März 2009 trat Skambraks jedoch von diesem Posten zurück; ihm folgte Hans-Ulrich Gienke im Amt nach.[56] Bereits eine Woche zuvor war Herbert Maronn als Leiter der Lizenzabteilung beurlaubt und der vormalige Hansa-Spieler René Rydlewicz als dessen Nachfolger vorgestellt worden.[57]

Finanzen

Im sportlichen System der DDR war Empor Rostock zunächst dem Fischkombinat Rostock als Trägerbetrieb unterstellt, während die gleiche Funktion für Hansa Rostock durch das Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft wahrgenommen wurde. Im Zuge der Wiedervereinigung entfielen die Trägerbetriebe der Oberliga-Clubs, so dass diese erstmals eigenständig wirtschaften mussten. Hansa schloss daraufhin zur Saison 1990/91 mit dem Klebstoffhersteller Uhu den ersten Sponsorenvertrag der Clubchronik ab, im Folgenden sollte sich der Verein im vergleichsweise strukturschwachen Mecklenburg-Vorpommern jedoch mit Schwierigkeiten bei der Sponsorensuche konfrontiert sehen.[21] So wurde der zur Bundesliga-Saison 1991/92 mit dem Baukonzern Elbo abgeschlossene Sponsorenvertrag durch die Zerschlagung des einstigen DDR-Großkonzers durch das Bundeskartellamt obsolet. Der in der Zweitliga-Saison 1992/93 gültige Vertrag mit dem Unternehmen BioWolf endete dagegen mit der Insolvenz BioWolfs,[58] woraufhin aus finanziellen Gründen die Spieler der Zweitvertretung des F.C. Hansa entlassen und durch Jugendspieler ersetzt, sowie die Frauen-Fußball-Abteilung gänzlich aus dem Verein ausgegliedert wurden. Während andere ehemalige Oberligisten wie Dynamo Dresden und VfB Leipzig aufgrund finanzieller Engpässe bald Punktabzüge und Zwangsabstiege hinnehmen mussten, konnte Hansa sich jedoch nach und nach wirtschaftlich stabilisieren, was erst durch das verstärkte Engagement zahlreicher Nebensponsoren ermöglicht wurde.

Dem sportlichen Aufstieg in die Bundesliga 1994/95 folgte schließlich eine Periode, in welcher der F.C. Hansa seinen Etat zum Teil auch durch Spieler-Verkäufe bestreiten konnte,[4] wobei vor allem René Schneider, Oliver Neuville und Victor Agali zu nennen sind. Teils gab der Verein in dieser Zeit jedoch auch selbst Millionenbeträge für Neuverpflichtungen aus, wie beispielsweise für Rade Prica als teuerster Spieler-Kauf der Vereinsgeschichte.[59] Ab 2002 blieben ertragreiche Spielerverkäufe wiederum aus, so dass der Abstieg aus der Bundesliga 2004/05 gleichzeitig ein hohes finanzielles Risiko bedeutete. So hatte der Verein nach einem in der Abstiegssaison erwirtschafteten Verlust von 430.000 Euro[60] die Spiellizenz für die zweite Liga erst durch eine Bürgschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern erhalten,[33] woraufhin während der Saison 2005/06 ein erneuter Verlust von 1,4 Millionen Euro[60] erwirtschaftet wurde. Das Aufstiegsjahr 2006/07 bedeutete erneut einen erwirtschafteten Verlust von etwa 1,2 Millionen Euro,[60] womit die Verbindlichkeiten des Vereins auf 9,8 Millionen Euro stiegen.[33] Auch wegen des am 2. Juli 2007 erfolgten Verkaufs der Namensrechte am Ostseestadion, jetzt DKB-Arena, für 1,5 Millionen Euro jährlich[61] plante der Verein daraufhin die Saison 2007/08 bei einen wirtschaftlichen Gewinn von 1,1 Millionen Euro mit einem Etat von 27,6 Millionen Euro zu bestreiten.[33] Im Oktober 2008 meldete der Verein sogar einen Gewinn von 3,2 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr, rechnete jedoch mit einem erneuten Verlust von 1,84 Millionen in der laufenden Spielzeit.[55]

Die Zweitliga-Saison 2008/09 bestreitet der Verein mit einem Etat von 17 Millionen Euro,[34] doch gestaltete sich die Sponsorensuche erneut schwierig, nachdem KiK im Sommer 2008 die Zusammenarbeit mit dem F.C. Hansa nach nur einem Jahr beendet hatte, von der Hansa zuvor mit rund einer Million Euro profitierte.[62] Als neuer Hauptsponsor konnte erst kurz vor Saisonbeginn die Mecklenburgische Brauerei Lübz vorgestellt werden, welche zuvor schon als Nebensponsor des F.C. Hansa aktiv gewesen war und dem Verein rund 750.000 Euro zahlt.[62] Die zweite Mannschaft des F.C. Hansa führt zudem mit der wHolz GmbH einen eigenen Trikotsponsor, welcher als Caterer unter anderem in der Rostocker DKB-Arena und dem Rudolf-Harbig-Stadion von Dynamo Dresden tätig ist. Der Nachwuchsbereich wird durch die Stadtwerke Rostock AG gesponsert. Als Ausrüster des F.C. Hansa fungiert seit 2006 die niederländische Teamsportmarke Masita.[63]

Spielstätten

Das Ostseestadion beim Spiel von Empor Rostock gegen Motor Dessau, 13. Juni 1957
Das Ostseestadion im Jahr 2005. Am 2. Juli 2007 wurde es in DKB-Arena umbenannt.

Das mit Hilfe des Nationalen Aufbauwerks zwischen 1953 und 1956 errichtete Rostocker Ostseestadion wurde am 27. Juli 1954 eingeweiht und diente Empor Rostock beziehungsweise später Hansa Rostock ab dem 14. November 1954 als Heimspielstätte. Als allgemeines Sportstadion konzipiert, fungierte es unter anderem auch als Austragungsort der Leichtathletikmeisterschaften der DDR, wurde in der Anfangsphase aber auch insbesondere für Feldhandballspiele genutzt. Nach mehreren Umbauten fasste das anfänglich für 18.000 Zuschauer ausgelegte Ostseestadion schließlich 25.500 Zuschauer, bis es zwischen April 2000 und Juli 2001 mit finanzieller Unterstützung der Stadt Rostock und des Landes Mecklenburg-Vorpommern komplett erneuert wurde. Dabei entstand durch Aufwendungen in Höhe von 28,1 Millionen Euro (55 Millionen Deutsche Mark)[64] ein reines Fußballstadion mit einer Kapazität von bis zu 29.000 Zuschauern, in dem am 4. August 2001 das erste Heimspiel des F.C. Hansa stattfand. Am 2. Juli 2007 wurden die Namensrechte am Ostseestadion bis 2017 an die Deutsche Kreditbank veräußert, woraufhin dieses in DKB-Arena umbenannt wurde. Die Ostseestadion GmbH & Co. KG als Tochtergesellschaft des Vereins ist Betreiber der DKB-Arena.[54]

Als Stadionzeitung erscheint 2008/09 nach mehrfachen Umbenennungen und Herausgeberwechseln die von der Ostseestadion GmbH herausgegebene Kogge,[65] für die zweite Mannschaft erscheint mit dem A-Team seit 1997 eine eigene Stadionzeitung.[66]

Vor Errichtung des Ostseestadions war Rostocks größte Sportanlage das Volksstadion, das zwischen 1923 bis 1928 erbaut wurde und zwischenzeitlich bis zu 20.000 Zuschauern Platz geboten haben soll. Bis zu deren Aufstieg in die Regionalliga zur Saison 2008/09 diente es mit einem Fassungsvermögen von 8.000 Stehplätzen[67] der zweiten Mannschaft Rostocks als Heimspielstätte.[68] Auch die Jugend-Bundesligamannschaften des F.C. Hansa tragen ihre Spiele teilweise im Volksstadion aus, weichen gelegentlich aber auf das Rostocker Leichtathletikstadion oder Spielstätten in Orten des Rostocker Umlandes aus.

Vereinssymbole

Das Vereinsemblem des F.C. Hansa Rostock wurde 1965 von Karl-Heinz Kuhn entworfen. In den Farben der Stadt Rostock zeigt es eine stilisierte Hansekogge. Neben der dem Vereinswappen entnommenen Kogge als Sinnbild des Vereins existiert derzeit kein offizielles Vereinsmaskottchen. Als Identifikationsmaßnahme führte Hansa Rostock zwar 1993 eine Umfrage nach dem zukünftigen Maskottchen des Vereins durch, wobei sich eine Rollo genannte Wikingerfigur unter anderem gegen den Mecklenburgischen Stier durchsetzte und aufeinanderfolgend von zwei Hansa-Anhängern verkörpert wurde. Nachdem beide durch einen Schlaganfall beziehungsweise einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen waren, wurde Rollo als Vereinsmaskottchen jedoch wieder abgeschafft.[69] Die Vereinshymne besteht seit 1995 im Lied FC Hansa, Wir lieben Dich total der Rockband Puhdys, das damit die zuvor gebräuchliche Oberliga-Hymne Klaus Leschinskis ablöste.[70] Daneben gilt auch Thomas Selendts und Jan Friedbergs Hansa Forever als Vereinslied.[71]

Fans

Einer 2007 veröffentlichten, repräsentativen Umfrage des Sportpromotoren Sportfive zufolge besitzt Hansa Rostock mit 1,97 Millionen Fans deutschlandweit die siebtgrößte Fanbasis der deutschen Profivereine.[72] In den Neuen Bundesländern war Hansa einer 2008 veröffentlichten, repräsentativen Umfrage der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse nach der beliebteste Profiverein noch vor dem FC Bayern München und in Gesamtdeutschland beliebtester ostdeutscher Profiverein vor Energie Cottbus.[73]

Fanszene

Obwohl erst wenige Tage zuvor nach Rostock delegiert, besuchten das erste Heimspiel der Fußballmannschaft im damit ausverkauften Ostseestadion am 14. November 1954 bereits 17.000 Zuschauer.[7] In der Folge etablierte sich, auch mit dem Fehlen anderer Oberligisten in näherer Umgebung und den anfänglichen Erfolgen des SC Empor begründet, eine größere Anhängerschaft, die sich zum Teil auch in Fangruppen organisierte, welche zunächst jedoch nur geduldet wurden,[74] so dass Fanartikel erst ab der Saison 1974/75 verkauft wurden.[69] Bis zu 5.000 Anhänger[75] begleiteten die Rostocker Oberliga-Mannschaft auch zu Auswärtsspielen, obgleich diese die weitesten Anfahrten der überwiegend im Süden der Deutschen Demokratischen Republik angesiedelten Oberligisten in Kauf nehmen musste.[76]

Mit der sich abzeichnenden Deutschen Wiedervereinigung wurde auch die Anhängerschaft des F.C. Hansa zunehmend politisch und wandte sich im Stadion teils in Sprechchören gegen die DDR-Regierung.[77] Zu einem Auswärtsspiel im UEFA-Pokal im September 1989 fuhren daraufhin zwar 4.000 Rostocker Fans mit Sonderzügen nach Ostrau, einzelne Wagons wurden aber noch in Prag kontrolliert und der gesamte Zug am Zielort schließlich zur direkten Umkehr gezwungen.[77]

Nach erfolgter Wiedervereinigung richtete der Verein 1991 den ersten Fan-Treffpunkt des F.C. Hansa ein und stellte zu diesem Zweck ein Gebäude am Volksstadion Rostock zur Verfügung,[74] in dem sich nachfolgend das Hansa Fanprojekt etablierte, welches seit 1995 Vereinsstatus besitzt und als Dachverband der Hansa-Fanclubs fungieren sollte.[78] Dabei wurden auch regionale Unterteilungen des Projektes vorgenommen, um die Aktivitäten der über 170 Fanclubs zu koordinieren, die neben Deutschland insbesondere in Skandinavien und Polen, aber beispielsweise auch in China existierten.[74] Neben der Organisation von Fanturnieren und Auswärtsfahrten gehörte auch der Vertrieb vereinzelter Merchandise-Artikel zum Aufgabengebiet des Fanprojekt, welches auch das periodisch erscheinende Magazin Fanprojekt live herausgab. 2009 beendete der Verein jedoch die Zusammenarbeit mit dem Hansa Fanprojekt, dessen Aufgaben zum Zwecke der engeren Bindung an den Verein zukünftig von der 2006 gegründeten Abteilung Fanbetreuung wahrgenommen werden sollen.[79]

Bereits ab 1993 geriet Rostocks Fanszene insbesondere im Zusammenhang mit Ausschreitungen bei Spielen gegen den späteren Rivalen FC St. Pauli in negative Schlagzeilen, die zum Ende 1990er Jahre zwar nachließen. Doch unter anderem durch Ausschreitungen am Bahnhof von Stendal im Februar 2006, beim Auswärtsspiel in Essen im Februar 2007 sowie bei der Aufstiegsfeier in Rostock im selben Jahr geriet der F.C. Hansa erneut in den Fokus der Medien.[80] Der Verein bezifferte den ihm dadurch entstandenen Schaden auf 400.000 Euro.[81] Daraufhin stellte der F.C. Hansa unter anderem im Februar 2007 die Zusammenarbeit mit dem Fanclub Suptras Rostock ein[82] und begrüßte die im Herbst 2007 erfolgte Gründung des unabhängigen Vereins Fanszene Rostock,[80] welcher präventiv auf die eigenen Fans einwirken soll. Im selben Jahr gingen Schätzungen von rund 500 gewaltbereiten Personen innerhalb der Anhängerschaft Rostocks aus.[83]

Rivalitäten

Rivalitäten aus der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik, wie zum DDR-Rekordmeister BFC Dynamo oder zu Lokalrivalen wie Hafen Rostock, verloren spätestens seit der Wiedervereinigung auch wegen der niedrigeren Spielklassen dieser Vereine stetig an Bedeutung. Dagegen werden heute trotz teilweise großen Entfernungen zwischen den jeweiligen Städten Spiele gegen den Hamburger SV gelegentlich als Nord-Derby, gegen Hertha BSC als Nordost-Derby und Spiele gegen ehemalige DDR-Mannschaften generell als Ost-Derby bezeichnet. Dabei entwickelte sich ab 2000 eine starke Rivalität gegenüber Energie Cottbus als dem nach Rostock erfolgreichsten Ost-Verein in der Nachwendezeit, wodurch Aufeinandertreffen beider Vereine teils als Risiko-Partien eingestuft wurden.[84] Bereits seit 1993 besteht zudem eine Rivalität gegenüber dem FC St. Pauli, nachdem es beim Aufeinandertreffen beider Mannschaften in Rostock zu gewalttätigen Übergriffen gekommen war.[80] Mit den Stuttgarter Kickers bestand hingegen während der einzigen gemeinsamen Bundesligasaison 1991/92 eine Fanfreundschaft.

Energie Cottbus

Obgleich Hansa Rostock und Energie Cottbus bereits zu Zeiten der DDR-Oberliga vereinzelt gegeneinander angetreten waren, entwickelte sich die Rivalität beider Vereine erst mit dem Aufstieg Cottbus' in die Bundesliga zur Spielzeit 2000/01. Denn während Cottbus nur in sechs Spielzeiten an der Oberliga teilnahm, gehörte Rostock dieser Spielklasse in über 30 Spielzeiten an, so dass es nur selten zum direkten Aufeinandertreffen beider Mannschaften kam. In den insgesamt zehn Oberliga-Begegnungen zwischen 1970 und 1991 konnte Cottbus einen Sieg sowie drei Unentschieden jeweils auf heimischem Platz verbuchen, verlor in Rostock aber alle fünf Spiele. Die Begegnungen beider Mannschaften in den weiteren Wettbewerben konnte Rostock sogar noch deutlicher für sich entscheiden. So gelang Hansa in der Aufstiegsrunde 1979/80 unter anderem durch zwei Siege über Cottbus der Aufstieg in die Oberliga, während Cottbus selbiger verwehrt blieb, und bei zwei Aufeinandertreffen im FDGB-Pokal 1979/80 und 1987/88 setzte sich jeweils Rostock auf heimischem Platz durch.

Mit der Deutschen Wiedervereinigung vergrößerte sich der Klassenunterschied zunächst, als Rostock in die gesamtdeutsche Bundesliga, Cottbus jedoch nur in die drittklassige Oberliga eingegliedert wurde. Ab 1995 wurde Hansa gar zum einzigen Vertreter der ehemaligen DDR-Oberliga in der Bundesliga, bis Cottbus schließlich 2000 in die Bundesliga aufstieg, so dass erstmals wieder Ost-Derbys in der höchsten Spielklasse stattfanden. Cottbus' Abstieg in die 2. Bundesliga im Jahr 2003 entschied vorläufig die Frage, welcher Verein nun die „Nummer Eins im Osten“ sei, nachdem beide Teams zuvor in sechs Partien je zweimal gesiegt hatten, wobei es vereinzelt auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen der Fanlager gekommen war.[83] Doch nachdem Rostock 2005 ebenfalls abgestiegen war, trafen beide Vereine in der zweiten Liga erneut aufeinander, wobei Cottbus vier Punkte für den Aufstieg in die Bundesliga erspielen konnte, während Rostock diesen erst 2007 erreichte und 2008 erneut abstieg.

FC St. Pauli

Mit dem FC St. Pauli besteht eine starke Rivalität, seit es während des am 13. März 1993 ausgetragenen Zweitliga-Spiels beider Mannschaften in Rostock zu gewalttätigen Übergriffen gekommen war. Kurz nach den rechtsradikal motivierten Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen stattfindend wurde dieses Spiel Anlass für Auseinandersetzungen zwischen Rechtsradikalen und den als linkspolitisch aktiv geltenden Fans des FC St. Pauli. Rund 400 Neonazis und Hooligans versuchten während des Spiels, den Block der Gästefans zu stürmen, wobei sich beide Seiten auch Wurfgeschosse bedienten. Die eingreifenden Ordnungskräfte setzten schließlich Wasserwerfer ein, bis sie die Situation durch ein Vielzahl von Festnahmen unter Kontrolle brachten, so dass lediglich zwölf Personen verletzt wurden.[80] Seither gelten Partien beider Vereine gegeneinander als risikoträchtig und zogen teils auch gewaltbereite Personen an, die keinem der beiden Fanlager angehörten. Eine mediale Umsetzung fanden die Ereignisse zudem im Fernsehfilm Schicksalsspiel.

Die gleiche Spielansetzung nutzten gewaltbereite Zuschauer dementsprechend im September 1995 zum erneuten Einsatz von Wurfgeschossen und Rauchbomben, die auch Spieler St. Paulis gesundheitlich beeinträchtigten.[80] Schon im Sommer 1995 waren beide Mannschaften nach drei gemeinsamen Jahren in der 2. Bundesliga in die höchste Spielklasse aufgestiegen, wobei Rostock in sechs Aufeinandertreffen vier Siege und zwei Niederlagen hatte verbuchen können. In der ersten Liga spielten beide Vereine noch zwei weitere Jahre gegeneinander, bevor St. Paulis Abstieg 1997 das vorläufige Ende der brisanten Partien bedeutete. Die kurzfristige Rückkehr St. Paulis in die erste Liga 2001 nutzte Rostock, um die Siege Nummer vier und fünf in nunmehr sechs Bundesliga-Begegnungen einzufahren, von denen St. Pauli lediglich eine gewann.

Erst als Rostock 2008 in die zweite Bundesliga abgestiegen war, kam es am 29. September 2008 erneut zum Aufeinandertreffen der Vereine, das abermals von gewalttätigen Ausschreitungen überschattet wurde. Dabei bewarfen sich noch vor dem Spiel rivalisierende Fangruppen gegenseitig mit Wurfgeschossen. Nach Polizei-Angaben versuchten zudem rund 500 Fans im Anschluss an die Partie die Polizei-Blockaden zu durchbrechen, die die Fanlager voneinander trennen sollten, woraufhin die Ordnungskräfte Wasserwerfer und Tränengas einsetzten. Die Polizei bilanzierte schließlich 15 Verletzte, darunter sechs Polizisten, und 52 Festnahmen.[85] Das Rückspiel auf St. Pauli am 6. März 2009 wurde daraufhin vom bis dahin größten Polizei-Einsatz bei einem Zweitliga-Spiel in Hamburg begleitet. Dieser richtete sich vor und während der Partie insbesondere gegen gewaltbereite Rostocker, die mit dem Gebrauch von Wurfgeschossen und Rauchbomben auf sich aufmerksam machten, entartete nach dem Spiel aber zu einer Straßenschlacht zwischen rund 1000 Autonomen und St.-Pauli-Anhängern sowie der Polizei.[86]

Namen und Zahlen

Hauptartikel Hauptartikel: Hansa Rostock/Namen und Zahlen

Erfolge

1. FC Köln – F.C. Hansa Rostock, 29. Oktober 2006
Titel
Weitere Erfolge

Ligazugehörigkeit

Wichtige Spieler

Hauptartikel Hauptartikel: Liste der Spieler des FC Hansa Rostock


Dies ist eine Aufzählung von Spielern, die beim F.C. Hansa herausragende Leistungen für den Verein vollbracht haben und teilweise Nationalspieler ihrer jeweiligen Heimatländer waren. Angegeben sind zusätzlich Einsätze und Tore für Rostock im Ligabetrieb mit Stand vom 1. Juli 2008.
Spieler von / bis[87] Spiele (Tore)[87] Leistungen
Alms, Gernot 1980–1994 298 (12) Alms gewann mit Hansa das Double 1990/91 und erreichte den Aufstieg aus der DDR-Liga 1986/87. Mit 298 Spielen belegt er Rang sieben der Spieler mit den meisten Ligaeinsätzen für Hansa.
Arvidsson, Magnus 1999–2006 181 (32) Der schwedische Nationalspieler ist mit 27 Bundesliga-Toren der erfolgreichste Stürmer des F.C. Hansa in der höchsten deutschen Spielklasse und mit 181 Einsätzen der meisteingesetzte ausländische Spieler des F.C. Hansa.
Barthels, Wolfgang 1959–1969 221 (45) Der gebürtige Magdeburger kam noch als Jugendlicher zum F.C. Hansa und absolvierte in dessen Diensten 221 Einsätze in der Oberliga sowie zwei Länderspiele für die DDR, wobei er das 100. Tor in der Geschichte der DDR-Auswahl erzielte.
Beinlich, Stefan 1994–1997
2006–2008
138 (35) Beinlich galt als Führungsspieler in den Aufstiegssaisons 1994/95 sowie 2006/07 und erzielte 35 Tore in 138 Einsätzen.
Bialas, Arthur 1954–1962 167 (93) Arthur Bialas kam mit seinem Bruder Franz aus Lauter nach Rostock, wo er mit 93 Toren Zweitplatzierter der ewigen Torschützenliste des Vereins sowie 1962 Torschützenkönig der DDR-Oberliga wurde. 1961 absolvierte er sein einziges Länderspiel für die DDR.
Decker, Jürgen 1964–1973
1974–1979
211 (31) Mit einem Jahr Unterbrechung spielte Decker 15 Jahre für Rostock, absolvierte 211 Einsätze und war nach seiner aktiven Karriere Co-Trainer von Uwe Reinders in der Meisterschaftssaison 1990/91.
Dowe, Jens 1987–1994
1997–1999
197 (30) Der gebürtige Rostocker gewann mit Hansa das Double 1990/91 und absolvierte in zehn Jahren Vereinszugehörigkeit 197 Einsätze für Rostock, mit denen er auch Anteil am Aufstieg aus der DDR-Liga 1986/87 hatte.
Drews, Werner 1959–1970 268 (58) Der zweifache DDR-Nationalspieler Drews steht mit 268 Einsätzen auf Rang neun der Spieler mit den meisten Einsätzen und mit 58 Toren auf Rang fünf der Spieler mit den meisten Toren für Rostock.
Heinsch, Jürgen 1958–1971 176 0(0) Als Torhüter absolvierte Heinsch 176 Einsätze für Rostock sowie sieben Einsätze in der Nationalmannschaft der DDR. Nach seiner aktiven Karriere war er mehrfach als (Interims-)Trainer für Hansa tätig.
Hergesell, Helmut 1963–1972 200 (17) Hergesell absolvierte in zehn Jahren Vereinszugehörigkeit 200 Einsätze für Rostock und war nach seiner aktiven Karriere zunächst als Jugend-Trainer, dann als Cheftrainer der ersten Mannschaft und zuletzt als stellvertretender Vorstandsvorsitzender beim F.C. Hansa tätig.
Jarohs, Rainer 1975–1990 362 (166) Jarohs ist mit 166 erzielten Toren der erfolgreichste Torschütze der Vereinsgeschichte und absolvierte mit 362 Einsätzen die zweitmeisten Spiele der Vereinschronik. Dreifach lief Jarohs auch für die Auswahl der DDR auf, bevor er nach seiner aktiven Karriere zwischenzeitlich als Vizepräsident des F.C. Hansa tätig war.
Kische, Gerd 1970–1981 248 (23) Der Rechtsverteidiger Kische absolvierte 248 Einsätze für Hansa und erhielt mit 63 Länderspielen die meisten Berufungen zur DDR-Auswahl aller Hansa-Spieler. Nach seiner aktiven Karriere war Kische erst als Vizepräsident, dann als Präsident und später als Manager des F.C. Hansa tätig.
Kleiminger, Heino 1956–1969 191 (62) Der vierfache DDR-Auswahlspieler Kleiminger erzielte in 191 Einsätzen mit 62 Toren die viertmeisten Tore der Rostocker Vereinschronik.
Kostmann, Gerd 1964–1971 089 (43) Kostmann wurde in Diensten des F.C. Hansa 1967/68 und 1968/69 Torschützenkönig der DDR-Oberliga, bevor er nach seiner aktiven Karriere als Amateur- und Nachwuchskoordinator im Verein tätig war.
Lange, Timo 1992–2004 275 (31) In zwölf Jahren Vereinszugehörigkeit absolvierte Lange 165 Einsätze in der Bundesliga und ist damit Rekordspieler Hansas in dieser. Nach seiner aktiven Karriere wurde Lange zunächst Trainer der Hansa-Amateure und im Anschluss Co-Trainer der ersten Mannschaft.
Lantz, Marcus 1999–2005 164 0(6) Der schwedische Nationalspieler Lantz absolvierte in Diensten des F.C. Hansa 164 Spiele in der Bundesliga und ist damit der Hansa-Spieler mit den zweitmeisten Einsätzen in der höchsten deutschen Spielklasse.
Littmann, Norbert 1978–1988 221 0(9) Mit 221 Einsätzen für Hansa hatte Littmann Anteil an den Wiederaufstiegen in die Oberliga in der Saison 1979/80 und der Saison 1986/87.
März, Heiko 1983–1998 344 (27) Mit 344 Einsätzen belegt März den fünften Platz der Spieler mit den meisten Einsätzen für Hansa und gewann mit dem Verein des Double 1990/91. 1989 kam er zu seinem einzigen Einsatz im Dress der DDR-Auswahlmannschaft.
Mischinger, Michael 1973–1986 258 (27) Mischinger absolvierte in 13 Jahren beim F.C. Hansa 258 Einsätze. Obwohl nie in der Nationalmannschaft der DDR eingesetzt spielte er elf Mal für deren Olympiaauswahl.
Pankau, Herbert 1960–1971 257 (30) Mit 30 Toren in 257 Einsätzen während seiner elf Jahre beim F.C. Hansa empfahl sich Pankau auch für die Auswahl der DDR, für die er von 1962 bis 1967 24 Mal auflief.
Radtke, Christian 1970–1975
1978–1985
220 (30) In zwölf Jahren Vereinszugehörigkeit absolvierte Radtke 220 Partien für Rostock, in denen er 30 Tore erzielen konnte.
Rydlewicz, René 2000–2008 199 (26) Rydlewicz absolvierte in Diensten des F.C. Hansa 199 Einsätze und war in der Saison 2007/08 der letzte aktive Fußballspieler der Bundesliga, der auch schon in der DDR-Oberliga gespielt hatte.
Schlünz, Juri 1979–1994 356 (77) Mit 77 Toren in 356 Einsätzen ist Schlünz der Spieler mit den drittmeisten Toren und den drittmeisten Einsätzen für Hansa. In der Meisterschaftssaison 1990/91 war Schlünz auch Mannschaftskapitän, bevor er nach seiner aktiven Karriere als Jugend-, Co- und schließlich Cheftrainer des F.C. Hansa tätig war.
Schneider, Dieter 1968–1986 349 0(0) Mit 349 Einsätzen in 18 Jahren Vereinszugehörigkeit absolvierte Torhüter Schneider die viertmeisten Einsätze der Vereinschronik und empfahl sich auch für die Auswahl der DDR, für die er drei Einsätze absolvierte.
Schober, Mathias 2001–2007 191 0(0) Schober ist mit 123 Bundesligaeinsätzen der Torhüter mit den meisten Spielen in Diensten des F.C. Hansa in der höchsten deutschen Spielklasse.
Schulz, Axel 1977–1993 321 (51) Mit 321 Einsätzen und 51 Toren gilt Schulz als der Spieler mit den siebtmeisten Toren und den sechstmeisten Einsätzen für Hansa. 1990/91 gewann er mit Rostock das Double und arbeitete nach seiner aktiven Karriere als Pressesprecher weiter im Verein.
Seehaus, Klaus Dieter 1961–1974 261 0(4) Seehaus empfahl sich mit 261 Einsätzen in 13 Jahren bei Hansa für die Auswahlmannschaft der DDR, für die er zehn Spiele absolvierte.
Streich, Joachim 1969–1975 141 (58) Mit 58 Toren in 141 Einsätzen belegt Streich Rang fünf der vereinsinternen Torjägerliste des F.C. Hansa. Nach dem Abstieg Rostocks 1974/75 wechselte Streich zum 1. FC Magdeburg, in dessen Diensten er zum Rekordspieler der DDR-Oberliga und der DDR-Nationalmannschaft wurde.
Uteß, Jürgen 1976–1988 265 (23) Mit 265 Einsätzen belegt Uteß den zehnten Rang der Spieler mit den meisten Einsätzen für Rostock und absolvierte 1982 sein einziges Länderspiel für die DDR-Auswahl.
Weiland, Hilmar 1986–2002 365 (17) Mit 365 Spielen ist Weilandt der Spieler mit den meisten Einsätzen für den F.C. Hansa und hatte Anteil am Aufstieg aus der DDR-Liga 1986/87 und aus der 2.  Bundesliga 1994/95. 1990/91 gewann er mit Hansa das Double und absolvierte zwei Einsätze für die Nationalmannschaft der DDR.
Zallmann, Marco 1992–2001 201 0(9) Als Leistungsträger der Saison 1994/95 war Zallmann am Aufstieg Hansas in die Bundesliga beteiligt, in der er mit 112 Einsätzen die zehntmeisten Spiele der Rostocker Vereinschronik absolvierte.
Zapf, Kurt 1954–1967 242 0(4) Mit 242 Einsätzen für Rostock empfahl sich Zapf auch für vier Einsätze im Dress der DDR-Nationalmannschaft. Nach seiner aktiven Karriere war Zapf unter anderem Cheftrainer in Rostock.

Literatur

  • Andreas Baingo: FC Hansa Rostock. Wir lieben Dich total! Sportverlag, Berlin 1995, ISBN 3-328-00692-3
  • Robert Rosentreter: FC Hansa Rostock. Fußball an der Ostsee. Suum Cuique, Reutlingen 1995, ISBN 3-927292-55-9
  • Wolfgang Dalk: Das Fan-Buch Hansa. WeymannBauer, Rostock 1997, ISBN 3-929395-29-0
  • Uwe Krüger: Hansa Rostock. Daten, Fakten, Bilder. Agon Sportverlag, Kassel 1998, ISBN 3-89609-127-1
  • Markus Hesselmann, Michael Rosentritt: Hansa Rostock. Der Osten lebt. Die Werkstatt, Göttingen 1999, ISBN 3-89533-258-5
  • Robert Rosentreter, Günter Simon: Immer hart am Wind. 40 Jahre F.C. Hansa Rostock. Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-504-5
  • Klaus Schmeh: David gegen Goliath. 33 überraschende Unternehmenserfolge. Ueberreuter, Frankfurt am Main/Wien 2004. S. 236–243, ISBN 3-8323-1057-6

Weblinks

Einzelnachweise

  1. FC-Hansa.de: Mitgliedschaft. Abgerufen am 3. April 2009.
  2. Robert Rosentreter, Günter Simon: Immer hart am Wind. 40 Jahre F.C. Hansa Rostock. Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-504-5, S. 12
  3. a b Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 15
  4. a b c d Zeit.de: Abstieg Ost. Abgerufen am 3. September 2008.
  5. a b c Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 18
  6. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 21
  7. a b Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 20
  8. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 48
  9. a b c Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 27
  10. a b c d Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 41
  11. FC-Hansa.de: Ostseezeitung vom 23.11.2005: Kogge wurde zum Markenzeichen. Abgerufen am 3. September 2008.
  12. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 43
  13. a b Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 50
  14. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 38
  15. a b Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 40
  16. a b Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 56
  17. a b Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 146
  18. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 147
  19. a b c Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 57
  20. a b Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 69
  21. a b Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 189
  22. a b Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 67
  23. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 71
  24. a b Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 74
  25. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 79
  26. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 83
  27. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 89
  28. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 93
  29. a b Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 153
  30. a b Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 103
  31. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 117
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  33. a b c d Eurosport.yahoo.com: Rostock: Sportlich und wirtschaftlich gefährdet. Abgerufen am 3. September 2008.
  34. a b FC-Hansa.de: F.C. Hansa erhält Lizenz für das Spieljahr 2008/2009. Abgerufen am 3. September 2008.
  35. Welt.de: 9:0 gegen Koblenz: Hansa Rostock feiert historischen Sieg. Abgerufen am 20. Oktober 2008.
  36. Volkmar Laube, Roland Uhl: Fußball im Nordosten – Tradition, Gegenwart, Zukunft. MDprint, Magdeburg 2005, ISBN 3-9808508-3-8, S. 266
  37. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 142–143
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  57. FC-Hansa.de: Rene Rydlewicz übernimmt das Amt des Managers. Abgerufen am 6. März 2009.
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  59. Kicker.de: Rade Prica winkt ein neuer Vertrag. Abgerufen am 3. September 2008.
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  68. FC-Hansa.de: Regionalliga-Aufstieg bedeutet auch Umzug in die DKB-Arena. Abgerufen am 3. September 2008.
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  70. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 192
  71. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 209
  72. 11Freunde.com: Marktstudie: Köln mischt die Bundesliga auf. Abgerufen am 20. März 2009.
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  76. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 160
  77. a b Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 164
  78. Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 161
  79. FC-Hansa.de: Schaffung eines offenen Fanhauses für alle Fans geplant. Abgerufen am 20. Februar 2009.
  80. a b c d e Spiegel.de: Rostock, wir haben ein Problem. Abgerufen am 3. September 2008.
  81. Spiegel.de: Mitbestimmung statt Randale. Abgerufen am 3. September 2008.
  82. FC-Hansa.de: Tagesspiegel vom 21.02.2007: FC Hansa geht gegen eigenen Anhang vor. Abgerufen am 3. September 2008.
  83. a b Tagesspiegel.de: Kampf um die Nummer eins. Abgerufen am 20. Februar 2009.
  84. Faz.net: Dampfkessel Rostock Hansas Problem - die Fans. Abgerufen am 20. Februar 2009.
  85. Spiegel.de: Ausschreitungen in Rostock: "Leute mit einer halben Gehirnzelle". Abgerufen am 20. Februar 2009.
  86. Abendblatt.de: Schwere Krawalle rund ums St.-Pauli-Spiel. Abgerufen am 7. März 2009.
  87. a b Daten bis 2005 nach Robert Rosentreter, Günter Simon, S. 230–234, nach 2005 nach fussballdaten.de und weltfussball.de

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