FIVB


FIVB
Logo Fédération Internationale de Volleyball

Die Fédération Internationale de Volleyball (FIVB) ist der Dachverband aller nationalen Sportverbände für Volleyball und Beachvolleyball. Der Hauptsitz befindet sich seit 1984 in Lausanne (Schweiz).

Inhaltsverzeichnis

Profil und Geschichte

Der konstituierende Kongress fand vom 18. bis 20. April 1947 im Grand Hotel in Paris statt, nachdem mehrere europäische Nationalverbände die Gründung eines internationalen Verbandes angeregt hatten. 14 Nationen aus fünf Kontinenten waren dabei vertreten. Zum ersten Präsidenten wurde der Franzose Paul Libaud gewählt. Paris war dann auch der erste Hauptsitz des Verbandes. Das erste Ziel des Kongresses wurde zwei Jahre später erreicht, als mit der Weltmeisterschaft das erste große internationale Ereignis stattfand. Ein Turnier für Frauen gab es erstmals 1952.

Als das IOC Volleyball im Jahr 1964 in das Programm der Olympischen Spiele aufnahm, gehörten 89 Nationalverbände der FIVB an. 1969 wurde der World Cup eingeführt, der seit 1991 als Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele gilt.

Nachdem der Mexikaner Rubén Acosta Hernandez das Amt des Präsidenten von Libaud 1984 übernommen hatte, zog der Verband nach Lausanne und intensivierte seine Bemühungen um die weltweite Verbreitung des Volleyballs. Zu den Maßnahmen gehörte die Einführung jährlicher Wettbewerbe für Männer (Weltliga 1990) und Frauen (World Grand Prix 1993), die Aufnahme des Beachvolleyballs in das olympische Programm 1996 und einige Regeländerungen, die das Spiel zuschauerfreundlicher gestalten sollten. Am 17. Juni 2008 trat Acosta vorzeitig von seinem Amt zurück. Neuer Präsident wurde der bisherige Vize Wei Jizhong aus China.[1]

Der FIVB gehören derzeit 218 Mitgliedsverbände an. Damit ist sie der Sportverband mit den meisten nationalen Sportverbänden.

Aufgaben

Aufgabe der FIVB ist die Aufsicht über alle Formen von Volleyball und Beachvolleyball. Die FIVB ist vor allem für die weltweite Planung und Organisation von Volleyball-Ereignissen zuständig. Dabei arbeitet sie oft mit anderen internationalen Verbänden wie dem IOC zusammen. Der Weltverband legt Qualifikationsprozeduren und Wettbewerbsbestimmungen für Turniere fest und entscheidet über speziellere Fragen wie Mannschaftsaufstellungen und Auswechselregeln.

Die FIVB ist für einheitliche Volleyball-Regeln verantwortlich. Um den Sport attraktiver zu gestalten (auch für Medien und Sponsoren), wurden in den letzten Jahren einige Regeländerungen vorgenommen. Diese reichen von Bestimmungen bezüglich Kleidung bis zur grundsätzlichen Umstellung der Zählweise.

Die FIVB ist die oberste internationale Autorität im Volleyball und kann unter anderem über Doping, Spielertransfers und Änderungen der Nationalität entscheiden. Der Verband veröffentlicht Weltranglisten, die als Basis für Setzlisten in internationalen Wettbewerben benutzt werden.

Die FIVB organisiert folgende Wettbewerbe:

Der Verband ist auch an der Organisation weiterer Ereignisse mit internationaler Bedeutung beteiligt, z. B. Qualifikationen für Olympische Spiele und Weltmeisterschaften.

Durch die Anwerbung von Medienpartnern und Sponsoren bemüht sich die FIVB um eine weltweite Verbreitung des Volleyballs. Zu diesem Zweck unterhält sie auch spezielle Programme. Dazu zählen die Einrichtung von Entwicklungszentren in Gegenden, wo der Sport noch nicht populär ist und die Unterstützung für Organisation, die die Qualität internationaler Standards nicht erreichen.

Organisation

Die einzelnen Kontinentalverbände des FIVB

Die FIVB besitzt eine umfassende administrative Struktur. Dazu gehören ein Board of Administration, ein Exekutivkomitee und einige Kommissionen und Räte, die sich mit speziellen Themen wie Medizin, Schiedsrichter, Turniere und Finanzen beschäftigen.

Die FIVB hat den Vorsitz über fünf Kontinentalverbände.

Jedem Kontinentalverband sind wiederum diverse Nationalverbände untergeordnet.

Kritik

Präsident Ruben Acosta Hernandez musste sich bereits mehrmals wegen vermeintlicher Vorteilsnahme bei Abschlüssen von Sponsorenverträgen und des Vorwurfs der Bilanzfälschung vor Gericht verantworten. Bislang wurde er jedoch stets freigesprochen. [2] Dennoch wurde im November 2006 auf Initiative des ehemaligen FIVB-Generalsekretärs Jean-Pierre Seppey der Konkurrenzverband FIABVB gegründet.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. FIVB Press Release, Dr. Acosta is leaving the presidency of the FIVB; Mr. Wei Jizhong (China) will take charge during the interim period until 2012, 17. Juni 2008
  2. NZZ online, Freispruch für Ruben Acosta

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