Fahrmischer


Fahrmischer
Fahrmischer des Herstellers Liebherr
Betonmischfahrzeug im Einsatz

Fahrmischer sind fahrbare Betonmischer, die Frischbeton zur Baustelle transportieren. Dazu wird der Beton über den oberen Einfülltrichter in die sich drehende Trommel befördert. Hochwertige Betone dürfen, um eine Entmischung zu verhindern, ausschließlich mit Fahrmischern transportiert werden. Betone geringer Güte können auch mit Standardkippfahrzeugen transportiert werden.

Es gibt hauptsächlich drei verwendete Trommelgrößen, die auf verschiedenen LKW transportiert werden.

  • Bei einem dreiachsigen LKW ist die Trommel so groß, dass 6-7 transportiert werden können.
  • Bei einem vierachsigen LKW sind es 8-9 m³. Es gibt dazu noch Ausführungen von 10 bis 12m³.
  • Es gibt auch Sattelzug-Auflieger, die bis zu 15 m³ transportieren können. Diese findet man aber nur selten und dann meist im Großbaustellenbetrieb.

Betonmischfahrzeuge sind speziell ausgerüstet, sodass sie den Beton am Zielort auch fachgerecht übergeben können. Dazu haben sie sogenannte Rutschen, die je nach Bedarf angebaut werden können. Außerdem verfügen die meisten Betonmischer über ein Kunststoffrohr, womit man den Beton über eine Strecke von sechs Metern leiten kann. Hierzu muss der Beton allerdings sehr fließfähig sein. Um den Beton fließfähig zu machen, sind Betonmischer mit einer sogenannten Fließmittelanlage ausgestattet, die eine Flüssigkeit ausbringt, die bei Zugabe nicht das Mischungsverhältnis von Wasser und Zement ändert. Zu Reinigungszwecken führen Betonmischer auch noch ca. 500 Liter Wasser mit.

An den inneren Wandungen der Trommel sind spiralförmige Schaufeln angeordnet. Im Fahrbetrieb ist die Drehrichtung der Trommel so, dass der Beton nach vorne befördert wird und über die Schaufeln fällt. Auf der Baustelle angekommen, wird zum Entleeren die Drehrichtung umgekehrt, so dass der Beton nach dem Prinzip der Förderschnecke zu der hoch liegenden Öffnung hinausgefördert wird, ohne die Lage der Trommel ändern zu müssen.

Betonmischfahrzeuge

Die LKW-Hersteller liefern für den Bau von Mischfahrzeugen spezielle Fahrgestelle. Da sich der geladene Beton durch die Drehung der Trommel einseitig aufbaut, ergibt sich eine ungleichmäßige Belastung des Wagens, der bei der Auslegung der Achsen und Federn Rechnung getragen werden muss.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vor der Erfindung des Fahrmischers wurde der auf Baustellen benötigte Beton vor Ort frisch gemischt. Dies bedeutete jedoch, dass neben der Notwendigkeit einer entsprechenden stationären Mischanlage auch alle Zutaten dafür auf der Baustelle vorgehalten werden mussten.

Das Unternehmen Stetter präsentierte 1958 auf der Hannover Messe den ersten Zweiachs-Beton-Fahrmischer mit einer 3,5-Kubikmeter-Trommel auf einem Lkw-Fahrgestell von Magirus-Deutz. Damit konnte Beton in größeren Mischwerken zentral vorgemischt und dann frisch auf die Baustellen transportiert werden. Im Gegensatz zum Transport beispielsweise mit herkömmlichen Pritschenkippern drohte hier weder vorzeitiges Abbinden des Betons an der Oberfläche noch eine Entmischung des flüssigen Zements während des Transports, da der Beton in der sich drehenden Trommel des Fahrmischers ständig neu durchmischt wurde. Auch ein kontrollierteres und feiner dosierbares Entladen des Betons als beim Kipper wurde so möglich.

Zum Antrieb der Mischtrommel etablierten sich rasch zwei verschiedene Alternativen: Über eine vom Fahrmotor des Lkw-Fahrgestells angetriebene Hydraulik oder durch einen separaten Motor an der Mischtrommel. Ersteres System bot Vorteile bei der Nutzlast. Schon bis in die 1960er-Jahren waren neben Stetter weitere Unternehmen als Anbieter auf den Markt getreten, etwa Liebherr und Dolberg. Dreiachs-Fahrgestelle lösten rasch die anfänglich noch dominierenden Zweiachser ab und für besonders großvolumige Transporte gab es auch Fahrmischtrommeln auf Sattelaufliegern, vor denen eine Sattelzugmaschine als Zugfahrzeug lief.

Neben der Beladung von bereits vorgemischtem Beton im Mischwerk wurden früher auch sogenannte „Dosieranlagen“ eingesetzt. Der Beton-Fahrmischer wurden mit trockenem Material (also Zement, Kies und Sand) beladen und erst an der Baustelle wurde Wasser zugesetzt und der endgültige Mischvorgang durchgeführt. Dies hatte den Vorteil, dass zwischen Beladung des Fahrmischers und Entladen ein längerer Zeitraum sein konnte, weil der Abbindevorgang noch nicht begonnen hatte. Nachteilig war dabei jedoch die fehlende Kontrolle über das Rezept. Das Dosieren und der trockene Transport der Mischung wurde nicht in die Norm übernommen und deshalb im Laufe der Zeit eingestellt.

Hersteller

Sonstiges

Interessant ist, dass mehr als 20 Prozent der durchgeführten Betontransporte mit Mengen bis 2,5 Kubikmeter erfolgen. Da zur Zeit nur Fahrzeuge ab sechs Kubikmeter Ladevolumen eingesetzt werden, fahren also Fahrmischer bei jeder vierten bis fünften Tour nur zur Hälfte oder weniger beladen über unsere Straßen. Die eigentlich notwendigen kleineren Fahrzeuge (Zweiachser bis vier Kubikmeter Nutzraum) werden zwar in den USA, Japan, Australien usw. angeboten, nicht jedoch in Deutschland. Die Optimierung der Struktur von Fahrmischer-Fuhrparks könnte zu erheblichen Kosteneinsparungen führen.

Siehe auch


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