Farafra


Farafra
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Farafra (Ägypten)
Farafra
Farafra

Die Senke al-Farafra (arabisch ‏الفرافرة‎, DMG al-Farāfra) mit ihrem größten Ort Qasr el-Farafra liegt etwa 300 km westlich von Asyut in Ägypten und war zu Zeiten der Pharaonen auch bekannt als Ta-iht (Ta-íḥu) oder Das Land der Kuh. Sie ist mit etwa 2500 Einwohnern nur dünn besiedelt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Senke war bereits in den Feuchtzeiten im frühen und mittleren Holozän vor 10.000 bis 6.000 Jahren (8.000–4.000 v. Chr.) besiedelt.

Die Senke war auch in pharaonischer Zeit besiedelt. Hierfür liegen aber nur inschriftliche Zeugnisse vor. Das älteste Zeugnis ist die Erzählung vom beredten Bauern: ein Bauer aus dem Natrontal soll verschiedene Produkte im Niltal gegen Nahrungsmittel eintauschen, darunter sind Stäbe aus einem unbekannten Material aus der Oase Ta-íḥu. Weitere Zeugnisse finden sich in verschiedenen ägyptischen Tempeln (Tempelinschrift aus der Zeit Ramses’ II. im Luxor-Tempel, Inschrift des Merenptah im Karnak-Tempel, Oasenliste im Tempel von Edfu).

Die noch vorhandenen baulichen Zeugnisse stammen aus römischer oder koptischer Zeit. Die wenigen Inschriften stammen aus koptischer Zeit. Ahmed Fakhry vermutete, dass die römische Besiedelung etwa vom ersten vorchristlichen bis ins zweite nachchristliche Jahrhundert andauerte. Christen besiedelten die Senke etwa vom ersten bis ins siebente Jahrhundert, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung ist aber unbekannt.

Badr-Museum Farafra

Der einheimische Künstler Badr stellt in einem kleinen Museum seine Werke aus. Er verwendet alle Materialien der Natur von verschiedenfarbigem Sand bis zu Sandsteinen und Wurzeln. Badr hat auch eine kleine Gästelodge, in der interessierte Künstler arbeiten können.

Nationalpark Weiße Wüste (as-Sahra al-baida)

Formation in der Weißen Wüste
Panorama in der Weißen Wüste

Besonders beeindruckend ist die nördlich der Oase Farafra gelegene Weiße Wüste. Kalkformationen von riesigen Monolithen regen die Phantasie des Wüstenbesuchers an und erinnern an ein steinernes Kamel, einen Pilz, einen Hasen oder einen Pokal. Die Funde am Boden weisen darauf hin, dass hier einst Meeresboden war. Die Wüste ist nur mit geländegängigen Fahrzeugen befahrbar. Eine der bedeutendsten benachbarten Oasen ist Bahariyya, ca. 180 Kilometer nördlich von Farafra.

Literatur

  • Ahmed Fakhry: The oases of Egypt. Vol. II: Barīyah and Farafra Oases. Cairo: The American Univ. in Cairo Pr., 1974, ISBN 978-9774247323, S. 155–180.
  • Lisa L. Giddy: Egyptian Oases : Bahariya, Dakhla, Farafra and Kharga During Pharaonic Times. Warminster: Aris & Phillips, 1987, S. 13–17, 47, 89 f., 125 f., 152 f., 164.
  • Barbara E. Barich: Farafra Oasis. In: K.A. Bard: Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. London: Routledge, 1999, S. 298–300.
  • Frank Bliss: Artisanat et artisanat d’art dans les oasis du désert occidental égyptien. Veröffentlichungen des Frobenius-Instituts. Köln 1998.
  • Frank Bliss: Oasenleben. Die ägyptischen Oasen Bahriya und Farafra in Vergangenheit und Gegenwart, Die ägyptischen Oasen, Band 2. Bonn 2006.

Weblinks

 Commons: Farafra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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