Feldkapazität


Feldkapazität

Unter Feldkapazität versteht man die Wassermenge, die ein zunächst wassergesättigter Boden gegen die Schwerkraft nach 3 oder 4 Tagen noch halten kann. Weil das Entwässerungsverhalten eines Bodens u. a. stark von der Bodenart (-enschichtung) abhängt, hat man sich hinsichtlich der Bestimmung der Feldkapazität im Labor für nicht grundwasserbeeinflusste Böden auf eine Konvention geeinigt: den Wassergehalt bei einer Bodenwasserspannung von pF 1,8. Die Feldkapazität hat eine hohe Bedeutung bei praxisorientierten Fragestellungen des Acker- und Gartenbaus für Fragen zur Wasserversorgung der Pflanzen, der Pflanzenverfügbarkeit von wasserlöslichen Nährstoffen, der Auswaschung wasserlöslicher Stoffe sowie der Bewässerung.

Wenn die Feldkapazität erreicht ist, ist der Boden nicht vollständig mit Wasser gesättigt; in den Grob- und Makroporen ist Luft enthalten. Der Boden kann somit bei Niederschlag einen höheren Wassergehalt aufweisen als über die Feldkapazität bestimmt. Die Feldkapazität ist u.a. von der Porengrößenverteilung abhängig. Üblicherweise wird angenommen, dass Poren mit einem Durchmesser über 10 oder 50 µm das Wasser nicht durch Kapillarkräfte festhalten können; das Wasser sickert durch den Boden hindurch. Das im Boden gespeicherte Haftwasser ist jedoch nicht vollständig für Pflanzen verfügbar. Wasser in Poren unter 0,2 µm wird Totwasser genannt, weil es nicht mehr pflanzenverfügbar ist. Die Adhäsionskräfte, die das Wasser in den Poren halten, sind so stark, dass Pflanzen es nicht mehr aus den Poren lösen können. Das Wasser in Poren < 0,2 µm wird mit einer Wasserspannung von mehr als 15.000 hPa oder 15 bar festgehalten. Die meisten Pflanzen können nur bis zu diesem Wert Wasser aufnehmen. Aus diesem Grund wird dieser Wert auch permanenter Welkepunkt (PWP) genannt.

Die Bestimmung des Wassergehaltes erfolgt durch Trocknung einer Bodenprobe im Labor über 24 Stunden bei 105 °C sowie einer Gewichtsbestimmung der Bodenprobe vor und nach dem Trocknen. Die Differenz der gemessenen Gewichte ergibt den Wassergehalt.

Der Teil der Feldkapazität (FK), der von den Pflanzen durch die Wurzel aufgenommen werden kann, ist die "nutzbare Feldkapazität" (nFK), oft auch Bodenwasservorrat genannt. Sie berechnet sich unter Berücksichtigung des Totwasseranteils (TOT) zu

nFK=FK-TOT\,.

Die Werte werden entweder als Prozentzahl [Vol.-%], auf das Volumen bezogen [cm3, cm-3] oder bezogen auf eine bestimmte Bodenhöhe [mm/dm] angegeben.

Die volle Feldkapazität wird in mitteleuropäischen Breiten meistens gegen Ende des Winters (März/April) erreicht.


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