Feuerwehr Aachen


Feuerwehr Aachen

Feuerwehr Aachen

Wappen von Aachen  Amt der Stadt Aachen

Hauptwache
Hauptwache

Berufsfeuerwehr
Gründungsjahr: 1871
Standorte: 3
Mitarbeiter: 310
Freiwillige Feuerwehr
Gründungsjahr: 1836
Abteilungen: 12
Aktive Mitglieder: 493
Jugendfeuerwehr
Gründungsjahr: 1972
Gruppen: 3
Mitglieder: 59
www.feuerwehr-aachen.de

Die Feuerwehr Aachen ist als Fachbereich (FB) 37 der Stadtverwaltung Aachen dem Dezernat V "Personal, Organisation und Soziales" unterstellt. Sie gliedert sich in eine Berufsfeuerwehr mit drei Feuerwachen und eine Freiwillige Feuerwehr mit zwölf Standorten. Mit 703 Einsatzkräften gehört sie zu den größten Feuerwehren in Städten mit rund 250.000 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Großer Stadtbrand 1656

Stadtbrand Aachen
(altes Gemälde)

Am 2. Mai 1656 brach eine große Katastrophe über die Stadt herein, als die Bäckerei des Peter Maw unterhalb der Jakobstraße Feuer fing, und sich innerhalb von 20 Stunden fast die gesamte Stadt entzündete. Der große Stadtbrand vernichtete nach amtlicher Zählung 4.664 der etwa 5.300 Aachener Häuser, 17 Todesfälle waren zu verzeichnen. Das mittelalterliche Aachen mit seinen gotischen Bauten fiel den Flammen fast komplett zum Opfer nur der steinerne Aachener Dom blieb verschont. Eine schnelle wirkungsvolle Brandbekämpfung war zu dieser Zeit nicht möglich. Daraufhin wurden mehrere Feuerordnungen erlassen, die unter anderem Vorschriften zur Feuerbekämpfung, Feuerverhütung, Bestimmungen zur Löschpflicht der Einwohner und das Bereithalten von Wasser und Löschgerät enthielten.

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

Im März des Jahres 1836 wurde die Feuerwehr neu organisiert, und ein Brandkorps in Form einer Freiwilligen Feuerwehr aufgestellt. Es gliederte sich in acht Kompanien, eine Rettungs- und eine Handwerkerkompanie. Der erste Oberst des Brandkorps war der damalige Bürgermeister Josef Tilmans.

Es zeigte sich jedoch spätestens bei einem Großbrand in der Tuchfabrik Toenis im Jahr 1866, der nicht rechtzeitig bekämpft werden konnte, dass die Organisation der Feuerwehr noch ungenügend war. Emil Lochner, ebenfalls Tuchfabrikant und seit 1. Februar 1866 Kommandant der Feuerwehr, nahm dies zum Anlass und veröffentlichte am 19. Dezember 1866 eine Denkschrift mit den folgenden Forderungen:

  • Einrichtung eines Feuertelegraphen
  • Einrichtung eines Wachposten (Wachstube mit Spritze) mit 12 Mann Bedienung, die ständig in Bereitschaft sein sollen
  • Errichtung eines Übungshauses (Steigerturm) für Leiterübungen
  • Einteilung der Feuerwehr in drei vor Ort kasernierte Kompanien

Gründung der Berufsfeuerwehr

Am 1. November 1871 waren diese Forderungen Emil Lochners weitgehend umgesetzt. Es wurden drei Kompanien an drei Stellen in der Stadt kaserniert und eine Tageswache im Rathaus aufgestellt. Die drei Kompanien wurden in den neugebauten Feuerwehrkasernen Kasernenstraße und Oligsbendengasse und in vorläufig angemieteten Gebäuden im Klosterbongard (Marienbongard) kaserniert. Insgesamt umfasste die Feuerwehr damals 111 Mann, von denen allerdings nur drei Feldwebel und drei Portiers fest angestellt waren. Die übrigen Mannschaften wurden je nach geleistetem Dienst entlohnt.

Berufsfeuerwehr

Die Berufsfeuerwehr (BF) besteht aus 310 Einsatzbeamten, von denen 50 mit ständig besetzten Funktionen bedacht sind. Im gesamten Stadtgebiet werden 4 Feuer- und Rettungswachen besetzt gehalten. Neben der Hauptwache (FW 1), mit Ausrückebereich im Innenstadtbereich werden außerdem die FW 2 (Kornelimünster/Süd) sowie die FW 3 (Wache Nord) mit jeweiligen Einzugsgebieten bedient. Der Brandschutz im Universitätsklinikum Aachen erfolgt ebenfalls durch eine Wache der BF Aachen (FW 8).

Rettungsdienst

Als Träger des Rettungsdienstes leitet die Berufsfeuerwehr für die Stadt Aachen den Rettungsdienst (Abt. 60).

Die Berufsfeuerwehr ist selbst mit Rettungsmitteln von den Wachen Nord (3), Süd (2) und der Hauptwache (1) in den Rettungsdienst eingebunden. Des Weiteren sind die Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe und Malteser Hilfsdienst in den Rettungsdienst und Krankentransport eingebunden. Gefahren wird im Rettungsdienst ausschließlich mit städtischen Fahrzeugen, die durch die BF-Werkstatt gewartet werden.

In Aachen wird das in der Region verbreitete Rendezvous-System angewandt, Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug treffen sich an der Einsatzstelle. Notarztwagen werden von der Stadt nicht eingesetzt. Laut Rettungsdienstbedarfsplan und dem Ergebnis der neuesten Rettungsdienstausschreibung werden zum 1. Januar 2010 folgende Fahrzeuge an den einzelnen Standorten vorgehalten:

Feuer- und Rettungswache 3
  • Berufsfeuerwehr:
    • Feuer- und Rettungswache 1 (Hauptwache, Stolberger Straße)
      • 2 Rettungswagen (RTW) im Grundbedarf (1/83-1 und -2)
      • 1 RTW im Spitzenbedarf (1/83-3)
      • 2 RTW im Sonderbedarf/Reservefahrzeug (1/83-4 und-5)
      • 2 Notarzteinsatzfahrzeuge (1/82-1 und -2)
      • 2 NEF (Spitzen-/Sonderbedarf und Reserve)
      • 1 Krankentransportwagen (KTW) als Infektions- und Reservefahrzeug (1/85-1)
    • Feuer- und Rettungswache 2 (Wache Süd, Kornelimünster)
      • 1 RTW im Grundbedarf (2/83-1)
      • 1 RTW im Spitzenbedarf (2/83-2)
    • Feuer- und Rettungswache 3 (Wache Nord, Matthieustraße)
      • 1 RTW im Spitzenbedarf (3/83-1)
      • 1 NEF im Sonderbedarf (3/82-2)
      • 1 KTW (für PsychKG-Einweisungen) (3/85/1)
Rettungswache 7
  • Hilfsorganisationen
    • Rettungswache 4 (Malteser Hilfsdienst, 1. Wache 4 Auf der Hüls; 2. KatS-Unterkunft Aachen-Lichtenbusch, Monschauer Straße)
      • 1 RTW im Sonderbedarf 1. SET MHD (4/83-1)
      • 1 RTW im Sonderbedarf 2. SET MHD (4/83-2)
      • 1 KTW Grundbedarf (Tagesdienst) (4/85-1)
      • 1 KTW im Sonderbedarf 1. SET MHD (4/85-2)
      • 1 KTW im Sonderbedarf 2. SET MHD (4/85-3)
    • Rettungswache 5 (Johanniter-Unfall-Hilfe, Rotter Bruch)
      • 1 RTW Grundbedarf (Tagesdienst) (5/83-1)
      • 3 KTW im Grundbedarf (Tagesdienst) (5/85-1 bis -3)
      • 1 RTW im Sonderbedarf SET JUH (5/83-2)
      • 1 KTW im Sonderbedarf SET JUH (5/85-4)
    • Rettungswache 6 (Deutsches Rotes Kreuz, Robensstraße)
      • 1 RTW Grundbedarf (Tagesdienst) (6/83-1)
      • 1 RTW im Sonderbedarf SET DRK (6/83-2)
      • 1 KTW im Sonderbedarf SET DRK (6/85-1)
    • Rettungswache 7 (Malteser Hilfsdienst und Deutsches Rotes Kreuz, Vaalser Straße)
      • 1 RTW im Grundbedarf (auch für Intensiv-Verlegungen, besetzt durch den MHD)
      • 3 KTW im Grundbedarf (Tagesdienst, besetzt durch das DRK) (7/85-1 bis -3)

Erweiterter Rettungsdienst

Die Hilfsorganisationen besetzen bei Bedarf zusätzlich Rettungsmittel. Ein sogenannter SET (Schnelleinsatztrupp) besteht aus je einem KTW und RTW. Eingesetzt werden für diese Aufgabe Reserve-Kfz des Regelrettungsdienstes bzw. organisationseigene Fahrzeuge.

Für die SET-KTW existiert bis dato keine Alarmierungsmöglichkeit per DME, daher müssen diese telefonisch bei den Hilfsorganisationen angefordert werden.

Fahrzeuge

  • Als Rettungswagen kommen entweder MB Sprinter mit Kofferaufbau oder MB Vario zum Einsatz.
  • Als Notarzteinsatzfahrzeuge kommen MB Vito zum Einsatz.
  • Die KTW basieren allesamt auf MB Sprinter (kurze Version) in unterschiedlichen Generationen.

Katastrophenschutz

Der Sanitäts- und Betreuungsdienst im Katastrophenschutz der Stadt Aachen besteht aus folgenden Einheiten:

  • 1. Einsatzeinheit NRW Aachen-Stadt (DRK)
  • 2. Einsatzeinheit NRW Aachen-Stadt (JUH)
  • 3. Einsatzeinheit NRW Aachen-Stadt (MHD)
  • 4. Einsatzeinheit NRW Aachen-Stadt (MHD)

Für den Massenanfall von Verletzten (MANV) steht auf der Wache Nord ein Wechselladerfahrzeug (WLF) mit Abrollcontainer (AB-MANV 50) bereit. Dieser wird zusammen mit den Gerätewagen des Sanitätsdienstes (GW-SAN 25) der Einsatzeinheiten eingesetzt. Die drei Hilfsorganisationen wechseln monatlich in einem Rotationsverfahren mit der 1., 2. und 3. Alarmierungspriorität durch.

Für Betreuungslagen existiert in der Stadt Aachen keine Vorplanung. Es gibt keine Einsatzstichwörter oder Vorplanungen zu Evakuierungen. Es wurden bisher keine Betreuungsplätze 500 NRW aufgestellt.

Freiwillige Feuerwehr

Feuerwehrhaus Sief (ehemalige Dorfschule)

Die Freiwillige Feuerwehr (FF) besteht aus elf Löschzügen (Zugnummern in Klammer):

  • Löschzug Richterich (10): MTF, MTF (Jugendfeuerwehr), LF 8/6, LF 16-TS, TLF 16/24-Tr
  • Löschzug Laurensberg (11): MTF, LF 16/12, LF 16-TS, TLF 16/24-Tr
  • Löschzug Nord (12): FuKoW, MTF, LF 8, LF 16, LF 16-TS, TLF 16/24-Tr
  • Löschzug Mitte (13): MTF, LF 16, LF 16, LF 16-TS, RW 1/GW
  • Löschzug Haaren (14): MTF, LF 8/6, LF 16-TS, RW 1/GW
  • Löschzug Verlautenheide (15): MTF, MTF (Jugendfeuerwehr), LF 8/6, LF 16, LF 16-TS
  • Löschzug Eilendorf (16): FuKoW, MTF, LF 16, LF 16-TS, RW 1/GW
  • Löschzug Brand (17): MTF, MTF (Jugendfeuerwehr), LF 10/6, LF 16-TS, RW 1/GW
  • Löschzug Kornelimünster (18): MTF, LF 16/12, LF 16-TS, TLF 8/18
  • Löschzug Walheim (19): MTF, LF 8/6, TLF 16/25, TLF 16/24-Tr
  • Löschzug Sief (20): MTF, LF 8/6, TLF 16/24-Tr, TLF 16/25
  • ABC-Zug (21): MTF, ABC-ErkKW, DMF, Dekon-P

Darüber hinaus gehört die Jugendfeuerwehr zur FF.

  • eine Logistikeinheit, eine Lotsengruppe und die Kartenstelle (22) unterstehen als Regieeinheiten der Berufsfeuerwehr

Spezialeinheiten

Die Spezialrettungsgruppe (SRG) Höhenrettung besteht seit 1996 aus rund 20 Beamten der Berufsfeuerwehr. Sie kann auch zu überörtlichen Einsätzen angefordert werden und rückt im Rendezvous-System aus. Je ein Fahrzeug ist auf der FW 1 und der FW 3 stationiert.

Floriansdorf Aachen

Nach dem Vorbild des Floriansdorfes Iserlohn entstand 2005 mit Hilfe von Sponsoren an der Feuerwache 3 ein euregionales Floriansdorf. [1]

Unter dem Motto "Erleben - Begreifen - Lernen, Kinder helfen Brände verhüten" erfolgt hier, betreut durch die Feuerwehrverbände der Stadt und des Kreises Aachen, Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung. Hier ist auch der Standort des Colourdomes, ein Experimentalbau der RWTH Aachen [2] und des Energiehauses der Stadtwerke Aachen.[3]

Einzelnachweise

  1. Webseite des Floriansdorfes
  2. Colourdome
  3. Energiehaus

Weblinks


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