Fight Fire with Fire


Fight Fire with Fire
Metallica
Metallica live in London, 2003. Von links nach rechts: Robert Trujillo, Kirk Hammett, Lars Ulrich, James Hetfield.
Metallica live in London, 2003. Von links nach rechts: Robert Trujillo, Kirk Hammett, Lars Ulrich, James Hetfield.
Gründung Oktober 1981
Genre Thrash Metal, später mit Einflüssen aus Hardrock und Blues, danach Rückkehr zum Thrash Metal
Gründungsmitglieder
Gesang, Rhythmusgitarre James Hetfield
Schlagzeug Lars Ulrich
Aktuelle Besetzung
Gesang, Rhythmusgitarre James Hetfield
Leadgitarre Kirk Hammett (seit 1983)
E-Bass Robert Trujillo (seit 2003)
Schlagzeug Lars Ulrich
Ehemalige Mitglieder
E-Bass Ron McGovney (1981–1982)
E-Bass Cliff Burton (1982–†1986)
E-Bass Jason Newsted (1986–2001)
Rhythmusgitarre Jeff Warner (1981–1982)
Leadgitarre Lloyd Grant (1981–1982)
Leadgitarre Dave Mustaine (1982–1983)

Metallica ist eine US-amerikanische Metal-Band, die 1981 in Los Angeles gegründet wurde. Die Band gehört zu den erfolgreichsten Rockbands der Welt und hat bislang über 100 Millionen Alben verkauft.[1] Alleine in den USA verkaufte die Band über 57 Millionen Alben[2] und ist damit die siebterfolgreichste Künstlergruppe des Landes.[3] Metallica wurde insgesamt neun Mal mit einem Grammy Award ausgezeichnet[4].

Neben Slayer, Megadeth und Anthrax zählte Metallica in den Achtziger Jahren zu den „großen Vier“ des Thrash Metals. Während der Neunziger Jahre öffnete sich Metallica neuen musikalischen Einflüssen wie z. B. Hardrock und Blues, bevor die Band später zu ihren musikalischen Wurzeln zurückkehrte. Am 12. September 2008 erschien ihr neuntes Studioalbum Death Magnetic.

Inhaltsverzeichnis

Bandgeschichte

Anfänge (1981–1983)

Im April 1981 schaltete der aus Dänemark stammende Schlagzeuger Lars Ulrich eine Anzeige in der Lokalzeitung „The Recycler“, um nach Musikern für eine Band zu suchen.

„Schlagzeuger sucht andere Metalmusiker zum jammen. Tygers of Pan Tang, Diamond Head, Iron Maiden

Anzeige im „Recycler“[5]

Der Rhythmusgitarrist und Sänger James Hetfield und der Bassist Ron McGovney luden Ulrich daraufhin in ihren Proberaum ein und spielten einige Coverversionen von Judas-Priest-Liedern. Da Hetfield und McGovney Ulrich für einen schlechten Schlagzeuger hielten, trennten sich die Wege der Musiker vorerst wieder. Ulrich freundete sich derweil mit Brian Slagel an, der das Metalfanzine „Heavy Metal Revue“ herausgab und mit Metal Blade Records eine eigene Plattenfirma gegründet hatte. Dessen erste Veröffentlichung sollte der Sampler Metal Massacre mit lokalen Bands werden. Obwohl Ulrich selbst noch keine Band hatte, bekniete er Slagel um einen Platz auf dem Sampler. Nachdem Ulrich die Zusage erhalten hatte, nahm er Kontakt zu Hetfield auf und gründete die Band.[5]

Lars Ulrich live im Jahr 2008

Ulrich und Hetfield beschlossen im Folgenden, ihre erste Eigenkomposition Hit the Lights für den Sampler zu verwenden. Mit einer weiteren Anzeige suchte die Band nach einem Leadgitarristen und man wurde mit dem Jamaikaner Lloyd Grant fündig. Nach Abschluss der Aufnahmen meldete sich der Gitarrist Dave Mustaine, der schließlich in die Band aufgenommen wurde. Aus Zeitgründen fand jedoch die Version mit Grants Solo seinen Weg auf die erste Auflage des Samplers. Für den Sampler brauchte man kurzfristig einen Bandnamen; die Vorschläge Thunderfuck, Helldriver, Grinder, Blitzer, Red Vette, Deathchamber und Flying Tigers wurden verworfen.

Das von Hetfield entworfene und über lange Zeit genutzte Bandlogo

Zu ihrem Namen kam die Band durch Ulrichs Freund Ron Quintana. Dieser war auf der Suche nach einem Namen für sein Fanzine und hatte Ulrich eine Liste mit möglichen Namen vorgelegt. Der darauf befindliche Name Metallica gefiel Ulrich so sehr, dass er Quintana überredete, sein Fanzine „Metal Mania“ zu nennen und so Metallica als Vorschlag für seine eigene Band übernehmen zu können. Ulrichs Bandkollegen reagierten begeistert und Hetfield entwarf das dazugehörige Bandlogo.[6] Am 14. März 1982 spielte Metallica ihr erstes Konzert in der Radio City Hall in Anaheim. Einen Monat später nahm die Band ihr erstes Demo Power Metal auf, dessen Namen von der beigelegten Visitenkarte abgeleitet wurde. Der Metal Massacre-Sampler erschien am 14. Juni 1982. Wegen eines Druckfehlers wurde die Band als Mettallica angekündigt.[7] Im Juli 1982 nahm die Band ihr zweites Demo No Life ’Til Leather auf, welches in der Undergroundszene der San Francisco Bay Area euphorisch aufgenommen wurde.

Im Herbst 1982 verließ McGovney die Band. Sein Nachfolger wurde Cliff Burton, der seine ehemalige Band Trauma zu Gunsten von Metallica verließ. Burton stellte jedoch die Bedingung, dass die restlichen Metallicamitglieder zu ihm nach San Francisco umziehen müssen. Zur gleichen Zeit gelangte das No Life ’Til Leather-Demo in die Hände des ehemaligen Börsenspekulanten John Zazula. Er kontaktierte die Band und verschaffte ihr Auftrittsmöglichkeiten an der Ostküste. Da die Streitigkeiten mit Dave Mustaine überhand nahmen, beschlossen Ulrich, Hetfield und Burton noch auf der Reise nach New York Mustaine aus der Band zu werfen.[6]

Dave Mustaine musste die Band 1982 nach Streitigkeiten verlassen

Neuer Leadgitarrist wurde Kirk Hammett, der zuvor bei Exodus gespielt hatte. Am 16. April 1983 fand in Dover das erste Metallicakonzert mit Hammett statt. Die Band wohnte zu dieser Zeit in einem alten New Yorker Fabrikgebäude, in dem Anthrax ihren Proberaum hatten.

„Manchmal rissen wir Mädels auf und gingen mit ihnen nach Hause, damit wir zumindest mal duschen konnten. Wir kämpften wirklich ums nackte Überleben, aber rückblickend war es eine schöne Zeit.“

James Hetfield[6]

Zazula bemühte sich, für Metallica einen Plattenvertrag zu besorgen. Da er von allen Firmen nur Absagen erhielt, gründete er eine eigene Plattenfirma, die er auf Burtons Vorschlag hin Megaforce Records nannte.

Kill ’Em All und Ride the Lightning (1983–1984)

Zazula leiht sich 12.000 Dollar und finanziert der Band Studiozeit in den Music America Studios in Rochester. Da Hetfield immer noch Zweifel an seinem Gesangstalent hat dachte die Band über die Verpflichtung eines festen Sängers nach. Jess Cox von den Tygers of Tan Pang war nach Meinung der Band zu alt, während Armored Saint-Sänger John Bush das Angebot ausschlägt. So ging die Band zu viert die Aufnahmen an, die innerhalb von 17 Tagen durchgezogen wurden. Auch wenn Dave Mustaine nicht mehr Bandmitglied war befinden sich vier von ihm mitkomponierte Lieder auf dem Album. Ursprünglich sollte das Album Metal Up Your Ass heißen und das Cover einen aus einer Toilette auftauchenden Dolch zeigen. Zazulas Vertriebspartner Relativity lehnt beides ab.

Als Burton trotzig „Well, let’s kill ’em all!“ rief, schlugen Metallica Kill ’Em All als Albumtitel vor. Dieser Titel wurde von Relativity problemlos angenommen. Das Album wurde am 25. Juli 1983 veröffentlicht und verkaufte sich in den USA zunächst schleppend. Dagegen wurden Metallica in England als Band der Stunde gefeiert. Als Vorgruppe von Raven gingen Metallica auf eine fünfwöchige Tournee durch die USA. Bis Ende 1983 hatte sich Kill ’Em All in den USA etwa 17.000 Mal verkauft.[6] Während der Konzertreisen schrieb die Band neue Lieder, die progressiver und langsamer als die des Debütalbums ausfielen. Im Vorprogramm von Venom spielten Metallica ihre ersten Konzerte in Europa.

Aufgrund des günstigen Wechselkurses zwischen dem US-Dollar und der Dänischen Krone fanden die Aufnahmen zum zweiten Studioalbum Ride the Lightning in den Sweet Silence-Studios der dänischen Hauptstadt Kopenhagen statt. Aus Kostengründen finden die Aufnahmen in der Nacht statt. Textlich entfernte sich die Band von den üblichen Metalklischees. So handelt z. B. das Lied Creeping Death vom Auszug der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei. Ride the Lightning wurde in Großbritannien mit einer Silbernen Schallplatte ausgezeichnet.[6] Ende 1984 spielten Metallica ihre erste Headlinertour durch Europa.

Master of Puppets und Cliff Burtons Tod (1985–1986)

Metallica 1986 auf ihrer „Damage Inc.“-Tour

Metallica wurde vom Major-Label Elektra Records unter Vertrag genommen und erhielten mit Q Prime ein professionelles Management. Ride the Lightning wurde in den USA neu veröffentlicht und erreichte ohne Radioairplay Platz 100 der US-amerikanischen Albumcharts. Anfang 1985 spielten Metallica weitere US-Touren mit W.A.S.P. und Armored Saint bevor man an neuen Lieder arbeitet. Im August 1985 spielte die Band erstmals beim Monsters of Rock im Donington Park.[8]

Im September 1985 kehrte die Band in die Sweet Silence Studios zurück um den Aufnahmen ihres dritten Albums Master of Puppets zu beginnen. Von ihrer Plattenfirma erhielt die Band einen hohen Vorschuss, weswegen Metallica kurzzeitig darüber nachdachten, den durch seine Arbeiten mit Iron Maiden bekannten Martin Birch als Produzenten zu verpflichten. Man entschied sich jedoch erneut mit Flemming Rasmussen zusammenzuarbeiten. Die Aufnahmen dauerten insgesamt drei Monate und wurden nur durch einen Auftritt beim Loreley-Festival in Deutschland unterbrochen.[6]

Master of Puppets wurde im März 1986 veröffentlicht und erreichte Platz 29 der US-Albumcharts. Bereits einen Monat später erhielt das Album eine Goldene Schallplatte.[9] Metallica gingen als Vorgruppe von Ozzy Osbourne auf Tournee durch Nordamerika. Vor dem Konzert in Evansville brach sich Hetfield beim Skateboardfahren das Handgelenk. Hetfield beschränkte sich bei einigen Konzerten auf das Singen während der Gitarrentechniker John Marshall (später Metal Church) die Rhythmusgitarre spielte.[10]

Im Herbst 1986 gingen Metallica zusammen mit Anthrax auf Europatournee. Am 27. September 1986 befand sich der Tourtross auf dem Weg von Stockholm nach Kopenhagen. In der Nähe von Ljungby kam der Bus von Metallica auf der vereisten Straße ins Schleudern und überschlug sich. Dabei wurde Burton aus seiner Koje ins Freie geschleudert, bevor der Bus auf ihn stürzte.

Gedenkstein für Cliff Burton

„Ich riss den Notausgang auf und kletterte in Unterwäsche nach draußen in die eisige Kälte. [...] Ein paar unserer Crewmitglieder liefen schon um den Bus herum um abzuchecken, was genau passiert war. Ich höre Kirk [Hammett] aus dem Inneren „Was ist denn los?“ rufen, und dann drehte ich mich um und sah Cliffs [Burtons] Beine unter dem Fahrzeug hervorragen.“

James Hetfield[6]

Eine Autopsie ergab, dass Burtons Brustkorb eingedrückt und die Lunge zerquetscht wurde. Die anderen Businsassen kamen mit leichten Verletzungen davon. Glück im Unglück hatte Kirk Hammett, der zuvor immer in Burtons Koje schlief. Vor der Reise nach Kopenhagen beschloss die Band, mit Hilfe von Spielkarten die Kojen neu zu verteilen. Burton zog das Pik-Ass und wählte Hammetts Koje am Fenster, was eine fatale Entscheidung war und ihn das Leben kostete.[6] Burton wurde am 7. Oktober 1986 in Castro Valley beigesetzt.

Zwei Wochen später begann die Band mit der Suche nach einem Nachfolger. Vom Wunschkandidaten Joey Vera (Armored Saint) erhielten Metallica eine Absage. Etwa 40 Bassisten, darunter Les Claypool (Primus) und Greg Christian (Testament) spielten vor. Den Zuschlag erhielt Jason Newsted, der sich mit seiner alten Band Flotsam And Jetsam einen Ruf als exzellenten Songwriter erarbeitet hatte.[6]

…And Justice for All (1987–1990)

Am 8. November 1986 spielten Metallica in Reseda ihr erstes Konzert mit Newsted am Bass. Nach einer kurzen Tour durch Japan und Kanada holt die Band ab Januar 1987 die wegen Burtons Unfalltod ausgefallenen Konzerte in Europa nach, die auch zwei Konzerte im damals noch kommunistisch regierten Polen beinhaltet.[6] Im März 1987 bricht sich Hetfield erneut das Handgelenk beim Skateboardfahren, weswegen die Band ihren Auftritt bei der Fernsehshow Saturday Night Live absagen muss. Nach Hetfields Genesung nahm die Band im Ulrichs Garage die EP Garage Days Re-Revisited auf, die Coverversionen von Diamond Head, Holocaust, Killing Joke, Budgie und den Misfits enthält.

Ab Oktober 1987 begann die Band mit den Vorbereitungen für ihr viertes Studioalbum …And Justice for All. Da Flemming Rasmussen anderweitig beschäftigt war suchte die Band nach einem neuen Produzenten. Die Zusammenarbeit mit Mike Clink, der kurz zuvor das Guns N’ Roses-Debüt Appetite for Destruction produzierte entpuppte sich als Fehler, so dass Ulrich Rasmussen drängte, seine Produktionen schnellstmöglich durchzuziehen.[6] …And Justice for All wurde im August 1988 veröffentlicht und erreichte Platz 6 der US-amerikanischen Charts. An Halloween wurde das Album mit Platin ausgezeichnet. Kritisch betrachtet wurde …And Justice for All allerdings wegen des klinisch-kühlen Klanges und wegen des fast völlig ausgeblendeten Bassspieles von Jason Newsted.[6]

Nachdem sich die Band zuvor jahrelang gegen das Drehen eines Musikvideos sträubte wurde dieses Mal für das Lied „One“ ein Video gedreht, welches Auszüge aus Dalton Trumbos Film Johnny zieht in den Krieg enthält. MTV nimmt das Video in die tägliche Rotation und die Single erreicht die Top 40 der US-Charts. Metallica werden für den Grammy in der Kategorie „Best Hard Rock/Metal performance“ nominiert, jedoch geht der Preis an Jethro Tull. Die Band reagiert mit Humor und versieht einen Teil der …And Justice for All-Auflage mit einem Aufkleber mit der Aufschrift „Grammy Award Losers“.[6] Die Tour zum …And Justice for All-Album umfasst insgesamt 230 Konzerte und dauert bis Oktober 1989. Metallica nahmen sich eine Auszeit und spielten nur vereinzelt Konzerte.

Metallica – das schwarze Album (1990–1993)

Im Februar 1990 erhielt die Band ihren ersten Grammy in der Kategorie „Best Metal Performance“ für das Lied „One“ bevor im Oktober 1990 die Aufnahmen für das fünfte Studioalbum begannen. Aus einem von Kirk Hammett geschriebenen Riff entwickelt sich das Lied „Enter Sandman“, welches zum Wegweiser für das gesamte Album werden sollte. Die Band strebte einfachere Lieder an, die schneller auf den Punkt kommen. Zu diesem Zwecke fragten Metallica den Kanadier Bob Rock, der zuvor mit Aerosmith, Bon Jovi und Mötley Crüe gearbeitet hat, ob er das neue Album mischen möchte. Schließlich sollte Rock das gesamte Album produzieren. Insgesamt ein Jahr verbrachte die Band im Studio. Die gesamten Aufnahmen kosteten eine Million US-Dollar und führten bei drei Bandmitgliedern zur Scheidung.[11]

„Es war das schwierigste Album, das wir je gemacht haben. Irgendwann war klar, dass es verdammt gut werden würde, aber ich habe Bob [Rock] trotzdem gehasst und hinterher ein Jahr lang nicht mit ihm geredet. [...] Als wir uns schließlich von den Strapazen erholt hatten, wurden wir jedoch gute Freunde.“

Lars Ulrich[6]

„Enter Sandman“ wurde als erste Single ausgekoppelt und erreichte Platz 9 der deutschen Singlecharts.[12] Das selbstbetitelte Album wurde am 13. August 1991 veröffentlicht und stieg auf Platz eins der US-amerikanischen Albumcharts ein. Alleine in der ersten Woche wurden nur in den USA über 650.000 Alben verkauft.[13] Durch Metallica konnte die Band neue Fanschichten außerhalb der Metalszene erschließen. Bis heute verkaufte sich das Album in den USA über 15 Millionen Mal.[9] Die BalladeNothing Else Matters“ avancierte zum Lieblingslied vieler Hochzeitspaare und erhielt massives Airplay in den Mainstreammedien.[6]

Im Spätsommer 1991 begann die „Wherever We May Roam“-Tournee. Zunächst spielten Metallica als Co-Headliner vor AC/DC beim „Monsters of Rock“-Festival bevor Metallica zusammen mit AC/DC und Pantera vor geschätzt 500.000 Menschen auf dem Tushino-Flugplatz in Moskau spielten. Es folgte eine Hallentournee durch Nordamerika, bei der die Band ihre Bühne in der Mitte der Halle aufbauen ließ. In der Mitte der Bühne wurde der so genannte „Snake Pit“ (engl.: „Schlangengrube“) eingerichtet, in dem etwa 200 Fans die Konzerte verfolgen konnten. Die Band unterbrach die Tournee und eröffnete am 20. April 1992 das Freddie Mercury Tribute Concert im Londoner Wembley-Stadion.[6]

James Hetfield

Zusammen mit Guns N’ Roses spielten Metallica im Sommer 1992 eine Stadiontour durch Nordamerika. Beide Bands spielten zweieinhalbstündige Konzerte wobei Guns N’ Roses darauf bestanden, nach Metallica auf die Bühne zu gehen. Am 8. August 1992 spielten beide Bands im Olympiastadion von Montréal. Während des Liedes „Fade to Black“ geriet Hetfield in eine sechs Meter hohe Flammensäule und erlitt dabei Verbrennungen zweiten Grades. Axl Rose sagte wegen angeblicher Halsschmerzen das Konzert von Guns N’ Roses ab und löst dadurch Ausschreitungen unter den aufgebrachten Zuschauern aus.[6] Bei den folgenden Metallica-Konzerten übernahm wegen Hetfields Verbrennungen erneut John Marshall die Rhythmus-Gitarre. Der Tourzyklus zog sich bis zum Juli 1993 hin, wodurch die vier Musiker psychisch und physisch ausgelaugt waren. Ende 1993 veröffentlichten Metallica mit Live Shit: Binge & Purge ihr erstes Boxset, welches u. a. drei Live-CDs und drei Live-Videos enthielt.

Load und ReLoad (1994–1997)

Abgesehen von einer dreimonatigen Tour durch Nordamerika inklusive eines Headlinerauftritts beim Woodstock II-Festival zogen sich Metallica während des Jahres 1994 aus der Öffentlichkeit heraus und kümmerten sich um ihre Familien. Im Oktober begann die Band mit dem Schreiben neuer Lieder. Die Aufnahmen begannen im Mai 1995. Aufgrund der schlechten Erfahrungen während der Aufnahmen zum schwarzen Album wollte die Band dieses Mal sich keinen Stress machen und legte regelmäßig Pausen ein.[6] Nach einem Auftritt als Headliner des Monsters of Rock-Festivals spielten Metallica am 3. September 1995 ein Konzert in Tuktoyaktuk, der nördlichsten Gemeinde auf dem kanadischen Festland. Zahlreiche Ölheizungen waren nötig, damit die Instrumente überhaupt funktionierten. Anlässlich des 50. Geburtstages von Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister spielten Metallica in Los Angeles unter dem Decknamen „The Lemmys“ ein Konzert, bei dem sie ausschließlich Motörheadlieder covern.[14]

Insgesamt 27 Lieder wurden aufgenommen und die Band plante die Veröffentlichung eines Doppelalbums. Stattdessen wurden die Lieder auf zwei Alben verteilt, die innerhalb von eineinhalb Jahren auf den Markt gebracht wurden. Den Anfang machte im Juni 1996 Load. Das vom Provokationskünstler Andres Serrano entworfene Albumcover zeigt eine Mischung aus Serranos Blut und Sperma, welches er zwischen zwei Scheiben Plexiglas presste. Die neue musikalische Ausrichtung der Band, die Einflüsse aus Country-, Blues und Grunge aufzeigt, wurde von vielen Fans ebenso kontrovers diskutiert wie die Kurzhaarschnitte der Bandmitglieder.

„Für mich liegt der Metal in seiner altbekannten Form im Koma. Die Bands wiederholen sich und haben sich dadurch ihr eigenes Grab geschaufelt. Mal ehrlich: Wer braucht schon die zehnte Version ein- und desselben Albums, das beispielsweise Running Wild Jahr für Jahr neu einspielen? [...] Heavy Metal ist in seiner ursprünglichen Form als rebellisches, frisches Underground-Movement sinnentleert.“

Lars Ulrich[6]

Metallica nahmen als Headliner an der Lollapalooza-Tour teil. Während dieser Tour reiste Newsted in einem eigenen Bus, in dem ein mobiles Tonstudio eingebaut war. Zusammen mit Exodus-Schlagzeuger Tom Hunting und Devin Townsend gründet Newsted das Projekt „IR8“ und nimmt ein Demo auf. Insbesondere James Hetfield war über dieses Demo ziemlich verärgert. Bei den MTV Europe Video Music Awards 1996 spielte die Band statt „King Nothing“ ein Medley aus den Liedern „So What“ und „Last Caress“. Aufgrund des obszönen Textes von „So What“[15] schnitt MTV Metallicas Auftritt bei allen Wiederholungen der Sendung hinaus.[16]

Im November 1997 erscheint Reload. Das ebenfalls von Andres Serrano entworfene Albumcover enthält dieses Mal eine Mischung aus Blut und Urin. Wie bereits Load steigt ReLoad auf Platz 1 der US-amerikanischen Charts ein. Die erste Single „The Memory Remains“ beinhaltet einen Gastauftritt der britischen Sängerin und Schauspielerin Marianne Faithfull. Die Tournee zum Album fiel relativ kurz aus.

Garage Inc. und S&M (1997–1999)

Ohne größere Vorbereitungen nahm die Band im Herbst 1998 elf Coverversionen von Bands wie z. B.Black Sabbath, Thin Lizzy, Mercyful Fate, Bob Seger und Discharge auf. Zusammen mit allen bisher veröffentlichten Coverversionen kam das Album unter dem Namen Garage Inc. auf den Markt. Metallica werden im März 1999 in den Walk of Fame in San Francisco aufgenommen. Der damalige Bürgermeister Willie Brown proklamierte den 7. März 1999 zum „Offiziellen Metallica-Tag“.[17]

Am 21. und 22. April 1999 nahm die Band zwei Auftritte mit dem San Francisco Symphony Orchestra unter Leitung von Michael Kamen auf. Kamen hatte die Streichinstrumente für das Lied Nothing Else Matters vom schwarzen Album arrangiert. Bereits damals versuchte Kamen die Band davon zu überzeugen, ihre Musik ein Mal mit unter Begleitung eines Sinfonieorchesters aufzuführen. Für den Auftritt komponierte die Band mit „No Leaf Clover“ und „-Human“ zwei neue Lieder.[6] Der Mitschnitt der Aufführung wurde im November 1999 unter dem Namen S&M veröffentlicht. „Nothing Else Matters“ wird als Single veröffentlicht und erreicht Platz 2 der deutschen Singlecharts. Weitere Auftritte mit Sinfonieorchestern finden im November des Jahres in Berlin und New York City statt.

Die Napster-Kontroverse und Newsteds Ausstieg (2000–2001)

Exklusiv für den Film Mission: Impossible II nahmen Metallica das Lied „I Disappear“ auf. Nachdem die Band herausfand, dass eine Demoversion von verschiedenen Radiosendern gespielt wurde, stellte man fest, dass der gesamte Backkatalog der Band bei der Peer-to-Peer-Tauschbörse Napster zum freien Download zur Verfügung stand. Metallica verklagte Napster und die Universitäten von Southern California, Yale und Indiana daraufhin wegen Urheberrechtsverletzung und Verletzung des Digital Millennium Copyright Act (DMCA).[18] Als Reaktion blockierten Yale und Indiana Napster von allen Computern, woraufhin Metallica die Klagen gegen beide Universitäten zurückzogen.[19]

Mit Hilfe des Online-Dienstleisters „NetPD“ wurde Napster eine 60.000 Seiten lange Liste mit 335.435 Benutzern vorgelegt mit der Bitte, diese Benutzer zu verbannen.[20] Der Rapper Dr. Dre schloss sich Metallicas Klage an, so dass weitere 230.142 Benutzer von Napster verbannt wurden.[21]

Lars Ulrich hinter seinem Schlagzeug 2004

„Es kränkt uns zu wissen, dass unser Gut mehr wie eine Massenware und weniger als die Kunst, die es eigentlich ist, behandelt wird. Vom geschäftlichen Standpunkt aus ist es reine Piraterie, etwas zu nehmen, das einem nicht gehört. Der Austausch solcher Informationen, ob es Musik, Videos oder Fotos sind, ist nichts anderes als der Handel mit gestohlenen Waren.“

Lars Ulrich[18]

Napster begann darauf ab März 2001, Benutzer und Metallica-Songs durch Aktivierung von Filtern anhand von Listen mit IP-Adressen zu sperren; im Juli zog die Band darauf ihre Copyright-Klage zurück. In einem Yahoo-Chat im Jahr 2000 erklärte Ulrich, dass die Band „Napster“ ausschließlich wegen der Verbreitung ihrer Studioalben verklagt hatte. Sie wollen aber weiterhin den Tausch von selbst gemachten Live-Aufnahmen, so genannten Bootlegs, erlauben[22].

Im Sommer 2000 ging die Band zusammen mit Korn, Kid Rock und System of a Down auf die „Summer Sanitarium“-Tour durch Nordamerika. Am 4. Juli 2000 stürzte ein Fan während des Konzerts in Baltimore vom Oberrang des PSINet Stadium und starb. Zwei Wochen später verstarb ein anderer Fan während eines Geheimkonzerts in Hollywood.[6]

Während der „Summer Sanitarium“-Tour kapselte sich Newsted immer weiter von der Band ab. Auch zwischen Hetfield und Ulrich wuchsen die Spannungen. Auf Anraten ihres Managers beschloss die Band, den Psychologen Phil Towle zu engagieren. Schon vor der ersten Sitzung hatte Newsted bereits beschlossen, die Band zu verlassen. Offiziell wurde der Ausstieg damit begründet, das Newsted seine Halswirbelsäule durch sein exzessives Headbangen ruiniert habe.[23] Die wahren Beweggründe für Newsteds Ausstieg lagen jedoch woanders.

Bereits seit 1996 arbeitete Newsted mit der Band Echobrain zusammen. Da Metallica eine längere Pause einlegen wollte planten Echobrain, ein Album aufzunehmen. Hetfield war dagegen und stellte Newsteds Treue zur Band in Frage.

„Die Band starb für mich am 27. September 2000. An diesem Tag stampfte mich James [Hetfield] in Grund und Boden. Er hatte zu der Zeit einen Haufen persönlicher Probleme, und ich musste das ausbaden. [...] Mein letztes Treffen mit der Band fand am 8. Januar 2001 statt. Nachdem ich meinen Ausstieg verkündet hatte, bin ich vor den anderen zusammengebrochen. Jeder im Raum weinte, die Spannung war unerträglich. Zum Schluss rief ich noch: „Ich möchte das nicht tun, aber ich muss, denn ich will mir selbst noch in die Augen sehen können.““

Jason Newsted[6]

Ohne einen Bassisten begann die Band im April 2001 auf dem Gelände der ehemaligen Militärkaserne Presidio mit den Vorbereitungen auf ein neues Studioalbum. Dabei wurden Metallica von den Filmemachern Joe Berlinger und Bruce Sinofsky begleitet, die innerhalb von zwei Jahren über 1.000 Stunden Filmmaterial aufnehmen.[24] Durch ständige Querelen zwischen Hetfield und Ulrich kam die Band nur langsam voran. Im Juli klinkte sich Hetfield aus und unterzog sich einer Rehabilitation, um seine Alkoholsucht zu therapieren. Der Entzug dauerte bis Dezember.[25] Etwa gleichzeitig bezog die Band in San Rafael ihr „Headquarter“, ein Gebäudekomplex, in dem sich Probe- und Aufnahmeräume sowie Büros befinden.

St. Anger (2002–2005)

Metallica begannen mit Bob Rock als Bassisten die Aufnahmen für ihr achtes Studioalbum St. Anger. Die sich bei den Bandmitgliedern aufgestaute Wut wurde in elf rohe, Hardcore-lastige Lieder kanalisiert. Auf Gitarrensoli wurde ganz verzichtet während Ulrichs Snare wie eine Steel Drum klingt. Nach Abschluss der Aufnahmen begann die Suche nach einem neuen Bassisten. Es spielten unter anderem Pepper Keenan (Corrosion of Conformity), Scott Reeder (Kyuss) und Jeordie White (Marilyn Manson) vor, die Wahl fiel jedoch auf den ehemaligen Suicidal Tendencies und Ozzy Osbourne-Bassisten Robert Trujillo. Jason Newsted schloss sich der kanadischen Band Voivod an und spielte 2003 in Ozzy Osbournes Band während der Ozzfest-Tournee.[26]

Robert Trujillo

Anlässlich des 20jährigen Bühnenjubiläums wurde die Band mit dem „mtvIcon“-Award geehrt. Während der einstündigen Sendung interpretierten von Metallica beeinflusste Bands wie Korn, Staind, Limp Bizkit und Sum 41 sowie Snoop Dogg und Avril Lavigne Metallica-Lieder von verschiedenen Alben. Am Ende der Sendung traten Metallica zum ersten Mal mit Robert Trujillo auf und spielten ein Medley aus „Hit the Lights“, „Enter Sandman“, „Blackened“, „Creeping Death“ und „Battery“.[27] Im Mai 2003 wurde im Staatsgefängnis San Quentin das Musikvideo für das Lied „St. Anger“ gedreht.

St. Anger, veröffentlicht am 5. Juni 2003, entwickelte sich zum kontroversesten Album der Bandgeschichte. Während die einen den rohen Sound des Albums schätzten stieß St. Anger bei vielen Altfans auf Ablehnung. Dennoch erreichte das Album in über 30 Ländern Platz eins der Albumcharts. Bei der folgenden „Madly in Anger“-Welttournee wurden mit Frantic und dem Titellied jedoch in der Regel nur zwei Lieder des Albums gespielt. Kurz vor dem Auftritt beim Download Festival musste Lars Ulrich wegen starker Bauchschmerzen, die sich allerdings als harmlos herausstellten, in ein Züricher Krankenhaus eingeliefert werden. Metallica spielten ein verkürztes Konzert, bei dem Dave Lombardo (Slayer), Joey Jordison (Slipknot) und Ulrichs Schlagzeugtechniker Flemming Larsen aushalfen.[28]

Im Sommer 2004 standen zehn Alben von Metallica gleichzeitig in den schwedischen Albumcharts. Insgesamt nahm die Band im Jahr 2004 43 Millionen Dollar ein und war damit nach Prince und Madonna der dritterfolgreichste Act in den USA.[6] Ebenfalls 2004 wurde der Dokumentarfilm Some Kind of Monster veröffentlicht, der während der Aufnahmen zum St. Anger-Album entstand. Im Jahre 2005 spielten Metallica lediglich zwei Konzerte als Vorgruppe der Rolling Stones in San Francisco.[29] Ein Jahr später spielte die Band ihre ersten Konzerte in Südafrika.

Death Magnetic (2006-heute)

Kirk Hammett

Nachdem Bob Rock die letzten sechs Alben der Band produzierte gab die Band im Februar 2006 bekannt, dass das nächste Studioalbum von Rick Rubin produziert wird.[30] Rubin hatte sich als Produzent von Bands wie Slayer, System of a Down, den Red Hot Chili Peppers oder Johnny Cash einen Namen gemacht. Im Rahmen ihrer „Escape from the Studio ´06“-Tour trat die Band im Juni 2006 zum dritten Mal bei den Festivals Rock am Ring / Rock im Park sowie auf der Berliner Waldbühne auf. Dabei wurden zum zwanzigjährigen Jubiläum der Veröffentlichung des Albums „Master Of Puppets“ sämtliche darauf enthaltenen Lieder vorgetragen. In Berlin spielten Metallica zusätzlich ein unbetiteltes neues Lied.[31] Eine Zusammenstellung aller Musikvideos wurde unter dem Titel The Videos: 1989–2004 im Dezember 2006 als DVD veröffentlicht.

Metallica nahmen eine Coverversion des Liedes „The Ecstasy of Gold“ auf, welches auf einem Tributalbum für den Komponisten Ennio Morricone veröffentlicht wurde. „The Ecstasy of Gold“ stammt aus dem Italo-Western Zwei glorreiche Halunken und wird seit 1983 als Intro für jedes Konzert verwendet.[32] Die Aufnahmen für das neunte Studioalbum Death Magnetic begannen im März 2007. Im Sommer des gleichen Jahres spielten Metallica eine kurze Stadiontournee durch Europa. Die Ankündigung des Konzertes in der finnischen Hauptstadt Helsinki führte dazu, dass sich Ende Mai 2007 zehn Metallicaalben in den finnischen Albumcharts platzierten.[33] Für den Iron-Maiden-Tributsampler Maiden Heaven nahmen Metallica das Lied „Remember Tomorrow“ auf, das für die Band eine Blaupause für Lieder wie „Fade to Black“ oder „Welcome Home (Sanitarium)“ war.[34]

Am 2. September 2008, zehn Tage vor der geplanten Veröffentlichung, wurden in Frankreich irrtümlicherweise die ersten Kopien des neuen Albums verkauft. Sofort tauchte das Album in den Internettauschbörsen auf. Lars Ulrich blieb über diesen vorzeitigen Leak gelassen und bezeichnete es als einen Erfolg, dass das Album erst zehn Tage vor der Veröffentlichung im Internet auftauchte.[35] Death Magnetic stieg weltweit in 32 Ländern auf Platz eins der Albumcharts ein. In den USA schaffte Death Magnetic als fünftes Metallica-Album den direkten Sprung auf Platz eins. Zuvor teilten sich Metallica mit den Beatles, U2 und der Dave Matthews Band den Rekord mit vier Alben.[36]

Am Veröffentlichungstag wurde Death Magnetic in der Berliner Multifunktionshalle O2 World im Rahmen eines Konzertes vorgestellt. Im Oktober 2008 begann die „World Magnetic“-Tour.

Am 4. April 2009 wurde Metallica in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.[37] Erstmals seit der Trennung 2001 spielten Metallica sowohl Master Of Puppets als auch Enter Sandman mit dem ehemaligen Bassisten Jason Newsted.

Rezeption

Metallica zählen zu den einflussreichsten und erfolgreichsten Metalbands aller Zeiten. Korn-Sänger Jonathan Davis respektiert Metallica als seine Lieblingsband, da sie „immer ihren eigenen Weg gegangen ist und heute immer noch relevant sind“.[38] Laut Godsmack-Schlagzeuger Shannon Larkin stellen Metallica den größten Einfluss für seine Band dar. Larkin erklärte, dass Metallica sein Leben veränderten, als er 16 Jahre alt war, da er zuvor nie so etwas hartes gehört hatte.[39] Die Trivium-Gitarristen Matthew Heafy und Corey Beaulieu erlernten ihr Instrument, nachdem sie zum ersten Mal mit der Musik von Metallica in Berührung kamen.[40][41] Für Avenged Sevenfold-Sänger M. Shadows waren die gemeinsamen Konzerte der Höhepunkt der Musikerkarriere.[42] Armored Saint-Sänger John Bush lobte Metallica dafür, dass die Band „einen vorbildlichen Karriereweg gegangen ist und sich nie hat reinreden lassen“. Für Kim Thayil von der Band Soundgarden sind Metallica ein „Beispiel für ehrlichen Erfolg ohne TV- und Radio-Hype“.[43]

Das britische Rockmagazin Kerrang veröffentlichte im April 2006 ein Tributalbum mit dem Titel Master of Puppets: Remastered anlässlich des 20jährigen Jubiläums des Albums Master of Puppets. Das Album beinhaltet Coverversionen der acht Lieder durch Bands wie Machine Head, Bullet for My Valentine, Chimaira, Mastodon, Mendeed und Trivium. Im Jahre 1996 veröffentlichte die finnische Band Apocalyptica ihr Debütalbum Plays Metallica By Four Cellos, auf dem acht Metallicalieder mit Celli gespielt werden. Die Parodieband Beatallica verbindet die Musik von Metallica mit der von den Beatles. Die Inhaber der musikalischen Rechte der Beatles, Sony, verklagte Beatallica, da die Band laut Sony einen „substantiellen und irreperabelen Schaden“ zugefügt hat. Lars Ulrich bat Metallicas Anwalt Peter Paterno, Beatallica rechtlichen Beistand zu leisten.[44]

MTV platzierte Metallica in ihrer Liste der „Größten Metalbands aller Zeiten“ auf Platz drei.[38] Der TV-Sender VH-1 setzte sie auf Platz fünf ihrer Liste der 100 größten Hard-Rock-Bands.[45] Das Album Master of Puppets belegte Platz eins in der Liste der „100 besten Metalalben“ vom Onlinemagazin Metal Rules.[46] In dem Buch Best of Rock & Metal des deutschen Magazins Rock Hard, in dem die nach Meinung der Rock Hard-Redaktion 500 stärksten Metal- und Hard-Rock-Alben aller Zeiten aufgeführt werden, sind Metallica mit fünf Alben vertreten. Master of Puppets belegt Platz zwei, gefolgt von Ride the Lightning. Das Debütalbum Kill ’Em All befindet sich auf Platz 12, das selbstbetitelte fünfte Album auf Platz 79 sowie Garage Inc. auf Platz 500.[47]

Auszeichnungen

  • Grammy Awards
    • 1990 Beste Metal-Darbietung („One“)
    • 1991 Beste Metal-Darbietung („Stone Cold Crazy“)
    • 1992 Beste Metal-Darbietung („Metallica“)
    • 1999 Beste Metal-Darbietung („Better Than You“)
    • 2000 Beste Hard-Rock-Darbietung („Whiskey in the Jar“)
    • 2001 Beste Darbietung eines Rockinstrumentals („The Call of Ktulu“)
    • 2004 Beste Metal-Darbietung („St. Anger“)
    • 2009 Beste Metal-Darbietung („My Apocalypse“)
    • 2009 Bestes Albumdesign („Death Magnetic“)
  • MTV Video Music Awards
    • 1992 Bestes Metalvideo („Enter Sandman“)
    • 1996 Bestes Metalvideo („Until it Sleeps“)
  • American Music Awards
    • 1996 Favorite Artist Heavy Metal/Hard Rock (Load)
    • 1996 Favorite Metal/Hard Rock Song („Until it Sleeps“)
  • Billboard Music Awards
    • 1997 Billboard Rock and Roll Artist of the Year (Metallica)
    • 1999 Catalogue Artist of the Year (Metallica)
    • 1999 Catalogue Album of the Year (Metallica)

Diskografie

Diese Auflistung enthält nur die Studioalben. Für eine ausführliche Diskografie siehe: Metallica/Diskografie

Gastmusiker

  • John Marshall (Rhythmusgitarre) – Hammetts Roadie übernahm Gitarrenarbeit 1986 (18x) und 1992 (18x) bei 36 Konzerten für den verletzten Hetfield. Außerdem war er bis 2001 bei der Power-Metal-Band Metal Church aktiv
  • Marianne Faithfull – Gastsängerin zu dem Lied The Memory Remains auf dem Reload Album 1997
  • Bob Rock (Bass) – Aufnahmesessions zu „St. Anger“ 2003 (Produzent von Anfang der 90er bis 2003 und Auftritt bei einigen Live-Auftritten)
  • Joey Jordison (Slipknot) – spielte beim Download-Festival 2004 folgende Songs für den aufgrund akuter Erschöpfungserscheinungen im Krankenhaus liegenden Ulrich: „For Whom The Bell Tolls“, „Creeping Death“, „Seek and Destroy“, „Sad But True“, „Wherever I May Roam“, „Last Caress“, „Nothing Else Matters“ und „Enter Sandman“
  • Dave Lombardo (Slayer) – spielte beim Download-Festival 2004 als Ersatz für den im Krankenhaus liegenden Ulrich „Battery“ und „The Four Horsemen“
  • Flemming Larsen (Lars Ulrichs Drumtechniker) – spielte beim Download-Festival 2004 den Song „Fade to Black“
  • Lemmy Kilmister (Motörhead) – spielte (und sang) beim Novarock-Festival 2006 mit Metallica eine Coverversion des Songs „Damage Case
  • Jerry Cantrell (Alice in Chains) – unterstützte James Hetfield am Novarock-Festival 2006 gesanglich bei „Nothing Else Matters

Weiterführende Informationen

Bücher

  • 1993 – Jürgen Seibold: Metallica ISBN 3-552-05089-2
  • 1993 – Chris Crocker: Nothing Else Matters ISBN 3-85445-083-4
  • 2002 – Cherry Lane Music: Metallica – The Complete Lyrics ISBN 1-57560-539-2
  • 2004 – Steffan Chirazi: So What! ISBN 3-453-12004-3
  • 2004 – Chris Ingham: Hit the Lights – Die Story zu ihren größten Songs ISBN 3-927638-15-3
  • 2004 – Mark Putterford: Metallica – Talking ISBN 3-89602-496-5
  • 2005 – Joel McIver: Justice for All, Die Wahrheit über Metallica ISBN 3-86543-035-X
  • 2005 – Ross Halfin: Metallica – Fotobuch by Ross Halfin ISBN 3-89602-758-1
  • 2006 – Joe Berlinger mit Greg Milner: Metallica.Inside: Hinter den Kulissen des Kultfilms „Some Kind of Monster“ ISBN 3-442-36448-5
  • 2007 – William Irwin: Metallica and Philosophy: A Crash Course in Brain Surgery (Blackwell Philosophy and Pop Culture) ISBN 1-4051-6348-8
  • 2007 – Mick Wall: Metallica Story & Songs Kompakt ISBN 3-86543-273-5
  • 2008 – William Irwin: Die Philosophie bei Metallica ISBN 978-3-527-50402-2

Kinofilm

  • 2004 – Some Kind of Monster später auch als DVD erschienen, dokumentiert einen Großteil der internen Bandgeschichte von Ende 2000 bis Frühsommer 2003. Der Film handelt vielmehr von Beziehungen als er eine Banddokumentation ist (vgl. oben, Bandgeschichte).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. nme.com: 25 things you never knew about Metallica
  2. riaa.com: Top Selling Artists
  3. metallica.com: History part 1
  4. grammy.com: Grammy Award Winners – Metallica
  5. a b mtv.com: Metallica timeline: Early 1981 - Early 1982
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w Michael Rensen: Thrash, Trauer & Triumpfe (Rock Hard, Ausgabe April 2007)
  7. mtv.com: Metallica timeline: March 14, 1982 – July 6, 1982
  8. mtv.com: Metallica timeline – Fall, 1984 – March 27, 1986
  9. a b riaa.com: Gold and Platinum – Searchable database
  10. mtv.com: Metallica timeline – June 26, 1986 – September 27, 1986
  11. mtv.com: Metallica timeline – February, 1990 – August 13, 1991
  12. musicline.de: Chartverfolgung / Metallica / Single
  13. time.com: Heavy Metal Goes Platinum
  14. mtv.com: Metallica timeline – June 22, 1994 – December 14, 1995
  15. antinowhereleague.com: Lyrics
  16. metallica.com: Timeline 1996
  17. metallica.com: Timeline 1999
  18. a b mpex.net: Metallica verklagt Napster und 3 Universitäten
  19. nytimes.com: 2 Universities Block Internet Music Service
  20. cnet.com: Metallica fingers 335,435 Napster users
  21. cnet.com: Napster boots Dr. Dre fans from service
  22. Dietmar Mueller (ZDNet): Napster einigt sich mit Metallica, 13. Juli 2001
  23. mtv.com: Metallica timeline – January 17, 2007 – February 21, 2007
  24. mtv.com: Metallica timeline – April, 2001 – December 4, 2001
  25. metallica.com: Timeline 2002
  26. mtv.com: Metallica timeline – January 3, 2002 – March 19, 2003
  27. mtv.com: ICON Performance Highlights
  28. yahoo.com: Metallica’s Lars Ulrich Hospitalized In Switzerland, Misses Show
  29. blabbermouth.net: METALLICA: Review, Photos From Second ROLLING STONES Concert Posted Online
  30. metallica.com: Metallica Studio Update
  31. blabbermouth.net: METALLICA Debut New Song At Berlin Concert
  32. blabbermouth.net: METALLICA Featured On ‚We All Love Ennio Morricone‘ CD; Details Revealed
  33. blabbermouth.net: METALLICA: Ten Albums In Finnish Top 40!
  34. metallica.com: Kerrang! Iron Maiden Tribute Album
  35. usatoday.com: Metallica remains calm over ‚Magnetic‘ leaks
  36. euroinvestor.co.uk: Metallica’s Death Magnetic Tops Album Chart for Third Week in a Row
  37. kurier.at: [1] (am 6.04.2009)
  38. a b mtv.com: Why they rule – Metallica
  39. blistering.com: Godsmack
  40. metaltheater.com: Corey Beaulieu from Trivium interview
  41. metalunderground.com: Interview With Matt From Trivium At RoadRage '04
  42. about.com: Avenged Sevenfold Interview
  43. Holger Stratmann (Hrsg.): Rock Hard Mania. Rock Hard GmbH, Dortmund 2004, ISBN 3-9805171-5-2, S. 20 ff.. 
  44. mtv.com: Metallica Mash-Up Band Gets By With A Little Help From Its Friend … Lars
  45. vh1.com: 100 greatest artists of hard rock
  46. metal-rules.com: The Top 100 Heavy Metal Albums
  47. Rock Hard (Hrsg.): Best of Rock & Metal. Heel Verlag, Königswinter 2005, ISBN 3-89880-517-4. 


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