File Maker


File Maker
FileMaker Pro
Entwickler: FileMaker, Inc.
Aktuelle Version: 10
(2009)
Betriebssystem: Mac OS X, Windows XP/Vista
Kategorie: Datenbankmanagementsystem
Lizenz: proprietär
Deutschsprachig: ja
filemaker.de

FileMaker ist ein proprietäres Datenbankmanagementsystem zur Verwaltung von Daten in Datenbanken und zur Entwicklung von Datenbankanwendungen. FileMaker läuft unter den Betriebssystemen Mac OS X und Windows XP/Vista. Eine FileMaker-Datenbanklösung besteht aus einer Datei oder mehren Dateien, wobei jede Datei eine oder meherere Tabellen enthält. FileMaker ist ebenfalls der Name der Firma, die das Datenbanksystem vertreibt. Mit FileMaker ist es möglich, sowohl einfach strukturierte Datenbestände im Einzel- oder Netzwerkzugriff zu verwalten (Adressen, Inventar, Preislisten, Kalenderübersichten etc.) als auch komplexe Anwendungen (Materialwirtschaften, Buchhaltung, Zeit- Aufgabenmanagement in unternehmensweiten Lösungen) mit vielen gleichzeitig zugreifenden Anwendern zu erstellen.

Inhaltsverzeichnis

Datenhaltung

Eine FileMaker-Datei enthält sowohl die Daten als auch die Informationen über die Struktur der Daten. In der Struktur enthalten sind die Tabellen mit den zugehörigen Feldern und Felddefinitionen, die Formeln und Funktionen der Felder, die Beziehungen (Relationen) der Tabellen zueinander, die Layouts, die Scripte sowie die Zugriffskonten mit Passwörtern und Zugriffsrechten.

Interoperabilität

Im Umfeld des Database Publishings z. B. zum Erstellen von datenbankgestützten Katalogen wird FileMaker zum Sammeln und Konfektionieren von Daten verwendet. Die Datenübergabe an Layoutprogramme erfolgt über CSV- oder XML-Export. Auch über ODBC, SQL, den Zugriff von Adobe InDesign-Plug-ins und QuarkXPress-XTensions kann zugegriffen werden.

Einschränkungen und Kritik

Im Gegensatz zu vergleichbaren Datenbankanwendungen, die nach der ANSI-SPARC-Architektur gestaltet wurden und Daten, Design und Logik aus Sicherheitsgründen trennen, speichert FileMaker alles in einer einzigen Datei. Datenbearbeitung findet über direkte Schreib- und Lesezugriffe statt; FileMaker besitzt keine Transaktionslogik. Hingegen wird der direkte Lese- und Schreibzugriff auf SQL-Datenbanken über ODBC unterstützt.

Ein Datenfeld in FileMaker kann maximal bis zu 2 GB Daten aufnehmen. Eine FileMaker-Datei kann bis zu 8 Terabyte an Daten speichern.

Geschichte

Die Wurzeln von FileMaker gehen auf ein unter MS-DOS laufendes Produkt mit Namen Nutshell zurück, das die Firma Nashoba Systems aus Concord, Massachusetts in den Jahren 1982/1983 entwickelt hatte. Vertrieben wurde das Produkt Nutshell von der Firma Leading Edge, die in dieser Zeit begonnen hatte, PC-kompatible Hardware und Software zu vertreiben.

Mit der Einführung des Apple Macintosh 1984 und dessen graphischer Benutzeroberfläche führte Nashoba 1985 das Datenbank-Konzept von Nutshell mit der menü- und fenstergesteuerten Oberfläche auf dem Apple Macintosh zusammen. Es entstand eine wesentlich leichter und intuitiver zu bedienende Datenbank.

Da Leading Edge nicht in den damals entstehenden Apple-Macintosh-Softwaremarkt einsteigen wollte, suchte Nashoba einen neuen Distributor und einen neuen Namen. Als Distributor fand Nashoba in der Firma Forethought, einer Firma, die bereits mit dem eigenen Präsentationsprogramm "Presenter" (später umbenannt in PowerPoint) im Macintosh-Markt aktiv war. Als neuen Namen wählte Nashoba "FileMaker". Der Name ist eine Kombination aus dem Namen des Microsoft-Datenbankprogramms MS-File für Apple Macintosh und des gerade auf den Markt gekommenen DTP-Programms PageMaker der Firma Aldus. In Anlehnung an das neue Apple-Macintosh-Modell "Macintosh Plus" folgte 1986 die Version FileMaker Plus. Im August 1987 übernahm Microsoft die Firma Forethought und dessen Produkt PowerPoint. Die mitgekauften Distributionsrechte (inklusive Dokumentation und Verpackung) an FileMaker wollte Microsoft nutzen, um FileMaker unter eigenem Namen zu vertreiben. Nashoba als Inhaber am Softwarecode entschied sich aber, FileMaker nun unter eigenem Namen zur Version FileMaker 4 weiterzuentwickelten und auch selbst zu vertreiben.

Kurz darauf kaufte Claris (eine Apple-Tochter) Nashoba und brachte das Programm als Claris FileMaker II auf den Markt.

Mit der Vorstellung von Claris FileMaker Pro im Oktober 1990 sprang die Versionsnummer auf 1.0 zurück. FileMaker war zu dem Zeitpunkt das erste Datenbankprogramm, mit dem es möglich war, im laufenden Betrieb die Datenbankstruktur zu ändern, neue Datenfelder zu definieren und bereits existierende zu löschen.

Ab Version FileMaker 2.1, die 1993 erschien, war das Programm auch für Windows in einer identischen Version verfügbar.

Seit der Version 3.0 (1996) ist FileMaker ein relationales Datenbanksystem, in dem mehrere FileMaker-Dateien (Tabellen) miteinander relational verknüpft sein können.

Mit der Version 4.0 (1997) verfügte FileMaker über ODBC-Import und rudimentäre SQL-Fähigkeiten sowie über eine eigene Plug-in-Architektur. Seit 1998 wird das Programm von der eigens gegründeten, aus Claris hervorgegangenen Firma FileMaker, Inc. hergestellt und vertrieben.

1999 erschien die Version 5, im Mai 2001 die Version 5.5, die erstmals (außer unter Mac OS 9 und Windows) auch nativ unter dem Apple-Betriebssystem Mac OS X lief.

Im September 2002 erschien die Version FileMaker 6. Darin unterstütze FileMaker erstmals Im- und Export von XML-Daten. Bestehende Suchergebnisse waren erstmals erweiterbar bzw. einschränkbar.

Die 2004 erschienene Version 7 wurde neu programmiert, das gesamte Datenmodell revidiert und die Funktionalität erweitert. Version 7 unterstützte mehrere Tabellen pro Datei und Unicode. An die Stelle von eindimensionalen Beziehungen zwischen Dateien (Version 3.0-6) traten nun vielschichtige Relationen zwischen Tabellenauftreten. Stark erweitert wurde die maximale Dateigröße von 2 Gigabytes auf 8 Terabytes sowie der maximale Dateninhalt einzelner Tabellenfelder von 64 Kilobytes auf 2 GigaBytes. Bis Version 7 wurden Beziehungen (Relationen) nur tabellarisch dargestellt. Ab da konnten in einem graphischen Beziehungsdiagramm (nach Art eines Entity-Relationship-Modell) dargestellt werden.

Mit Version 8 (2005) kam die Möglichkeit hinzu, eigene Funktionen definieren zu können, die rekursive Aufrufe unterstützen. 2006 erschien die Version FileMaker Pro 8.5, die als neuen Datentyp über sogenannte Webviewer-Elemente HTML-Inhalte von Webseiten in FileMaker-Datenbanken direkt einbinden kann.

Die Version 9 brachte die von der Eingabe abhängige Formatierung für Felder und Feldinhalte. In Bezug auf Anbindung an externen Datenbanken ist mit der Version 9 eine Echtzeitverbindung zu externen SQL-Datenquellen (z.B. Microsoft SQL Server, Oracle, MySQL) möglich. Mehrere Scriptfenster können gleichzeitig geöffnet werden; Scripte in Gruppen und Untergruppen gruppiert werden. Eine bessere Anpassung an Bildschirmfenster bieten skalierbare Elemente.

Die im Januar 2009 erschienene Version 10 von FileMaker brachte Neuerungen in den Bereichen Benutzeroberfläche, beim Suchen, bei den Berichten, bei Funktionen und neue Import- und Export-Formate. Der eingebaute direkte E-Mail-Versand über SMTP erlaubt das direkte Versenden von E-Mails aus der Datenbank. Als neue Import- und Exportformate werden die Excel 12-Formate nativ unterstützt. Für Mac-Nutzer ist auch der direkte Import von Datenbankdateien aus Bento 2 möglich. Die Beschränkung der Länge des Druckernamens auf 30 Zeichen entfällt.

Vertrieb

FileMaker wird in verschiedenen Versionen identisch für die Betriebssysteme Mac OS X und Windows angeboten. Man unterscheidet die Pro- und die Server-Versionen

FileMaker Pro

  • FileMaker Pro: das eigentliche Datenbankprogramm für Einzelplatzanwendungen oder kleinere Arbeitsgruppen mit bis zu 10 gleichzeitigen Nutzern. ODBC-Zugriff auf andere Datenbanken und die direkte Veröffentlichung der Datenbank im Web (genannt Instant Web Publishing) ist in dieser Version möglich.
  • FileMaker Pro Advanced erweitert die Pro-Version um spezielle Entwicklerfunktionen wie Database Design Report, Script Debugger, Einbaumöglichkeit von selbst definierten Funktionen, Erstellung eigener Menüs und Menübefehle. Selbstständig lauffähige Datenbanken (sog. FileMaker-Runtimes) können mit dieser Version erstellt werden. FileMaker-Runtime-Lösungen können lizenzfrei in beliebiger Anzahl verteilt werden. Einzige Einschränkung gegenüber eine vollwertigen FileMaker-Lizenz ist die nicht vorhandene Netzwerkfähigkeit.

FileMaker Server

  • Die FileMaker Server-Version setzt einen dezidierten Rechner als FileMaker-Server voraus und ermöglicht das Arbeiten an der FileMaker-Datenbank im Netzwerk mit mehr als 10 gleichzeitigen Benutzern.
  • FileMaker Server Advanced: ermöglicht neben dem Netzwerkzugriff auch den Zugriff auf FileMaker-Dateien durch ODBC-Zugriff. Datenbanklösungen können als Formulare im Web zur Verfügung gestellt werden.

Mobile Lösungen

  • Die Weiterentwicklung der FileMaker Mobile Version für Pocket PCs und Handhelds wurde 2008 eingestellt. FM Touch ist eine Lösung für das Apple iPhone zum Zugriff auf entfernte FileMaker-Datenbanken.

FileMaker ist als Trial-Version zum Ausprobieren erhältlich.

Das Unternehmen

Das gleichnamige Unternehmen wurde 1998 gegründet und ist in acht Niederlassungen weltweit tätig und beschäftigt insgesamt 300 Mitarbeiter. Die deutsche Niederlassung hat die Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, während das Mutterunternehmen die Rechtsform Incorporated hält.

Das Unternehmen wird von Dominique Gouphil geleitet.

Nach eigenen Angaben werden über 15 Mio. FileMaker-Produkte weltweit von Privatanwendern, Schulen, Universitäten sowie kleinen,mittelständischen und großen Unternehmen eingesetzt.

FileMaker, Inc. ist zu 100% in Besitz von Apple.

Über Gewinne erteilt das Unternehmen keine genaueren Auskünfte, hat aber nach eigenen Angaben seit Firmengründung stets Gewinne vorzuweisen.[1]

Literatur

  • Datenbankmanagement mit FileMaker Pro 8.5, Horst-Dieter Radke, SmartBooks, 2006, ISBN 978-3-908497-40-0, 456 Seiten.
  • FileMaker Pro 9 – The Missing Manual (engl.), Coffey und Susan Prosser, O’Reilly Verlag, ISBN 978-0-596-51413-6, 799 Seiten.
  • FileMaker 9 – Developer Reference (engl.), Que Publishing; 1. Auflage (2. August 2007), ISBN 0-7897-3708-6, 600 Seiten.

Weblinks

Quellen

  1. Über das Unternehmen

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • File Allocation Table — FAT (от англ. File Allocation Table «таблица размещения файлов») архитектура файловой системы, сейчас широко используемая в картах памяти фотоаппаратов и других устройств. Разработана Биллом Гейтсом и Марком МакДональдом в 1977 году[1].… …   Википедия

  • File — (f[imac]l), n. [AS. fe[ o]l; akin to D. viji, OHG. f[=i]la, f[=i]hala, G. feile, Sw. fil, Dan. fiil, cf. Icel. [thorn][=e]l, Russ. pila, and Skr. pi[,c] to cut out, adorn; perh. akin to E. paint.] 1. A steel instrument, having cutting ridges or… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • File blank — File File (f[imac]l), n. [AS. fe[ o]l; akin to D. viji, OHG. f[=i]la, f[=i]hala, G. feile, Sw. fil, Dan. fiil, cf. Icel. [thorn][=e]l, Russ. pila, and Skr. pi[,c] to cut out, adorn; perh. akin to E. paint.] 1. A steel instrument, having cutting… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • File cutter — File File (f[imac]l), n. [AS. fe[ o]l; akin to D. viji, OHG. f[=i]la, f[=i]hala, G. feile, Sw. fil, Dan. fiil, cf. Icel. [thorn][=e]l, Russ. pila, and Skr. pi[,c] to cut out, adorn; perh. akin to E. paint.] 1. A steel instrument, having cutting… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • file-cutter — fileˈ cutter noun A maker of metal files • • • Main Entry: ↑file …   Useful english dictionary

  • File Allocation Table — For other uses, see Fat (disambiguation). FAT Developer Microsoft Full Name File Allocation Table FAT12 (12‑bit version) FAT16/FAT16B (16‑bit versions) FAT32 (32‑bit version with 28 bits used) Introduced …   Wikipedia

  • File sharing and the law — The legal issues in file sharing involve violation of copyright laws as digital copies of copy written materials are transferred between users. The debate on peer to peer and file sharing is a virtually global phenomenon. Peer to peer ( P2P )… …   Wikipedia

  • Bastard file — File File (f[imac]l), n. [AS. fe[ o]l; akin to D. viji, OHG. f[=i]la, f[=i]hala, G. feile, Sw. fil, Dan. fiil, cf. Icel. [thorn][=e]l, Russ. pila, and Skr. pi[,c] to cut out, adorn; perh. akin to E. paint.] 1. A steel instrument, having cutting… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Cross file — File File (f[imac]l), n. [AS. fe[ o]l; akin to D. viji, OHG. f[=i]la, f[=i]hala, G. feile, Sw. fil, Dan. fiil, cf. Icel. [thorn][=e]l, Russ. pila, and Skr. pi[,c] to cut out, adorn; perh. akin to E. paint.] 1. A steel instrument, having cutting… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Cross-cut file — File File (f[imac]l), n. [AS. fe[ o]l; akin to D. viji, OHG. f[=i]la, f[=i]hala, G. feile, Sw. fil, Dan. fiil, cf. Icel. [thorn][=e]l, Russ. pila, and Skr. pi[,c] to cut out, adorn; perh. akin to E. paint.] 1. A steel instrument, having cutting… …   The Collaborative International Dictionary of English