Finale der Deutschen Turnliga


Finale der Deutschen Turnliga

Das Deutsche-Turnliga-Finale (DTL-Finale) ist die größte nationale Turnmeisterschaft. Zum Jahresende werden in vier Wettkämpfen die Aufsteiger in die 1. und 2. Bundesligen, die Absteiger in die 2. Bundesligen und die Regionalligen und die Meister der 1. Bundesligen der Männer und Frauen ermittelt.

Inhaltsverzeichnis

Geräte beim DTL-Finale

Gerätturnen der Männer

Die Männer turnen an den Geräten Boden, Pauschenpferd, Ringe, Sprung, Barren und Reck. Die Geräte werden in dieser Reihenfolge, d.h. in der „Olympischen Rotation“ geturnt. Jeder Turner darf seine Übung einmal den Kampfrichtern präsentieren. Nur beim Sprung müssen zwei Sprünge gezeigt werden. Die Endwertung ergibt sich als Durchschnittswert der Bewertung beider Sprünge (Näheres zum Wertungssystem siehe unten).

Das Bodenturnen

Das Bodenturnen der Männer ist durch Serien dynamischer Salti und so genannten „Schrauben“ (Längsachsendrehungen) geprägt. Sie turnen vor allem kraftvolle akrobatische wie auch statische Elemente, welche die Faszination dieses Gerätes ausmachen. Viele eindrucksvolle Elemente sind internationalen Turngrößen gewidmet. Zum Beispiel der so genannte „Lou Yun“ sorgt im Publikum seit 1985 stets für Begeisterung. Fabian Hambüchen präsentierte diesen Doppelsalto seitwärts gegrätscht mit einer Dreiviertellängsachsendrehung bereits öfter sicher in den Stand.

Das Pauschenpferd

Das Pauschenpferd ist ein 1,05 m hohes Stützgerät mit zwei Griffen (Pauschen). Charakteristisch für dieses Gerät sind die kreisenden Bewegungen oder pendelnde Schwünge, welche der Turner mit meist geschlossenen oder auch gespreizten Beinen vollzieht. Ganz knapp schwingt er über die gesamte Länge des Gerätes (1,60m). Immense koordinative Leistungen und vor allem das Aufbringen von Kraft gegen die Schwerkraft stellen an diesem Gerät die besonderen Schwierigkeiten dar. Gerne gesehen sind die so genannten „Thomas-Kreisel“. Mit gespreizten Beinen „wirbeln“ (flanken) die Turner im Stütz kreisend um das Pauschenpferd - eine Höchstschwierigkeit.

Die Ringe

Die Ringe zählen durch die vielen Krafthalteelemente zu den schwersten Geräten im Turnen. Sie fordern vom Turner sehr viel Kraft und Gleichgewicht, sowie die Kontrolle der schwingenden Holzringe. Sie hängen in einer Höhe von 2,80m. Durch den Wechsel zwischen schwierigen Halte- und Schwungelementen und dem abschließenden komplexen Abgang entsteht eine abwechslungsreiche Kürübung. Spektakulär wirkt immer der Kreuzhang, dem man gut ansieht wie viel Krafteinsatz dieses Element einfordern muss.

Der Sprung

Seinen Sprung (seit 2001 auch Sprungtisch) bereitet der Turner mit über 25 Meter Anlauf vor, um somit die notwendige Geschwindigkeit zu erreichen und mit einem kraftvollen Absprung und Handabdruck eine Reihe akrobatischer Elemente in einer Flugphase zu zeigen. Die Höhe des Sprungtisches bei den Turnern beträgt 1,35 m. Ein oft gezeigter Sprung ist der Handstützüberschlag mit Doppelsalto („Roche“). Eine Höchstschwierigkeit ist es an diesen Doppelsalto noch eine halbe Drehung anzuhängen. Dies gelang erstmals Marian Dragulescu (ROM), der somit diesem Sprung seinen Namen verlieh.

Der Barren

Am Barren zeigen die Turner meist Halte- und Kraftelemente sowie Schwünge, Kippen u.ä. in der so genannten „Holmgasse“ oder seitlich an den hölzernen Holmen. Auch spektakuläre Flugelemente, Richtungswechsel und Schwungtypen prägen die Übungen am (Parallel-)Barren. Timing und präzises Turnen auf den Punkt sind hier gefragt. Ein bekanntes Element - den „Tippelt“ - initiierte der damals für die DDR turnende Sven Tippelt. Eine wahre Seltenheit stellt der so genannte „Tsukahara“ als Abgang dar. Der Doppelsalto rückwärts gehockt mit einer ganzen Längsachsendrehung wird erfreulicherweise von dem deutschen Turner Marcel Nguyen in Perfektion gezeigt.

Das Reck

Das Reck ist das „Königsgerät“ im männlichen Gerätturnen. An der Eisenstange turnen die Turner atemberaubende Schwung- und Flugelemente aus Vorwärts- wie Rückwärtsbewegungen heraus - in bis zu 4m Höhe über dem Boden! Schwere Griffkombinationen, Richtungswechsel und die Flugelemente über die Reckstange machen dieses Gerät zu einem der heikelsten Geräte und bringen somit die meiste Spannung im Wettkampf mit sich! Der bekannteste Salto ist sicher der „Gienger-Salto“. Eberhard Gienger turnte dieses Element - ein Salto rückwärts mit einer halben Drehung in den Hang - erstmals 1978. Seit 1977 immer wieder zu sehen ist die „Tkatchev-Grätsche“ nach Alexander Tkatchev (UdSSR) - ein Vorschwung aus dem Langhang mit Kontergrätsche über den Holm in den Hang. Der Ungar Peter Kovacs entwickelte 1979 den „Kovacs-Salto“, ein Rückwärtssalto gehockt über die Reckstange in den Hang. Dieser wird auch mit „Schrauben“ (Längsachsendrehungen) geturnt (z.B. „Kolman“).

Gerätturnen der Frauen

Die Frauen turnen ebenso in der olympischen Reihenfolge an den Geräten Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken und Boden.

Der Sprung

Am Sprung (Sprungtisch) zeigen die Turnerinnen nach einem Anlauf von über 20 Metern, einen kraftvollen Absprung vom Sprungbrett und dem Stützen beider Hände akrobatische Elemente. Beispielsweise werden oftmals Sprünge wie der so genannte „Jurtchenko“ gezeigt. Dieser Sprung ist Natalia Jurtchenko (UdSSR) gewidmet, die ihn erstmals beim Weltcup 1982 in Zagreb turnte. Noch heute zeigen die Weltspitzenathletinnen diese Radwende auf das Sprungbrett mit einem „Flick-Flack“ (Handstützüberschlag rückwärts) auf den Sprungtisch und einer anschließenden mehrfachen Achsendrehung rückwärts (Längs- und Breitenachse). Weitere öfter geturnte Sprünge sind Handstützüberschläge vorwärts mit verschiedenen Salti in der zweiten Flugphase.

Der Stufenbarren

Der Stufenbarren ist ein spektakuläres Wettkampfgerät. Zwei Holzholme sind in unterschiedlicher Höhe angebracht (2,45 m und 1,65 m). Schwer vorstellbar, welche Kraft, Präzision, Koordination, Courage und Konzentration von diesen Turnerinnen gefordert wird, um ihre Übungen mit solch Leichtigkeit zu präsentieren. Die Turnerin bewegt sich vom einen zum anderen Holm, zeigt unterschiedliche Richtungs- und Griffwechsel und verschiedene Salti als Abgänge. Viele Elemente, welche die Männer am Reck turnen, sind seit einigen Jahren auch bei den Frauen („Gienger“, „Tkatchev“ u.v.m.) zu sehen. Der vielmals zu beobachtende „Jäger-Salto“ charakterisiert sich als ein Rückschwung im Langhang und einem Salto gegrätscht in den Hang. Bernd Jäger (DDR) prägte dieses Element im Jahre 1974.

Der Schwebebalken

Auf dem Schwebebalken zu turnen, gilt als Zauberkunst. Viele Menschen wundern sich, wie man auf diesem zehn Zentimeter breiten und fünf Meter langen Gerät so komplexe Bewegungen ausführen kann. Eine Mischung aus Gleichgewichtselementen, Drehungen und akrobatischen Sequenzen mit oder ohne Flugteilen ergeben eine eindrucksvolle Kürübung. Hier spielen Flexibilität, Rhythmus und vor allem Ausdruck und Konzentration die wesentliche Rolle. Die Turnerinnen haben maximal 90 Sekunden Zeit, um ihr Bestes zu geben. Hier entscheidet sich oftmals, wer beispielsweise den Mehrkampf-Titel erlangen wird. Eindrucksvoll sind die zahlreichen Flick-Flack und Salti, die auf diesem „schmalen Grat“ gezeigt werden.

Der Boden

Am Boden „fliegen“ die Turnerinnen Salti, Längsachsenmehrfachdrehungen und akrobatischen Kombinationen durch die Luft, turnen Sprünge, Drehungen und weitere gymnastische Elemente. Turnerische und tänzerische Fähigkeiten werden mit einer großartigen Ausstrahlung präsentiert. Die Kürübungen werden auf einer Fläche von 12m × 12m auf Musik geturnt und sind meist am liebsten vom Publikum gesehen. Durch rhythmisches Klatschen begleiten die Zuschauer ihre Publikumslieblinge durch die Übung. Der Boden ist das Gerät an dem die Turnerinnen all ihre Grazie und ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringen können.

Das Wertungssystem

Seit einigen Jahren wird in den Bundesligen der Männer nach dem „Score-System“ geturnt: Pro Gerät zeigen vier Turner ihre Übungen, der gegnerische Trainer muss den Vortrag einschätzen und einen Turner seiner Wahl einsetzen, der dann im direkten Vergleich mit seinem Gegner Score-Punkte für die Mannschaft verbuchen kann. Beim Setzen ist viel taktisches Geschick gefragt; jede Mannschaft muss zweimal vorlegen und kann zweimal reagieren. Die Anzahl der Score-Punkte hängt davon ab, wie stark sich die gezeigten Leistungen unterschieden - es werden höchstens fünf Punkte vergeben; bei gleich guten Übungen erhalten beide Duellanten null Punkte. Die Abstände ermitteln die Kampfrichter nach einem internationalen Wertungscode, der den Wert einzelner Elemente und die Abzüge für unterschiedlich gravierende Fehler genau festlegt. Das Wertungssystem

Nach dem Kampfrichter-Eklat bei den Olympischen Spielen in Athen gab es 2006 eine grundlegende Änderung der Wertungsvorschriften. Ab 2006 wird die 10,0 nicht mehr die Obergrenze der Bewertung sein; stattdessen teilt sich die Bewertung dann in die Ausführung der Übung (B-Note, von 10,0 Punkten abwärts) und die Schwierigkeit der Übung auf (A-Note, nach oben offen). Der Schwierigkeitsgrad wird zur B-Note hinzugezählt und ermittelt sich aus den zehn schwierigsten Elementen der Übung. Ein A-Teil (z. B. eine Riesenfelge am Reck) ist 0,1 Punkte wert, ein B-Teil (z. B. ein Strecksalto am Boden) ist 0,2 Punkte wert, ein C-Teil (z. B. Doppelsalto am Boden) 0,3 und so weiter. Die derzeit schwierigsten Elemente (z. B. ein Dreifachsalto am Boden) sind F-Teile und damit 0,7 Punkte wert. An jedem Gerät gibt es vier Strukturgruppen (EG), die erfüllt werden müssen, und je 0,5 Punkte Bonus einbringen, ebenso wie ein schwieriger Abgang. Wer schwierige Elemente kombiniert, beispielsweise Flugelemente am Reck, erhält weitere Bonuspunkte. Durch die neuen Wertungsvorschriften wird die Ausführung wieder besonders wichtig, weil Haltungs- und Technikfehler in der B-Note hart bestraft werden - außerdem zeichnet sich eine Tendenz zu deutlich längeren Übungen ab. Das neue System kann fortan dauerhaft bestehen bleiben, weil schwierige Elemente einfach als G- oder H-Teile integriert werden - der zweite große Vorteil: Es ist theoretisch bis in die untersten Klassen hinein anwendbar. Derzeit liegen exzellente Wertungen bei über 15 Punkten. Modus des DTL-Finales 2007

Die Finalteilnehmer und alle Mannschaften, die um Auf- und Abstieg kämpfen, stehen erst am Saisonende fest (zu spät für die Drucklegung dieser Broschüre) und werden deshalb auf einem Einlegeblatt näher vorgestellt. Vorab wird hier der Modus erläutert: Die besten Teams der ersten Bundesliga kämpfen um den Titel des deutschen Mannschaftsmeisters - bei den Männern zwei Teams nach dem Score-System, bei den Frauen vier nach klassischer Punktwertung.

Die Wertung beim DTL-Finale

Der Modus zum Aufstieg unterscheidet sich zwischen Männern und Frauen.

Männer

Die beiden Staffelsieger der zweiten Bundesligen Nord und Süd turnen um den Platz in Liga eins, von dem das Erstligaschlusslicht automatisch absteigt. Ebenso turnen die vier besten Teams der Regionalligen Nord und Süd in zwei Duellen um den Aufstieg in Liga zwei, während die Staffelletzten der zweiten Bundesligen Nord und Süd jeweils direkt absteigen. Den Aufstieg in die Regionalliga fechten bis zu zehn Mannschaften aus den Oberligen der Landesturnverbände aus.

Frauen

Bei den Turnerinnen steigt der Erstligaletzte automatisch ab, der Vorrundensieger der zweiten Bundesliga erreicht sofort den Aufstieg in die höchste Turnklasse. Die sechst- und siebtplazierten Teams der ersten Liga streiten sich mit dem Zweiten und Dritten der zweiten Bundesliga um zwei Erstligaplätze. Zwischen zweiter Bundesliga und Regionalliga wird analog verfahren.

Deutsche Meister/innen

Männer

Frauen

  • 2006: Turnteam Toyota Köln
  • 2007: TT Stuttgart-Ulm

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