Finsternis-Limite

Finsternis-Limite

Finsternis-Limite sind ekliptikale Winkel Δλ zwischen Mond und Mondknoten (das heißt Knoten-Distanzen), innerhalb derer Sonnen- und Mondfinsternisse stattfinden.

Für verschiedene Arten von Sonnen- und Mondfinsternissen (total, partiell, Halbschatten) gelten verschiedene Finsternis-Limite.

Befindet sich der Mond östlich des Knotens, sind die Werte positiv (+), bei westlicher Lage sind sie negativ (-).

Finsternis-Limite bei Sonnenfinsternissen

Finsternis-Limite bei Sonnenfinsternissen, Semester-Zyklus

Als Mondknoten wird der Schnittpunkt zwischen Ekliptikebene und auf- oder absteigender Mondbahn bezeichnet, vom Erdmittelpunkt beziehungsweise vom Subsolaren Punkt aus gesehen. Wenn der Mond sich zu Neumond exakt im Knoten aufhält, findet eine zentrale (mittige) Sonnenfinsternis (Gamma = 0) statt. Dabei kann die Sonne entweder total bedeckt werden oder ringförmig.

Befindet sich der Neumond nicht im Knoten (Gamma ≠ 0), so ist vom Subsolaren Punkt aus die Sonne nur partiell oder gar nicht verfinstert zu beobachten. Die Finsternis kann aber dennoch als eine zentrale (und total oder ringförmig) zu sehen sein, wenn sich der Beobachter auf der Erde weiter nördlich oder südlich aufhält – und zwar so, dass sich der Neumond nun im dort geltenden "örtlichen Mondknoten" befindet. Bei einem Wert von Gamma = ±1 hat sich der Beobachtungsort dann in Richtung Nordpol oder Südpol verschoben und das Finsternis-Limit für zentrale Finsternisse ist damit erreicht.

In den Polargebieten finden bis zu einem Wert Gamma ≈ ±1,55 noch nicht-zentrale partielle Sonnenfinsternisse statt, bevor auch für diese das entsprechende Finsternis-Limit erreicht ist.

Die oben stehender Grafik zeigt auf, dass ein Finsterniszyklus (hier der Semesterzyklus) seine Grenzen innerhalb der beiden Limite für partielle Finsternisse hat. Die angegebenen Werte Δλ = ±10,6° beziehungsweise Δλ = ±16,6° sind mit den mittleren Werten der Distanzen Erde-Sonne bzw. Erde-Mond und für den mittleren Winkel zwischen Ekliptik und Mondbahn ermittelt.

Finsternis-Limite bei Mondfinsternissen

Finsternis-Limite bei Mondfinsternissen, Semester-Zyklus

Ist der Vollmond im Knoten seiner Bahn, findet eine zentrale (mittige) Mondfinsternis statt. Befindet sich der Vollmond nicht im Knoten, so trifft ihn der Erdschatten auch nicht mittig. Die Wahrscheinlichkeit, dass er dennoch vom Kernschatten getroffen wird, ist wegen der ihm gegenüber ziemlich großen Erde relativ hoch.

Das Limit für totale Mondfinsternisse wird erreicht, wenn der Mond von innen her den Rand des Kernschattens berührt.

Das Limit für partielle Mondfinsternisse wird überschritten, wenn der Vollmond ganz aus dem Kernschatten der Erde heraustritt.

In diesem Moment ist auch meistens schon bereits der Rand des Halbschattens überschritten, und es findet somit nur eine partielle Halbschatten-Mondfinsternis statt. Deren Limit ist dann bei Verlassen des Halbschattens erreicht. Eine totale Halbschatten-Mondfinsternis ist selten, denn die Breite des Halbschattenringes ist in den meisten Fällen kleiner als der Monddurchmesser.

Die in oben stehender Grafik angegebenen Werte Δλ = ±4,7°, Δλ = ±10,6° und Δλ = ±16,7° gelten für die mittleren Werte der Distanz Erde-Sonne und Erde-Mond sowie für den mittleren Winkel zwischen Ekliptik und Mondbahnebene.

Die numerische Ähnlichkeit von verschiedenen Werten bei Sonnen- und bei Mondfinsternissen ergibt sich aus jeweils unterschiedlichen Verhältnissen und ist insofern zufällig.


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