Flankensteilheit


Flankensteilheit

Die Flankensteilheit ist in der Elektronik und Messtechnik entweder

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Flankensteilheit von Filtern

Der Frequenzgang eines Filters – gleich welcher Bauart – wird durch den Durchlassbereich und den Sperrbereich bestimmt. Wie aus der Bezeichnung hervorgeht, sollen alle Frequenzen innerhalb des Durchlassbereichs möglichst ungedämpft übertragen werden. Die Dämpfung innerhalb des Sperrbereichs kann jedoch nicht mit der Grenzfrequenz plötzlich erfolgen, für die der Filter berechnet ist, sondern setzt erst allmählich ein. Auf diese Weise entsteht eine Durchlasskurve, die im Durchlassbereich möglichst geradlinig ist und zum Sperrbereich hin mehr oder weniger steil abfällt. Weit verbreitet sind Filter mit 6 dB/Okt., 12 dB/Okt., 18 dB/Okt. und 24 dB/Okt.

Besonders gerade Durchlassbereiche und steile Filterflanken lassen sich mit Quarzfiltern und Oberflächenwellenfiltern (AOW-Filtern) erreichen.

Diese Flankensteilheit gilt nicht bei den typischen Präsenzfiltern und Absenzfiltern mit Parallel- oder Serien-Resonanzkreisen. Da gilt allein die Filtergüte, also der Q-Faktor (Quality factor).

Die Flankensteilheit in dB/Okt. ist auch nicht in den Gütefaktor Q oder die Bandbreite B umzurechnen, weil es beim Anheben oder Absenken (Gain) der Center-Frequenz keinen konstanten dB/Okt.-Wert geben kann; siehe Weblink unten.

Flankensteilheit von Rechteck- und Schaltsignalen

Die Flankensteilheit von Signalen kann aufgrund der endlichen Grenzfrequenz der Schaltelemente und Übertragungsglieder nicht unendlich hoch sein. Sie kann sich auch aufgrund von Dispersion entlang langer Leitungen (Lichtleitkabel, isolierte Kupferkabel) verringern.

In vielen Fällen soll sie jedoch besonders hoch sein oder bleiben, etwa um Schaltverluste zu verringern und den unzulässigen („verbotenen“) Bereich von Digitalschaltungen möglichst schnell zu überstreichen oder eine maximale Datenrate zu gewährleisten; siehe Anstiegs- und Abfallzeit.

Besonders hohe Flankensteilheiten führen jedoch auch zu besonders hohen Störaussendungen, da dann in der Fouriertransformation eines Signalsprunges besonders hohe Frequenzen auftreten, die stärker induktiv oder kapazitiv „koppeln“, d. h. sich von einer Signalleitung auf eine andere übertragen können.

Daher muss oft ein Kompromiss zwischen geringen Schaltverlusten und geringen Störaussendungen getroffen werden, etwa bei der Ansteuerung von Schalttransistoren in Schaltnetzteilen.

Siehe auch

Literatur

Michael Dickreiter: Handbuch der Tonstudiotechnik. 6. Auflage in 2 Bänden, Saur, München 1997, ISBN 3-598-11321-8

Weblinks


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