Flämische Dialekte


Flämische Dialekte
Dialekte des Niederländischen in den Niederlanden und Nordbelgien. In Nordbelgien, also Flandern und Brüssel, werden gesprochen: (1) West- und Seeländisch-Flämisch, (23) Ostflämisch, (22) Brabantisch, (24) Limburgisch

Die Flämischen Dialekte umfassen zwei bestimmte niederländische Dialekte in Belgien, und zwar Westflämisch und Ostflämisch. Sie werden in den Provinzen Westflandern und Ostflandern gesprochen, die wiederum ungefähr mit dem Gebiet der mittelalterlichen Grafschaft Flandern liegen. Außer diesen beiden Dialekten gibt es in Belgien noch weitere niederländische Dialekte, nämlich Brabantisch und Limburgisch.

Geschichte

Die Zentren Brügge und Gent beeinflussten das Niederländische Sprachgebiet im Mittelalter maßgeblich. Ab ungefähr 1600 entwickelte sich das Flämisch Ostflanderns schneller weiter als das Westflanderns. Die Gründe dafür sind der ländlichere Charakter Westflanderns und die geografische Nähe Ostflanderns zum Herzogtum Brabant, wo der brabantische Dialekt ab 1600 größeren Einfluss auf die sprachliche Entwicklung des Niederländischen Sprachraums hatte als Flämisch.

Abgrenzung

„Flämisch“ wird in und außerhalb Belgiens auch für etwas anderes als die beiden Dialekte verwendet. Es ist aber

  • keine eigenständige Sprache: Die Amts- und Schriftsprache in der Region Flandern und in der zweisprachigen Region Brüssel-Hauptstadt ist Niederländisch, sei es in leicht anderer Form als in den Niederlanden. Man spricht beispielsweise in Wörterbüchern vom Belgischen Niederländisch. Der Unterschied ist vergleichbar mit dem zwischen dem Standarddeutsch in der Bundesrepublik und dem in Österreich.
  • nicht die Sammelbezeichnung für die niederländischen Dialekte in Belgien, da es noch weitere niederländischsprachige, nichtflämische Dialekte in Belgien gibt.

Da „flämisch“ auch das Adjektiv für die Einwohner der Region Flandern ist, verwenden die Belgier „flämisch“ oftmals synonym mit „niederländischsprachig“. Dabei beziehen sie die niederländischsprachigen Einwohner Brüssels mit ein. Wenn Niederländer einen Sprachgebrauch als „flämisch“ oder „belgisch“ bezeichnen, meinen sie in der Regel das in Belgien gesprochene Niederländische ohne genauere Kenntnis der einzelnen Dialekte Belgiens.

In Flandern hat sich im 20. Jahrhundert eine Sprachform entwickelt, die weder mit dem (belgischen) Standardniederländisch noch mit den alten niederländischen Dialekten Belgiens identisch ist. Es handelt sich um die Umgangssprache vor allem der Stadtbewohner. Die Flamen sprechen von einer tusseltaal (Zwischensprache), oft auch vom Verkavelingsvlaams.

Siehe auch


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