Forschungsfreisemester


Forschungsfreisemester

Das Sabbatical ist ein Arbeitszeitmodell.

Im neuzeitlichen, übertragenen Sinn des aus den USA stammenden Begriffs sabbatical, auch Sabbatjahr, bezeichnet es entweder

Was heute an deutschen Hochschulen als Forschungsfreisemester üblich ist, führten zuerst Professoren an den amerikanischen Unis ein: Dem Lehrbetrieb den Rücken kehren, um sich völlig der Forschungsarbeit zu widmen.

Aber auch in der Wirtschaft kann sich der Mitarbeiter durch Lohnverzicht und durch den Aufbau von Plusstunden, beispielsweise durch Überstunden, einen Freizeitanspruch aufbauen. Dieser Freizeitanspruch kann dann an einem Stück genommen werden. Während der gesamten Zeit bleibt dabei das Einkommen konstant. Neben dem Sabbatical besteht weiterhin der Anspruch auf bezahlten Urlaub.

In Deutschland besteht für Beamte die Möglichkeit, für die Dauer von zwei bis sechs Jahren für zwei Drittel bis sechs Siebtel des normalen Gehaltes zu arbeiten. Dafür kann man sich anschließend für ein Jahr völlig freistellen lassen und bekommt in diesem Jahr ebenfalls zwei Drittel bis sechs Siebtel der Dienstbezüge.

In Österreich gibt es für Beamte und Vertragsbedienstete die Möglichkeit, ein Freijahr zu nehmen, wenn keine dienstlichen Gründe dagegensprechen und wenn der Bedienstete bereits eine bestimmte Zeit im öffentlichen Dienst gearbeitet hat (z. B. fünf Jahre im Bundesdienst, sechs Jahre im Wiener Landesdienst). Die Rahmenzeit beträgt im Regelfall fünf Jahre (davon ein Freijahr), während derer der Mitarbeiter 80 Prozent des üblichen Monatsbezuges erhält. Auch kürzere Rahmenzeiten und Freizeiten können vereinbart werden (geregelt in § 20a des Vertragsbedienstetengesetzes bzw. § 78e des Beamten-Dienstrechtsgesetzes).

Die Auszeit kann für Weiterbildungen, Umschulungen, Reisen oder Neuorientierung genutzt werden. Australier und Japaner nehmen sich diese Zeit, um auf Reisen nach Europa zu gehen oder sich in den USA weiterzubilden. In den USA stellen viele Männer und Frauen ihre Arbeitskraft sozialen Projekten zur Verfügung. Um dieses zu ermöglichen, müssen klare Regeln für das Ankündigen und Antreten eines Sabbatical existieren. Auch müssen klare Regeln getroffen werden, ob und wie Krankheitszeiten im Sabbatical angerechnet werden.

Die Motivation und Kreativität kann durch dieses Modell gesteigert werden, auch wird einem Burn-Out vorgebeugt. Probleme kann die Organisation der Vertretung bereiten. Auch kann die Wiedereinarbeitung nach einem Sabbatical für den Arbeitnehmer problematisch werden.

In Dänemark etwa fördert der Staat Arbeitsunterbrechungen für Sabbatical-Zeiten finanziell. Für die Beschäftigten ist dadurch der Anreiz, ihre Erwerbstätigkeit zu unterbrechen, größer. Die freigewordenen Stellen werden im Idealfall von Langzeitarbeitslosen bis zur Rückkehr des Urlaubers ausgefüllt. Diesen wird so der berufliche Wiedereinstieg erleichtert. Auch die Niederlande und Finnland haben ähnliche Programme eingeführt. In Deutschland ist etwas derartiges jedoch noch nicht in den Arbeitsalltag integriert.

Ursprünge

Das Sabbatjahr (englisch Sabbatical) bezeichnet ein in der Tora beschriebenes göttliches Gebot:

Und der Herr sprach zu Mose auf dem Berg Sinai: Rede mit den Kindern Israel und sag zu ihnen: Wenn Ihr in das Land kommt, das ich Euch geben werde, dann soll das Land dem Herrn einen Sabbat feiern, eine Ruhezeit. Sechs Jahre sollst Du Dein Feld besäen und sechs Jahre Deinen Weinberg beschneiden und die Früchte einsammeln. Aber im siebten Jahr soll das Land dem Herrn einen feierlichen Sabbat halten. Da sollst Du Dein Land nicht besäen und auch Deinen Weinberg nicht bearbeiten. (3. Mose 25,1-4)

Im Christentum bezeichnet Sabbatjahr die Jahre zwischen zwei Heiligen Jahren.

Ursprünge aus dem Hebräischen šabat: Mit etwas aufhören, innehalten. Eine andere Erklärung geht von šeba (sieben) aus: Der siebte Tag, das siebte Jahr.

Das Sabbatjahr ist das letzte einer Reihe von sieben Jahren; dann sollen Sklaven freigelassen werden, auch Äcker und Weinberge sollen brachliegen. Was dennoch wächst, gehört den Armen. Bibel, Buch Exodus 23,10f und Buch Deuteronomium 15,12-15 Quelle: Bibel Lexikon Herausgegeben von Herbert Haag 1982

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