Fortschrittszahlen

Fortschrittszahlen

Fortschrittszahlen sind (vor allem in der Betriebswirtschaftslehre) kumulierte Mengen bezogen auf einen bestimmten Zeitpunkt.

Fortschrittszahlen

Inhaltsverzeichnis

Einsatz

Fortschrittszahlen sind ein vor allem in der Großserienproduktion ursprünglich zwischen Automobilfirmen und ihren Zulieferern vereinbartes Verfahren zur Steuerung von Lieferungen zwischen dem Zulieferer und seinem Kunden. Mit Hilfe der Fortschrittszahlen lassen sich Änderungen von Terminen und Mengen übersichtlich darstellen. Eine Bedarfsunterdeckung (Lieferrückstand) lässt sich unmittelbar, nach Aktualisierung der Bedarfszahlen darstellen und auf interne (Produktion) und externe Lieferanten übertragen.

Das Konzept

Beim Fortschrittszahlenkonzept werden in der Produktionsplanung bis auf Teileebene für gleiche Zeiträume (z. B. Woche) die zu liefernden Mengen bestimmt. Hieraus ergeben sich die Soll-Fortschrittszahlen. Die taggenaue Erfassung der Istmengen führt zu den Ist-Fortschrittszahlen. Der Vergleich von Soll-Fortschrittszahlen und Ist-Fortschrittszahlen ermöglicht eine einfache Überwachung und Steuerung der Bestände bzw. Reaktion auf die Bedarfe. Liegt die Ist-Fortschrittszahl über der Soll-Fortschrittszahl (rote Linie über der blauen Linie), so spricht man von einer Vorlaufsituation, die entweder in Tagen (waagrechter grüner Strich) oder in einer Mengeneinheit (senkrechter magentafarbener Strich) gemessen werden kann. Liegt die rote Linie unter der blauen Linie, so liegt ein Rückstand vor.

Vorteile

Die Steuerung von taggenauen Bestellmengen reduziert die Lagerhaltung und damit die Kapitalbindung beim Hersteller; wenn die Lieferung zeitgenau auf die Produktionsplanung des Kunden abgestimmt wird, spricht man auch von Just-in-time-Produktion. Zusätzlich zum „normalen“ Bestell- oder Lieferabruf, wird über den sogenannten „Feinabruf“ der Tagesbedarf, der im festgelegten Zeitfenster ausgeliefert werden muss, separat informiert.

Eine weitere Verbesserung in der Logistikkette ist die Belieferung just in sequence. Der Kunde übermittelt dem Lieferanten mehrmals täglich seine Produktionsplanung, z.B. im Montagewerk eines Automobilherstellers. Der Lieferant muss im festgelegten Zeitfenster dafür sorgen, dass die Zulieferteile verbrauchsgerecht in die vereinbarten Verpackungen kommissioniert und zur Auslieferung gebracht werden. Der Kunde ist damit in der Lage, ohne Umpackmaßnahmen den Wareneingang direkt am Montageband zu verarbeiten.

Da die Fortschrittszahlen ein fester Bestandteil von Lieferabrufen ist, ist bei der Abstimmung der Fortschrittszahlen zwischen Lieferanten und Kunden leicht ersichtlich, welche Ware unterwegs ist.

Siehe auch


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