Franche-Comté


Franche-Comté
Franche-Comté
Flagge der Region Franche-Comté Wappen der Region Franche-Comté
Lage der Region Franche-Comté in Frankreich
Basisdaten
Verwaltungssitz Besançon
Präsident des Regionalrats Marie-Marguerite Dufay PS
Bevölkerung

 – gesamt 2007
 – Dichte

1.158.671 Einwohner
71,5 Einwohner / km²

Fläche

 – gesamt
 – Anteil an Frankreich:

16.202 km²
2,5 %

Départements 4
Arrondissements 9
Kantone 116
Gemeinden 1.785
ISO 3166-2-Code FR-I
Der Crêt Pela im französischen Jura ist mit 1495 m die höchste Erhebung der Region Franche-Comté.

Die Franche-Comté [fʀɑ̃ʃkõˈte] (deutsch: Freie Grafschaft, gemeint ist die historische Freigrafschaft Burgund) ist eine der 26 Regionen Frankreichs. Sie umfasst die Départements Doubs (25), Jura (39), Haute-Saône (70) und Territoire de Belfort (90). 1999 hatte sie etwa 1,1 Mio Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Region hat im Osten circa 230 Kilometer Landesgrenze mit der Schweiz gemeinsam. Diese natürliche Grenze wird vom Juramassiv gebildet. Die Franche-Comté liegt zwischen dem Elsass, Lothringen und der Region Champagne-Ardenne, wird im Westen von der Bourgogne und im Süden von der Region Rhône-Alpes begrenzt.

Der Norden, welcher Teile der Vogesen einschließt und der Osten mit dem französischen Jura sind gebirgig; die höchste Erhebung bildet der Crêt Pela (1495 Meter) im Département Jura. Das Gebiet ist reich an Wasser; die wichtigsten Flüsse sind die Saône, der Doubs und der Ain. Zudem gibt es vor allem im Département Jura zahlreiche mittelgroße und kleine Seen, die auch touristisch genutzt werden. Der Waldanteil ist mit 43 % der höchste aller 26 Regionen von Frankreich; man findet vorwiegend Buchen, Eichen und Tannen. Die Böden eignen sich nicht besonders für intensive Landwirtschaft.

Mit gut 70 Einwohnern pro Quadratkilometer ist die Bevölkerungsdichte eher klein; zwischen 1870 und 1955 war die Einwohnerzahl sogar rückläufig. Die Mehrheit der Menschen leben in ländlicher Umgebung und man findet insbesondere im Département Haute-Saône auffallend viele Kleinstdörfer ohne jegliche Infrastruktur wie Post, Bistro oder Bushaltestelle. Die größten Städte in der Region sind (die Angaben beziehen sich auf das Jahr 1999): Besançon (Doubs) 117.080 Einwohner, Belfort 50.863, Montbéliard (Doubs) 26.535, Dole (Jura) 24.606 und Pontarlier (Doubs) 18.778.

Wappen

Beschreibung: In Blau mit goldenen Schindeln besät ein goldener rot gezungter und bewehrter Löwe mit goldener Krone.

Geschichte

In der frühgeschichtlichen Periode wurde die Franche-Comté von dem Volksstamm der Sequaner besiedelt. Ihre Hauptstadt Vesontio befand sich an der Stelle des heutigen Besançon.

Zur Zeit der Völkerwanderung von Burgunden besiedelt, gehörte sie seit 534 zum Fränkischen Reich. Später gehörte das Gebiet zum Königreich Burgund, mit dem es 1033 nach dem Tode (1032) des kinderlosen burgundischen Königs Rudolf III. an das Heilige Römische Reich fiel.

Zur Zeit des Königreichs Burgund, in der ersten Hälfte des 10. Jahrhundert, begannen die Brüder Letald (Liétaud) II., Graf von Mâcon, und Humbert damit, ihre Macht in die Region hinein auszubauen. Letald bemächtigte sich der Grafschaften Amerous (Amous), Portois, Varasque (Varais) und Scodinque (Escouens), Humbert wurde der erste bekannte Herr von Salins und ihrer Reichtum versprechenden Saline. Humberts Nachfahren regierten Salins bis zum Ende des 12. Jahrhunderts, Letalds Besitz fiel an seinen Enkel Otto Wilhelm († 1026) aus dem Haus Burgund-Ivrea, der dann als erster Graf von Burgund auftrat. Seine Nachkommen erkannten die Oberhoheit des Kaiserreichs an. Über Beatrix von Burgund, eine Nachfahrin Otto Wilhelms kam das Land dann an Friedrich Barbarossa.

Barbarossa trennte das Gebiet 1169 vom übrigen Burgund ab und erhob es zur Pfalzgrafschaft. Die Bezeichnung Freigrafschaft (auf französisch la Franche-Comté) ist erst seit dem 14. Jahrhundert bezeugt. 1361 fiel das Land an die Grafen von Flandern und kam 1384 mit diesem zum Länderkomplex des Hauses Burgund. Nach dem Tod Karls des Kühnen in den Burgunderkriegen mit der Eidgenossenschaft verzichteten die Eidgenossen für 150.000 Gulden auf ihre Ansprüche auf die Freigrafschaft. 1493 wurde sie im Vertrag von Senlis Philipp dem Schönen zugesprochen und kam damit zum habsburgischen Länderkomplex, 1556 dann an die spanische Linie der Habsburger (wobei dann aber das westlich liegende eigentliche Herzogtum Burgund um Dijon an Frankreich kam). Zwischen Habsburg und den Eidgenossen wurde 1512 die Neutralisierung der Freigrafschaft vertraglich festgelegt, wobei die Eidgenossen deren militärischen Schutz übernahmen. Für die Eidgenossen war das Gebiet wirtschaftlich enorm wichtig, da die meisten Salz- und Metallimporte von dort (insbesondere von Salins-les-Bains) kamen und Salz auch für die Käseproduktion essentiell ist. Wegen der inneren Zerstrittenheit und ihrer Abhängigkeit von Frankreich konnte die Eidgenossenschaft ihren Verpflichtungen gegenüber der Freigrafschaft jedoch nicht nachkommen, als diese während des Französisch-schwedischen Krieges geplündert wurde oder als Ludwig XIV. sie im Devolutionskrieg 1668 und im Holländischen Krieg 1674 militärisch besetzte.

Im Frieden von Nimwegen musste Spanien 1678 die Freigrafschaft an Frankreich abtreten. Bis dahin hatte sie zum Burgundischen Reichskreis des Heiligen Römischen Reiches gehört. Ludwig XIV. beauftragte Vauban mit der Befestigung der ehemaligen Reichsstadt Besançon und machte sie zur neuen Hauptstadt der französischen Provinz Franche-Comté. Zuvor war Dole Hauptstadt gewesen.

Bis 1790 war die Franche-Comté eine der historischen Provinzen Frankreichs. Sie war jedoch nicht Teil des französischen Zollgebiets. Als Verwaltungseinheit wurde das Gebiet 1790 abgeschafft und in die Departemente Jura, Doubs und Haute-Saône aufgeteilt. Als geographischer Name überlebte der Begriff jedoch.

Das Territorium von Belfort gehörte bis 1870 zum Elsass.

Mit der Einrichtung der Regionen 1960 entstand die Region Franche-Comté in den derzeitigen Grenzen. 1972 erhielt die Region den Status eines Établissements public unter Leitung eines Regionalpräfekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. Im Jahre 1986 wurden die Regionalräte erstmals direkt gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert.

Politische Gliederung

Gliederung der Region Franche-Comté

Die Region Franche-Comté untergliedert sich in vier Départements.

Département Präfektur ISO 3166-2 Arrondissements Kantone Gemeinden Einwohner (Jahr) Fläche
(km²)
Dichte
(Einw./km²)
Doubs Besançon FR-25 3 35 594
000000000522685.0000000000522.685 (2008)
000000000005234.00000000005.234 000000000000099.900000000099,9
Jura Lons-le-Saunier FR-39 3 34 544
000000000260740.0000000000260.740 (2008)
000000000004999.00000000004.999 000000000000052.200000000052,2
Haute-Saône Vesoul FR-70 2 32 545
000000000238548.0000000000238.548 (2008)
000000000005360.00000000005.360 000000000000044.500000000044,5
Territoire de Belfort Belfort FR-90 1 15 102
000000000141958.0000000000141.958 (2008)
000000000000609.0000000000609 000000000000233.1000000000233,1

Wirtschaft

Im Jahr 2006 lag das regionale Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, bei 91,9 % des Durchschnitts der EU-27.[1] In der Region ist die Automobilindustrie sehr stark vertreten. So gibt es in Sochaux ein großes Peugeot-Werk, was auch Zulieferindustrie mit sich bringt. Außerdem werden hier wichtige Teile des TGV hergestellt.

Bekannte landwirtschaftliche Erzeugnisse sind der Käse Comté und als regionale Spezialität der Vin jaune.

Galerie

Département Doubs

Département Jura

Département Haute-Saône

Besançon

Siehe auch

Die Kapelle Notre Dame du Haut von Ronchamp bei Belfort

Weblinks

 Commons: Franche-Comté – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Franche-Comté – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Quellen

  1. Eurostat Jahrbuch der Regionen 2009: Kapitel 4: Bruttoinlandsprodukt (PDF; 5,4 MB) und (XLS; 134 KB); ISSN 1830-9690 (Registrierung bei Eurostat ist erforderlich).

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