Frank Herbert


Frank Herbert
Frank Herbert im Jahr 1978

Frank Patrick Herbert (* 8. Oktober 1920 in Tacoma, Washington; † 11. Februar 1986 in Madison, Wisconsin) war ein US-amerikanischer Science-Fiction- und Fantasyautor. Sein wichtigstes Werk ist Dune, eine Romanserie über ein weit zukünftiges, monarchisches Sternenreich.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Nach seinen eigenen Erinnerungen äußerte Frank Herbert bereits zu seinem achten Geburtstag den Wunsch, Schriftsteller zu werden.[1] Zuerst wandte er sich dem Journalismus zu, und hatte 1939 seine erste Anstellung bei der Zeitung Glendale Star. Seine schriftstellerische Karriere wurde von seinem Dienst in der US-amerikanischen Marine unterbrochen, wo er als Fotograf arbeitete. Dies war die Zeit seiner ersten Ehe (1940–1945) mit Flora Parkinson.[2]

Nach dem Krieg besuchte er die University of Washington, wo er 1946 seine zweite Frau, Beverly Ann Stuart, bei einem Kurs im kreativen Schreiben kennenlernte und sie kurz darauf heiratete. Ihr erster Sohn, Brian, wurde 1947 geboren, ihr zweiter Sohn Bruce 1951.[2] Frank Herbert verließ die Universität ohne Abschluss und arbeitete wieder als Journalist (Seattle Star, Oregon Statesman).

Mit der Vollendung von Dune im Jahre 1965 begann (nachdem 20 Verleger das Buch abgelehnt hatten) Frank Herberts literarischer Erfolg (1965: Nebula Award für das beste Buch, 1966: Hugo Award). Dune behandelt Probleme der Ökologie und verknüpft eine Vielzahl von Themen. Der Stil, die Sichtweisen einzelner Handlungsträger zur Erzählung zu nutzen, findet sich auch in folgenden Werken. Seit 1970 unterrichtete er an der University of Washington.

Ab 1972 war er Vollzeitschriftsteller[3] und hatte seit etwa 1980 neben seinem Wohnsitz im Bundesstaat Washington auch ein Haus auf Hawaii.[3] Bis in die 1980er Jahre hinein entstanden viele seiner bekannteren Werke, unter anderem auch die folgenden Dune-Bücher. Daneben entstanden einige Romane in Zusammenarbeit mit Bill Ransom. Nach dem Tod seiner an Krebs erkrankten Frau Beverly (1984) heiratete Frank Herbert Theresa Shackelford Ende 1985. Am 11. Februar 1986 starb Frank Herbert an den Folgen seines Bauchspeicheldrüsenkrebses in Madison (Wisconsin) im Alter von 65 Jahren.[4]

Werke

Frank Herberts bekanntestes Werk ist sein in viele Sprachen übersetzter, aus sechs Romanen bestehender Wüstenplanet-Zyklus (Dune-Zyklus), dessen erster Band mit dem Nebula Award ausgezeichnet und erstmals 1984 von David Lynch verfilmt und 2000 durch John Harrison ein weiteres Mal filmisch umgesetzt wurde. Dieses Welten-Epos entwirft ein interstellares Reich, in dem die Menschen gegeneinander und ums Überleben kämpfen, und in dem Neuerungen technischer und biologischer Art von politischen und religiösen Kräften manipuliert werden.

Andere bekannte Werke sind The Dosadi Experiment, The White Plague und The Godmakers.

Romane

  • The Dragon in the Sea (Nov '55 – Jan '56 als Fortsetzungsroman Under Pressure, erste Buchausgabe 1956; dt. Atom-U-Boot S 1881; auch in „Der Tod einer Stadt“, Titel: Der Drache in der See)
  • Dune (1963 als Fortsetzungsroman, erste Buchausgabe 1965; dt. Der Wüstenplanet)
  • The Green Brain (1965 als Fortsetzungsroman unter dem Titel Greenslaves, 1966 als Buch; dt. Das grüne Herz; auch in „Der Tod einer Stadt“, Titel: Der Insektenkrieg)
  • Destination: Void (1965 als Fortsetzungsroman unter dem Titel Do I Wake or Dream?, sowie als Buch unter dem Titel Do I Sleep or Wake; 1966 in veränderter Fassung als Buch (Destination: Void) dt. Ein Cyborg fällt aus; erster Band des Schiff-Zyklus; 1978 als Revised Edition (umfangreiche Neubearbeitung), noch nicht auf Deutsch erschienen.
  • The Eyes of Heisenberg (Juni – August 1966 als Fortsetzungsroman unter dem Titel Heisenberg's Eyes.; 1966 Buchausgabe; 1970 dt. Revolte gegen die Unsterblichen und 1983 dt. Die Augen Heisenbergs)
  • The Heaven Makers (April – Juni 1967 als Fortsetzungsroman; 1968 als Buch; dt. Gefangen in der Ewigkeit oder Die Unsterblichen)
  • The Santaroga Barrier (Okt 1967 – Feb. 1968. als Fortsetzungsroman; 1968 Buchausgabe; dt. Die Leute von Santaroga)
  • Dune Messiah (Juli – Nov. 1969 als Fortsetzungsroman; 1970 Buchausgabe; dt. Der Herr des Wüstenplaneten)
  • Whipping Star (Jan. – April 1970 als Fortsetzungsroman; 1970 Buchausgabe, dt. Der letzte Caleban)
  • Soul Catcher (1972)
  • The Godmakers' (Mai 1958 als Fortsetzungsroman unter dem Titel „You Take the High Road“, Mai 1958 als Fortsetzungsroman unter dem Titel „Operation Haystack“, Februar 1960 als Fortsetzungsroman unter dem Titel „The Priests of Psi“; 1972 Buchausgabe; dt. Die Riten der Götter)
  • Hellstrom's Hive (Nov. 1972 – März 1973 als Fortsetzungsroman unter dem Titel Project 40; 1973 Buchausgabe; dt Hellstrøms Brut).
  • Children of Dune (Jan. – April 1976 als Fortsetzungsroman; 1976 Buchausgabe; dt. Die Kinder des Wüstenplaneten)
  • The Dosadi Experiment (Mai – August 1977 als Fortsetzungsroman, 1977 Buchausgabe, dt. Das Dosadi-Experiment)
  • The Jesus Incident (with Bill Ransom, 1979 als Fortsetzungsroman erschienen; dt. Der Jesus-Zwischenfall); zweiter Band des Schiff-Zyklus;
  • Direct Descent (1954 als Fortsetzungsroman, 1980 Buchausgabe)
  • God Emperor of Dune (1981, dt. Der Gottkaiser des Wüstenplaneten)
  • The White Plague (1982, dt. Die weiße Pest)
  • The Lazarus Effect (1983, mit Bill Ransom, dt. Der Lazarus-Effekt); dritter Band des Schiff-Zyklus;
  • Heretics of Dune (1984, dt. Die Ketzer des Wüstenplaneten)
  • Chapterhouse: Dune (1985, dt. Die Ordensburg des Wüstenplanet)
  • Man of Two Worlds (1986, mit Brian Herbert, dt. Mann zweier Welten)
  • The Ascension Factor (1988, mit Bill Ransom, dt. Der Himmelfahrts-Faktor)
  • The Green Brain (1966, dt. Der Kampf der Insekten/Das grüne Herz)

Wüstenplanet-Serie

Hauptartikel: Dune

Zu dieser Serie gehört auch die 1985 Kurzgeschichte The Road to Dune (dt.: Auf dem Wüstenplaneten; Ein Auszug aus dem fiktiven „Imperiumsführer“ (eine Art Touristenführer). Der 17-seitige Text erschien exklusiv in „Auge“, ist aber eher ein kommentierter Flyer und weniger eine Kurzgeschichte)

Caleban-Zyklus

  • A Matter of Traces (dt. Aufs Geschirr kommt es an, Kurzgeschichte in „Auge“, 1958)
  • The Tactful Saboteur (dt. Der taktvolle Saboteur, Kurzgeschichte in „Auge“, 1964)
  • Whipping Star (dt. Der letzte Caleban, 1970)
  • The Dosadi Experiment (dt. Das Dosadi-Experiment, 1977)

Schiff-Zyklus (mit Bill Ransom)

  • Do I Sleep or Wake (alternative Textversion von Destination Void, 1965)
  • Destination: Void (1966, dt. Ein Cyborg fällt aus, 1971 u. Neuauflage 1987)
  • Destination: Void – Revised Edition (1978)
  • The Jesus Incident (1979, dt. Der Jesus-Zwischenfall 1981)
  • The Lazarus Effect (1983, dt. Der Lazarus-Effekt 1986)
  • The Ascension Factor (1988, dt. Der Himmelfahrtsfaktor 1989)

Kurzgeschichten

  • Survival of the Cunning, in Esquire, März 1945.
  • Yellow Fire, in „Alaska Life“ („Alaska Territorial Magazine“), Juni 1947.
  • Looking for Something? Startling Stories, April 1952.
  • Operation Syndrome, in Astounding, Juni 1954. ebenfalls in T.E. Diktys Best Science Fiction Stories and Novels, 1955.
  • The Gone Dogs, in „Amazing“, November 1954.
  • Packrat Planet, in „Astounding“, Dezember 1954.
  • Rat Race, in „Astounding“, Juli 1955.
  • Occupation Force, in „Fantastic“, August 1955.
  • Under Pressure (dreiteilig), in Astounding, November 1955 – Januar 1956.
  • The Nothing, in „Fantastic Universe“, Januar 1956.
  • Cease Fire in „Astounding“, Januar 1956.
  • Old Rambling House, in Galaxy, April 1958.
  • A Matter of Traces, in „Fantastic Universe“, November 1958.
  • Missing Link, in „Astounding“, February 1959. ebenfalls in „Author's Choice“ Ed. Harry Harrison, New York: Berkley, 1968.
  • Egg and Ashes, in „Worlds of If“, November 1960.
  • Operation Haystack, in „Astounding“, May 1959.
  • The Priests of Psi, in „Fantastic“, February 1960.
  • A-W-F Unlimited, in „Galaxy“, Juni 1961.
  • Try to Remember, in „Amazing“, Oktober 1961.
  • Mating Call, in „Galaxy“, Oktober 1961.
  • Mindfield, in „Amazing“, März 1962.
  • Dune World, (dreiteilig) in „Analog“ Dezember 1963 – Februar 1964.
  • The Mary Celeste Move, in „Analog“, Oktober 1964.
  • Tactful Saboteur, in „Galaxy“, Oktober 1964.
  • The Prophet of Dune (fünfteilig) in „Analog“, Januar – Mai 1965.
  • Greenslaves, in „Amazing“, März 1965.
  • Committee of the Whole, in „Galaxy“, April 1965.
  • The GM Effect, in „Analog“, Juni 1965.
  • Do I Wake or Dream?, in „Galaxy“, August 1965.
  • The Primitives, in „Galaxy“, April 1966.
  • Escape Felicity, in „Analog“, Juni 1966.
  • Heisenberg's Eyes, (zweiteilig) in „Galaxy“, Juni – August 1966.
  • By the Book, in „Analog“, August 1966.
  • The Featherbedders, in „Analog“, August 1967.
  • The Heaven Makers, (zweiteilig) in „Amazing“, April – Juni 1967.
  • 'The Santaroga Barrier, (dreiteilig) in „Amazing“, Oktober 1967 – Februar 1968.
  • Dune Messiah, (fünfteilig) in „Galaxy“, Juli – November 1969.
  • The Mind Bomb, in „Worlds of If“, Oktober 1969.
  • Seed Stock“, in „Analog“, April 1970.
  • Whipping Star, (dreiteilig) in „Worlds of If“, Januar – April 1970.
  • Murder Will In, in „The Magazine of Fantasy and Science Fiction“, May 1970.
  • Project 40“ (dreiteilig) in „Galaxy“, November 1972 – März 1973. ebenfalls in „Five Fates“ by Keith Laumer, Poul Anderson, Frank Herbert, Gordon Dickson and Harlan Ellson. New York: Doubleday, 1970.
  • Encounter in a Lonely Place in „The Book of Frank Herbert“, 1973.
  • Gambling Device, in „The Book of Frank Herbert“, 1973.
  • Passage for Piano“, in „The Book of Frank Herbert“, 1973.
  • The Death of a City, in „Future City“, 1973.
  • Children of Dune (vierteilig) in „Analog“, Januar – April 1976.
  • The Dosadi Experiment“ (vierteilig) in „Galaxy“, Mai – August 1977.
  • Come to the Party, in „Analog“, Dezember 1978.
  • Songs of a Sentient Flute, in „Analog“, Februar 1979.
  • Frogs and Scientists, Eye, 1985.

Kurzgeschichtensammlungen in deutscher Sprache

  • The Book of Frank Herbert (dt. Herrscher der Erde TERRA-Taschenbuch Nr. 249, 1974): Der Mann ohne Talente (auch „Der Nichts“); Herrscher der Erde (auch „Suchen Sie Was?“); Hundepest (auch „Die verschwundenen Hunde“); Platz für Piano (auch „Transit für einen Flügel“); ESP (auch „Begegnung an einem einsamen Ort“); Epidemie des Wahnsinns (auch „Das Zerhackersyndrom“); Die Invasoren (auch „Besatzungsmacht“)
  • Eye (dt. Auge, illustriert von Jim Burns, 1985): Rattenrennen; Der Drache in der See; Feuer einstellen!; Aufs Geschirr kommt es an; Erinnert Euch!; Der taktvolle Saboteur; Auf dem Wüstenplaneten; Streng nach Vorschrift; Saatgut; Komm zu mir, mein Mörder!; Transit für einen Flügel; Der Tod einer Stadt, Frösche und Forscher
  • Der Tod einer Stadt (Heyne, 1994; alle Kurzgeschichten außer „Auf dem Wüstenplaneten“): Suchen Sie Was?; Zerhackersyndrom; Die verschwundenen Hunde; Rattenrennen; Besatzungsmacht; Der Drache in der See; Der Nichts; Feuer einstellen!; Das wandernde Haus; Aufs Geschirr kommt es an; Werben mit beschränkter Haftung; Paarungsruf; Erinnert Euch!; Gedankenfeld; Unter Einschluss der Öffentlichkeit; Die Mary-Celest-Umzüge; Der taktvolle Saboteur; Der Insektenkrieg; Der GG-Effekt; Jenseits der Dunkelwolke; Streng nach Vorschrift; Jeder Floh hat seine Flöhe; Die Denkbombe; Saatgut; Komm zu mir, mein Mörder!; Transit für einen Flügel; Der Spielautomat; Begegnung an einem einsamen Ort; Der Tod einer Stadt, Frösche und Forscher

Nachlass

Frank Herbert arbeitete am letzten (siebten) Band des Dune-Zyklus, als er verstarb. Aufzeichnungen zu diesem Roman und zur Vorgeschichte des Dune-Universums haben als Vorlagen für eine Reihe von in der Vorgeschichte angesiedelten Romanen gedient, die Frank Herberts Sohn Brian in Zusammenarbeit mit Kevin J. Anderson geschrieben hat. Die Vollendung des Dune-Zyklus haben jene beiden Autoren im Jahr 2007 abgeschlossen: Der siebte Band wurde zweigeteilt und erschien in den Büchern Hunters of Dune (dt. Die Jäger des Wüstenplaneten) und Sandworms of Dune (dt. Die Erlöser des Wüstenplaneten).

Diese Romane stellen nach Ansicht vieler Fans eine Abkehr von Frank Herberts Darstellung komplexer Ideen und zu Fragen des menschlichen Lebens dar. Auch der Stil der neuen Bücher ist weniger dicht und intensiv; es finden sich vermehrt reine Abenteuerelemente.

Belege

  1. Touponce, William F. (1988): Frank Herbert, Twayne Publishers, Boston: 5
  2. a b Miller, David M. (1980): Frank Herbert, Starmont House, Washington: 12
  3. a b Touponce, William F. (1988): Frank Herbert, Twayne Publishers, Boston: 6
  4. Touponce, William F. (1988): Frank Herbert, Twayne Publishers, Boston: 7

Literatur

Weblinks


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