Franz Eberhard August Krüger


Franz Eberhard August Krüger
Hardy Krüger im Oktober 2007

Hardy Krüger, eigentlich Franz Eberhard August Krüger, (* 12. April 1928 in Berlin-Wedding) ist ein deutscher Filmschauspieler und Schriftsteller[1].

Inhaltsverzeichnis

Leben

Krüger wurde als Sohn des Ingenieurs Max Krüger geboren und verbrachte seine Kindheit in Berlin-Biesdorf. 1941 kam er als 13-jähriger auf die Adolf-Hitler-Schule der Ordensburg Sonthofen.[1] Bis 1944 wurde er dort für eine künftige Führungsposition im NS-Staat erzogen, wobei sein Berufswunsch Ingenieur war.

Während seiner Schulzeit in Sonthofen wurde er 1943 als Darsteller des Pimpf Bäumchen für den NS-Film „Junge Adler“ (Regie: Alfred Weidenmann) ausgewählt. Dies sollte fortan sein weiteres Leben bestimmen. Zunächst überzeugter Adolf-Hitler-Schüler, lernte er bei den Dreharbeiten in den UFA-Studios in Babelsberg Albert Florath und Hans Söhnker kennen, die unter großen Gefahren Juden zur Flucht verhalfen und ihn über das Regime aufklärten.

Als 16-jähriger[1] wurde er in der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges, im März 1945, in die Waffen-SS-Division „Nibelungen“ eingezogen[2] und dort in heftige Kämpfe verwickelt. 1945 geriet er in Tirol in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Auf Rat von Wolfgang Liebeneiner wurde er nach seiner Heimkehr Statist im Hamburger Schauspielhaus und gleichzeitig Sprecher beim damaligen NWDR. Nach einem Wechsel nach Hannover kristallisierte sich bald sein schauspielerisches Talent heraus.

In der Nachkriegszeit war er einer der wenigen deutschen Schauspieler, die eine internationale Filmkarriere machten. Er wirkte bis in die 1980er Jahre in zahlreichen Produktionen mit, so unter anderem in „Hatari!“ (neben John Wayne), „Die Wildgänse kommen“ (neben Richard Burton), „Der Flug des Phoenix“ (neben James Stewart) oder „Einer kam durch“ , „Taxi nach Tobruk“ und „Das rote Zelt“ (neben Sean Connery). Krüger wurde oft als deutscher Weltkriegssoldat besetzt („Die Brücke von Arnheim“). Es gelang ihm jedoch meist die Wahl positiver Charaktere, die das „gute Deutschland“ verkörpern sollten.

Deutsche Fernsehzuschauer kennen Hardy Krüger auch aus den Reisegeschichten in Hardys Bordbuch (Radio Bremen, 1965), die später, Ende der achtziger Jahre, in der „Weltenbummler“-Reihe eine Fortsetzung fanden, sowie aus dem Durbridge-Krimi Das Messer (1971).

1970 begann er eine zweite Karriere als Schriftsteller. Er veröffentlichte mehrere Romane, Erzählungen und Erlebnisberichte, in denen er auf seine reichen Erfahrungen als weitgereister Kosmopolit zurückgreifen konnte.

Bereits 1945, im Alter von 17, wurde Hardy Krüger Vater (von Christiane Krüger). Von 1950 bis 1964 war er mit der Mutter seiner ersten Tochter, der Schauspielerin Renate Densow, verheiratet. Seine zweite Ehefrau war von 1964 bis 1977 die italienische Malerin Francesca Marazzi. Er lebt heute in dritter Ehe mit seiner amerikanischen Frau Anita in den kalifornischen Bergen oder in Hamburg. Aus seiner zweiten Ehe gingen Malaika Krüger (*1967) und Hardy Krüger jr. (*1968) hervor, die ebenfalls Schauspieler wurden.

Auszeichnungen und Ehrungen

Filmografie

Publikationen (Auswahl)

  • Eine Farm in Afrika, 1970
  • Sawimbulu, 1971
  • Die Kinder von der Kastner-Farm, 1973
  • Wer stehend stirbt, lebt länger, Roman, 1973
  • Schallmauer, Roman, 1978
  • Die Frau des Griechen, Erzählungen, 1980
  • Junge Unrast, Roman, 1983
  • Sibirienfahrt. Tagebuch einer Reise, 1987
  • Frühstück mit Theodore, Roman, 1990
  • Wanderjahre. Begegnungen eines jungen Schauspielers, 1998
  • Szenen eines Clowns, 2001
  • Die andere Seite der Sonne, 2007
  • Zarte Blume Hoffnung, 2005
  • Weltenbummler I - III, ?

Einzelnachweise

  1. a b c Harald Ruppert: Der große Schauspieler und Autor las in der Buchhandlung Ravensbuch in Friedrichshafen aus seinen Büchern. Hardy Krüger reicht Hemingway die Hände. In: Südkurier vom 8. Dezember 2008
  2. Hardy Krüger auf bild.de über seine Zugehörigkeit zur Waffen-SS

Weblinks




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