Franzosen- und Indianerkrieg


Franzosen- und Indianerkrieg

Als Franzosen- und Indianerkrieg (French and Indian War) (17541763) werden die Auseinandersetzungen in Nordamerika vor und vor allem während des Siebenjährigen Kriegs (1756–1763) in Europa zwischen Briten und Franzosen sowie den mit der jeweiligen Seite verbündeten Indianern bezeichnet. Er gilt als Teil des Siebenjährigen Krieges, da insbesondere der Kriegsschauplatz in Westdeutschland Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit Frankreichs in den Kolonien hatte. Er ist von großer Bedeutung für die Geschichte der USA und Kanadas, da er die französische Herrschaft in Nordamerika endgültig beendete. Dieser Konflikt ist der letzte und namensgebende Teil von vier aufeinander folgenden Franzosen- und Indianerkriegen. Voraus gegangen war der King George’s War (1744–1748) in den heutigen USA als militärischen Operationen in Nordamerika, die Teil des Österreichischen Erbfolgekrieges (1740–1748) waren.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Nordamerika während des Franzosen- und Indianerkriegs 1754–1763

Der Konflikt um das Ohiotal

Bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts war die Region jenseits der Appalachen in Nordamerika von europäischen Siedlern weitgehend unberührt geblieben. Dies änderte sich nun, denn die wachsende Bevölkerung der britischen Kolonien begann, Interesse an den fruchtbaren Gebieten jenseits des Gebirgszugs zu entwickeln. Damit kollidierten die Interessen der britischen Kolonisten mit denen Frankreichs, das die gesamte Region der Großen Seen sowie die vom Mississippi und vom Sankt-Lorenz-Strom durchflossenen Gebiete für sich beanspruchte. Hierzu gehörte auch das Tal des Ohio River, der als Verbindung zwischen dem im Norden gelegenen Kanada (Neufrankreich) und den südlichen Besitzungen in Louisiana von großer strategischer Bedeutung war. Die Franzosen legten deshalb eine Kette von Forts vom Lake Champlain entlang des Wabash River, Ohio River, Mississippi und Missouri an, während die Briten ihrerseits Befestigungen in Halifax und Fort Oswego am Ontariosee bauten und Land im Ohiotal an die Ohio Company und abenteuerlustige Händler vergaben, die dort Niederlassungen errichteten.

Der Konflikt um Akadien

Ein weiterer Konfliktherd war die kanadische Provinz Akadien, die ganz oder teilweise die heutigen Provinzen Neuschottland, Neubraunschweig und Québec umfasste. Dieses Gebiet war 1710 während des Spanischen Erbfolgekriegs von britischen Truppen erobert und im Frieden von Utrecht 1713 an Großbritannien übertragen worden. Die französischstämmige, katholische Bevölkerung genoss weitgehende Autonomie und Religionsfreiheit; britische Garnisonen lagen lediglich in Annapolis Royal und im 1749 gegründeten Halifax, um das herum ein britischer Siedlungskern entstand.

Frankreich hatte sich mit diesem Verlust jedoch nicht abgefunden. Französische Priester, Missionare und Offiziere versuchten offen oder verdeckt, die Akadier zur Revolte gegen die Briten anzustacheln, sie für das französische Militär zu rekrutieren oder zur Auswanderung in französisch beherrschte Gebiete zu veranlassen. Eine Schlüsselrolle hierbei spielte Abbé Louis Joseph Le Loutre, katholischer Generalvikar von Akadien und Missionar der Micmacs, eines dort lebenden Indianerstamms. Er übte massiven Druck auf die Akadier aus, den Treueid auf den britischen König zu verweigern und auszuwandern. Seinen Einfluss auf die Indianer nutzte er, um mit deren Hilfe Druck auf die Akadier auszuüben und einen Kleinkrieg gegen die Briten zu beginnen.

Auf seine Veranlassung hin kam es zu Angriffen auf britische Händler, Soldaten und Siedlungen; französische Dokumente belegen, dass der Geistliche den Indianern 100 Livres für jeden Skalp eines Briten bezahlte. Schon ab 1750 kam es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen, an denen neben Indianern auch Akadier beteiligt waren. Nachdem die Franzosen 1751 das Fort Beauséjour auf von Großbritannien beanspruchtem Gebiet errichteten und die Akadier aufforderten, einen Treueid auf den König von Frankreich abzulegen, Dienst in der französischen Miliz zu tun oder als Rebellen behandelt zu werden, war auch hier der offene Ausbruch von Feindseligkeiten nur noch eine Frage der Zeit. 1754 antwortete der britische Gouverneur von Akadien mit einer Proklamation, der zufolge alle Akadier, die den Treueid abgelegt hatten, aber Waffen gegen die Briten ergriffen, als Kriminelle behandelt würden. Die Akadier wurden so zu den Leidtragenden eines auf ihrem Rücken ausgetragenen Machtkampfs.

Der Weg zum Krieg

1750 versuchten britische und französische Gesandte bei einem Treffen in Paris vergeblich, die Probleme im Ohiotal und in Akadien zu lösen. 1752 wurde Ange de Menneville, Marquis de Duquesne, zum Generalgouverneur von Neufrankreich (Kanada) gemacht und erhielt die ausdrückliche Aufgabe, das Tal des Ohio für Frankreich zu sichern und die Briten aus diesem Gebiet zu vertreiben. Im folgenden Jahr schickte er Truppen, die Befestigungen auf Presque Island (bei Erie, Pennsylvania) und bei Rivière aux Boeufs (bei Waterford) anlegten. Französische Offiziere und Missionare begannen systematische Bemühungen, den Einfluss britischer Händler auf die Indianer zurückzudrängen und diese auf ihre Seite zu bringen. Nicht zuletzt aufgrund der Untätigkeit der Briten konnten die Franzosen die meisten Stämme für sich gewinnen. Gleichzeitig drangen britische Siedler und Händler aus Virginia, ermuntert von ihrem Gouverneur Robert Dinwiddie, verstärkt in das Ohiotal vor, das Dinwiddie als Teil seiner Kolonie beanspruchte.

Die Franzosen waren durch die zahlenmäßig geringere Bevölkerung ihrer Kolonie (etwa 60.000 gegen mehr als 2 Millionen in Britisch Nordamerika) eindeutig im Nachteil. Insofern standen ihre Chancen auf einen erfolgreichen Ausgang des Krieges von Beginn an sehr schlecht. Zwar wurde die Kriegführung der Briten von dem Fehlen einer koordinierenden Instanz oberhalb der einzelnen Kolonien behindert, hierbei vor allem von den inneren Konflikten zwischen den Gouverneuren und den Parlamenten der Kolonien, die dazu führten, dass die dringend notwendigen Gelder für den Bau von Forts, für Geschenke an die Indianer und für die Besoldung von Truppen nicht bewilligt wurden. In gleicher Weise wurde allerdings die Verteidigung von Neufrankreich durch den Konflikt zwischen Gouverneur Vaudreuil und General Montcalm sowie die endemische Korruption in den Kolonien belastet.

Der Ausbruch des Kriegs

Nachdem Dinwiddie von neuen Forts der Franzosen am oberen Allegheny River erfahren hatte, schickte er einen jungen Offizier aus Virginia, George Washington, mit der schriftlichen Aufforderung an die Franzosen, die Region zu verlassen, was keinen Erfolg hatte. Auf dem Rückweg stellte Washington fest, dass die Stelle, an der der Allegheny und der Monongahela River zusammenfließen und den Ohio bilden, eine hervorragende Stelle für ein Fort sei. Anfang 1754 begannen die Briten deshalb mit dem Bau des Fort Prince George. Die Franzosen erfuhren jedoch davon, schickten Militär, zwangen die Briten am 17. April zum kampflosen Abzug, zerstörten die Befestigung und errichteten an ihrer Stelle eine größere, die sie nach ihrem Gouverneur Fort Duquesne nannten.

Washington war mittlerweile mit einigen Soldaten nach Westen geschickt worden, um die britischen Positionen dort abzusichern, und hielt sich im nahe dem Fort Duquesne gelegenen Great Meadows (nahe dem heutigen Uniontown, Pennsylvania) auf. Als er erfuhr, dass sich in der Nähe seines Lagers französische Soldaten befanden, griff er diese am 29. Mai an, da er einem Überfall zuvorkommen wollte.

Mit diesem für die Briten erfolgreichen Scharmützel, dem sogenannten Jumonville-Zwischenfall (nach einem hierbei getöteten französischen Offizier), brach der Krieg offen aus. Auf die Nachricht von dem Überfall hin schickte der Kommandeur von Fort Duquesne zahlenmäßig weit überlegene Verstärkungen, die Washington und seine Männer in dem hastig errichteten Fort Necessity einschlossen und nach einem kurzen Gefecht am 3. Juli zur Kapitulation gegen freien Abzug zwangen. Mit diesem Zwischenfall war ein Krieg unvermeidlich geworden.

Im folgenden Jahr wurde Generalmajor Edward Braddock nach Amerika geschickt und zum britischen Oberkommandierenden ernannt. Daraufhin segelte eine französische Flotte mit Truppen unter dem deutschstämmigen General Ludwig August von Dieskau nach Kanada. Ein britisches Geschwader unter Vizeadmiral Edward Boscawen versuchte vergeblich, die Franzosen abzufangen, konnte aber am 6. Juni drei französische Linienschiffe stellen und nach einem kurzen Gefecht zwei davon, die Alcide und die als Truppentransporter dienende Lys zur Kapitulation zwingen.

Mittlerweile hatten die Briten die Ausführung von vier simultanen Angriffen auf die Franzosen beschlossen. Eine überwiegend aus regulären Truppen gebildete Expedition unter Braddock sollte Fort Duquesne angreifen, eine zweite aus Miliztruppen unter Sir William Johnson richtete sich gegen das Fort bei Crown Point, und eine dritte Armee, ebenfalls aus Miliztruppen gebildet, sollte die Franzosen aus Akadien vertreiben. In einem vierten Vorhaben sollten Truppen unter William Shirley, dem Gouverneur von Massachusetts, Fort Niagara angreifen.

Im April 1755 begann Braddock mit etwa 2.200 Mann seinen Marsch auf Fort Duquesne, wurde aber von den Franzosen und ihren indianischen Verbündeten am 9. Juli in der Schlacht am Monongahela vernichtend geschlagen und tödlich verwundet. Der britische Angriff auf das Ohiotal war damit abgewehrt, doch im Norden waren sie erfolgreicher. Die Milizionäre unter Johnson konnte die strategisch wichtige Befestigung Fort Edward (Fort Lyman) am Hudson River anlegen und die von Dieskau geführten Franzosen am 8. September 1755 in der Schlacht am Lake George besiegen. Johnson legte zwar das ebenfalls strategisch wichtige Fort William Henry am Lake George an, ließ aber die Gelegenheit zum Angriff auf Crown Point verstreichen.

Erfolglos blieb auch der Vorstoß Shirleys auf Fort Niagara. Die Briten marschierten bis zum Ontariosee, beschränkten sich aber darauf, Fort Oswego zu verstärken. Grund hierfür waren Nachschubschwierigkeiten und französische Truppen in Fort Frontenac, die bei einem Angriff auf Fort Niagara die Verbindungslinien abgeschnitten hätten.

Akadien (1754)

Erfolgreich war hingegen eine Expedition aus neuenglischen Milizen und regulären Soldaten der Garnison von Halifax unter Brigadegeneral Robert Monckton. Dieser Truppenverband landete Anfang Juni bei dem britischen Fort Lawrence und begannen kurz danach mit der Belagerung des nahe gelegenen französischen Forts Beauséjour. Nach einer zweiwöchigen Belagerung kapitulierten die französischen Verteidiger am 16. Juni. Damit war den britischen Truppen ein entscheidender Einbruch in das französische Verteidigungssystem gelungen und die strategisch so überaus wichtige französische Seefestung Louisbourg war seit dieser Niederlage von jedwedem Hinterland isoliert. Zugleich waren damit auch die französischstämmigen Siedler Akadiens von jeglicher Unterstützung aus dem kanadischen Kerngebiet abgeschnitten worden.

Nachdem die Akadier weitere Aufforderungen zur Ablegung des Treueids auf die britische Krone verweigert hatten, begannen die Briten am 5. September mit der Festnahme und Deportation der kompletten französischstämmigen Bevölkerung Akadiens, soweit sie sich dem nicht durch Flucht entzog. Ab dem 8. Oktober wurden über 6.000 Männer, Frauen und Kinder in die britischen Kolonien in Neuengland verschifft. Mit dieser harten – und selbst für die damalige Zeit außergewöhnlich grausamen – Maßnahme war die britische Position in Akadien abgesichert. Ein kleiner Verband französischer Truppen leistete den Briten danach zwar noch einen mehrjährigen Kleinkrieg in den Wäldern, doch einen ernsthaften Versuch zur Rückeroberung vermochten die Franzosen nicht mehr zu unternehmen.

Neben diesen größeren militärischen Operationen begann 1755 auch ein grausamer Kleinkrieg an den Grenzen der britischen Kolonien, dessen Hauptleidtragende die weitgehend schutzlosen Siedler waren. Von französischen Soldaten unterstützte Indianer unternahmen – nicht zuletzt auf der von Braddocks Soldaten gebauten Straße – zahlreiche Vorstöße insbesondere nach Pennsylvania, Maryland und Virginia, zerstörten Siedlungen und Höfe und töteten oder verschleppten deren Bewohner. Erleichtert wurden diese Angriffe dadurch, dass sich das von pazifistischen Quäkern dominierte Parlament von Pennsylvania aufgrund von Verfassungsstreitigkeiten mit dem Gouverneur über längere Zeit weigerte, Verteidigungsmaßnahmen zu billigen und Gelder bereit zu stellen. So sollen allein die Abenaki aus der heutigen kanadischen Provinz Quebéc mehr als 600 Briten getötet haben. Diese rächten sich ihrerseits mit brutalen Rachefeldzügen gegen Indianer und – soweit greifbar – französische Ansiedlungen. So überfielen Soldaten unter dem Kommando von Major Robert Rogers im September 1759 die Hauptsiedlung der Abenakis und verübten dort ein Massaker, dem angeblich etwa 200 Indianer zum Opfer fielen. Diese Zahlen halten einer genauen Überprüfung allerdings nicht stand, in Wirklichkeit lag die Zahl der Opfer wohl weitaus niedriger. In internen französischen Mitteilungen ist z. B. von 30 Toten die Rede. Aus propagandistischen Gründen – und um Rogers hohe eigene Verluste zu rechtfertigen – wurde jedoch eine höhere Zahl kolportiert.

Kriegsverlauf ab 1756

Trotz dieser massiven Auseinandersetzungen erfolgte eine Kriegserklärung Großbritanniens an Frankreich erst am 18. Mai 1756, nachdem der französische Angriff auf das damals britische Menorca bekannt wurde. John Campbell, 4. Earl of Loudoun, wurde 1756 zum Nachfolger Braddocks ernannt, war aber seinem im selben Jahr berufenen französischen Gegenspieler Louis-Joseph de Montcalm nicht gewachsen.

Die Franzosen eroberten am 15. August 1756 Fort Oswego am Ontariosee, während die Briten unter Loudon zwar 12.000 Mann in Halifax für einen Angriff auf Fort Louisbourg auf der Kap-Breton-Insel konzentrierten, diesen jedoch aufgrund von Verzögerungen im Aufmarsch und der Stärke der Verteidiger nicht durchführten. Stattdessen griffen die Franzosen wieder an und eroberten am 9. August 1757 Fort William Henry am Lake George. Der Überfall der mit Montcalm verbündeten Indianer auf die britische Garnison, die gegen freien Abzug kapituliert hatte, ist unter weit übertriebenen Opferzahlen als Fort William Henry-Massaker in die Geschichte und die Literatur (James Fenimore Coopers Der letzte Mohikaner) eingegangen.

Trotz ihrer Erfolge litten die Franzosen jedoch massiv unter der Blockade ihrer Häfen durch die britische Royal Navy, die Nachschub aus Frankreich und auch die Kommunikation weitgehend unterband, während die Seeherrschaft den Briten gestattete, Verstärkungen zu verlegen und an beliebigen Punkten zu landen.

Im Sommer 1758 spielten die Briten ihre zahlenmäßige Überlegenheit und die Unterstützung durch ihre Marine aus und griffen gleichzeitig Louisbourg, Fort Ticonderoga am Lake Champlain und Fort Frontenac am Ostende des Ontariosees an. Zwar erlitten die Angreifer bei Ticonderoga am 8. Juli aufgrund eines inkompetenten Kommandeurs eine schwere Niederlage, das mit Unterstützung der britischen Flotte belagerte Louisbourg musste hingegen am 26. Juli vor General Jeffrey Amherst und Admiral Edward Boscawen kapitulieren, womit die Briten die Kontrolle über die Sankt-Lorenz-Bucht und den Zugang in den Sankt-Lorenz-Strom gewannen.

Eine Expedition unter Oberstleutnant John Bradstreet eroberte im August Fort Frontenac und gewann damit die Kontrolle über den Ontariosee. Im Juli begann Brigadegeneral John Forbes einen Vorstoß gegen Fort Duquesne. Zwar rieben die Franzosen eine zur Aufklärung vorausgeschickte Vorhut auf, trotzdem gelang Forbes ein entscheidender Erfolg, als er mit den Indianerstämmen der Region in Fort Bedford einen Friedensvertrag abschloss. Da die schwache Garnison von Fort Duquesne nun ihre Verbündeten verloren hatte und durch den Fall von Fort Frontenac von ihrer Verbindung nach Montreal abgeschnitten war, räumten sie das Fort am 24. November und zerstörten es. Die Briten begannen sofort mit dem Wiederaufbau und nannten ihren neuen Stützpunkt Fort Pitt (heute Pittsburgh). Damit hatten sie sich erstmals die Kontrolle über das Tal des Ohio gesichert.

Schlacht auf der Abraham-Ebene: Tod von General James Wolfe

1759 griffen die Briten erneut von zwei Seiten an. Amherst, der dem wegen des Debakels bei Ticonderoga abgelösten James Abercrombie als Oberbefehlshaber in Nordamerika nachfolgte, stieß entlang des Lake George und des Lake Champlain nach Norden vor und nahm die Forts Ticonderoga (25. Juni 1759) und Fort Crown Point ein. Eine Abteilung seiner Armee unter Brigadier John Prideaux belagerte das strategisch wichtige Fort Niagara an der Mündung des Niagara in den Ontariosee, fügte einer französische Entsatzarmee am 24. Juli in der Schlacht bei La Belle Famille eine vernichtende Niederlage zu und zwang die Besatzung des Forts am folgenden Tag zur Kapitulation.

Währenddessen drang eine britische Invasionsstreitmacht aus etwa 9.000 Soldaten, 13.500 Matrosen und 49 Schiffen unter General James Wolfe und Admiral Charles Saunders im Juni in den Sankt-Lorenz-Strom ein, belagerte Quebec und besiegte die Verteidiger unter Montcalm am 13. September in der Schlacht auf der Abraham-Ebene, in der sowohl Montcalm als auch Wolfe fielen.

Am 18. September folgte die Kapitulation Quebecs und damit eine kriegsentscheidende Niederlage der Franzosen. Zwar gelang es Montcalms Nachfolger François-Gaston de Lévis, die britische Garnison von Quebec unter General James Murray am 28. April 1760 in der Schlacht bei Sainte-Foy zu schlagen, die folgende Belagerung Quebecs musste aber nach dem Eintreffen von Verstärkungen für die Briten abgebrochen werden. Nachdem ein letzter französischer Versuch, Verstärkungen nach Montréal zu bringen, mit der Vernichtung der hierfür vorgesehenen Schiffe im Gefecht auf dem Restigouche-Fluss am 8. Juli 1760 endete, konnten die Briten in diesem Jahr die Eroberung der französischen Besitzungen in Nordamerika abschließen. Am 8. September kapitulierten die Verteidiger von Montréal vor General Amherst, am 29. September übernahm Major Robert Rogers Fort Detroit.

Einen letzten vergeblichen Versuch, in Kanada wieder Fuß zu fassen, unternahmen die Franzosen 1762, als starke britische Truppenkontingente aus Kanada in die Karibik verlegt worden waren. Ein französisches Flottengeschwader unter Kommodore du Ternay mit 1.500 Soldaten unter dem Comte d'Haussonville brach aus Brest aus, entkam der britischen Blockadeflotte und landete am 24. Juni in St. John’s auf Neufundland. Zwar kapitulierte die schwache britische Garnison, die Nachricht von der Landung der Franzosen erreichte jedoch Halifax, von wo aus Truppen und Kriegsschiffe zum Gegenangriff geschickt wurden. Du Ternay entkam der britischen Flotte und kehrte nach Frankreich zurück, doch den in einer hoffnungslosen Lage zurückgelassenen französischen Truppen blieb nichts anderes als die Kapitulation am 18. September.

Kriegsende, Pontiac-Aufstand und Folgen

Die solcherart geschaffenen Tatsachen erkannten die Franzosen im Frieden von Paris vom 10. Februar 1763 an, und gaben sämtliche Besitzungen in Nordamerika bis auf das historische Louisiana – nicht zu verwechseln mit dem heutigen US-Bundesstaat Louisiana – auf. Zu einem dauerhaften Ende der Feindseligkeiten kam es jedoch nicht, da sich die Indianerstämme im Gebiet des heutigen US-Bundesstaates Ohio im Mai 1763 im Pontiac-Aufstand (nach dem Ottawa-Häuptling Pontiac) gegen die britische Herrschaft erhoben. Sie hofften dabei auf Unterstützung durch die Franzosen. Die Indianer eroberten zahlreiche Forts und Siedlungen im Ohiotal und im westlichen Pennsylvania und scheiterten lediglich an Fort Pitt und Fort Detroit, die teilweise längere Zeit belagert wurden. Mit ihrer geschickt angewendeten Guerillataktik waren Pontiacs Indianer auch regulären britischen Armeeeinheiten gewachsen. Erst im Herbst 1764 gelang es den Briten mit Hilfe zweier Expeditionen unter den Obersten John Bradstreet und Henry Bouquet, die Indianer wieder zu unterwerfen. Eine wesentliche Rolle spielte dabei, dass den Indianern die Munition ausging und eine Unterstützung durch Frankreich ausblieb. Pontiac selbst kapitulierte erst im Juli 1766.

Eine Folge des Pontiac-Aufstands war die königliche Proklamation von 1763, der zufolge britische Siedler östlich der Appalachen bleiben, das Gebiet westlich davon den Indianern vorbehalten bleiben sollte. Dieses Verbot wurde von den Siedlern ignoriert und trug zur Entfremdung zwischen den Kolonisten und der britischen Regierung bei. Eine weitere Folge der Kriege war eine hohe Schuldenlast, die die Regierung durch verschärfte Besteuerung aufzubringen versuchte. Diese Bemühungen wiederum waren ein wesentlicher Auslöser der Amerikanischen Revolution.

Siehe auch

Literatur

  • Carolyn Gard: The French and Indian War – A Primary Source History of the Fight for Territory in North America, Rosen Publishing Group, 2004. ISBN 0823945111
  • William R. Nester: The First Global War – Britain, France, and the Fate of North America 1756–1775, Praeger/Greenwood, Westport (Conn.) 2000. ISBN 0275967719
  • Francis Parkman: Montcalm and Wolfe – The French & Indian War, Da Capo Press, New York 1995. ISBN 0-306-80621-5
  • Ruth Sheppard: Empires Collide – The French and Indian War 1754–63, Osprey Publishing, 2006. ISBN 1846030897
  • Gerriet Stenvers: Die Truppen im englisch-französischen Kolonialkrieg in Nordamerika 1754–1760, Verlag für Amerikanistik, Wyk auf Foehr 2000. ISBN 3-89510-067-6

Weblinks


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