Französisch-Sudan


Französisch-Sudan
Flagge Französisch-Sudans

Französisch-Sudan (französisch Soudan Français) war eine französische Kolonie in Westafrika, die zwei Existenzperioden hatte. Die erste reichte von 1890 bis 1902 und die zweite von 1920 bis 1960. Anschließend wurde das Gebiet unter dem Namen Mali unabhängig.

Zeit als Kolonie

Am 9. September 1880 wurde im Gebiet des späteren Französisch-Sudan als Obersenegal ein französisches Territorium eingerichtet und am 18. August 1890 in Französisch-Sudan umbenannt, dessen Hauptstadt Kayes war. Nach der Eingliederung in Französisch-Westafrika 1895 wurde Französisch-Sudan am 10. Oktober 1899 aufgeteilt; elf südliche Provinzen gingen an Französisch-Guinea, die Elfenbeinküste und Dahomey, obwohl zwei im folgenden Jahr zurückgegeben wurden. Ab dem 17. Oktober 1899 war Bamako die Hauptstadt des Gebiets. 1894 erfolgte die französische Eroberung von Timbuktu, 1898 von Sikasso.

1902 wurden die nicht in Militärdistrikten organisierten Teile der Kolonie zu Senegambia und Niger, 1904 zu Obersenegal und Niger. 1920 erfolgte eine Reorganisation und der alte Name kam zurück. Ab 1920 hatte Französisch-Sudan die Grenzen des heutigen Mali.

Als Obervolta 1933 zum ersten Mal aufgelöst wurde (1947 wurde es wieder eingerichtet), wurden einige Provinzen Französisch-Sudan zugeteilt.

Unabhängigkeit

Nach dem französischen Verfassungsreferendum vom 4. Oktober 1958 wurde die „République Soudanaise“ ein Mitglied der französischen Gemeinschaft; am 25. November 1958 erlangte die ehemalige Kolonie interne Unabhängigkeit.

Am 4. April 1959 wurde Französisch-Sudan mit Senegal zur Mali-Föderation zusammengefasst, die am 20. Juni 1960 innerhalb der französischen Gemeinschaft endgültig unabhängig wurde. Die Föderation brach am 20. August 1960 zusammen, als Senegal sich von ihr trennte. Am 22. September proklamierte Französisch-Sudan die Republik Mali und trat aus der französischen Gemeinschaft aus.

Siehe auch


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Französisch-Sudan — Französisch Sudan, früher die franz. Schutzgebiete im westl. Sudan einschließlich der Reiche des Samory und Tiëba (ohne die Küstenländer), die Gebiete am obern Senegal, am obern und mittlern Niger umfassend; seit 1899 als administrative Einheit… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Französisch-Sudân — Französisch Sudân, der östlich von der Kolonie Senegal und Rivières du Sud gelegene Teil der französischen Besitzungen in Nordwestafrika, seit 1890 selbständige Kolonie, wurde 1899 an die Kolonien Senegal, Französisch Guinea, Elfenbeinküste und… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Französisch-Sudan — Französisch Sudan,   frühere französische Kolonie, Mali.   …   Universal-Lexikon

  • Französisch-Westafrika — Französisch Westafrika,   französisch Afrique Occidentale Française [a frik ɔksidã tal frã sɛːz], Abkürzung AOF, 1895 1958 französische Gebietsgruppe in Westafrika, 4 630 000 km2, mit (1957) 19,0 Mio. Einwohnern, Verwaltungssitz: Dakar, 1895 1957 …   Universal-Lexikon

  • Französisch-Kongo — (Congo Français, früher Gabun), franz. Besitzung in Äquatorialafrika, zwischen 2°20 nördl. Br. bis 5° südl. Br. und 8°40 östl. L. (Kap Lopez), bis zum Ubangi, begrenzt im N. vom spanischen Munigebiet und Kamerun, im O. vom Kongostaat, im S. von… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Französisch Westafrika — Lage Französisch Westafrikas innerhalb Afrikas Die sieben Kolonien, die um 1936 Französisch Westafrika bildeten …   Deutsch Wikipedia

  • Sudan (Begriffsklärung) — Der Begriff Sudan bezeichnet: In der Geographie: einen Staat im nordöstlichen Afrika, siehe Republik Sudan (Nordsudan) die Republik Südsudan als eigenständiger Staat im östlichen Afrika eine Zone südlich der Sahara, siehe Großlandschaft Sudan… …   Deutsch Wikipedia

  • Französisch-Westafrika — Lage Französisch Westafrikas innerhalb Afrikas Die sieben Kolonien …   Deutsch Wikipedia

  • Französisch-Äquatorial-Afrika — Französisch Äquatorialafrika Französisch Äquatorialafrika (frz. Afrique Équatoriale Française; Abk. AEF) war eine französische Kolonie im zentralen Afrika zwischen Golf von Guinea und dem westlichen Sudan von 1910 bis 1958. Hauptstadt war… …   Deutsch Wikipedia

  • Französisch Äquatorialafrika — (frz. Afrique Équatoriale Française; Abk. AEF) war eine französische Kolonie im zentralen Afrika zwischen Golf von Guinea und dem westlichen Sudan von 1910 bis 1958. Hauptstadt war Brazzaville …   Deutsch Wikipedia