Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST

Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST
Fraunhofer-Institut für
Software- und Systemtechnik
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: Eingetragener Verein
Sitz des Trägers: München
Standort der Einrichtung: Dortmund, Berlin
Art der Forschung: Angewandte Forschung
Fächer: Informatik
Fachgebiete: Software- und Systemtechnik
Grundfinanzierung: Bund (90 %), Länder (10 %)
Leitung: Jakob Rehof
Mitarbeiter: ca. 150
Homepage: www.isst.fraunhofer.de

Das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST) ist eine Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V. (FhG). Im Rahmen der Fraunhofer-Gesellschaft ist das Institut mit seinen Standorten in Berlin (Nähe Kurfürstendamm) und Dortmund (im Technologiezentrum Dortmund) im Verbund „Informations- und Kommunikationstechnik“ organisiert. Seine Aktivitäten sind der angewandten Forschung in den Bereichen Continuous Software Engineering sowie der Informationslogistik zuzuordnen.

Das Fraunhofer ISST entwickelt Standards, Architekturen und Konzepte, die den Aufbau langfristig stabiler komplexer Systeme in der Informations- und Kommunikationstechnologie ermöglichen. Zu den Partnern und Auftraggebern zählen neben den klassischen Nutzern kritischer IT-Systeme (Großindustrie und KMUs, Finanz- und Versicherungswirtschaft sowie Öffentliche Verwaltung) zunehmend auch Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, der Bau- und Wohnungswirtschaft und des Eventmanagements.

Das Institut wird von Prof. Dr. Jakob Rehof geleitet, der seit 2006 auch Inhaber des Lehrstuhls »Software Engineering« am Fachbereich Informatik der Technischen Universität Dortmund ist.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Fraunhofer Institut für Software- und Systemtechnik ISST wurde 1992 gegründet, als bereits eine Vielzahl von geschäfts- und sicherheitskritischen Prozessen mit Hilfe von Computern ausgeführt wurden, tatsächlich aber kaum Verfahren existierten, mit denen die systematische Entwicklung sicherer, skalierbarer und evolutionsfähiger Hard- und Softwaresysteme realisiert hätte werden können.

Forschung und Entwicklung

Die Lösungen, die am Fraunhofer ISST erforscht und entwickelt werden, berücksichtigen in besonderem Maße die Methoden des ››Continuous Software Engineering‹‹ sowie der ››Informationslogistik‹‹, um zum einen die Langlebigkeit und Flexibilität der entwickelten Systeme zu gewährleisten und zum anderen sicherzustellen, dass die Informationsangebote für den Benutzer auf der Basis der dahinter liegenden Architekturen bedarfsgerecht gestaltet sind. Diese beiden Themen bilden die wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte des Instituts.

Die Felder, in denen das Fraunhofer ISST arbeitet, verbindet die Notwendigkeit, Fach-, Geschäfts- und Ereignisprozesse zu analysieren, zu definieren und formal zu erfassen, um Systemarchitekturen so zu gestalten, dass diese Prozesse optimal und flexibel unterstützt werden. Um in diesem Kompetenzquerschnitt - Prozesse und Architekturen - sämtliche Methoden und Werkzeuge nach neustem Forschungsstand systematisch anbieten zu können, hat das Fraunhofer ISST das ››Competence Center for Architectures and Processes COMPARC‹‹ aufgebaut. Für eine Reihe von Herausforderungen, die an das Institut gerichtet werden, können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch COMPARC auf Lösungsmuster zurückgreifen, mit deren Hilfe branchenübergreifend bewährte Methoden und Konzepte projektspezifisch zum Einsatz gebracht werden können.

Das Institut ist schwerpunktmäßig in sechs Geschäftsfeldern tätig:

  • Enterprise Architectures, hier werden Methoden und Verfahren erforscht, mit denen Strukturen und Zustände von komplexen Unternehmensarchitekturen und ihren IT-Systemen erfasst, und Systeme auf ihre Eignung zur Prozessabbildung hin analysiert werden können;
  • eGovernment, hier werden Infrastrukturen aufgebaut und weiterentwickelt, die für eine IT-gestützte öffentliche Verwaltung benötigt werden;
  • eHealthcare, hier werden IT-Lösungen entwickelt, die eine reibungslose, einrichtungsübergreifende Kommunikation zwischen medizinischen Leistungserbringern ermöglichen, außerdem werden telemedizinische Lösungen entwickelt, die zur mobilen Unterstützung von Patienten dienen;
  • Ambient Assisted Living, hier werden effiziente Anwendungen für den Arbeitsplatz, aber auch für den Wohnraum entwickelt;
  • Embedded Systems Engineering, hier werden einheitliche und durchgängige Architekturen von Elektrik-/ Elektroniksystemen entwickelt;
  • Location- and Situation-based Services, hier werden IT-Anwendungen entwickelt, die zeitkritische und situationsabhängig individuell aufbereitete Informationen bereitstellen oder automatisierte Aktionen auslösen, etwa im Rahmen der Koordination von Verkehrsflüssen oder zur Warnung vor drohenden Unwettern.

Kooperationen und Mitgliedschaften

In der wissenschaftlichen Kooperation sieht sich das Fraunhofer ISST als Mittler zwischen Wissenschaft und Praxis. Die am Institut gewonnenen Erfahrungen fließen in Lehre und Forschung ein, und Ergebnisse aus der Grundlagenforschung werden wiederum vom Fraunhofer ISST in die Auftragsarbeiten eingebracht.

Kooperationen bestehen mit

  • der Universität Jonköping, Schweden;
  • dem ICT an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, Beijing;
  • und dem ICICI in Karnataka, Indien.

Das Fraunhofer ISST ist Mitglied des Fraunhofer-Verbundes „Informations- und Kommunikationstechnik“ (IuK), dem insgesamt 16 Fraunhofer-Institute angehören. Weitere Mitgliedschaften bestehen mit folgenden Partnern:

  • Fraunhofer-Allianz Ambient Assisted Living
  • Fraunhofer eGovernment Zentrum
  • Amt24
  • BioMedTec Ruhr e.V.
  • Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.: BITKOM
  • Cert-IT e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V.: GDMS
  • eComm
  • European Association of Software Science and Technology: EASST
  • European Research Consortium for Informatics and Mathematics: ERCIM
  • Gesellschaft für Informatik e.V.: GI
  • HL7 Benutzergruppe in Deutschland e.V.
  • Mobilität & Kommunikation in Berlin-Brandenburg: MOBKOM
  • Netzwerk der Gesundheitswirtschaft an der Ruhr: MedEcon Ruhr e.V.
  • The Open Geospatial Consortium: OGC
  • ruhr networker e.V.
  • Verband der Software-, Informations- und Kommunikationsindustrie in Berlin und Brandenburg e.V.: SIBB
  • Windo e.V.
  • Wissenschaftsforum Ruhr e.V.

Infrastruktur und Personalentwicklung

Zum Ende des Jahres 2007 waren im Fraunhofer ISST insgesamt 150 Mitarbeiter beschäftigt. Der größte Teil des wissenschaftlichen Personals hat eine Ausbildung als Diplominformatiker oder Diplomwirtschaftsinformatiker; einige sind Physiker, Mathematiker, Soziologen, Mediziner, Diplomingenieure, Diplombetriebswirte oder Diplomkaufleute, alle jedoch mit dem Schwerpunkt Informatik in ihrer bisherigen Berufspraxis.

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