Frederick Douglass


Frederick Douglass
Frederick Douglass

Frederick Douglass (* 1817 oder 1818 im Talbot County, Maryland; † 25. Februar 1895 in Washington D.C.; gebürtig Frederick Augustus Washington Bailey) war ein ehemaliger Sklave und späterer Abolitionist und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Frederick Douglass wurde in die Sklaverei geboren. Er durfte zu seiner Mutter, Harriet Bailey, kaum Kontakt haben, geschweige denn bei ihrem Tod dabei sein. Sie starb, als er sieben Jahre alt war. Er lebte bei seiner Großmutter mütterlicherseits, Betty Bailey. Man geht davon aus, dass sein Vater sein Besitzer gewesen sein muss. Douglass beschreibt in seiner Lebensgeschichte, dass sich Begebenheiten, bei denen der Besitzer zum eigenen Vater wurde, häufig zutrugen. Nach seiner Aussage führte diese Art Konstellation zu sehr dramatischen Situationen in seiner „Familie“. Der Ursprung des Neugeborenen war an der helleren Hautfarbe klar ersichtlich. Die Frau seines Besitzers reagierte dementsprechend zornig und er wurde von ihr sehr schlecht behandelt. Frederick Douglass wurde von einem zum nächsten Sklavenhalter vermietet. 1825 kam er nach Baltimore, wo er als Haussklave und Tagelöhner lebte. Dort erfuhr er bei der Familie des Master Hughs seine Herrin als eine „freundliche und warmherzige Frau…“ die „in der Einfachheit ihres Herzens“ ihn so behandelte, „wie nach ihrem Verständnis menschliche Wesen einander behandeln sollten.“[1] Bis sein Herr es unterband, lehrte sie ihn Lesen und Schreiben. Douglass war es nun ein großes Bedürfnis diese Fertigkeiten zu können und er blieb in diesen Bestrebungen beharrlich. Er erreichte sein Ziel, indem er in Baltimore Kontakte zu weißen Kindern knüpfte und sich von ihnen lehren ließ.

Nach verschiedenen Versuchen den Händen der Sklaverei zu entrinnen, gelang es ihm schließlich 1838 die Flucht zu ergreifen und in die Freiheit nach New York zu fliehen. Der Erfolg dieses Versuchs beruhte auf einem ausgeliehenem „Schutzbrief“ eines Seemannes. Er änderte dann seinen gebürtigen Namen von Frederick Augustus Washington Bailey zu Frederick Douglass. So war es der Brauch entkommener Sklaven.

Douglass' Erfolg als Abolitionist

Nach Anfrage sprach Frederick Douglass 1841 auf einer Versammlung der Abolitionisten in Nantucket, Massachusetts, über seine Erfahrungen in der Sklaverei. Hiermit legte er den Grundstein für seine folgenden Auftritte als hauptberuflicher Redner gegen die Sklaverei. Ebenso wurde er als Schriftsteller tätig und veröffentlichte 1845 sein erstes Buch – A Narrative of the Life of Frederick Douglass, an American Slave. In den folgenden Jahren nahm er u.a. 1848 als einziger Mann an der Versammlung für die Gleichberechtigung der Frauen in Seneca teil und warb 1863 um schwarze Soldaten für die Armee der Nordstaaten. 1864 fand seine zweite Audienz bei Abraham Lincoln statt, wobei er sich für die Gleichberechtigung der schwarzen Soldaten in der Armee einsetzte. 1870 war er der Hauptredner bei den Feierlichkeiten zur Ratifizierung des 15. Verfassungszusatzes. Als Vollendung seines Einsatzes für die Gleichberechtigung wurde er 1891 von Präsident Benjamin Harrison zum Gesandten und Generalkonsul in der Republik Haiti ernannt und zum Beauftragten für Santo Domingo.[2]

Werke

  • Life and times of Frederick Douglass ISBN 1417947950
  • A Narrative of the Life of Frederick Douglass, an American Slave
  • My bondage and my freedom ISBN 1404371680
  • The Heroic Slave. Autographs for Freedom. 1853
  • Sclaverei und Freiheit. Autobiographie. Aus dem Englischen übertragen von Ottilie Assing. Hoffmann und Campe, Hamburg 1860 Google books, MDZ München

Literatur

  • John Chua: Cliffsnotes on Douglass' Narrative of the Life of Frederick Douglass. An American Slave. ISBN 0822008726 (englisch)
  • Maria Diedrich: Love Across Color Lines. Ottilie Assing & Frederick Douglass. Hill and Wang, New York 1999, ISBN 0-8090-1613-3 (englisch)
  • Frederick Douglass : Das Leben des Frederick Douglass, Lamuv Verlag, Göttingen 1991, ISBN 978-3889772725.
  • Andreas Gestrich: Die Antisklavereibewegung im ausgehenden 18. und 19. Jahrhundert: Forschungsstand und Forschungsperspektiven, in: Unfreie Arbeits- und Lebensverhältnisse von der Antike bis in die Gegenwart, Band 1 (2005).

Siehe auch

Referenzen

  1. zitiert aus: Frederick Douglass: Das Leben des Frederick Douglass, Lamuv Verlag, Göttingen 1991, S. 86.
  2. Douglass, F.: Das Leben des Frederick Douglass, Lamuv Verlag, Göttingen 1991.

Weblinks

 Commons: Frederick Douglass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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