Freie Weingärtner Wachau


Freie Weingärtner Wachau
Kellerschlössl

Die Domäne Wachau, ehemals Freie Weingärtner Wachau, ist ein bekanntes Weingut in Österreich. Es liegt außerhalb der Stadtmauern von Dürnstein in der Wachau.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung fand als Weingut der Herrschaften von Dürnstein und Thal Wachau schon 1137 statt. Die Besitzer des Gutes, wozu für kurze Zeit auch die Habsburger zählten, wechselten mehrmals. Schließlich gelangte es in den Besitz der Starhemberger. Um 1790 kauften sie die Weingärten und das Kellerschlössl aus dem Nachlass des im Jahr 1788 säkularisierten Chorherrenstiftes Dürnstein. Ernst Rüdiger von Starhemberg verkaufte seine Domäne dann 1938 den Weingartenpächtern. Dies führte auch zur Gründung der Winzergenossenschaft Wachau.

Ab 1955 kam der Aufschwung und die Weine der Wachau wurden international vertrieben. 1990 wurde die kurz 'WG Wachau' genannte Genossenschaft in Freie Weingärtner Wachau, kurz FWW, umbenannt.

2008 wurde die Genossenschaft in Domäne Wachau umbenannt. [1]

Unternehmen

Heute firmiert die frühere Winzergenossenschaft Wachau unter dem Namen Domäne Wachau eGen. mit Sitz in Dürnstein.

Die Rieden werden per Hand gelesen und selektioniert und in eines der über drei Gemeinden verteilten, modernen Presshäuser geliefert. Die Vinifikation, Lagerung, Abfüllung und der Verkauf befinden sich zentral in Dürnstein. Das Logo der Genossenschaft stellt die Vorderansicht des Kellerschlössls dar.

Im Jahr 2007 bewirtschafteten laut eigenen Angaben der Freien Weingärtner Wachau rund 600 Genossenschaftsmitglieder insgesamt eine Rebfläche von ca. 420 ha - etwa 30 % der Wachauer Rebfläche. Aufgrund seiner Größe und seines Qualitätsanspruches zählt das Weingut zu den Leitbetrieben der Wachau.

Die Genossenschaft verfolgt einerseits das Ziel, große Mengen an hochwertigen Weinen auf dem österreichischen und internationalen Markt zur Verfügung zu stellen. Andererseits hat sie als Vertragspartner für die Winzer, die aus verschiedensten Gründen nicht in der Lage sind einen eigenen Betrieb zu führen, große Bedeutung. Diese müssten sonst ihre Rebflächen meist aufgeben.

Die Flächenbindung der Winzer an die Genossenschaft erfolgt für mindestens drei Jahre. Im Zuge eines sogenannten Bonitur-Systems werden die Winzer zur Qualitätssteigerung schon während der Vegetationsperiode von einem Weinbauberater betreut.

Weine

Bekannte von der Genossenschaft bewirtschaftete Rieden von Westen nach Osten: Bruck, Tausendeimerberg, Singerriedel, Hochrain, Kollmitz, Achleiten, Kellerberg, Loibenberg

Im Fachhandel und der Gastronomie werden folgende drei Weinsegmente angeboten:

Domäne Wachau: Seit 2001 die Toplinie. Diese kennt zwei Unterkategorien. Jene mit den ausgewiesenen Riedennamen bildet mit geringen Mengen die Spitzenweine. Unter der Zusatzbezeichnung Terrassen anstelle des Riedennamens werden Rieden-Cuvées angeboten. Bei allen Weinen dieser Linie wird das Terroir besonders herausgearbeitet. Ca. 15 % der gesamten Ernte werden unter der Bezeichnung Domäne Wachau vermarktet.

Weingut Pfarre Weißenkirchen: Unter dieser Bezeichnung werden seit den 1990er Jahren Rieden-Cuvées aus den Weingärten der Pfarre Weißenkirchen angeboten.

Wachau Collection: Bezeichnung für Weine, die hauptsächlich nicht nach den Wachauer Kategorien Steinfeder, Federspiel und Smaragd ausgebaut werden. Das Hauptaugenmerk liegt hier am Export.

Im Einzelhandel werden fruchtige, junge Qualitätsweine angeboten.


Der Rebsortenspiegel setzt sich wie folgt zusammen (Stand 2006):

Rebsorten Weiß:

Rebsorten Rot:

Die Jahresproduktion beträgt ca. 2,5 Millionen Flaschen.

Im Verkauf sind Weißweinraritäten bis aus dem Jahr 1947 erhältlich.

Auszeichnungen

  • 1999 errang das Weingut als erstes Weingut Österreichs den von der Fachzeitschrift Wein & Spirits jährlich vergebenen Titel International Winery of the Year.
  • Der Grüne Veltliner Federspiel Terrassen 2005 wurde der Sieger in der Kategorie Grüner Veltliner Leicht und damit in den Salon Österreichischer Wein aufgenommen.
  • Im Imperial Wijnkoperij der Ausgabe Oktober 2006 werden die Freien Weingärtner Wachau mit "The best co-operative winery in Europe" tituliert.

Sonstiges

Dürnsteiner Katzensprung

Dürnsteiner Katzensprung war die Bezeichnung für einen kleinen, überaus steilen Weingarten der Genossenschaft. Dieser wird heute nicht mehr bewirtschaftet. Das Weingut stellte lange Jahre einen Landwein unter dieser Bezeichnung her. Berühmt wurde der Jahrgang 1954 durch Leopold Figl. Schon bei den Verhandlungen zum Staatsvertrag in Moskau hatte die österreichische Verhandlungsdelegation den Katzensprung als Gastgeschenk überreicht. Er wurde auch der Staatsvertragswein, der beim Bankett nach der Vertragsunterzeichnung kredenzt wurde.

Als Hommage an den Staatsvertragswein wurde zum 50-jährigen Jubiläum ein Wein in Spontangärung mit Ausbau im großen Eichenfass hergestellt. Er sollte so perfekt wie möglich dem Original entsprechen. Davon kamen 30.000 Flaschen in den Handel.

Einzelnachweise

  1. „Freie Weingärtner Wachau“ sind „Domäne Wachau“

Weblinks

Literatur

  • Vinaria Österreichische Zeitschrift für Weinkultur, 6/2006, S. 40–47.
  • Christa Hanten, Tobias Hierl: Österreichs Salon Weine 2006, avBuch im Österreichischen Agrarverlag, 2006, ISBN 3-7040-2151-2.
  • Peter Moser: Falstaff. Weinguide 2008/2009. Österreich. Südtirol. Falstaff, Wien 2008, ISBN 978-39502147-8-9.
  • Norbert Tischelmayer: Wein-Glossar. 2777 Begriffe rund um den Wein, Np Buchverlag, 2001, ISBN 3-85326-177-9.

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