Freudenberg (Siegerland)


Freudenberg (Siegerland)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Freudenberg
Freudenberg (Siegerland)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Freudenberg hervorgehoben
50.8997222222227.8666666666667330
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Siegen-Wittgenstein
Höhe: 330 m ü. NN
Fläche: 54,49 km²
Einwohner:

18.392 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 338 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57258
Vorwahl: 02734
Kfz-Kennzeichen: SI
Gemeindeschlüssel: 05 9 70 016
Stadtgliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Mórer Platz 1
57258 Freudenberg
Webpräsenz: www.freudenberg-stadt.de
Bürgermeister: Eckhard Günther (CDU)
Lage der Stadt Freudenberg im Kreis Siegen-Wittgenstein
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Über dieses Bild

Freudenberg ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Siegen-Wittgenstein.

Die Stadt liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Freudenberg liegt im historischen Siegerland in hügeliger Mittelgebirgslandschaft zwischen 243 und 505 m Höhe über dem Meeresspiegel. Die Landschaft gehört größtenteils zum Freudenberger Bergland, das wiederum Bestandteil des Naturraums Siegerland ist. Das südliche Stadtgebiet gehört zum Höhenzug Giebelwald, in dem sich auch der 527 m hohe Giebelberg befindet. Obwohl dessen Spitze auf Niederfischbacher Gebiet liegt, bildet sein Hang an der Grenze zu Rheinland-Pfalz die höchste Stelle im Stadtgebiet Freudenbergs. Die 17 Stadtteile verteilen sich auf ca. 55 km² Fläche, die zu ca. 2/3 aus Laub- und Fichtenwald bestehen.

Die drei längsten Flüsse im Stadtgebiet sind die Asdorf, der Fischbach und die Alche. Der etwa 6,5 km lange Fischbach mündet westlich von Niederndorf in die Asdorf. Dieser mündet nach 8,6 km im Stadtgebiet und einer Gesamtlänge von 20 km bei Kirchen in die Sieg. Die Alche entspringt nördlich von Bühl nahe der Grenze zum Kreis Olpe und fließt etwa 5 km im Stadtgebiet, bevor der Fluss über Seelbach nach Siegen und dort in die Sieg fließt.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Der östlichste Stadtteil ist Niederholzklau, er liegt nur etwa einen Kilometer vom Siegener Stadtteil Langenholdinghausen entfernt. Nördlich von Niederholzklau liegt mit Oberholzklau der nördlichste Stadtteil. Im Süden liegt Niederndorf, etwa zwei Kilometer von der Grenze zu Rheinland-Pfalz und Oberschelden entfernt. Im Westen liegt Mausbach, direkt an der Grenze zum Friesenhagener Teil Gerndorf im Landkreis Altenkirchen. Dieser Stadtteil ist der westlichste bebaute Teil Freudenbergs, die dort unbebaute Gemarkung Plittershagens südlich davon reicht etwa einen halben Kilometer weiter.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden bzw. -städte von Freudenberg sind Wenden (Kreis Olpe), Siegen und Kreuztal (beide zum Kreis Siegen-Wittgenstein) auf nordrhein-westfälischer Seite, sowie Friesenhagen, Harbach und Niederfischbach auf rheinland-pfälzer Seite.

Stadtgliederung

Stadtgliederung

Freudenberg besteht aus 17 Stadtteilen:

Geschichte

Freudenberg (türkis) an der Uerdinger Linie, der Sprachgrenze zum niederdeutschen Sauerland

Die ältesten Stadtteile sind wahrscheinlich die bereits im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnten Plittershagen und Oberholzklau (1079). Freudenberg ist als Amts- und Gerichtssitz seit Anfang des 15. Jahrhunderts belegt. Der Ort und die Burg Freudenberg wurden 1389 erstmals urkundlich erwähnt.

Die Burg wurde über dem Weibetal mit einer Siedlung von den Grafen von Nassau als westlicher Eckpfeiler ihres Gebietes gegründet. Graf Johann der IV. von Nassau, Vianden und Diez gab am 7. November 1456 den Bürgern von Freudenberg ihre Freiheitsrechte. Dieser Freiheitsbrief von 1456 wird heute als Hinweis auf die Verleihung der Stadtrechte angesehen. Urkunden geben Hinweise darauf, dass Freudenberg sehr früh als "Flecken" gegründet worden ist. Der historische Stadtkern trägt heute noch den Namen „Alter Flecken“.

Im Jahre 1540 wurde die Burg und die Siedlung durch einen Brand erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Auf Anordnung von Wilhelm der Reiche entstand um die Mitte des 16. Jahrhunderts eine neue städtische Bebauung. Der Flecken bekam eine Umwehrung mit vier Toren. Im Nordwesten entstand das Hohenhainer Tor, im Nordosten das Weihertor, im Südosten das Braastor und im Südwesten das Schultor. Durch einen zweiten Brand, ausgelöst durch einen Blitzschlag, am 9. August 1666 wurde die Stadt erneut verwüstet. Nur ein Haus (Kölner Str. 3) blieb unversehrt und gilt seitdem als das älteste Haus Freudenbergs. Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen baute den Flecken wieder auf den weitgehend unveränderten Grundrissen von 1540 auf. Die Burg wurde dabei nicht wieder aufgebaut, so dass von ihr heute nur noch Mauerreste zu sehen sind.

Auf den 18. März 1588 fiel der Überfall von über 100 bewaffneten Sauerländern auf zwei Freudenberger Gaststätten.[2] Bereits 1597 wurde der Hof Herlingen erwähnt.[3] Er bestand bis um 1780.[4]

Für den 8. September 1796 wird in Freudenberg von einem spektakulären Raub der französischen Kriegskasse berichtet.[5]

Die Stadt Freudenberg mit ihren 17 Stadtteilen ging in ihrer heutigen Form aus der kommunalen Gebietsreform am 1. Januar 1969 hervor[6], die meisten Orte gehörten schon vorher zum Amt Freudenberg.

Politik

Die 34 Sitze des Stadtrats verteilen sich nach der Kommunalwahl vom 30. August 2009 wie folgt:

CDU SPD GRÜNE FDP Alternative Liste Gesamt
2009 14 12 3 3 2 34
Rathaus von Freudenberg

Bürgermeister

Eckhard Günther (CDU) ist der amtierende Bürgermeister. Zu seinen Amtsvorgängern zählt der am 19. Oktober 1989 gewählte Heinrich Hubbert (CDU).[7]

Wappen

Das Wappen zeigt ein goldenes Stadttor auf blauem Grund, den Farben des Fürstenhauses Nassau-Siegen.

Städtepartnerschaften

Freudenberg unterhält seit 1989 eine Städtepartnerschaft mit der ungarischen Stadt Mór, die aus einem Jugendaustausch entstanden ist.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der Alte Flecken, Freudenbergs historischer Stadtkern
Kleiner Wasserfall unweit des Asdorfer Weihers.

In der Südwestfälischen Freilichtbühne Freudenberg werden in einer Wald- und Felsenkulisse jährlich zwei neue Inszenierungen für Kinder und Erwachsene aufgeführt. Die Zuschauertribüne ist überdacht. Jährlich besuchen etwa 50.000 Besucher die Freilichtbühne.

Das Stadtmuseum, mitten im historischen Stadtkern Alter Flecken, zeigt Exponate zur Stadt- und Wirtschaftsgeschichte, darunter die Uhrensammlung des Freudenberger Uhrmachers Stahlschmidt. Das Technikmuseum an der Olper Straße zeigt Exponate der Gewerbe- und Industriegeschichte aus der Region. Eine Dampfmaschine aus dem Jahr 1904 ist dabei Herzstück der Sammlung. Zudem werden historische Fahrzeuge aller Art gezeigt.

Der „Alte Flecken“ ist die ganz in Fachwerkbauweise errichtete Innenstadt Freudenbergs. Sie gibt einen Eindruck von einer Kleinstadt aus dem 17. Jahrhundert. Der Alte Flecken wurde in den Kulturatlas des Landes Nordrhein-Westfalen als "Baudenkmal von internationaler Bedeutung" aufgenommen; es existiert kein vergleichbarer historischer Stadtkern in Fachwerkbauweise. Die Evangelische Kirche wurde, nachdem 1585 Freudenberg selbständige Pfarrei geworden war, 1602–1606 als Wehr- und Schutzkirche errichtet. Der Glockenturm und ein Mauerrest am Schlossberg sind die einzigen Zeugnisse der früheren Burganlage.

Die Kirche in Oberholzklau wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut und ist eine sehenswerte romanische Kirche mit einem deutlich sichtbaren Übergang zur Gotik. Das danebenliegende Pfarrhaus im Fachwerkstil stammt aus dem Jahr 1608. Es ist das älteste Pfarrhaus der Ev. Kirche von Westfalen.

Filmkulisse

Der Ort diente unter anderem in dem Film Liebesluder von Detlev Buck als Sinnbild der wohlanständigen, spießigen Kleinstadt, in der es hinter den Kulissen stinkt. Ebenso wurde der Ort für den Film "Lupo und der Muezzin" (Diana Film, München) als Filmkulisse genutzt. Außerdem werden Teile des Ortes, u. a. das örtliche Bethesda-Krankenhaus, als Kulisse für den Kinofilm Jakobs Bruder mit Christoph Maria Herbst und Klaus J. Behrendt genutzt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Stadt wird von Norden nach Südosten von der A 45 durchquert. Bis in die 1980er Jahre existierte auch eine Eisenbahnanbindung über die Biggetalbahn nach Olpe im Norden und über die Asdorftalbahn nach Betzdorf im Süden. Heute sind weite Teile der ehemaligen Trasse zu Radwegen umgestaltet worden oder mit Erde verfüllt.

In Freudenberg gibt es einen Busbahnhof. Von hier aus fahren im Stundentakt Busse nach Siegen und Dirlenbach. Früher fuhren auch im Zweistundentakt fahren Busse nach Olpe und Wenden. Die Linien werden von den Verkehrsbetrieben Westfalen-Süd betrieben. Zusätzlich verkehrt an Wochenenden ein Nachtbus von Siegen nach Freudenberg.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Lothar Uebach
  • Hermann Vomhof

Söhne und Töchter der Stadt

(Auflistung erfolgt nach Geburtsjahr)

Literatur

  • Herbert Kienzler: Freudenberg (Westfälische Kunststätten, Heft 2). Münster o.J.

Weblinks

 Commons: Freudenberg (Siegerland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. "Zurückgeblättert...", Siegener Zeitung vom 2. April 2011
  3. Genealogy.net: Freudenberg
  4. Lothar Irle: Siegerländer Ortsverzeichnis, 1973
  5. "Zurückgeblättert...", Siegener Zeitung vom 11. September 2010, S.43
  6. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  7. "Siegerländer Chronik vom 1. September 1989 bis 31. August 1990", Siegerländer Heimatkalender 1991, S.173, 174, 66. Ausgabe, Hrsg. Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V., Verlag für Heimatliteratur

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