Fricktal


Fricktal
Karte des Fricktals
Fricktalerwappen, gemalt in der Alten Kantonsschule Aarau

Das Fricktal ist eine Region in der Nordwestschweiz zwischen Jura, Schwarzwald und Rhein mit rund 74'000 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Die Region Fricktal liegt im Kanton Aargau östlich der Grossstadt Basel. Sie besteht aus den aargauischen Verwaltungsbezirken Rheinfelden und Laufenburg am Rhein sowie aus Teilen der Verwaltungsbezirke Brugg (die drei Gemeinden Effingen, Elfingen und Bözen) im Osten und Aarau (Gemeinde Densbüren) im Süden. Nördlich grenzt es an Deutschland, westlich an den Kanton Basel-Landschaft und im Osten an die Region Zurzibiet. Die Region wird im Norden von der Autobahn A3 sowie der Bahnlinie Basel – Zürich (Bözberglinie) von Ost nach West durchquert. Grössere Nebentäler des Nord-Süd verlaufenden Fricktals sind das Möhlintal im Westen und das Mettauertal im Osten.

Statistische Daten

  • Fläche: 284 km²
  • Einwohner: 74'417 (31. Dezember 2009)
  • Bevölkerungsdichte: 262 Einw./km²
  • Höchster Punkt: 870 m (Räbnen, Gemeinde Oberhof)
  • Tiefster Punkt: 260 m (Rhein bei Kaiseraugst)
  • Grösste Orte: Rheinfelden (11'683 Einw.), Möhlin (9'841 Einw.), Kaiseraugst (5'189 Einw.), Frick (4'779 Einw.), Magden (3'579 Einw.)

Bevölkerung

Das Fricktal lässt sich in zwei Teile gliedern. Man unterscheidet dabei zwischen dem eher ländlich geprägten oberen Fricktal und dem suburbanen unteren Fricktal. Wirtschaftlich und kulturell ist das Fricktal stark mit der Region Basel verbunden. Von den 36 Gemeinden des Fricktals zählen 8 (alle im Bezirk Rheinfelden gelegen) zur Agglomeration der Stadt Basel. Die Bevölkerung konzentriert sich im unteren Fricktal um die Zähringerstadt Rheinfelden (rund 30'000 Einw. mit Kaiseraugst, Magden und Möhlin) und im oberen Fricktal um den Marktort Frick (rund 10'000 Einw. mit Gipf-Oberfrick, Oeschgen und Wittnau).

Blick auf Wallbach am Rhein

Klima

In der tief gelegenen Fricktaler Rheinebene (tiefster Punkt 260 m), eingebettet zwischen Jura und Schwarzwald, herrscht ein sehr mildes Klima. Die Region Basel-Fricktal ist die wärmste Region nördlich der Alpen und hat bis zu 40 Sonnentage mehr zu verzeichnen als das Mittelland. Am 5. August 2003 meldete die Wetterstation Möhlin mit 40,3 °C die höchste nördlich der Alpen je gemessene Temperatur. Das milde Fricktaler Klima eignet sich also hervorragend für den Obst- und Weinbau, welcher im Fricktal vermehrt betrieben wird.

Geschichte

Die ersten Spuren von Leben im Fricktal stammen aus vorgeschichtlicher Zeit. Die Saurierfunde aus der Gegend von Frick sind überregional bekannt geworden.

Der Rhein bildete nur kurzzeitig die Nordgrenze des Römischen Reiches, die Expansion der Römer war nicht aufzuhalten. In Kaiseraugst wurden umfassende Römische Bauten und ein sehr gut erhaltenes Amphitheaters ausgegraben und als Freilichtmuseum zusammen mit einer rekonstruierten Villa zugänglich gemacht. Es ist ein traditionelles Ausflugsziel unzähliger Schulklassen.

Das Fricktal ist ein früh besiedeltes Gebiet der Alemannen. Über die Grafen von Alt-Homberg und die Grafen von Frick geht das Gebiet im Erbweg an die Grafen von Habsburg. Ab dem Jahr 1386 bildet das Fricktal einen Teil des vorderösterreichischen Verwaltungsgebietes und gehört zum Breisgau. Im Gegensatz zum Thurgau, der sich von Konstanz lösen konnte, hatte der Schwabenkrieg keine Territorialen Folgen für den Bereich des Fricktals.

Der Dreissigjährige Krieg reißt auch das Fricktal in den Abgrund der Zerstörung und des wirtschaftlichen Ruins. Soldatenhorden ziehen plündernd durch die Dörfer und Städte. Es folgten Hungersnöte und Pestseuchen.

Im Jahr 1799 besetzten Französische Truppen das Fricktal und es wird damit vom habsburgischen Kaiserreich abgetrennt, so endete die über 400-jährige Österreichische Herrschaft, und die bis dahin gängige Bezeichnung Frickgau. Am 20. Februar 1802 wurde der Kanton Fricktal mit Status eines französischen Protektorats ausgerufen. Die Eingliederung des Kantons in die Helvetische Republik erfolgt im August 1802 auf eigenen Wunsch. Napoléon Bonaparte verfügte jedoch am 19. Februar 1803 die Auflösung des Kantons und, gemeinsam mit dem Kanton Baden, den Anschluss an den neu gegründeten Kanton Aargau.

Während dem 19. Jahrhundert folgen Missjahre und Hungersnöte. Lebensmut und Existenz vieler Bewohner sind auf einem Tiefpunkt angelangt und führen zahlreiche Bewohner zu den Auswanderungsagenturen in Basel. Die allgemeine Verelendung führt in der Mitte des 19. Jahrhunderts so weit, dass die Auswanderung durch die Behörden notgedrungen gefördert werden muss. Ab 1933 wurde die wirtschaftliche Situation erneut dramatisch. Das Fricktal wird zu einem extremen Pendlergebiet (Basel und Baden)

Das Fricktal erlebt ab 1945 eine stürmische wirtschaftliche und industrielle Entwicklung. Die Großindustrie siedelt sich an (vor allem die Basler Chemieindustrie), die Industrialisierung schreitet voran. Mit der Stadtflucht setzt im unteren Fricktal die Suburbanisierung sowie ein Bevölkerungswachstum ein.

Siehe auch

Literatur

  • Patrick Bircher: Der Kanton Fricktal - Bauern, Bürger und Revolutionäre an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert; Forum Fricktal, Laufenburg, 2002; ISBN 3-9522417-0-9

Weblinks


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