Froschgrundseetalbrücke


Froschgrundseetalbrücke

w150.35511.0222222222227Koordinaten: 50° 21′ 18″ N, 11° 1′ 20″ Of1

Talbrücke Froschgrundsee
Talbrücke Froschgrundsee
Bauzustand März 2009
Überführt Schnellfahrstrecke
Nürnberg–Erfurt
Querung von Froschgrundsee
Ort Weißenbrunn vorm Wald
Konstruktion Bogenbrücke
Gesamtlänge 798 m
Breite 14,1 m
Längste Stützweite 270 m
Konstruktionshöhe 3,6 m
Höhe 65 m
Baubeginn 2006
Fertigstellung 2010 (geplant)

Die Talbrücke Froschgrundsee ist ein 798 Meter langes zweigleisiges Eisenbahnüberführungsbauwerk der Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt. Sie wird mit einer Bogenspannweite von 270 Metern, wie die benachbarte Grümpentalbrücke mit der gleichen Stützweite, als Bogenbrücke die längste Eisenbahnbrücke Europas sein und in Deutschland den bisherigen allgemeinen Rekordhalter, die Autobahnbrücke Wilde Gera, ablösen.

Die Brücke liegt zehn Kilometer nordöstlich von Coburg bei Weißenbrunn vorm Wald an der Landesgrenze zwischen Bayern und Thüringen und überspannt das nördliche Ende des Froschgrundsees sowie die Staatsstraße St 2206. Aufgrund eines Naturschutzgebietes und des Sees wurde der weitspannende Bogen gewählt. In nördlicher Richtung schließt sich der Tunnel Müß an die Brücke an.

Die Streckentrasse ist bei einer Entwurfsgeschwindigkeit von 300 km/h im Bauwerksbereich gerade, die Gradiente steigt in Richtung Norden mit maximal 8,04 Promille. Die Brücke wird später mit dem Streckenausbau auf der nördlichen Seite eine Lärmschutzwand von 2,0 Meter Höhe sowie eine feste Fahrbahn mit 4,5 Meter Gleisabstand erhalten. Das Bauwerk wird zwischen den Jahren 2006 und 2010 errichtet und kostet ungefähr 15,5 Millionen Euro.

Inhaltsverzeichnis

Gründung und Unterbau

Froschgrundsee noch ohne Bogenbrücke im Juli 2006

Die Pfeiler der Brücke haben einen rechteckigen Stahlbetonhohlquerschnitt mit gebrochenen Ecken und verjüngen sich mit einem Anzug von 70:1 nach oben. Bis auf die zwei Trennpfeiler mit den Außenabmessungen von 3,5 m × 5,8 m (Breite × Tiefe) am Pfeilerkopf betragen bei den anderen zehn Regelpfeilern die Abmessungen 2,7 m × 5,8 m. Die acht Ständer auf dem Bogen haben keinen Anzug, deren Abmessungen sind konstant 2,0 m × 4,8 m. Auch der Stahlbetonbogen mit 270 m Stützweite und einem Stich von ungefähr 56 m hat einen Hohlquerschnitt und ist begehbar. Im Scheitel betragen die Außenabmessungen des rechteckigen Querschnittes ungefähr 5,9 m × 4,5 m (Tiefe × Höhe), im Kämpfer sind es näherungsweise 7,4 m × 6,5 m. Der Bogen ist Festpunkt der Brücke und leitet insbesondere die Längskräfte infolge Bremsen aus den in Längsrichtung über den Trennpfeilern gekoppelten Durchlaufträgern in den Baugrund ab. An den Dehnfugen bei beiden Widerlagern sind Schienenauszüge vorgesehen. Die Kämpferfundamente sind mit Magerbetonpolstern auf dem Fels gegründet, die Gründung der Pfeiler besteht meist aus Großbohrpfählen.

Überbau

Querschnitt Überbau

Der Überbau besteht aus einer Kette von drei Durchlaufträgern, die 220 m, 358 m und 220 m lang und durch die beiden Trennpfeiler unterteilt sind. Im Querschnitt besteht der Überbau aus einem einzelligen vorgespannten 3,6 m hohen Stahlbetonhohlkasten mit geneigten Stegen, in Längsrichtung vorgespannt. Zusätzlich ist die Fahrbahnplatte in Querrichtung vorgespannt. Die Bodenplatte ist 4,8 m breit, die Fahrbahnplattenbreite 13,3 m. Die Stützweiten betragen 6×44 m + (9×30 m = 270 m) + 6×44 m.

Ausführung

Der Bogen wird als abgespannter Freivorbau und der Überbau mit dem Taktschiebeverfahren hergestellt werden. Der Bogen wurde am 26. September 2008 nach dem Einbau von vier je 10 m langen Stahlträgern, die die beiden Halbbögen im Bauzustand gegenseitig abstützen, feierlich geschlossen. Vier Wochen später folgte der letzte Betonierabschnitt des Bogens. Zuvor wurde bereits mit dem Bau des Überbaus begonnen[1]. Der Rückbau der Aufstockrahmen aus Stahlbeton auf den Kämpferpfeilern, die zum Abspannen der Bogenhälften erforderlich waren, erfolgte abschnittsweise Mitte Januar 2009 mit Hilfe eines 500-Tonnen-Teleskop-Mobilkranes.

Galerie

Einzelnachweise

  1. Deutsche Bahn AG: Bogenschluss mit Rekord über dem Froschgrundsee. Presseinformation vom 26. September 2008

Weblinks


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