Fußball-EM 2012

Fußball-EM 2012
UEFA-Europameisterschaft 2012
UEFA EURO 2012
polnisch: Mistrzostwa Europy w Piłce Nożnej 2012

ukrainisch: Чемпіонат Європи з футболу 2012

Bewerbungslogo von Polen und der Ukraine
Bewerbungslogo von Polen und der Ukraine
Anzahl Nationen 16 (von voraussichtlich 53 Bewerbern)
Austragungsort Polen und Ukraine
Eröffnungspiel 9. Juni 2012 in Warschau
Endspiel 1. Juli 2012 in Kiew

Die 14. Fußball-Europameisterschaft 2012 (UEFA EURO 2012) der Männer findet vom 9. Juni bis zum 1. Juli 2012 in Polen und der Ukraine statt. Dies hat das UEFA-Exekutivkomitee am 18. April 2007 bekannt gegeben.

Inhaltsverzeichnis

Bewerbungen

Für die Fußball-Europameisterschaft 2012 wurde die Bewerbungszeit in zwei Phasen aufgeteilt. Damit sollten die Kosten für die UEFA und die Bewerber reduziert werden. Nach der ersten Phase blieben noch drei Kandidaten übrig. Die Nominierung des Gastgebers fand in der zweiten Phase statt.

Ursprünglich hatten sich zehn nationale Fußballverbände mit acht Bewerbungen um die Austragung der EM-Endrunde 2012 bemüht: Die Verbände von Aserbaidschan, Griechenland, Italien, Rumänien, Russland und der Türkei bewarben sich einzeln, Kroatien und Ungarn sowie Polen und die Ukraine gaben jeweils Gemeinschaftsbewerbungen ab. Bewerbungsschluss für die EM 2012 war der 1. Februar 2004.

Die ausführlichen Bewerbungsanforderungen für die erste Phase wurden den interessierten Verbänden am 8. Februar 2005 zugesandt. Bis zum 21. Juli hatten die Kandidaten Zeit, ihre Bewerbungsunterlagen abzugeben.

Bei der am 8. November 2005 durchgeführten Abstimmung schieden die Türkei (sechs Stimmen) und Griechenland (zwei Stimmen) aus der Bewerbung aus. Dadurch reduzierte das UEFA-Exekutiv-Komitee das Bewerberfeld auf die drei Bewerbungen von Italien (elf Stimmen), Kroatien/Ungarn (neun Stimmen) und Polen/Ukraine (sieben Stimmen). Die Bewerbungen von Aserbaidschan, Rumänien und Russland waren schon vorher gescheitert.

Am 18. April 2007 gab das UEFA-Exekutivkomitee in Cardiff bekannt, dass die gemeinsame Bewerbung Polens und der Ukraine den Zuschlag erhalten hat. Von den zwölf Stimmen der Mitglieder des Exekutivkomitees bekamen Polen und die Ukraine acht, vier Stimmen gingen an Italien.

Organisation

Am 29. Juli 2008 gab die UEFA bekannt, dass der Schweizer Martin Kallen nach den Endrunden von 2004 (Portugal) und 2008 (Schweiz und Österreich) auch für die EM 2012 als Chef-Organisator amtieren wird. Ob er sein Büro in Warschau oder Kiew einrichten wird, ist noch nicht bekannt.[1]

Am 26. September 2008 gab die UEFA in Bordeaux bekannt, dass sie weiter an der Austragung der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine festhält, auch wenn teilweise noch Mängel an der Vorbereitung in den Gastgeberländern festgestellt wurden.[2]

Austragungsorte und Stand der Vorbereitungen

Allgemeine Situation

Austragungsorte Euro 2012

Die Spiele der EM 2012 werden voraussichtlich in jeweils vier polnischen und vier ukrainischen Stadien ausgetragen. In Warschau, Danzig, Donezk, Dnipropetrowsk und Lemberg sollen neue Stadien errichtet werden, während die übrigen Stadien renoviert und erweitert werden. Die Stadien in Chorzów, Krakau, Odessa und Donezk (RSK Olimpijskyj) sollen als Ausweichorte zur Verfügung stehen. Sie sollen ebenfalls erneuert und erweitert werden, damit auch diese Stadien für eine Europameisterschaft geeignet sind. Dabei wurde der geplante Neubau der Ostsee-Arena in Danzig von der UEFA als bestes Projekt gewürdigt.

Nach der Vergabe liefen die Vorbereitungen in beiden Ländern schleppend. Die UEFA zeigte sich ob der Verzögerungen mehrfach beunruhigt, ergriff aber lange Zeit keine Maßnahmen. Erst am 30. Januar 2008 veröffentlichte die UEFA eine Erklärung von UEFA-Präsident Michel Platini. Die UEFA bekennt sich weiterhin zur Vergabe nach Osteuropa und wird die Organisatoren mit ihrer ganzen Kraft unterstützen. Sie erkennt die politischen Gründe an, die zu einem schleppenden Tempo der Arbeiten geführt haben und ist sich sicher, dass dies nach den Neuwahlen in beiden Ländern besser wird. Darunter versteht die UEFA, dass bei den nötigen infrastrukturellen Projekten (Stadien, Unterkunft, Flughäfen, Eisenbahn, Transport) in den nächsten sechs Monaten große Fortschritte gemacht werden müssen. Die UEFA fordert vor allem die Staaten auf, durch finanzielle Unterstützung der Projekte den Prozess zu beschleunigen.[3] UEFA-Generalsekretär David Taylor machte deutlich, dass sich die UEFA zu Maßnahmen gezwungen sähe, wenn in den nächsten sechs Monaten zu wenige Fortschritte erzielt würden. Dies ist eine klare, wenn auch unausgesprochene, Warnung an die Organisatoren, dass die UEFA im Notfall dazu bereit ist, Polen und der Ukraine das Turnier wieder zu entziehen und einen neuen Organisator zu suchen. Dazu gibt es aber kein geregeltes Verfahren, und die Vergabe müsste neu begonnen werden.[4] In ihren Stellungsnahmen sprechen die UEFA-Verantwortlichen immer von beiden Nationen und lassen nicht erkennen, ob in ihren Augen eine der Nationen besser dasteht als die andere.

Nach der Visite von UEFA-Präsident Michel Platini Anfang Juli 2008 in Polen und der Ukraine gab er bekannt, dass die polnischen Vorbereitungen viel besser verlaufen als in der Ukraine und es auch im Notfall zu einer Änderung der Spielanteile kommen könnte. Polen würde dann 75 Prozent der Spiele (3 Gruppen-, 2 Viertelfinal-, beide Halbfinal- und das Endspiel) bekommen, die Ukraine nur die Spiele der Gruppe D austragen. Über weitergehende Konsequenzen, wie einen kompletten Entzug der Austragung in der Ukraine, wird spekuliert.

Eine UEFA-Delegation um David Taylor hat sich vom 2. bis 6. Februar 2009 in Kiew, Charkiw, Dnjepropetrowsk, Odessa und Lemberg in der Ukraine vom Stand der Vorbereitungen und der Infrastruktur überzeugt.[5][6]

Am 18. Februar 2009 druckte die Gazeta Wyborcza Informationen eines innerhalb der UEFA tätigen Informanten ab. Dieser behauptete, dass die UEFA, sollten sich in Polen keine gravierenden Veränderungen ereignen, im Mai 2009 sechs polnische und zwei ukrainische Städte als Spielorte bekanntgeben wird. Hintergrund ist, dass die ukrainische Regierung wenige Tage zuvor alle Investitionen im Zusammenhang mit der Endrunde gestoppt hat. Die Investitionen werden erst dann wieder getätigt, wenn die UEFA im Mai bekannt gegeben hat, welche ukrainischen Städte ausgewählt wurden. Da die Ukraine alles selbst finanzieren muss und keine Fördergelder von der Europäischen Union wie Polen bekommt, sind die Städte Lemberg, Dnipropetrowsk, Charkiw und Odessa zu finanzschwach, um die Arbeiten bis dahin alleine fortzuführen. Wenn dies alles zutrifft könnte es bedeuten, dass die ursprünglich geplanten ukrainischen Spielorte Lemberg und Dniepropetrowsk durch die polnischen Spielorte Chorzów und Krakau ersetzt werden. Welche Städte als Ersatzspielorte ausgewählt würden, ist unklar.[7]

Der ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko wies am 2. März 2009 entsprechende Spekulationen zurück, dass nur zwei Städte in der Ukraine Austragungsorte seien. Bis zur Entscheidung am 12./13. Mai 2009 werde die Ukraine vier Austragungsorte präsentieren. [8]

Am 3. Mai wurde im ukrainischen Fernseher verkündet, dass die EM in 6 Städten stattfinden wird, statt wie bisher umworben in 8. Darunter wären 4 polnische und 2 ukrainische (Kiew und Odessa) anzutreffen.

Polen

Politischer Hintergrund

Die politische Situation (Zerfall der Regierung unter Ministerpräsident Jarosław Kaczyński und ein Korruptionsskandal im polnischen Fußballverband) verzögerten praktisch alle Projekte. Das Kabinett Kaczyński wurde nach den Parlamentswahlen vom 21. Oktober 2007 am 16. November durch das Kabinett von Donald Tusk abgelöst. In seiner Regierungserklärung vom 23. November 2007 versprach der neugewählte Premierminister, dass die EM 2012 in Polen stattfinden wird. Auf weitere Fragen ging er nicht ein.

Austragungsorte

Stadt Stadion Geplante Spiele
Warschau Nationalstadion (Neubau) - Eröffnungsspiel
- weitere zwei Vorrundenspiele
- Viertelfinale
- Halbfinale
Posen Städtisches Stadion – drei Vorrundenspiele
Breslau Maślice (Neubau) – drei Vorrundenspiele
Danzig Ostsee-Arena (Neubau) - drei Vorrundenspiele
- Viertelfinale
Chorzów Schlesisches Stadion Reserve
Krakau Henryk-Reyman-Stadion Reserve

Warschau

Die Planung für das geplante Nationalstadion in Warschau machte monatelang keine Fortschritte. Eine der letzten Amtshandlung der Sportministerin im Kabinett der Minderheitsregierung von Jarosław Kaczyński, Elżbieta Jakubiak, war es, eine Empfehlung bezüglich des zukünftigen Warschauer Stadions abzugeben. Diese beschränkte sich aber darauf, drei Projekte zu werten, die alle einen Neubau auf dem Fundament des seit Jahren stillgelegten Dziesięciolecia-Nationalstadions in Warschau vorsehen. Zu den anderen Vorschlägen, zum Beispiel zum Projekt eines Neubaus außerhalb der Stadt (der neben dem eigentlichen Stadionbau auch noch den Bau einer ganzen Infrastruktur nötig machen würde), das von der Warschauer Stadtregierung favorisiert wird, äußerte sie sich nicht.

Konkreter wurde der neue Sportminister im Kabinett Tusk, Mirosław Drzewiecki, am 29. November 2007. Er stellte ein deutsches Konsortium um das Architekturbüro J.S.K. als Projektanten für das nationale Sportzentrum von Warschau vor. Eines der zentralen Elemente dieses Zentrums wird das nationale Stadion sein, ein Mehrzweckbau für Fußballspiele, weitere Sportanlässe, Großveranstaltungen, Konzerte u. Ä. Die Wahl fiel auf J.S.K., weil dieses Büro mit Großprojekten von Deutschland bis China seine Kompetenz unter Beweis gestellt hat und die Einhaltung der Termine verspricht. Mit dieser Wahl wurde die Standortfrage auf zwei Orte reduziert: entweder würde anstelle bzw. auf dem Fundament des stillgelegten Nationalstadions oder auf der daneben liegenden Błonia-Wiese gebaut. Als ersten Fortschritt präsentierte Minister Drzewiecki am 17. Dezember 2007 den definitiven Standortentscheid, das neue Stadion an Stelle des alten Nationalstadions zu errichten.[9] Das Bauprojekt wurde Sommer 2008 ausgeschrieben[10] und der projektierte Baubeginn von Jahresanfang 2009 konnte eingehalten werden.[11] Das Stadion soll im dritten Quartal 2011 betriebsbereit sein und 55.000 Zuschauern Platz bieten. Durch Anheben des Spielfeldes auf Höhe des Mittelrangs kann das Stadion in ein Leichtathletikstadion umgebaut werden.[12]

Danzig

Die Arbeiten für die Ostsee-Arena in Danzig sind von allen polnischen Stadien am weitesten vorangeschritten (April 2008). Auf Fernsehbildern ist zu sehen, wie Baumaschinen Gebäude abreißen, die auf dem Gelände des zukünftigen Stadions stehen. Die größte Gefahr für das Projekt ist finanzieller Natur: der Bauherrin, die Stadt Danzig, fehlen 300 Millionen Złoty (etwa 90 Mio. Euro [Stand vom 29. Juni 2008]). Eine finanzielle Unterstützung durch die Zentralregierung in Warschau wird von der Regierung Tusk genauso abgelehnt wie schon von der Vorgängerregierung Kaczynski.[13] Am 10. Dezember 2008 wurde von der Bauherrschaft erklärt, dass die Firma Wakoz, wie auch schon für den Bau des Stadions in Breslau, den Zuschlag für die Erdarbeiten erhalten hat. Diese begannen noch im Dezember 2008[14], nachdem ein Sprengkommando das Baugelände auf eventuell nicht explodierten Sprengkörpern aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht hatte. Die Firma hat sich verpflichtet, die Arbeiten innerhalb von sechs Monaten für 102 Mio Złoty auszuführen. Das Stadion soll 44'000 Zuschauer fassen.[15]

Posen

Das städtische Stadion von Posen ist das einzige Stadion in den vier designierten Spielorten Polens, welches bei der Vergabe der Endrunde schon existierte. Es muss aber für das Turnier modernisiert werden. So wurde z.B. im Februar 2009 eine alte Tribüne abgerissen.[16]

Breslau

Der geplante Neubau ist noch ohne Namen. Auch in Breslau gewann das Architekturbüro J.S.K. die Ausschreibung. Deren Projekt ist ein Stahlbetonbau mit Glasfassade, der 44.000 Zuschauern Platz bietet. Projektierte Baubeginn ist Mitte 2008, Fertigstellung im Herbst 2010. Die projektierten Baukosten von 466 Millionen Złoty (rund 130 Millionen Euro) werden vom Projektanten als niedrig bezeichnet.[17] Am 31. Januar 2009 wurde ein griechisch-polnisches Konsortium unter der Leitung der Warschauer Mostostal A.G. als ausführende Firma vorgestellt, woraus hervorgeht, dass der Bau noch nicht in Angriff genommen wurde. Der Vertrag soll unterzeichnet werden, wenn keine Einsprachen eingehen und sobald die Stadt Breslau die fehlende Summe der Baukosten überwiesen hat. Dann sollen die Arbeiten umgehend beginnen. Falls die Arbeiten noch im Februar 2009 beginnen können, soll das Stadion wie geplant fertig gestellt und ab November 2010 Fußballspiele ausgetragen werden können. Das Fassungsvermögen wurde auf knapp 42.000 Zuschauer korrigiert. Das Stadium soll unter anderem Andachtsräume und Arresttrakte (getrennt für Frauen und Männer) umfassen und vollständig überwacht werden.[18]

Chorzów

Auf einer Reise durch die beiden Länder hat eine UEFA-Delegation unter Leitung von Generalsekretär David Taylor am 6. Februar 2009 Chorzów besucht.[19] Das Stadion fast rund 65'000 Zuschauer und wird ab Mai 2009 umfassend renoviert.[20]

Krakau

Ob das Henryk-Reyman-Stadion in Krakau als Ersatzspielort in Frage kommt, ist nicht sicher. Seit Sommer 2006 wird das Weichsel-Stadion etappenweise renoviert und ausgebaut. Der Bau soll im Jahr 2008 fertig gestellt sein. Bei der Planung wurde die EM-Tauglichkeit jedoch nicht berücksichtigt. In einem Fernsehbeitrag wurde deutlich, dass die Krakauer Stadtregierung im Moment keine Pläne zum Ausbau auf EM-Tauglichkeit hegt und dass ein solcher Ausbau nur mit finanzieller Unterstützung der Zentralregierung in Warschau zu machen ist.[21] Weiter spricht die Nähe zu Chorzów gegen Krakau, da das Schlesische Stadion von Chorzów besser für EM-Begegnungen gerüstet ist und regelmäßig für Heimspiele der polnischen Nationalmannschaft genutzt wird. Auf der anderen Seite schöpft Krakau Hoffnung aus der Erklärung der UEFA, dass nur die UEFA entscheiden wird, in welchen Städten gespielt wird und dass die Spielorte nicht zu gleichen Teilen auf die beiden Länder verteilt sein müssen.[22] Dazu ist Krakau als touristisch wichtigste Stadt Polens große Besucherzahlen gewohnt. Mit jedem Tag, mit dem sich z. B. der Baubeginn in Breslau verzögert, steigt in Krakau die Hoffnung, als Spielort gewählt zu werden. Auf einer Reise durch die beiden Länder hat eine UEFA-Delegation unter Leitung von Generalsekretär David Taylor am 5. Februar 2009 Krakau und vor allem die weitergeführten Renovationsarbeiten am Henryk-Reyman-Stadion besucht. Taylor wies nochmals darauf hin, dass Krakau weiterhin nur den Status eines Ersatzspielortes genießt.[23] Zu diesem Zeitpunkt wurde gerade das Fundament für die neue Ost-Tribüne vorbereitet und am 17. Februar 2009 gegossen.[24]

Ausschreibung und Auftragsvergabe

An den Ausschreibungen zeigen Baufirmen aus der Volksrepublik China großes Interesse, die im Falle des Zuschlages die benötigten Arbeiter aus China mitgebracht hätten.[13] Unter dem Eindruck des Arbeitskräftemangels in der Baubranche hatte schon die Regierung von Kazimierz Marcinkiewicz im Jahr 2006 bedeutende Kontingente von Arbeitern aus China bewilligt. Zuschläge erhielten aber nur europäische Firmen.

Infrastruktur

Für die Meisterschaft sollen annähernd 4000 Kilometer Autobahnen und Schnellstraßen gebaut werden, zudem sind weitere Investitionen in das Eisenbahnnetz nötig. Ende Februar 2008 wurde aber bekannt gegeben, dass das Teilstück Lodz-Warschau der A2 von Berlin nach Warschau kaum mehr rechtzeitig fertigstellt werden kann, und falls doch dann nur auf Kosten des Abschnittes Tarnow-ukrainische Grenze der A4, die aber ebenfalls zu den wichtigen Infrastrukturprojekten gehört.[25] Der zusätzliche Bedarf allein an Fünf-Sterne-Hotels wird auf über 40 geschätzt. Gut steht Polen bei den Flughäfen da, die allesamt bereits in Betrieb sind und höchstens Erweiterungen oder Modernisierungen benötigen.

Ukraine

Austragungsorte

Infrastruktur zur EM 2012
Stadt Stadion Geplante Spiele
Kiew Olympiastadion Kiew (wird modernisiert) - drei Vorrundenspiele
- Viertelfinale
- Finale
Donezk Zentralstadion Schachtar
(Ersatz durch Neubau)
- drei Vorrundenspiele
- Viertelfinale
- Halbfinale
Lemberg Lemberg-Stadion (Neubau) – drei Vorrundenspiele
Dnipropetrowsk Dniprostadion (Neubau) – drei Vorrundenspiele
Odessa Tschornomorezstadion Reserve
Charkiw Metalist Stadion Reserve

Kiew

Die Modernisierungen durch die deutsche Firma Gerkan, Marg und Partner für das Olympiastadion in Kiew haben im September 2008 begonnen. Das Stadion bekommt u.a. ein ausfahrbares Dach. Die Renovierungsarbeiten sollen voraussichtlich bis 2010 abgeschlossen werden. Die Stadt Kiew ist Alleinfinanzierer.

Dnipropetrowsk

Die Bauarbeiten in Dnipropetrowsk sind abgeschlossen. Das Dniprostadion wurde am 14. September 2008 eröffnet. Gebaut wurde es vom deutschen Bauunternehmen Hochtief. Es fasst 31.000 Sitzplätze. Die Kosten belaufen sich auf 40 Mio. €. Von den geforderten 1865 Betten in Vier- und Fünf-Sterne-Hotels stehen im Februar 2009 aber erst 96 zur Verfügung.[26]

Donezk

Der Bau des Fünfsternestadions in der ostukrainischen Industriestadt Donezk befindet sich gerade in der Endphase. Das Komplex trägt den Namen Zentralstadion Schachtar und wird vom ukrainischen Unternehmer Rinat Achmetow finanziert. Die Eröffnung soll im ersten Quartal 2009 erfolgen.

Lemberg

In Lemberg haben die Bauarbeiten für die neue Arena am 17. November 2008 begonnen. Die Stadt kann das Projekt ohne finanzielle Unterstützung aus dem Ausland jedoch nicht realisieren. Die innenpolitische Regierungskrise erschwert die Suche nach geeigneten Investoren zusätzlich.

Ausschreibung und Auftragsvergabe

Das Nationalstadion in Kiew sollte ursprünglich von der taiwanesischen Firma Archasia Design Group renoviert werden.[27] Im Juni 2008 wurde der Vertrag wegen mangelnder Erfahrung im Baugewerbe gekündigt. Bei der Neuvergabe konnte sich das deutsche Unternehmen Gerkan, Marg und Partner,[28][29] die auch schon das Olympiastadion in Berlin für die WM 2006 renovierten, unter anderem gegen den britischen Stararchitekten Norman Foster durchsetzen. Die Bauarbeiten sollen bis 2010 abgeschlossen sein.

Infrastruktur

Bezüglich der Infrastruktur liegt die Ukraine deutlich hinter Polen. Die Regierung beabsichtigt den Bau von beinahe 3000 km Autobahnen und Schnellstraßen. Weiter werden Investitionen in Eisenbahn, Flughäfen und Hotels aller Klassen benötigt.[13] Auch die Metro Kiew soll ausgebaut werden. Es müssen zahlreiche neue Hotels gebaut werden. [30] Die Accor-Gruppe (Frankreich), die Rezidor Hotel Group (Belgien) und die InterContinental Hotels Group (Großbritannien) haben Mitte 2008 verkündet, bis zu 40 Hotels in der Ukraine errichten zu wollen. [31][32]

Qualifikation

Neben Montenegro als Debütant werden voraussichtlich 50 weitere Nationalmannschaften an der Qualifikation teilnehmen.

Das Turnier wird mit 16 Mannschaften ausgetragen [33]. Die Ukraine und Polen sind als Gastgeber automatisch qualifiziert.

Einzelnachweise

  1. Basler Zeitung online vom 29. Juli 2008
  2. http://de.uefa.com/uefa/keytopics/kind=64/newsid=754231.html
  3. Erklärung der UEFA vom 30. Januar 2008
  4. Basler Zeitung online vom 31. Januar 2008
  5. http://www.ffu.org.ua/ukr/euro/2886/&usg=
  6. http://www.ffu.org.ua/ukr/euro/2944/&usg=
  7. http://www.sport.pl/pilka/1,80056,6288990,Euro_2012__Szesc_stadionow_w_Polsce_.html
  8. Financial Times Deutschland - Ukraine lehnt Abstriche bei EURO 2012 ab (Zugriff am 3. März 2009)
  9. Hauptausgabe der Nachrichten der zweiten staatlichen Senderkette TVP 2, 17. Dezember 2007, 18 Uhr 30
  10. http://sport.onet.pl/0,1260069,1649824,wiadomosc.html
  11. http://www.sport.pl/pilka/1,80056,6288990,Euro_2012__Szesc_stadionow_w_Polsce_.html
  12. http://www.jsk.de/#/de/projects/1559
  13. a b c Sonderausgabe der Hauptnachrichten des 1. staatlichen Fernsehens, 18. April 2008, 19 Uhr 30
  14. http://www.sport.pl/pilka/1,80056,6288990,Euro_2012__Szesc_stadionow_w_Polsce_.html
  15. http://www.poland2012.net/2008/12/10/stadium-construction-in-gdansk/#more-315
  16. http://www.sport.pl/pilka/1,80056,6288990,Euro_2012__Szesc_stadionow_w_Polsce_.html
  17. [http://miejsca.org/2007/stadion-we-wroclawiu-euro-2012/ Seite von J.S.K.-Architekci
  18. http://www.poland2012.net/2009/01/31/european-championships-2012-%e2%80%93-the-stadium-in-wroclaw-will-have-a-stand-for-almost-42-000-spectators/#more-327
  19. http://www.sport.pl/pilka/1,80056,6241950,Euro_2012__Wizyta_delegacji_UEFA_w_Krakowie.html
  20. http://www.sport.pl/pilka/1,80056,6288990,Euro_2012__Szesc_stadionow_w_Polsce_.html
  21. Kronika, Lokalstudio Krakau der dritten staatlichen Senderkette TVP 3, 26. November 2007
  22. http://de.uefa.com/competitions/euro2012/news/newsid=754231.html
  23. http://www.sport.pl/pilka/1,80056,6241950,Euro_2012__Wizyta_delegacji_UEFA_w_Krakowie.html
  24. http://miasta.gazeta.pl/krakow/1,35798,6289180,Na_Euro_2012_Krakow_robi_swoje.html
  25. http://miasta.gazeta.pl/warszawa/1,34889,6329266,Autostrada_na_dobre_odjechala_stolicy.html
  26. http://www.sport.pl/pilka/1,80056,6288990,Euro_2012__Szesc_stadionow_w_Polsce_.html
  27. Die Presse vom 05. August 2008
  28. ORF Sport
  29. Die Presse - „Verlust der Euro 2012 wäre Schande für das ganze Land“ vom 05.08.2008
  30. http://www.polenukraine2012.ch/fussball-euro2012/ueber-die-ukraine/allgemeines.html
  31. http://blog.kievukraine.info/2008/04/accor-rezidor-intercontinental-plan.html
  32. http://ukraineinvestment.biz/euro2012/
  33. [http://de.uefa.com/uefa/keytopics/kind=64/newsid=754230.html

Weblinks


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