GNUnet

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GNUnet-Logo
Basisdaten
Entwickler Das GNUnet-Team
Aktuelle Version 0.8.1b
(14. Februar 2010)
Betriebssystem Unix-Derivate, Windows
Kategorie Anonymes P2P
Lizenz GPL (Freie Software)
Deutschsprachig ja
gnunet.org

GNUnet ist ein freies Framework für sicheres Peer-to-Peer Networking, das keine zentralisierten oder anderweitig vertrauten Dienste verwendet.

Eine erste Implementation, die auf der Netzwerk-Schicht aufsetzt, erlaubt anonymes zensur-resistentes Filesharing. GNUnet benutzt ein einfaches, Überschuss-basierendes Modell, um Ressourcen bereitzustellen. Teilnehmer des GNUnet überwachen das Verhalten der Anderen in Bezug auf Ressourcengebrauch; Teilnehmer, die zum Netzwerk beitragen, werden mit besseren Dienstleistungen belohnt.

GNUnet ist Teil des GNU-Projekts.

Inhaltsverzeichnis

Anonymität und Sicherheit

Anonymes Routing

Datenpakete (Suchanfragen, Dateiteile) werden nicht direkt von der Quelle zum Ziel, sondern über mehrere andere Netzwerk-Teilnehmer („Mittelsmänner“ sozusagen) an das Ziel geschickt. So gibt es keine direkte Verbindung zwischen bestimmten Teilnehmern, ihre IP-Adressen bleiben einander und anderen gegenüber unbekannt. Dadurch, dass Pakete weitergeleitet werden, kann niemand wissen, ob ein bestimmter anderer Teilnehmer ein Paket nur weitergeleitet oder selbst auf die Reise geschickt hat (z.B. als Antwort auf eine Suchanfrage).

Vertraulichkeit

Alle Daten im Netzwerk werden verschlüsselt vom Absender zum Empfänger übertragen (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung). Niemand (auch keiner der Teilnehmer, die ein Datenpaket weiterleiten) kann die Kommunikation abhören, stören oder zensieren. Dazu kommt ein für GNUnet entwickeltes Verfahren zum Einsatz, das sogenannte Encoding for Censorship-Resistant Sharing (ECRS), das die vor Version 0.7 genutzten Verfahren Efficient Sharing of Encrypted Data (ESED) und ESED II ablöst. Außerdem werden Suchanfragen und Suchbegriffe nicht im Klartext gespeichert und übertragen, sondern nur deren Prüfsummen (sogenannte Hashes, vergleichbar mit einer Quersumme), die nur schwer mit einem bestimmten Suchbegriff in Verbindung gebracht werden können, trotzdem jedoch eindeutig sind. Die Vertraulichkeit hat zum Ziel, dass niemals eine folgende Zuordnung möglich ist:

GNUnet-Teilnehmer ⇔ IP-Adresse (Rechner) ⇔ Benutzer ⇔ Suche, Download, Upload

Abstreitbarkeit

Dateninhalte können im GNUnet auf der Festplatte eines anderen Teilnehmers gespeichert werden (wenn er das wünscht). Selbst wenn jemand beweisen kann, dass auf einem PC bestimmte Daten gespeichert sind, kann nicht bewiesen werden, dass der Betreiber des PCs davon wusste. Die Daten können auch von einem völlig anderen Teilnehmer stammen und automatisch auf diesem PC gespeichert worden sein („Migration“). Dies ist jedoch für die zivilrechtliche Haftung als Mitstörer irrelevant, da es hier nicht auf ein positives Wissen ankommt.

Ökonomie/Buchführung

Um ein System lahmzulegen, bedienen sich Angreifer häufig der Möglichkeit des „Flutens“ (flooding). Eine gesamte Tauschbörse kann mit Fälschungen (Dateiname entspricht nicht dem Inhalt, Spam) geflutet werden, einzelne Teilnehmer können mit zu vielen Anfragen geflutet werden. Um dies zu verhindern, muss sich im GNUnet ein Knoten „Vertrauen“ verdienen. Jeder einzelne Teilnehmer führt Buch, inwieweit er jemandem vertraut und belohnt ihn dann entsprechend mit besserer Behandlung (z.B. durch einen Download hat ein Teilnehmer A bei B „etwas gut“).

Dezentralisierung

GNUnet hängt nur beim Start von zentralen Diensten ab, nämlich dann, wenn automatisch Kontaktdaten von anderen Teilnehmern (von den sog. „Hostlisten“) geladen werden. Ab dann werden keine zentralen Server benötigt, das Herunterladen und Suchanfragen laufen unter den Teilnehmern selbst ab. Auch die Inhalte bleiben nicht zentral bei einem Teilnehmer, sie „migrieren“ (s.o.) zu anderen Teilnehmern und sorgen so auch dafür, dass der Veröffentlicher entlastet wird.

Offenheit

Dass „anonyme Kommunikation“ ein Markt ist, haben einige zwielichte Anbieter erkannt und bieten entsprechende Produkte an. Diese zeichnen sich oft dadurch aus, dass nur das fertige Programm heruntergeladen werden kann und der Quellcode (das „Backrezept“ für das Programm) und die konkrete Funktionsweise geheim bleibt. GNUnet ist eine echte Open-Source-Software, d.h. es ist genau bekannt, was die Software tut und jede einzelne Erweiterung wird per Mail an eine große Gruppe von Interessierten und Spezialisten auf der ganzen Welt verteilt und auf mehreren Internetseiten archiviert. So ist sichergestellt, dass keine Hintertürchen eingeschmuggelt werden. Außerdem wurden fünf wissenschaftliche Publikationen, mehrere Fachvorträge und eine vollständige Dokumentation des Quellcodes angefertigt und stehen jedem zur Einsicht bereit (GNUnet Publikationen).

Siehe auch

Weblinks


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