Gas-to-Liquids


Gas-to-Liquids
GtL-Diesel
Kurzbeschreibung Dieselkraftstoff
Herkunft

synthetisch

Eigenschaften
Aggregatzustand flüssig
Cetanzahl

75-80 CZ

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Im GtL-Verfahren (Gas-to-Liquids) wird Erdgas durch Zufuhr von Sauerstoff und Wasserdampf zu Synthesegas und dieses in einer Fischer-Tropsch-Synthese zu Kohlenwasserstoffen umgewandelt. Der Hauptanteil des Produktgemisches aus der Fischer-Tropsch-Synthese besteht aus langkettigen wachsartigen Normalparaffinen, die erst durch Cracken und Isomerisierung in einem speziellen Hydrocracker (und anschließender Fraktionierung) in hochwertige Produkte umgewandelt werden müssen. Hauptprodukt nach dem Crackprozess ist ein Kraftstoff für Dieselmotoren. Diese farb- und geruchlose Flüssigkeit ist völlig schwefelfrei und enthält weder aromatische Verbindungen noch organischen Stickstoff. Außerdem weist dieses Produkt andere hervorragende Eigenschaften (niedrige Dichte, hohe Cetanzahl) aus.

Erste Versuche mit GtL als Kraftstoff für Dieselmotoren sind sehr vielversprechend. Die Abgaswerte sind besser als mit üblichen Dieselkraftstoffen, und der GtL-Kraftstoff erfordert nur unbedeutende Anpassungen an den Motor.

Am 1. Februar 2008 flog der Airbus A380 als erstes ziviles Düsenflugzeug mit GtL-Treibstoff.

Inhaltsverzeichnis

Synfuel

Als Handelsname wurde der Begriff Synfuel geprägt.

Derzeit gibt es eine kleine GtL-Produktion (nach dem sogenannten SMDS-Verfahren, s. u.) von Shell in Malaysia, deren Ausstoß der Kraftstoffmarke V-Power Diesel beigemischt wird. Shell führte den V-Power-Diesel Ende Juni 2004 ein. Shell V-Power soll 5 % GtL-Anteil und zusätzliche Additive enthalten. Das gleichzeitig von Aral auf den Markt gebrachte Ultimate Diesel wird ohne GtL-Beimischung hergestellt. Der Preis beider Produkte lag bei Marktstart 8 ct/l über dem der Standardqualität.

Zusätzlich zu der Anlage in Malaysia gibt es Planungen bei Shell, in Zusammenarbeit mit dem Emirat Katar eine Großanlage zur GtL-Herstellung zu bauen (Inbetriebnahme frühestens 2009). Hintergrund beider Anlagen ist, dass der Transport des Erdgases in die Zielmärkte viel teurer als der des flüssigen Treibstoffes ist. GtL wird die Ölförderung keinesfalls eindämmen, sondern erweitert das Portfolio der von den großen Mineralölkonzernen vermarkteten Energieträger.

Weltmarktführer im Bereich der GtL-Technologie ist die südafrikanische Sasol Ltd., die GtL-Anlagen in Südafrika und zusammen mit Chevron in Katar unterhält.

Eine neue GtL-Technik kommt aus Russland: die sogenannte HTR (HochTemperaturReaktor) Technologie - diese arbeitet mit mindestens 40 % höherer Effizienz als Fischer-Tropsch und wird von SYNFUEL Technology Ltd. seit 2007 vermarktet. Die weltweiten Patentrechte wurden gesichert. Derzeit befinden sich mehrere HTR-Anlagen in Planung bzw. im Bau.

Eco-Par

Eco-Par (oder EcoPar, Ecopar) ist der Markenname der schwedischen Aktiengesellschaft EcoPar AB für einen bereits seit September 2004 am deutschen Markt befindlichen GtL-Kraftstoff für Dieselmotoren. Eco-Par ist auch vereinzelt bereits in Deutschland erhältlich. Der Kraftstoff kann ohne Modifikationen am Motor verwendet werden. Er wird meistens benutzt um die Luftqualität zu verbessern. Wissenschaftliche Forschungen haben gezeigt, dass die Toxizität von Dieselabgasen durch die Verwendung aromaten- und schwefelfreier synthetischer Dieselkraftstoffe vermindert wird. Der Anteil von PAK und Dieselruß im Abgas wird vermindert.

Die chemischen und physikalischen Eigenschaften ähneln zum Teil denen des von Choren in Deutschland zunächst nur im kleinen Rahmen produzierten BtL-Kraftstoffes SunDiesel.

Siehe auch

Weblinks


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