Gaspard II. de Coligny, Seigneur de Châtillon

Gaspard II. de Coligny, Seigneur de Châtillon

Gaspard de Coligny (* 16. Februar 1519 in Châtillon-sur-Loing; † 24. August 1572) war ein französischer Admiral und Hugenottenführer. Er war eines der ersten Opfer der berüchtigten Bartholomäusnacht.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Gaspard de Coligny

Als Sohn des Marschalls Gaspard I. de Coligny, seigneur de Châtillon geboren, bekam er seine Erziehung ab dem Alter von 20 Jahren am Hof des französischen Königs Franz I.. Dort schloss er Freundschaft mit Franz von Guise und begleitete mit diesem 1543 den König in den Krieg.

Vor Montniédy und Bains und in Italien bewies er wie sein Bruder d'Andelot solche Tapferkeit, dass beide auf dem Schlachtfeld von Cerisoles von dem Grafen von Enghien zu Rittern geschlagen wurden.

An den Feldzügen gegen Kaiser Karl V. in den Niederlanden und Italien 1547 nahm er teil, und wurde 1547 zum Generaloberst der Infanterie ernannt. Im September 1551 folgte seine Ernennung zum Gouverneur von Paris und der Île-de-France, im November des Folgejahres 1552 beteiligte er sich an der Seite des Königs am Feldzug nach Lothringen, durch den die Bistümer Metz, Toul und Verdun an Frankreich fielen. Er wurde anschließend zum Admiral von Frankreich ernannt.

Der Sieg in der Schlacht bei Renty 1554 vergrößerte seinen Ruhm, entzweite ihn aber mit François de Guise, der den Sieg für sich beanspruchte. Die Feindschaft zwischen beiden steigerte sich noch dadurch, dass der Herzog den von Coligny geschlossenen Waffenstillstand von Vaucelles nicht beachtete. Saint-Quentin fiel 1557 trotz der heldenmütigen Verteidigung Colignys in Feindeshand, Coligny selbst wurde gefangen. Die Jahre 1557 bis 1559 verbrachte Coligny in Sluis und Gent in spanischer Gefangenschaft. Nach der Zahlung eines hohen Lösegeldes wurde er schließlich freigelassen.

Nach dem Tode des Königs Heinrich II., 1559, von seinem Bruder dazu bewogen trat Coligny zum Calvinismus über, kämpfte er in den Hugenottenkriegen 1562/1563 und 1567 bis 1570 als Feldherr und politisches Oberhaupt der Hugenotten gegen die katholischen Truppen und politisch gegen den Einfluss der Familie Guise, war aber bemüht um Kompromisse mit König Karl IX..

Als die Schlacht bei Dreux (1562), in welcher Condé, der Führer der Hugenotten, gefangen wurde, unglücklich ausgefallen war, rettete Coligny die Trümmer des geschlagenen Heers durch einen meisterhaft bewerkstelligten Rückzug und wandte sich nach der Normandie, wo er Pont-l’Évêque und Caen nahm. Mit dem von Condé abgeschlossenen Edikt von Amboise (1563) war Coligny nicht einverstanden, und wenn er sich auch äußerlich mit den Guisen versöhnte, so bewog ihn doch die Zusammenkunft der Königin Katharina mit dem Herzog von Alba zur Vorsicht.

Als der Hof sich 1567 in Monceaux aufhielt, suchte er 27. September durch einen plötzlichen Überfall denselben in seine Gewalt zu bringen. Das Unternehmen misslang aber, und der Krieg entbrannte von neuem, in welchem Coligny mit Condé und nach dessen Tod bei Jarnac (13. März 1569) allein die Hugenotten befehligte. Voll Gottvertrauen und Zuversicht in die Gerechtigkeit seiner Sache führte er, obwohl vom Pariser Parlament geächtet, den Kampf unter den schwierigsten Verhältnissen fort.

Er belagerte vergeblich Poitiers, erlitt in der Schlacht von Moncontour (3. Oktober 1569) eine Niederlage gegen den Herzog von Anjou, Bruder des Königs, und Mathurin I. de Rougé, siegte aber im Juni 1570 über die überlegene Macht des Marschalls Cossé bei Arnay-le-Duc in Burgund, worauf der für die Hugenotten günstige Friede von Saint-Germain (8. August 1570) geschlossen wurde.

1571 versuchte er ein gemeinschaftliches Heer der Hugenotten und der Katholiken gegen die Niederlande aufzustellen. Sein wachsender Einfluss auf den König führte, als er im Vertrauen auf die Gunst des Königs zur Vermählung des Königs Heinrich von Navarra mit Margarete von Valois nach Paris kam, zum Attentat am 22. August 1572 auf den Admiral von Frankreich. Die Königsmutter Katharina von Medici und die Familie Guise initiierten zwei Tage später die so genannte Bartholomäusnacht. Coligny und die Mehrzahl der prominenten und einflussreichen Hugenotten fanden in der Nacht des 24. August 1572 den Tod. Heinrich von Navarra, der Herzog von Bourbon und spätere französische König Heinrich IV., trat in dieser Nacht zum Katholizismus über und rettete dadurch sein Leben.

Um Mitternacht drang der Herzog von Guise mit Bewaffneten in Colignys Wohnung ein. Sie überfielen ihn, während er gerade Calvins Kommentar zum Ijob las, und stießen ihn nieder. Er sollte zum Fenster herausgestürzt werden, wehrte sich aber und wurde nun getötet. Sein Leichnam wurde, nachdem ihm das Haupt abgeschlagen war, auf Parlamentsurteil nach dem Richtplatz geschleift und an den Galgen von Montfaucon gehängt. Montmorency ließ ihn nach drei Tagen abnehmen und in Chantilly, dann in Montauban verwahren. Erst 1599, als Colignys Andenken durch königliche Briefe wieder gereinigt war, wurde er in Châtillon in der Gruft seiner Ahnen beigesetzt.

Seine Tochter Luise vermählte sich 1583 mit dem Prinzen Wilhelm von Oranien und wurde die Mutter des Prinzen Friedrich Heinrich, Statthalters der Niederlande.

Coligny war unstreitig einer der größten Männer seiner Zeit und insbesondere als Feldherr ausgezeichnet.

Literatur

  • Jean-Louis Bourgeon: L’assassinant de Coligny. Genf 1992. (= Travaux d´histoire éthico-politique 51)
  • Karl Kupisch: Coligny. Eine historische Studie. 2. Auflage. Berlin o.J.

Werke über Coligny

(Hotman, François und Jean de Serres). La vie de Messire Gaspar de Coligny Seigneur de Chastillon, Amiral de France. Augmentée de quelques annotations, & de plusieurs pièces du temps, servants à l’histoire. 3 Bl., 136, 152, 24 S. 22 x 16,5 cm. Amsterdam (d. i. Genf), Commelins Erben, 1643.

Nachdruck der 1643 bei Abraham Elzevier in Leiden gedruckten Ausgabe, die wiederum in von Th. Jolly in Paris – freilich unvollständig – nachgedruckt wurde, wie Brunet zur Pariser Ausgabe vermerkt: „Au surplus, ce petit volume (Paris 1656), qu’on paye si cher, n’est que la réimpression incomplète du livre intitulé La Vie de messire Gaspard de Coligny ... Amsterdam, Commelin, 1643. Ce dernier se donne à très-bas prix.“ – Die Genfer Ausgabe ist heute seltener als die Leidener und nur in wenigen Bibliotheken vorhanden.

Gedenken

Eine Statue von Gaspard de Coligny steht am Genfer Reformationsdenkmal.

Folgende Orte wurden nach ihm benannt:

Literarische Verarbeitung

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