Gauß (Einheit)


Gauß (Einheit)
Einheit
Norm CGS-Einheitensystem
Einheitenname Gauß
Einheitenzeichen \mathrm{Gs,\, G}
Dimensionsname magnetische Flussdichte
Dimensionssymbol B
In SI-Einheiten \mathrm{10^{-4} \,\frac{kg} {A\, s^2} = 0{,}1\, mT}
Benannt nach Carl Friedrich Gauß

Gauß (in der Schweiz oder unter englischsprachigem Einfluss auch Gauss, Einheitenzeichen: Gs, G) ist die Einheit der magnetischen Flussdichte B im elektromagnetischen CGS-System und im Gaußschen CGS-System. Sie ist benannt nach Carl Friedrich Gauß (1777-1855).

1 Gs = 1 cm-1/2g1/2s-1

Das Gauß ist in Deutschland seit 1970 keine gesetzliche Einheit im Messwesen, es wird aber vor allem in der Astrophysik weiterhin verwendet. Die empfohlene (gesetzliche) und heute in den meisten anderen Anwendungen benutzte Einheit lautet Tesla.

1 Gs = 10-4 T

Im Gaußschen Einheitensystem und in elektromagnetischen CGS-Systemen sind, anders als im SI, magnetische Flussdichte (B) und magnetische Feldstärke (H) von gleicher Dimension, im Vakuum stimmen sie miteinander überein, B = H. Deshalb wird das Gauß sehr oft mit der Gaußschen CGS-Einheit der magnetischen Feldstärke, dem Oersted verwechselt, denn beide Einheiten sind formal gleich:

Für die elektromagnetische CGS-Einheit der magnetischen Flussdichte gilt: 1 cm-1/2g1/2s-1 =: 1 Gs und für die elektromagnetische CGS-Einheit der magnetischen Feldstärke gilt: 1 cm-1/2g1/2s-1 =: 1 Oe und insofern formal auch: 1 Oe = 1 Gs.

Parallel existierte die Einheit Gamma (Einheitenzeichen: γ) mit folgendem Zusammenhang:

1 γ = 10-5 Gs

Das Gamma entspricht dem Nanotesla (nT) und wird u.a. in der Astronomie und der Geomagnetik verwendet, weil die magnetischen Anomalien im interstellaren Raum und auf der Erdoberfläche im Bereich von 0,1 bis einigen tausend γ bzw. nT liegen.

Historisches

Im Jahre 1900 wurde auf dem 5. Internationalen Elektrizitätskongress in Paris „Gauß“ als Name der elektromagnetischen CGS-Einheit für die magnetische Feldstärke festgelegt - vgl. auch Gauß-Effekt. Infolge eines Missverständnisses nahmen die amerikanischen Delegierten jedoch an, „Gauß“ sei als Name für die elektromagnetische CGS-Einheit der magnetischen Flussdichte vereinbart worden. Diese Mehrdeutigkeit wurde 1930 auf der IEC-Tagung in Stockholm und Oslo zugunsten der amerikanischen Auffassung bereinigt. 1933 legte das IEC auf einer Sitzung in Paris fest, dass 1 cm-1/2g1/2s-1 als elektromagnetische CGS-Einheit der magnetischen Feldstärke Oersted heißen soll.[1]

Die IEC hat 1935 auf einer Konferenz in Scheveningen das Einheitenzeichen „Gs“ für das Gauß festgelegt.

Literatur

  1. Ulrich Stille: Messen und Rechnen in der Physik. 2 Auflage. Vieweg, Braunschweig 1961, S. 212.

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