Gebr. Heinemann


Gebr. Heinemann
Gebr. Heinemann KG
Logo der Gebr. Heinemann
Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1879
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Claus Heinemann, Gunnar Heinemann, Kay Spanger, Raoul Spanger, Peter Irion, Stephan Ernst
Mitarbeiter 5.000
Umsatz 1,9 Mrd. Euro (2008)
Branche Einzelhandel, Distribution
Website http://www.gebr-heinemann.de/

Gebr. Heinemann ist ein Familienunternehmen mit Firmensitz in Hamburg.

Gebr. Heinemann ist ein Groß- und Einzelhändler für die Duty-Free-Branche. Mit seinen beiden Geschäftsfeldern Einzelhandel und Distribution ist das Handelshaus Marktführer in Europa und weltweit auf Platz 3.[1]

Geschichte

1879 begann das Unternehmen mit dem zoll- und steuerbefreiten Großhandel für Tabakwaren und Spirituosen. Der Schwerpunkt lag auf der Belieferung von Schiffsausrüstern und Reedereien. Seinen Sitz hatte Gebr. Heinemann schon damals in der Hamburger Speicherstadt - heute befindet sich die Unternehmenszentrale in direkter Nachbarschaft zum Kaispeicher B, an der Grenze zwischen der Speicherstadt und der neu entstehenden HafenCity.

Ab den 50er Jahren belieferte Gebr. Heinemann erstmals die neuen Duty-Free-Shops auf Fährschiffen nach Skandinavien. 1953 und 1954 folgten die ersten Airline-Kunden (Icelandic Airlines und Deutsche Lufthansa)

Anfang der 50er Jahre findet sich zudem ein neuer Absatzmarkt: Parfum und Kosmetik werden in das Sortiment aufgenommen, später folgen Accessoires, Süßwaren und Geschenkartikel.

Die erste Einzelhandelskonzession für Duty Free an einem Flughafen erhielt Gebr. Heinemann Anfang der 70er für den Flughafen Köln-Bonn, bald folgten eigene Shops an weiteren Airports. Als die EU den zoll- und steuerbefreiten Einkauf für Reisen innerhalb der EU am 1. Juli 1999 abschafft, benennt Gebr. Heinemann sein Shops in Travel Value um und kann seinen Marktanteil in Europa ausbauen. Seit 2008 nennt die Firma einige ihrer Shops Heinemann Duty Free statt Travel Value. Die Shops an den deutschen und österreichischen Flughäfen, wie zum Beispiel Flughafen Hamburg, Flughafen Frankfurt am Main oder Flughafen Salzburg sowie die Duty Free Shop am Flughafen Budapest Ferenc Liszt und am Flughafen Bratislava wurden bereits dem neuen Konzept entsprechend umgestaltet. Weitere Flughäfen sollen folgen.

In den 90ern überstieg das Wachstum der Firma die Lagerkapazitäten in der Speicherstadt. So wurde in Hamburg-Allermöhe ein Logistik-Zentrum erbaut und im Jahr 2003 in Betrieb genommen, welches eines der modernsten in Europa ist. Von hier aus beliefert Gebr. Heinemann weltweit mehr als 1.000 Kunden an Flughäfen, Seehäfen und Grenzübergängen. Jeden Tag können 200 Lkws abgefertigt und 3.500 Paletten umgeschlagen werden. 85.000 Auftragspositionen (pro Tag) und 200.000 kommissionierte Verkaufseinheiten (pro Tag) sind möglich. 45.000 Paletten finden im Hochregal Platz und 55 Roboter übernehmen die Arbeit. Zur Verfügung stehen des Weiteren 20.000 m² Umschlagsfläche sowie 30 Tore für Wareneingang und -ausgang.

Das Lagergebäude in der Speicherstadt wurde hochwertig zur Unternehmenszentrale umgebaut. Von dort aus wird das Unternehmen heute in vierter Generation von der Familie Heinemann gelenkt, vertreten durch die Cousins Claus Heinemann und Gunnar Heinemann. Sie teilen sich die Aufgaben der Geschäftsleitung mit Kay Spanger, Raoul Spanger, Peter Irion und Stephan Ernst. Bei der Gebr. Heinemann Gruppe arbeiten rund 5.000 Mitarbeiter.

Das Unternehmen betreibt 230 Travel Value-&-Duty-Free- und Conceptshops an 54 internationalen Flughäfen in 22 Ländern. Mehr als 150.000 Kunden kaufen täglich in diesen Shops ein. Hinzu kommt die Belieferung von mehr als 1.000 Kunden in 72 Ländern, die wiederum als Einzelhändler im Reisemarkt tätig sind. Der Umsatz in Flughäfen und auf Fährschiffen, in Bordershops an Grenzübergängen, in Bordboutiquen auf Kreuzfahrtschiffen, mit der Belieferung von Fluglinien für ihren Bordverkauf, Schiffsausrüstern und diplomatischen Vertretungen, Military Shops und in zollfreie Zonen lag 2010 bei 2 Milliarden Euro.

Literatur

  • Im Flughafen-Shop zahlen Sie 20 Prozent weniger : Gunnar Heinemann, Europas größter Duty-Free-Händler, mag reisende Ehemänner und liebt Ölscheichs als Stammkunden (Interview mit Dyrk Scherff), in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 27. März 2011, Seite 47

Einzelnachweise

  1. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Gebr. Heinemann Maschinenfabriken — Die Gebrüder Heinemann Maschinenfabriken AG war ein mittelständisches Industrieunternehmen in St. Georgen im Schwarzwald, das durch seine Drehbänke Weltruf genoss. Es bestand bis in die 1990er Jahre. Das Unternehmen entstand 1836 aus einer… …   Deutsch Wikipedia

  • Heinemann — Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Heinemann ist der Familienname folgender Persönlichkeiten: A …   Deutsch Wikipedia

  • Rowenta — Logo Rowenta ist seit 1909 ein Markenname für Küchen und Haushaltsgeräte und gehört seit 1988 der weltweit operierenden französischen Groupe SEB. Die deutsche Tochtergesellschaft ist die Rowenta Werke GmbH in Erbach im Odenwaldkreis in Hessen.… …   Deutsch Wikipedia

  • Drehbank [1] — Drehbank. Der Arbeitsvorgang bei einer Drehbank besteht darin, daß von dem sich drehenden Werkstück durch einen feststehenden Schneidstahl – selten umgekehrt – Späne abgeschnitten werden. – Während bei den Bohrmaschinen dem… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Immh — Innenraum des Museums vor der Eröffnung im Mai 2007. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Ausstellungsstücke vorhanden …   Deutsch Wikipedia

  • Institut für Schifffahrts- und Marinegeschichte — Innenraum des Museums vor der Eröffnung im Mai 2007. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Ausstellungsstücke vorhanden …   Deutsch Wikipedia

  • Internationales Maritimes Museum — Innenraum des Museums vor der Eröffnung im Mai 2007. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Ausstellungsstücke vorhanden …   Deutsch Wikipedia

  • Kaispeicher B — Innenraum des Museums vor der Eröffnung im Mai 2007. Zu diesem Zeitpunkt waren noch keine Ausstellungsstücke vorhanden …   Deutsch Wikipedia

  • St. Georgen im Schwarzwald — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Miles & More — Logo Miles More ist das Vielfliegerprogramm der Lufthansa, das am 1. Januar 1993 gestartet wurde. Mittlerweile gehören auch die Austrian Airlines Group, seit 2003 LOT (Polskie Linie Lotnicze) und seit 2005 Adria Airways sowie Croatia Airlines… …   Deutsch Wikipedia