Gebrüder Faller GmbH


Gebrüder Faller GmbH
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Die Gebrüder Faller GmbH ist ein Spielzeughersteller aus Gütenbach, der sich auf Modelleisenbahn-Zubehör spezialisiert hat. Gegründet wurde das Unternehmen von Edwin und Herrmann Faller.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Unternehmen wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs unter dem Namen Firma Herrmann Faller gegründet. Anfänglich wurden einfache Holzbaukästen hergestellt, mit denen man zum Beispiel Modellhäuser bauen konnte. Einen Rückschlag musste das Unternehmen 1948 zu Zeiten der Währungsreform einstecken, da die Leute nicht mehr genügend Geld für die Baukästen hatten. Das Unternehmen konnte sich nur noch mit der Produktion von Wäscheklammern über Wasser halten. Daraufhin kam die Idee, Zubehör für die Modelleisenbahn in der Nenngröße H0 zu fertigen. So entwickelte sich das Unternehmen zu einem Weltmarktführer für Modelleisenbahnzubehör mit fast 200 Mitarbeitern.

1997 wurde das Modellbauunternehmen POLA übernommen und deren Produkte in das Programm aufgenommen.

Produkte

Modellhäuser

Die erste und wichtigste Produktgruppe von Faller waren Modellhäuser und dazu passendes Modellbau-Zubehör. Die ersten Häuser wurden aus Karton als Fertighäuser oder als Bausätze 1955 für die Nenngröße H0 auf den Markt gebracht. Bald darauf wurden die Modelle aus Kunststoff gefertigt und auch für Nenngröße N angeboten.

Bahnmodelle

  • Faller Hittrain, eine für die Spur 0, mit einer Modell-Spurweite von 45 mm konzipierte Spielbahn mit Batteriebetrieb. Die Gleise waren aus Kunststoff und die Lokomotiven wurden über Bedienelemente, die in bestimmten Schienenteilen integriert werden konnten, gesteuert. Diese Bahn wurde dann weiterentwickelt zur Playtrain und zur eTrain.
  • Faller Playtrain, die erste Weiterentwicklung der Hittrain, die die Spur 0 und das Antriebssystem der Hittrain übernahm, aber einen größeren Aufbau besaß, so daß die Bahn nun von der Nenngröße her ungefähr einer Schmalspurbahn der Spur IIe gleichkam.
  • Faller eTrain, ebenfalls in Spur 0 wie Hittrain und Playtrain und mit Aufbauten in Playtrain-Größe. Diese Bahn fuhr nun aber auf Messinggleisen mit Kunststoffschwellen. Die Züge konnten - wie bei anderen Modellbahnen - über externe Regeltransformatoren gesteuert werden.

Automodelle

AMS (Auto Motor Sport) ist ein elektrisch betriebenes Modellautosystem (Slotcar) und wurde erstmals 1963 mittels zugekaufter amerikanischer Lizenzen hergestellt. Ursprünglich war AMS als Straßenverkehrs-Ergänzung für die Modellbahn in der Nenngröße H0 gedacht, worauf die angebotene Produktpalette hindeutet: (Straßenelemente: Straßenkreuzungen, Verkehrsampeln, Baustellen, Bahnübergänge, Abzweigungen, Fahrzeuge: Serien-PKWs und LKWs). Dies und der nicht normgerechte Maßstab unterscheidet Faller AMS von den übrigen, gängigen Autorennbahnen. Aufgrund der damaligen Technik waren die Fahrzeuge mit einem Maßstab von ca 1:65 statt 1:87 etwas zu groß für die Nenngröße H0.

Autoverladung

Vorgesehen war auch die spielerische Kombination mit der Modellbahnen der Nenngröße H0 durch Bahnübergänge und eine funktionierende Autoverladung. Im Laufe der Jahre wurden aber auch immer mehr Rennbahnelemente angeboten, wie Rundenzähler, Steilkurven und Loopings.

1975 wurde das AMS-System um Fahrzeuge des US-Herstellers Aurora erweitert und zu "AMS racing" umbenannt. Die eigenen Fahrzeuge wurden von da ab größtenteils als separate Motorchassis und Karosseriepackungen verkauft, und sollten das bis 1980/81 angebotene Containerverladespiel sowie die Auto-Zug-Verladung ergänzen. AMS racing wurde bis 1985 im Katalog angeboten, zuletzt sogar mit Fahrzeugen des Unternehmens TYCO (USA). Einige Jahre wurde auch eine vom AMS-System mittels hochkant gedrehter Motore abgeleitete Bus-Variante für die Spur N erzeugt. Dieses System hatte nur verschiedene Omnibusse als Fahrzeuge, denn eine kostengünstige Herstellung von elektrisch angetriebenen PKW-Modellen im N-Maßstab war damals nicht möglich. 1986 wurde AMS aus dem Faller-Programm genommen.

Obwohl die AMS-Fahrzeuge nicht mehr die heutigen Ansprüche an Modelltreue erfüllen, gibt es weltweit einen großen Sammlerkreis, da AMS ein klassischer Fall eines „abgeschlossenen Sammlersystems“ ist: Sämtliche Produkte sind bekannt, und der Wunsch nach Vollständigkeit ist noch bezahlbar, wenn auch Produkte wie ein nie benutzter Krankenwagen mittlerweile extrem teuer geworden sind.

Faller car-system ist die Weiterentwicklung der Idee des Straßenverkehrs für die Modellbahn unter Einbeziehung moderner Techniken. Die Stromversorgung erfolgt durch Akkus im Fahrzeug, die Lenkung durch Permanentmagnete auf lenkbaren Vorderachsen mit Hilfe in der Fahrbahn eingebetteter Drähte.

Faller Hit-Car war ein motorloses Rennbahnsystem, bei dem nach dem gleichen Prinzip wie bei Hot Wheels von Mattel die Autos von Katapulten gestartet wurden. Die Autos hatten ähnliche Größe wie die AMS-Modelle. Zahlreiche Bahnelemente (Loopings, Weichen etc) und Wagenmodelle wurden zwischen 1969 und 1979 angeboten. Der Tod eines der Faller-Brüder beendete die Weiterentwicklung der Modellserie.

Flugzeugmodelle

Von den 1950er Jahren bis in die 1970er Jahre bot Faller auch Flugzeugmodell-Bausätze an. Dazu wählte man den Maßstab 1:100, der nicht von vielen Herstellern angeboten wurde. Die Modellpalette war zwar nie sehr umfangreich, umfasste aber spezielle Modelle wie z. B. den Wright-Doppeldecker oder die deutschen Raketen V1 und V2. Dazu gab es Modelle der deutschen Luftwaffe aus dem Zweiten Weltkrieg (Bf 109, He 111, Ju 88) sowie Helikopter, Transportflugzeuge und Jets der Nachkriegszeit. Auch zivile Modelle wie die Passagiermaschine Caravelle oder Sportflugzeuge und sogar Segelflugzeuge waren im Angebot.

Die Originaltreue der Modelle ließ für Modellbauer zwar oft zu wünschen übrig, aber geschickte Bastler nutzten diese Basisbausätze zur Herstellung von Abarten. Ein Highlight war der Wechselstrom-Elektromotor 3-6 Volt, (Bestellnummer 1001), der eine beigefügte Luftschraube bewegte. So konnte z. B. eine He 111 mit rotierenden Propellern ausgestattet werden. Dieser Motor wurde von Modellbauern auch gerne in anderen Maßstäben eingesetzt.

Go-Karts

Seit Herbst 2006 stellt Faller eine Go-Kart-Bahn in der Nenngröße H0 her mit zwei parallel verlaufenden, verschlungenen und sich zwei Mal kreuzenden Fahrbahnen. Die mitgelieferten Fahrzeuge werden durch eine doppelspurige Metalllitze mit Strom versorgt und entsprechen dem AMS-System. Da es sich um die Nachbildung eines Rennbetriebes handelt, entfallen die Elemente aus dem Straßen- und Bahnverkehr.

Bilder AMS (Auto Motor Sport, Auswahl)

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