Gefährdete Arten


Gefährdete Arten

Unter der Roten Liste gefährdeter Arten versteht man sowohl die von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) jährlich im Internet veröffentlichte Liste weltweit gefährdeter Tier- und Pflanzen-Arten, wie auch die von einzelnen Staaten und Bundesländern herausgegebenen entsprechenden Listen. Ursache des fortschreitenden Verschwindens von Tier- und Pflanzenarten sind vor allem menschliche Zivilisationsaktivitäten.

Inhaltsverzeichnis

IUCN 2007

Die Klassifizierung gemäß IUCN von 2007

Die IUCN empfiehlt die Klassifizierung in folgende Kategorien:

  • EX – Extinct (ausgestorben)
  • EW – Extinct in the Wild (in freier Wildbahn ausgestorben)
  • CR – Critically Endangered (vom Aussterben bedroht)
  • EN – Endangered (stark gefährdet)
  • VU – Vulnerable (gefährdet)
  • NT – Near Threatened (gering gefährdet, Vorwarnliste)
  • LC – Least Concern (nicht gefährdet)
  • DD – Data Deficient (keine ausreichenden Daten)
  • NE – Not Evaluated (nicht bewertet)

Die 2007 veröffentlichte Ausgabe der IUCN umfasst 16.306 bedrohte Arten.

IUCN 2008

Iberischer Luchs

Ein besonderer Schwerpunkt bei der Präsentation der Roten Liste 2008 der IUCN wurde auf die Säugetiere gelegt. In der ersten umfassenden Studie dieser Art nach über zehn Jahren, an der 1800 Wissenschaftler aus 130 Ländern beteiligt waren, gelten mindestens 1141 von 5488 Säugetierarten (= 21 Prozent) als gefährdet (Kategorien „CR“, „EN“ oder „VU“). 188 Arten halten die Forscher dabei sogar für „critically endangered“ (akut vom Aussterben bedroht), so beispielsweise den Iberischen Luchs, von dem nur noch 84 bis 143 erwachsene Exemplare leben. Die Zahl der tatsächlich bedrohten Spezies könnte sogar noch höher sein, da zu rund 840 weiteren Säugetierarten nicht genügend Informationen vorliegen. Damit wäre es möglich, dass bis zu 36 Prozent aller Arten von Säugetieren bedroht sind.[1] [2] [3]

Biotope

Vom deutschen Bundesamt für Naturschutz wird auch eine Rote Liste gefährdeter Biotope herausgegeben. Diese enthält etwa 69 % aller Biotoptypen in Deutschland.

Die Gefährdung von Arten wird durch die Einstufung in Rote-Liste-Kategorien wiedergegeben. Dabei bedeuten (nach der „Roten Liste gefährdeter Pflanzen Deutschlands“ des Bundesamtes für Naturschutz 1996):

0: ausgestorben oder verschollen
1: vom Aussterben bedroht
2: stark gefährdet
3: gefährdet
4: potenziell gefährdet (nur bei Roten Listen der Länder; soll künftig durch R ersetzt werden)
R: extrem selten (entspricht 4 bei den Roten Listen der Länder; s.o.)
G: Gefährdung anzunehmen
D: Daten mangelhaft
V: Vorwarnliste (noch ungefährdet, verschiedene Faktoren könnten eine Gefährdung in den nächsten zehn Jahren herbeiführen)
+: regional stärker gefährdet
-: regional schwächer gefährdet

Zusätzlich wird in den Roten Listen der Bundesländer ein Status angegeben:

*: vorkommend (indigen oder Archaeophyt) und ungefährdet
n: Neophyt; im jeweiligen Bundesland neueingebürgerte (nach 1492) Art
u: unbeständige Art; im jeweiligen Bundesland nicht fest eingebürgert
#: evtl. zu erwarten, aber bislang nicht nachgewiesen
-: im jeweiligen Gebiet nicht vorkommend

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Jede vierte Säugetierart ist vom Aussterben bedroht Spiegel Online, 6. Oktober 2008
  2. Lynx pardinus in der Roten Liste 2008 der IUCN
  3. Verschiedene abrufbare Statistiken (PDF) der Roten Liste 2008 der IUCN

Literatur

  • Dietmar Mertens: Ausgestorbene und bedrohte Tiere. Was ist was, Band 56. Tessloff Verlag, Nürnberg 2005, ISBN 3-7886-0296-1

Weblinks


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