Georg Valentin von Winther


Georg Valentin von Winther

Georg Valentin von Winther (* 5. November 1578 in Treptow an der Rega; † 16. März 1623 in Stettin; auch Jürgen oder Jurga Valentin Winter) war Annalist und Rat am Hofe des Herzogs Philipp II. von Pommern.


Inhaltsverzeichnis

Leben

Der Sohn des Treptower Bürgermeisters Georg Winther besuchte 1593 die Schule in Greifswald und 1595 das Gymnasium in Lübeck. Ab 1595 studierte er an der Universität Greifswald Jura. Von dort ging er wegen des Ausbruchs der Pest 1599 nach Wittenberg. Weitere Stationen seiner Studienzeit waren Leipzig, Erfurt, Jena, Marburg, Heidelberg und Straßburg. Am Reichskammergericht in Speyer erwarb er erste Einblicke in die juristische Praxis. Anschließend führten ihn größere Reisen in die Niederlande, nach England, Frankreich und in die Schweiz.

1606 kehrte er nach Pommern zurück wo er herzoglicher Rat wurde, promovierte aber noch 1608 in Basel zum Doktor der Rechtswissenschaften. In den Jahren 1608 und 1609 begleitete er Herzog Georg III. von Pommern auf seiner Italienreise. Nach der Rückkehr heiratete er 1610 Clara von Grabow.

1612 verhandelte er in Posen mit den polnischen Unterhändlern wegen der Schifffahrt auf der Warthe. Bei der Brautwerbung Bogislaw XIII. um die Hand Elisabeths von Schleswig-Holstein führte er 1614 die Verhandlungen. 1615 wurde er Kapitular der Stettiner St. Marien-Kirche und im gleichen Jahr Leiter des Fürstlichen Pädagogiums.

Pomeranographia

Von Herzog Philipp II. wurde er mit dem Schreiben einer Chronik Pommerns beauftragt. Das Pomeranographia genannte Werk, für das er bereits 1613 mit Vorarbeiten begann und Archive und Bibliothek des Herzogs nutzen konnte, sollte vier Teile enthalten. Der erste Teil war für die Beschreibung des Landes vorgesehen, im zweiten sollte die Familiengeschichte des Greifenhauses dargestellt werden. Ein Wappenbuch des pommerschen Adels sollte den dritten Teil bilden. Die pommerschen Städte sollten im vierten Teil behandelt werden. Die Arbeit erwies sich allerdings als langwierig und wurde durch den Tod des Herzogs 1618 stark beeinträchtigt. Nach dem Tod Winthers 1623 wurde die Arbeit nicht mehr fortgesetzt.

Die Originale sind wahrscheinlich in den 1830er Jahren verloren gegangen. Einige Fragmente in Form von Abschriften sind erhalten geblieben.

Literatur

Weblinks


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