George Arliss


George Arliss
George Arliss in seiner Rolle als Disraeli

George Arliss (* 10. April 1868 in London, England; † 5. Februar 1946, ebenda; eigentlich George Augustus Andrews) war ein britischer Schauspieler.

Karriere

Nach einer sehr erfolgreichen Bühnenlaufbahn begann er zu Beginn der 1920er in Filmen aufzutreten, meist in Verfilmungen seiner Theaterrollen.

Mit Beginn der Tonfilmära nahm ihn das Studio First National als Antwort auf John Barrymore unter Vertrag. Die Konditionen waren lukrativ und ihm wurde zugestanden, in allen Anzeigen als Mr. George Arliss angekündigt zu werden, eine Ehre die später in ähnlicher Weise nur den Schauspielerinnen Barbara Stanwyck und Ruth Chatterton zugebilligt wurde, die ein Anrecht auf den Zusatz Miss hatten.

Arliss gewann für seine erste Rolle in einem Tonfilm, dem Remake seines Stummfilmerfolgs Disraeli, den Oscar als bester Hauptdarsteller im November 1930. Kurz danach hatte er den größten finanziellen Erfolg seiner Laufbahn als Raja von Rukh in The Green Goddess, einem weiteren Remake, der sogar die ursprüngliche Hauptdarstellerin Alice Joyce wieder einsetzte. In den nächsten Jahren war der Schauspieler fast ausschließlich in historischen Rollen zu sehen, meist in Dramen. Gelegentlich spielte Arliss auch in Komödien, so The Millionaire. Während der Zeit bei First National wurden die meisten Filme von dem Regisseur John Adolfi realisiert, was in der Regel zu sehr statischen Inszenierungen führte, die eher an abgefilmte Theateraufführungen erinnerte.

1933 verließ Arliss gemeinsam mit Darryl F. Zanuck die Firma und wechselte zur neu gegründeten 20th Century Pictures, die erst zwei Jahre später mit den alten Fox-Studios zur 20th Century Fox verschmolzen. Dort spielte er einige seiner besten Rollen: Bankier Rothschild, Richelieu und den Herzog von Wellington. 1936 ging er auf Wunsch seiner Frau, der Schauspielerin Florence Montgomery, nach England zurück.

Arliss verfasste zwei Autobiographien: Up the Years from Bloomsbury und My Ten Years in the Studios. In dem letztgenannten Buch erzählte er eine Anekdote über Bette Davis, die 1932 eine kleine Nebenrolle in dem Tonfilmremake von The Man Who Played God spielte. Arliss berichtete, er habe von Davis eine akzeptable Darstellung in einer an sich langweiligen Rolle erwartet. Tatsächlich habe ihn die junge Frau mehr beeindruckt als jede andere Schauspielerin vor ihr. Arliss war so angetan, dass er darauf bestand, Davis' Rolle auszubauen. Auch Davis sollte sich später sehr freundlich über Arliss äußern. So führte sie ihrer eigenen Biographie The Lonely Life aus, sie habe in Filmen mitgespielt, die ihr besser gefallen hätten, doch kein anderer Streifen habe professionell für sie so viel bewirkt wie die Zusammenarbeit mit George Arliss in The Man, Who Played God.

Bei einer Gerichtsverhandlung nach seinem Beruf gefragt soll er gesagt haben: "Ich bin der bedeutendste lebende Schauspieler".

Filmografie

  • 1921: The Devil
  • 1921: Disraeli
  • 1922: The Ruling Passion
  • 1922: The Man Who Played God
  • 1923: The Green Goddess
  • 1924: Twenty Dollars a Week
  • 1929: Disraeli
  • 1930: The Green Goddess
  • 1930: Old English
  • 1931: The Millionaire
  • 1931: Alexander Hamilton
  • 1932: The Man Who Played God
  • 1932: Rettender Ruin (A Successful Calamity)
  • 1933: Urlaub vom Thron (The King's Vacation)
  • 1933: The Working Man
  • 1933: Voltaire
  • 1934: Die Rothschilds (The House of Rothschild)
  • 1934: The Last Gentleman
  • 1934: The Iron Duke
  • 1935: The Guv'nor
  • 1935: Cardinal Richelieu
  • 1935: The Tunnel
  • 1936: East Meets West
  • 1936: His Lordship
  • 1937: Doctor Syn

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