George Howard Earle III.

George Howard Earle III.

George Howard Earle (* 5. Dezember 1890 in Devon, Pennsylvania; † 30. Dezember 1974 in Bryn Mawr, Pennsylvania) war ein US-amerikanischer Politiker und von 1935 bis 1939 der 32. Gouverneur von Pennsylvania.

Inhaltsverzeichnis

Frühe Jahre

Nach der Delancey School studierte George Earle zwischen 1909 und 1911 an der Harvard University. Später studierte er auch noch Jura. Noch vor dem Ersten Weltkrieg arbeitete er zusammen mit seinem Vater in der Zuckerindustrie. Während eines Grenzkonflikts mit Mexiko im Jahr 1916 diente Earle in einem Infanterie-Regiment aus Pennsylvania an der mexikanischen Grenze. Während des Ersten Weltkriegs war er in der US-Marine zur Bekämpfung der Deutschen U-Boote eingesetzt.

Aufstieg in Pennsylvania

Nach dem Krieg gründete er in Philadelphia eine Zuckerraffinerie namens Flamingo Sugar Mills. Er wurde auch Direktor und Vizepräsident der Pennsylvania Sugar Company. Bis 1932 war er auch noch im Bankgeschäft und in verschieden anderen Unternehmen beteiligt. In diesem Jahr wurde er erstmals politisch aktiv als er den Präsidentschaftswahlkampf von Franklin D. Roosevelt unterstützte. Nach seiner gewonnen Wahl revanchierte sich Roosevelt und ernannte Earle im Jahr 1933 zu seinem Gesandten in Österreich. Dort lernte er bereits den Nationalsozialismus kennen und er war einer der ersten, der die amerikanische Regierung vor den Gefahren dieser Bewegung warnte. Nach nur einem, allerdings politisch turbulenten, Jahr in Österreich trat Earle im Jahr 1934 von seinem Posten zurück, weil er von seiner Demokratischen Partei zum Spitzenkandidaten für die anstehende Gouverneurswahl nominiert wurde. Anschließend gewann er auch die eigentlichen Wahlen. Damit wurde er der erste Demokratische Gouverneur von Pennsylvania seit Robert Pattison, der bis 1895 amtiert hatte.

Gouverneur von Pennsylvania

George Earle trat sein neues Amt am 15. Januar 1935 an. In seiner vierjährigen Amtszeit wurde in Pennsylvania erstmals eine Mineralöl und Zigarettensteuer eingeführt. Ein anderes Gesetz erlaubte es der aufkommenden Filmindustrie auch sonntags in den Kinos Filme zu zeigen. Das war bis dahin verboten. Damals wurde auch der Grundstein für eine organisierte Autobahnverwaltung gelegt. Die bis dahin existierenden privaten Polizeieinheiten im Bergbau und der Stahlindustrie wurden abgeschafft. In seiner Amtszeit wurden die ersten Bürgerrechtsgesetze auf den Weg gebracht. In Earles Amtszeit wurden auch die Folgen der großen Wirtschaftskrise, die seit 1929 das Land heimsuchte, überwunden. Dies gelang auch mit Hilfe der Bundesregierung und der so genannten New Deal Politik von Präsident Roosevelt. In Pennsylvania hat aber die Regierung auch eigene Schritte, die sich an der Bundespolitik anlehnten, zur Überwindung der Krise unternommen. Damals entstanden die ersten Arbeitsämter in dem Land. Die Wochenarbeitszeit für Frauen wurde auf 44 Stunden begrenzt. Gegen Ende seiner Amtszeit geriet seine Demokratische Partei in Pennsylvania wegen Korruptionsvorwürfen in die Schlagzeilen. Darin waren auch Teile der Parteiführung verwickelt. Obwohl Earle persönlich nicht in diese Vorgänge verwickelt war schadete es auch seinem Ansehen. Er durfte zwar laut Verfassung im Jahr 1938 nicht zur Wiederwahl antreten, bewarb sich aber um einen Sitz im US-Senat. Aufgrund der negativen Schlagzeilen seiner Partei verlor er diese Wahl, wie auch seine Partei die Gouverneurswahlen dieses Jahres an den Republikaner Arthur Horace James verlor.

Weiterer Lebensweg

Nach dem Ende seiner Amtszeit wurde George Earle von Präsident Roosevelt im Jahr 1940 zum amerikanischen Botschafter in Bulgarien ernannt. Im Jahr 1943 war er Militärattache in der Türkei. Damals verhandelte er mit dem deutschen Botschafter und einigen Geheimdienstleuten über eine mögliche Gefangennahme und Auslieferung von Hitler. Nach einem danach erfolgten Waffenstillstand mit Deutschland sollten nach diesem Plan die deutschen Truppen weiter gegen Russland kämpfen. Dieser Plan sollte den Krieg schneller beenden. Er wurde aber nie verwirklicht und der Zweite Weltkrieg ging bis zum Mai 1945 auf dem europäischen Schauplatz weiter. Nach dem Krieg wurde Earle der erste Gouverneur von Pennsylvania, der geschieden wurde. Später wurde Earl zum stellvertretenden Gouverneur von Samoa ernannt. Danach widmete er sich seinen privaten Angelegenheiten. George Earle starb im Jahr 1974. Er war zweimal verheiratet und hatte insgesamt vier Kinder.

Literatur

  • Robert Sobel und John Raimo (Hrsg.): Biographical Directory of the Governors of the United States, 1789–1978. Band 4, Meckler Books, Westport, 1978. 4 Bände.

Weblinks


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