Georgius-Agricola-Gymnasium Chemnitz


Georgius-Agricola-Gymnasium Chemnitz
Georgius-Agricola-Gymnasium Chemnitz
Agc.jpg
Schulform Gymnasium
Gründung 1857
Ort Chemnitz
Land Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 49′ 49,5″ N, 12° 55′ 49,8″ O50.83041666666712.9305Koordinaten: 50° 49′ 49,5″ N, 12° 55′ 49,8″ O
Schüler 520
Lehrer 52
Leitung Erhard Hänel
Website www.agricola-gymnasium.de

Das Georgius-Agricola-Gymnasium ist das älteste Gymnasium der Stadt Chemnitz. Es hat sowohl eine vertieft sprachliche als auch eine naturwissenschaftliche Ausrichtung. Die Schule wurde nach Georgius Agricola benannt.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, es wurde in den vergangenen Jahren saniert. Eine Besonderheit neben den bilingualen Sprachklassen ist zum Beispiel eine schuleigene Sternwarte. Das Gymnasium verfügt über eine moderne und äußerst leistungsfähige IT-Infrastruktur (etwa 100 Computer verteilt auf drei Computerkabinette und Fachräume sowie 8 (teils virtualisierte) Server) auf Linux-Basis. Außerdem besitzt es eine große Bibliothek und einen Bibliothekskatalog (OPAC) für die Buchverwaltung im Intranet der Schule.

Die Schule hat sehr viele Arbeitsgemeinschaften und eine Schülerzeitung namens Pausenbrot.

Geschichte

Am 13. Oktober 1857 wurde die Realschule unter der Leitung von Direktor Carl August Caspari an der Poststraße eröffnet. 12 Jahre später wurde das neue Schulgebäude an der Reitbahnstraße nach einjähriger Bauzeit eingeweiht, da das alte Gebäude den steigenden Schülerzahlen nicht mehr ausreichend Platz bieten konnte. 1871 erhielt die Schule den Titel „Realgymnasium I. Ordnung“, wobei schon 1884 die Umbenennung in „Realgymnasium“ erfolgte. Im Juni 1912 wurde der „Naturwissenschaftliche Verein Chemnitzer Realgymnasiasten“ gegründet. Die Schülerzahlen stiegen erneut, so dass 1914 der Chemnitzer Architekt Emil Ebert den Auftrag zum Bau eines neuen Gebäudes für das Realgymnasium erhielt. Dieser wurde jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vorerst nicht begonnen. 1929 konnte schließlich das neue Gebäude des Realgymnasiums auf dem ehemaligen Johannisfriedhof eingeweiht werden. Die Reliefs und Keramiken am Gebäude stammen vom Chemnitzer Bildhauer Bruno Ziegler, die Figuren von Heinrich Brenner. Das Modell für eine der Figuren war der Schüler und spätere Physiker Moritz Goldhaber.

Auch die Zeit des Nationalsozialismus ging an der Schule nicht spurlos vorbei. Neben der Auflösung aller Schülervereine durch das Ministerium für Volksbildung wurden 1936 die beiden oberen Jünglingsfiguren auf Betreiben von Schulleiter Kurt Nestler entfernt, da die beiden Modelle jüdischer Herkunft waren. 1938 folgte die Umbenennung in „Horst-Wessel-Schule“. 1939/1940 wurden Lehrkräften sowie Schüler des Abiturjahrganges 1941 in die Wehrmacht aufgrund des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges einberufen. Als am 5. März 1945 die Stadt bombardiert wurde, verhinderten Brandwachen größere Schäden am Schulgebäude.

Bereits 1946 fanden wieder reguläre Reifeprüfungen nach dem Krieg statt. Eine erneute Umbenennung – diesmal im sozialistischen Sinn – in „Karl-Marx-Oberschule“ erfolgte 1949 – namensgebend für den Vorzeigecharakter der Schule in der sozialistischen DDR. Die mit der Wende verbundene Neuausrichtung führte 1991 zur Gründung des „Fördervereins Realgymnasium e. V.“ und zum Beginn der Sanierung der Schule. 1992/1993 wurde die Schule ein Gymnasium – verbunden mit der Umbenennung in „Georgius-Agricola-Gymnasium“. Im Jahr 2000 wurden die von Erik Neukirchner neu geschaffenen Portalplastiken (als Ersatz für die in der Nazi-Zeit entfernten) eingeweiht. Weiterhin wurde die Orgel saniert, deren Einweihung ein Jahr später gefeiert werden konnte.

2007 fand die Festwoche „150 Jahre Realgymnasium Chemnitz“ statt.

Bekannte Absolventen

Weblinks


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