Gertrude Lawrence

Gertrude Lawrence

Gertrude Lawrence (eigentlich Gertrude Alexandria Dagmar Lawrence-Klasen; * 4. Juli 1898 in London; † 6. September 1952 in New York) war eine englisch-dänische Film- und Broadway-Schauspielerin.

Lawrence war in den 1930er und 1940er Jahre sehr populär. Sie spielte in vielen Komödien die weibliche Hauptrolle, oft an der Seite von Noël Coward (1899–1973).

Inhaltsverzeichnis

Früheres Leben

Gertrude wurde als Tochter eines Engländers und einer Dänin in London geboren, und stand schon als 10-jährige auf der Bühne. Sie wurde auf einer katholischen Klosterschule geschickt und bekam auf der Italia Conti Academy Schauspielunterricht. Lawrence war die Zweitbesetzung von Beatrice Lillie (1894–1989) in der Londoner Revue Andre Charlot in den frühen 1920er Jahren. Ihre erste Hauptrolle neben Jack Buchanan (1891–1957) bekam sie 1921 im Stück A bis Z im Londoner Theater Limehouse Blues. In den Jahren 1924 und 1926 erhielt sie einige Gastspielrollen am Broadway, dabei wurde ihre besondere Wandlungsfähigkeit bewundert. Dabei machte sie auch den Song Limehouse Blues bekannt.

Ehen und Romanzen

Gertrude Lawrence war zwei Mal verheiratet. Ihre erste Ehe mit dem Engländer Francis Gordon-Howley wurde 1928 geschieden. Aus der gemeinsamen Verbindung ging eine Tochter, Pamela (1918–2005), hervor. Im Jahre 1928 fand die Verlobung mit dem New Yorker Börsenmakler Bertrand L. Taylor statt, doch kurz darauf trennten sie sich. An ihrem 42. Geburtstag gab Gertrude Lawrence dem US-amerikanischen Theaterdirektor Richard Aldrich das Ja-Wort, die Ehe hielt bis zu ihrem Tod.

In den Jahren zuvor hatte sie mehrere Romanzen, darunter mit dem Filmschauspieler Douglas Fairbanks junior (1909–2000). Darüber hinaus soll Lawrence auch lesbische Beziehungen zu Daphne du Maurier (1907–1989) und Beatrice Lillie geführt haben. Beatrice Lillie soll in einem Interview über sie gesagt haben: „Ich kannte sie besser als ihr Ehemann“. Die leidenschaftlichen Liebesbriefe zwischen Lawrence und Du Maurier wurden in deren Biographie 1993 veröffentlicht. Darin wird auch ein früheres Liebesverhältnis zu Daphnes Vater, Sir Gerald du Maurier (1873–1934), mit den Worten „the last of Daddy's actress loves“ beschrieben.

Karriere

Lawrences Persönlichkeit und Charme inspirierten Komponisten und Autoren. Die Brüder George Gershwin (1898–1937) und Ira Gershwin (1896–1983) schrieben für Lawrence 1926 das Musical Oh, Kay!, das Stück wurde am Imperial Theatre in Manhattan gespielt (256 Aufführungen). Gertrude Lawrence war die erste britische Schauspielerin die eine Hauptrolle an den Broadway-Theatern spielte. Mit der Rolle der Liza Elliott in dem Musical Lady in the Dark, neben Danny Kaye (1913–1987), war sie eine der populärsten Truppenbetreuerinnen während des Zweiten Weltkriegs.

1946 sah Lawrence den Film Anna und der König von Siam über das Leben von Anna Leonowens nach Margaret Landons gleichnamigen Roman. Sie fand, dass die Geschichte ein perfektes Musical ergeben würde, sie überzeugte Richard Rodgers (1902–1979) und Oscar Hammerstein (1895–1960) daraus ein Musicalstück zu schreiben - heraus kam The King and I. Am 29. März 1951 fand die Uraufführung des Musicals im St. James Theatre in New York statt, in den Hauptrollen standen Lawrence als Anna Leonowens und der noch unbekannte Yul Brynner (1920–1985) als König von Siam auf der Bühne. Für die Titelrolle ließ sich Brynner extra eine Glatze rasieren, auch in der Verfilmung des Stückes von 1956, für die er einen Oscar erhielt, trat er ohne Haarpracht auf. Die Glatze wurde zu seinem Markenzeichen. Das Musicalstück wurde ein riesiger Erfolg und 1952 gewann Gertrude Lawrence einen Tony Award in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin in einem Musical.

Tod

Gertrude Lawrence starb am 6. September 1952 an Leberkrebs, infolge einer Gelbsucht. Sie wurde im Kostüm ihrer größten Rolle auf dem Friedhof in Upton, Massachusetts, bestattet.

Weblinks

Literatur

  • Richard Stoddard Aldrich: Gertrude Lawrence as Mrs. A: An Intimate Biography of the Great Star, Pickering Press, New York (1954)
  • Margaret Forster: Daphne Du Maurier. Ein Leben, Fischer Verlag (1997) ISBN 3-5961-2891-9
  • Tim Hill: Filmstars, Parragon (2006) ISBN 1-40547-888-8

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