Geschichte des Quäkertums


Geschichte des Quäkertums

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Die Religiöse Gesellschaft der Freunde ist eine christliche Religionsgemeinschaft, die heute vor allem in Großbritannien, Nordamerika und Afrika ihre meisten Mitglieder hat. Sie entstand in der Mitte des 17. Jahrhunderts im Nordwesten Englands zur Zeit des republikanischen "Commonwealths" nach dem Bürgerkrieg. Als wichtigste Gründerpersönlichkeit der Quäkerbewegung wird George Fox (1624–1691), ein Handwerker und Laienprediger, angesehen. Zusammen mit den Mennoniten und der Church of the Brethren zählen die Quäker zu den drei „historischen Friedenskirchen“.

Die Geschichte des Quäkertums lässt sich grob in folgenden Phasen einteilen

  1. Ursprüng der Frühen Freunde, 1642 - 1658 (auch vorkonstistutionelle Periode genannt). In der Turbulenzen des Bürgerkriegs und der Nachkriegszeit des Commonwealths gab es eine Vielzahl von Wanderpredigern, die alle der Autorität der Anglikanischen Kirche ablehnten und eine Rückkehr zu den, aus ihrer Sicht, wahren Würzeln des Christentums predigten. Daraus entstand sowie heute noch verbreitete Glaubensgemeinschaften wie die Baptisten und Quäker als auch nicht mehr existierenden Gemeinschaften wie Fifth Monarchy Men[1] oder Muggletonianer. Diese Phase war von antinomistische [2] und chiliastische Ideen geprägt, was die späteren ersten Quäker aber noch nicht von damals verbreiteten Strömungen absetzte.[3]
  2. Zeit der Verfolgung, 1659 bis zirka 1690 (auch erste Periode genannt) war nach der Wiederherstellung der Monarchie unter Karl II stark durch Verfolgung, aber auch durch starke Missionsarbeit geprägt. In dieser frühen Phase breitete sich das Quäkertum in England und den späteren USA aus.[4][5][6][7]
  3. Zeit des Quietismus, zirka 1690 bis zweite Hälfte 18. Jahrhundert, (auch zweite Periode genannt) war geprägt durch den inneren Rückzug, Separation, Stagnation und Erstarrung, aber auch durch den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufstieg.[8]
  4. Zeit der Wiederaufweckung, ab der zweiten Hälfte 18. Jahrhundert bis heute (auch dritte Periode genannt) ist diejenige, die bis heute das Bild von den Quäkern prägt: der friedliche aber radikale Kampf vieler Quäker für Gerechtigkeit an Frauen, Sklaven und Gefangenen; der Einsatz für Frieden und die Linderung von Hunger und Ausbeutung.
  5. Zeit der Aufspaltungen (ab Mitte 19. Jahrhundert bis heute) ist die der Schismen, Aufspaltungen und Wiedervereinigungen, als diverse evangelische, konservative und liberale Strömungen in Quäkertum sich formierten

Großbritannien

Eine Geschäftsversammlung der britischen Jahresversammlung 2005 in der University of York

Die Geschichte der Quäker beginnt im England des 17. Jahrhunderts. Ursprünglich hatten diese sich selbst nicht als Glaubensgemeinschaft verstanden und waren eine lose Gruppierung. Der Name Quäker (englisch: to quake „beben, zittern“) resultiert aus einer abfälligen Bezeichnung ihrer Gegner, weil die Quäker bei ihrem ersten Auftreten mit Zittern und Entzücken von der Größe und dem Glanz des göttlichen Lichtes redeten, von welchem sie überschüttet würden. Ein Satz von George Fox, den dieser vor einem englischen Gericht ausgesprochen haben soll, gibt dem verbreiteten Namen Quäker einen anderen Ursprung: „Zittere vor dem Worte des Herrn!“ (Ps 2,10f LUT). Zunächst eint die Quäker lediglich ihre Opposition gegen die etablierte anglikanische Staatskirche und gegen die von ihnen als unaufrichtig empfundenen Puritaner.

Einer der geistigen Anführer dieser oppositionellen Bewegung war George Fox, der gleich bei seiner ersten öffentlichen Ansprache 1649 in einer Kirche in Nottingham verhaftet wurde. Im Laufe seines weiteren Lebens verbüßte Fox insgesamt acht Gefängnisstrafen, in der Regel wegen Blasphemie.

Eine weitere charismatische Persönlichkeit der frühen englischen Quäker-Gemeinschaft war James Nayler, der zeitweilig in Konkurrenz zu George Fox trat. Höhe- und Wendepunkt für James Nayler und seine Anhängerschaft war seine Verhaftung wegen Blasphemie in Bristol im Jahr 1656.

Als weitere zentrale Figur der frühen Missionstätigkeit wirkte Margaret Fell (* 1614; † 23. April 1702) als Organisatorin im Hintergrund. Die spätere Frau von G. Fox (Heirat 1669), gilt auch als die eigentliche Autorin des berühmten Friedenszeugnisses, auch wenn sie die Erklärung selbst nicht unterschrieben hat.

Die gesellschaftliche und politische Haltung zu den Quäkern im 17. Jahrhundert war kontrovers. Noch 1651 bot Oliver Cromwell George Fox den Dienst in seiner Armee im Rang eines Hauptmanns an (was dieser ablehnte), aber schon zu Beginn der 1660er Jahre hatte die Quäker-Verfolgung in England ihren Höhepunkt erreicht. Hunderte Quäker wurden gelyncht, misshandelt, eingesperrt und enteignet[9].

In den Jahren 1667 bis 1669 wurden von George Fox Monats-, Vierteljahres- und Jahresversammlungen eingerichtet, die bis heute die Struktur der Quäker in der ganzen Welt prägen.

Auch nach Ende der Verfolgungen (Toleranzakte des englischen Parlaments 1689) blieben öffentliche Ämter, politische Mandate und Universitäten noch lange Zeit für Quäker verschlossen – unter anderem, weil sie den Amtseid ablehnten. Viele der Anhänger wanderten deshalb aus, vor allem nach Nordamerika und Westindien oder nach Holland und Friesland.

Die dritte bekannte und für das Quäkertum prägende Persönlichkeit war der Engländer William Penn. Er wurde 1681 Gouverneur von Pennsylvania und ist untrennbar mit der US-amerikanischen (Quäker-)Geschichte verbunden. Penn trat aber auch engagiert für die Völkerverständigung in Europa ein, etwa mit seinem visionären Towards the Present and Future Peace of Europe.[10]

Nach Abklingen der Verfolgung in England zu Anfang des 18. Jahrhunderts wurden Quäker auf wirtschaftlichem Gebiet erfolgreich. Das lag nicht zuletzt auch daran, dass sie durch das „Zeugnis der Integrität“ (Testimony of Integrity) als ehrliche Geschäftspartner einen guten Ruf genossen. Einige Firmen sind immer noch tätig und bekannt, etwa Clarks (Schuhe), Barclays (Bank) und Cadbury Limited (Schokolade, Lebensmittel; 1969 fusioniert zu Cadbury Schweppes).

Mit dem beginnenden wirtschaftlichen Erfolg und der gesellschaftlichen Integration gegen Ende des 17. Jahrhunderts endeten die bis dahin regen Missions-Reisen und -Aktivitäten. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts kam es zu einer (inneren) Erstarrung.[11] Das karitative Bild des unermüdlich um Gerechtigkeit kämpfenden Quäker, entstand erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als vor allem US-Amerikanische Quäker aber auch Briten begannen sich aktiv in der Sklavenfrage zu betätigen und um Frauenrechte zu kämpfen. Bei den zum Teil heftigen Auseinandersetzungen, knüpften sie an die Traditionen der ersten Jahre an und sparten dabei nicht selten an Polemik, um ihre Gegner moralisch bloß zu stellen, nur dass sie diesmal nicht um ihr eigenes Leben kämpften sondern um das von anderen.

USA

Ausdifferenzierung von Quäkerströmungen in den USA, 1800 bis heute.

Schon früh siedelten sich Quäker in den heutigen USA an. In einigen Teilen der britischen Kolonien in Nordamerika wurde das Quäkertum per Gesetz verboten, so etwa 1657 in Boston. Die Quäkerin Mary Dyer wurde bei Protestaktionen gegen dieses Gesetz in Boston mehrmals verhaftet und zweimal zum Tode verurteilt. Beim zweiten Mal wurde das Urteil vollstreckt; Dyer starb am 1. Juni 1660 am Galgen.

Von 1671 an reiste William Penn in viele europäische Länder und warb für die Quäker-Kolonien in der „Neuen Welt“. Die größte Einwanderungswelle nach Nordamerika kam ab 1681, als Charles II. von England den Quäkern ein großes Landgebiet an der damaligen Westgrenze der besiedelten Gebiete überließ und William Penn zum Gouverneur des später Pennsylvania genannten Gebietes ernannte. Das „heilige Experiment“, wie es Penn nannte, war der einzige jemals existierende Quäker-Staat.

Pennsylvanias Verfassungssystem war mit dem ungewöhnlich liberalen Wahlrecht und der vollen Religionsfreiheit für alle Konfessionen seiner Zeit weit voraus. Aufgrund der Tatsache, dass Penn die Indianer vor Alkohol und ausbeuterischen Weißen schützte und sich strikt an die Landabtretungsverträge hielt, blieb Pennsylvania von indianischen Überfällen verschont. Penn hatte intensiven Kontakt mit den benachbarten indianischen Stämmen, wie den Lenni Lenape oder den Irokesen, er sprach sogar ihre Sprachen. Die Siedlung Philadelphia entwickelte sich schnell zum Zentrum der Quäkerkolonie.

Pennsylvania unterstand aber noch immer der englischen Krone, was von den Quäkern auch nie in Frage gestellt wurde. Es zeigte sich aber im Laufe der Zeit, dass es für die Quäker zu einer moralischen Zerreißprobe wurde. Denn England erwartete von Pennsylvania, dass es sich mit einer eigenen militärischen Streitmacht an Konflikten beteilige. Stattdessen beschloss das Yearly Meeting der Quäker in England 1693, dass die Entrichtung einer Kriegssteuer kein Verstoß gegen das historische Friedenszeugnis der Quäker von 1661 bedeuten würde, so dass die Abgeordneten in Pennsylvania beschließen konnten, der Königin 2000 Pfund für die Ausrüstung einer Expedition gegen das französisch okkupierte Kanada zu gewähren (Money for the Queens Use).

Nachdem diese Zahlungen mehrmals erfolgt waren, vertraten Teile der Quäker in Pennsylvania die Auffassung, dass dies doch im Widerspruch zum Friedenszeugnis stehe. In der Konsequenz gaben die Quäker 1756 ihre Sitze im Abgeordnetenhaus auf, womit das „heilige Experiment“ nach 85 Jahren doch gescheitert war.

Die Versammlung von Philadelphia beschloss 1758 als erste Jahresversammlung die Aufhebung der Sklaverei in ihren Reihen und bestrafte Verstöße dagegen mit dem Ausschluss aus der Religiösen Gesellschaft der Freunde.[12]

Deutschland und Österreich

Vorgeschichte

Die Deutsche Jahresversammlung der Religiösen Gesellschaft der Freunde wurde 1925 in Eisenach gegründet. In den Jahrhunderten zuvor hatte es immer wieder kleinere Quäkergruppen gegeben, die stark von reisenden englischen Quäkern abhingen. 1657 gab es lose Gruppen unter anderem in Emden, Danzig, Altona, Krefeld, Kriegsheim bei Worms sowie in Friedrichstadt im Herzogtum Schleswig, wo 1677 auch ein erstes Andachtshaus gebaut wurde. Sie waren von dem englischen Quäkermissionar William Ames († 1662) gegründet worden. Die deutschen Quäker gehörten zuerst der Amsterdamer Jahresversammlung an. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden sie verfolgt und mussten Deutschland verlassen. Im Zusammenhang mit dem aufkommenden Pietismus zum Ende des Jahrhunderts entstand jedoch ein neues Interesse am Quäkertum. Wiederum wurden aber auch Schriften gegen die Quäker (Antiquakeriana) verfasst.

Im 18. Jahrhundert besserte sich die Situation der Quäker, nachdem 1791 der Fürst Friedrich von Waldeck und Pyrmont eine erste Duldungsakte erließ. 1792 wurde so bei Pyrmont die Quäkerkolonie Friedensthal gegründet, kleinere Gruppen in Westfalen (Minden z.B.) folgten.[13] 1800 wurde das Quäkerhaus in Pyrmont gebaut. Es ist nach den Versammlungshäusern in Emden und Friedrichstadt, die sich nicht erhalten haben, das dritte Versammlungshaus der Quäker in Deutschland.

Im 19. Jahrhundert erlebte Friedensthal eine kurze Blütezeit, Goethe, Königin Luise und bedeutende Quäker besuchten die Kolonie – doch bis 1870 kam es zum Niedergang durch die Verpflichtung zum Kriegsdienst und vermehrte Auswanderung. Gleichzeitig setzte die Hilfsarbeit britischer Quäker in Deutschland und Frankreich für Kriegsopfer ein, erstmals unter dem Zeichen der Quäkerhilfe.

Gründung und Vorgeschichte der Deutschen Jahresversammlung

Nach dem ersten Weltkrieg, um 1920 bildeten sich in Deutschland, drei völlig unabhängige Quäkergruppen: Berlin, Stuttgart und Neusonnenfeld. Aus der Gruppe in Berlin bildete sich später die bis heute noch bestehende Organisation.

Siehe Hauptartikel: Deutsche Jahresversammlung

Der Zustrom zum Quäkertum speiste sich in dieser Zeit aus zwei wesentlichen Faktoren. Zum einen der Eindruck den die Hilfsleistungen der Quäker hinterließen und zum anderen, eine neue pazifistische Bewegung, entstanden aus den Erfahrungen des ersten Weltkriegs. Und damit die Abwendung von den etablierten Kirchen, denen Versagen vorgeworfen wurde.

Die erste deutsche Jahresversammlung wurde 1920 in Stuttgart gegründet und hat mit der Heutigen Deutschen Jahresversammlung (DJV) nicht zu tun. Als die heutige Deutschen Jahresversammlung 1925 gegründet wurde, gab es tatsächlich für kurze Zeit zwei Jahresversammlungen in Deutschland. Im folgenden ist jetzt nur noch von Stuttgarter YM (Yearly Meeting) die rede.[14]. Erst mit der Teilung Deutschlands kam es wieder - diesmal für ein längeren Zeitraum - dazu, dass es in Deutschland zwei getrennte Jahresversammlungen gab.

Stuttgarter YM hatte wie später die DJV eine wöchentlich (später 14-täglich) erscheinende Zeitschrift, die aber „Der Freund“ hieß, im Gegensatz zur DJV, bei der sie „Der Quäker“ (Heute „Quäker“) hieß. Die Zeitschrift wurde von 1921 bis 1925 herausgegeben und wurde mit dem Beginn der Herausgabe der Zeitschrift „Der Quäker“ eingestellt. Es wurden eine Erwachsenen- und Jugend-Abend-Schule eingerichtet. In Erfurt wurde die erste Jahresversammlung abgehalten. Es wurden Epistel in alle Welt versandt, auch von Pennsylvania, Dublin, Kanada, New-England, Ohio und Kapstadt beantwortet wurden.

Im Gegensatz zu der späteren DJV die eng mit dem London Yearly Meeting verbunden waren/sind, pflegte das Stuttgarter YM Kontakte zu „Fritchley-Quäkern“ die sich mit einer eigen Ordnung des Zusammenlebens inhaltlich vom London Yearly Meeting distanzierten. Fritchley-Quäkern warfen dem London Yearly Meeting vor, das sie die Bibel als einzigen Maßstab für Christliches Leben gelten lassen. Die Fritchley-Quäkern hingegen betonten die Bedeutung der inneren Stimme und sahen sich in der wahren Nachfolge der frühen Quäker des 17. Jahrhunderts. Fritchley-Quäkern oder auch unter den Namen „New Light“ bekannt, glaubten an eine fortwährende Offenbarung und das London Yearly Meeting an eine Offenbarung die immer währende Gültigkeit besäße. Bei der Frage des Wehrdienstes waren die Fritchley-Quäkern kompromisslos. Sie dienten noch nicht einmal in Ambulanzdiensten, während des Krieges, wie die Mitglieder des London Yearly Meeting. Und es wurden Mitglieder auch konsequent von den Fritchley-Quäkern ausgeschlossen, die sich nicht daran hielten. 1968 schlossen sich die Fritchley-Quäkern dem London Yearly Meeting wieder an.

1922 wurde die zweite und auch schon die letzte Jahresversammlung des Stuttgarter YM abgehalten. Auf dieser Versammlung wird mit Otto Rapp, zum ersten Mal in der Deutschen Geschichte das Amt des „Schreibers“ einer Jahresversammlung besetzt. Somit war Heinrich Beck zwar der erste Schreiber der heute noch existierenden Jahresversammlung, aber nicht der erste Schreiber einer Jahresversammlung generell in Deutschland.

Die Ausrichtung des Stuttgarter YM war konservativer, als die der späteren Jahresversammlung. Um sich von den „modernen“ DJV ab zu grenzen, führten sie in Klammern zu ihren Nahmen noch „vom Ausland unabhängig“ Die Mitgliederstruktur unterschied sich von der der DJV, als das dort mehr handwerkliche Berufsgruppen vertreten waren und es enge Verbindungen zur „Lebensreform“ und zur „Wüstenrot-Idee“ gab. Es gab auch ein Interesse für Genossenschaftliche Experimente. Auch wurde die Stimme gegen Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Kapitalismus erhoben. Aber Sozialismus und Arbeiterinternationale wurden scharf abgelehnt.

In moralischen Dingen nahmen es die Mitglieder der Stuttgarter YM auch genauer als die spätere DJV. Alkohol, Musik, Tabak, Bordellen und Luxus wurde „der Krieg erklärt“. Der Hutgruß und der Eid abgelehnt und zur einfachen Kleidung geraten. Und geheiratet wurde nur innerhalb der eigen Glaubensgemeinschaft. Der vertretene Vegetarismus hatte ebenfalls fanatische Züge und bekam breiten Raum in den Publikationen. Gegen den Tabak und dem Alkohol wurden sogar Sonderhefte herausgegeben.

Es kam unweigerlich zum Konflikt mit dem London Yearly Meeting und der ihr wohlgesinnten DJV. Das London Yearly Meeting macht quasi ein Alleinvertretungsanspruch für sich um den Namen „Quäker“ geltend. So dass ab 1. Mai 1922 die Gruppe sich den Namen „Religiöse Gesellschaft der Freunde in Deutschland e. V.“ ohne das „Quäker“ in Namen gab.

Ungeachtet Dessen, war die Schriften das Stuttgarter YM auf fruchtbaren Boden gefallen. Es entstanden Andachtsversammlungen in Cannstatt, Pfullingen, Unterhausen bei Reutlingen, Fürth, Markt Oberndorf, Lauffen am Neckar, Altusried und Rommelsbach, Erfurt, Stettin, Altenbochum und auch in Berlin.

Nach der Auflösung des Stuttgarter YM sind einige der Mitglieder zur neuen DJV über getreten. Andere sind nie wieder im Zusammenhang mit Quäkertum aufgetreten.

Siehe auch

Glossar

Für die im Artikel verwendeten Fachbegriffe siehe auch Artikel "Glossar Quäkertum".

Weiterführende Literatur

Einzelnachweise

  1. Fifth Monarchists
  2. siehe hier Antinomianism - charges against Quakers
  3. Siehe hier zu Claus Bernet: Gebaute Apokalypse. ISBN 978-3-8053-3706-9, Seite 361: „Die wichtigsten Vertreter dieser Denomination [der Quäker] waren in den Anfängen George Fox (1624–1691), James Nayler (1618–1660) und William Penn (1644–1718). Bei allen dreien lässt sich ein chiliastisch-utopisches Potential aufzeigen, das jedoch unterschiedlich gelagert und von divergierenden Intentionen gekennzeichnet ist.“
  4. Angefangen mit dem Quaker Act, 1662
  5. Verschärft durch den Conventicle Act, 1664
  6. Die aktive Verfolgung wurde durch den Act of Toleration, 1689 und die sogenannte "Glorious Revolution" beendet
  7. Gleiche Zivilrechte für Dissenter wie Quäker wurden jedoch erst durch den Sacramental Test Act, 1828 gegeben
  8. Da Dissentern das Studium an der Universität und die Ausübung von Berufen verboten war, konzentrierten sie ihre Energien auf dem Handel. Zwei der drei heutigen grössten britischen Banken, Lloyds Banking Group und Barclays Bank, wurden von Quäkern gegründet.
  9. Siehe hierzu "George Fox - Aufzeichnungen und Briefe des ersten Quäkers", Übersetzerin: Margrit Stähelin, Tübingen, 1908, Verlag I.C.B. Mohr (Paul Siebek)
  10. Deutsch als: William Penns Friedensplan für Europa. Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker); Bad Pyrmont 1991; ISBN 3-929696-02-9 (Neudruck der deutschen Erstausgabe von 1920).
  11. C. Bernet: „[...] die Zeit von 1690 bis 1760 als eine Periode der Erstarrung anzusehen ist. Die Quäker beschäftigten sich mehr mit sich selber, zeigten für die “äußere Welt" kaum Interesse und stellten auch ihre Missionsbemühungen gänzlich ein.", aus „400 Jahre Mennoniten in Krefeld“, Seite 57, ISBN 978-3-921881-26-2
  12. Die Vorreiter-Rolle der amerikanischen Quäker in Ablehnung der Sklaverei wurde auch von prominenten Zeitgenossen wie Voltaire auch deutlich hervorgehoben.
  13. Claus Bernet: "Die Geschichte der Quäkergemeinde Minden, Teil 1: Von ihrer Gründung 1796 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts", in: Westfälische Forschungen, 60, 2010, S. 503-527
  14. Claus Bernet, „80 Jahre Deutsche Jahresversammlung – oder sind wir doch älter?“, „Quäker“, 5/2007, Seite 229, 81. JG., ISSN 1619-0394

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