Geschichte des Ruhrgebiets


Geschichte des Ruhrgebiets
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Übersichtskarte Ruhrgebiet

Die Geschichte des Ruhrgebiets beschreibt die Entwicklung einer Region, die bereits im Mittelalter als wichtiger Verkehrsknoten galt, und im Zeitalter der Industrialisierung durch ihre Kohlevorkommen wichtige Bedeutung erhielt.

Im Mittelalter bildeten sich in der Region Grafschaften heraus, wovon die wichtigsten die der Grafen von Berg, der Grafen von der Mark und der Grafen von Kleve waren. Mit dem Hellweg bestand eine wichtige wirtschaftliche Verkehrsachse in der Region. Im Verlauf der Straße entwickelten sich wichtige Städte der Region. Seit Ende des 14. Jahrhunderts waren die Grafen von der Mark in Personalunion Grafen, später Herzöge von Kleve. Ab 1521 waren alle gräflichen Territorien im Gebiet der Vereinigten Herzogtümer unter einer gemeinsamen Herrschaft zusammengeführt.

Bereits 1609 fielen Kleve und Mark an Brandenburg, womit der Beginn einer Entwicklung zu preußischer Herrschaft in der Region eingeleitet war. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts übernahm Preußen auch die Herrschaft über einige kleinere Territorien der Ruhrregion, wie die geistlichen Territorien von Werden und Essen. Schlussendlich wurde auch das Gebiet der Grafschaft Dortmund unter preußische Herrschaft gebracht. Damit war die Vielzahl der aus dem Mittelalter überkommenen Territorien endgültig an einen Herrscher gefallen, die Entwicklung der Industrieregion in einem einheitlichen Rechtssystem war möglich geworden. Lediglich die preußischen Provinzgrenzen verliefen innerhalb des Ruhrgebiets. Als Regierungsbezirksgrenzen sind sie bis in die Gegenwart erhalten. 1946 wurde das Land Nordrhein-Westfalen um das Ruhrgebiet gebildet.

Das Ruhrgebiet galt als entscheidend für die Kontrolle der deutschen Wirtschaft der Wiederaufbauzeit und sollte vor französischem oder sowjetischem Zugriff geschützt werden. Die geplante Schaffung eines Regionalpräsidiums für das Ruhrgebiet wird die wirtschaftlich einheitliche Entwicklung der Region in einem reformierten Verwaltungssystem des Landes berücksichtigen.

Inhaltsverzeichnis

Vor- und Frühgeschichte

Devon

Vor 465 Millionen Jahren lag das Ruhrgebiet auf dem Kleinkontinent Avalonia, zu dem die Kerne von Norddeutschland, Belgien, Zentralengland, Zentralirland Neufundland und Nova Scotia gehörten. Im Unter-Devon kollidierte der Kleinkontinent mit Laurussia.

Karbon

Entrindete Sigillarien, gefunden auf der Schachtanlage Nordstern, Flöz Zollverein 2/3 in 1000 m Tiefe.

Im Karbon, einem erdgeschichtlichen Abschnitt des Paläozoikum, der vor 360 Millionen Jahren begann und vor 300 Millionen Jahren endete, bildeten sich Schichten mit Tonschiefer, Kohle und Sandstein. Vor 400 bis 300 Millionen Jahren entstanden in der Variszischen Orogenese neue Gebirge.

Im Westfalium wurden jene Schichten abgelagert, die im Laufe der Jahrmillionen zu Kohleflözen wurden. In dieser Periode der Erdgeschichte wechselten Sumpflandschaft und Überflutungen des Meeres einander ab, so dass die Ablagerungen aus pflanzlichen Materialien und Sedimenten des Meeres heute als eine Folge von Kohleschichten und dazwischen liegendem Gestein überliefert sind.

Die beherrschenden Vertreter der Flora in den Kohlesümpfen waren die Gattungen Lepidodendrales und Sigillaria, baumartige Pflanzen, die zur Pflanzenabteilung der Bärlapppflanzen (Lycopodiophyta) gezählt werden. Die Vertreter beider Gattungen erreichten Größen von bis zu 40 m bei einem Stammdurchmesser von über einem Meter.

Kreidezeit

Riesenammonit aus dem Campanium, gefunden im Bereich des Kamener Kreuzes

In der Kreidezeit vor 135 Millionen Jahren bis vor etwa 65 Millionen bedeckte ein tropischer Ozean das Land. In seinem Wasser lebten Ammoniten. Am Grunde des Meeres bildete sich eine mächtige Mergelschicht. Die Sedimente lagerten sich über den Schichten des Karbons ab und konservierten auch die Schalen von Riesenammoniten.

Eiszeitalter

Das Eiszeitalter brachte einen Wechsel von Warm- und Kaltzeiten. Während der Drenthestadien der Saaleeiszeit reichte die Vergletscherung Norddeutschlands bis an die vor dem Nordrand des Mittelgebirges liegende Ruhr heran. Die Morphologie des mittleren und unteren Ruhrtals wurde vom abfließenden Schmelzwasser und von der Kraft des Eises geformt. Die Schmelzwasser strömten durch das Ruhrtal nach Westen. Dort, wo heute Essen liegt, war der Abfluss zeitweilig von einer Barriere aus Eismassen und Geröll behindert, so dass ein gewaltiger eiszeitlicher See aufgestaut wurde, der das Tal bei Schwerte füllte.

Erste Menschenansiedlungen

80.000 v. Chr. – Die Region des heutigen Ruhrgebiets wurde bereits zur Zeit des Neandertalers vor rund 80.000 Jahren besiedelt. Beim Bau des Rhein-Herne-Kanals wurden 1911 in Herne Steinwerkzeuge und Lagerspuren mit Knochen von Wollnashorn, Wisenten und Mammut gefunden. Auch an anderen Stellen lagerten Menschen im Emschertal. Weitere Funde aus den 1960ern belegen dies für das Boyetal zwischen Bottrop und Gladbeck.

8.700 v. Chr. – Die im November 1978 gemachten Funde steinzeitlicher Feuersteingeräte vom Duisburger Kaiserberg gehören in die Spätphase der letzten Eiszeit und können auf etwa 9.000 bis 8.000 Jahre v. Chr. datiert werden. Aus dem frühen Mesolithikum stammen die ältesten Überreste anatomisch moderner Menschen im Raum des heutigen Ballungsgebietes. Sie wurden im Frühjahr 2004 in der Blätterhöhle bei Hagen-Hohenlimburg entdeckt.

Mittel- und Jungsteinzeit 6.000-4.500 v. Chr. – Aus der Bandkeramik und der Rössener Kultur sind mehrere Siedlungen im Umkreis von Bochum, Hagen und Dortmund bekannt. Im Frühjahr 2004 wurden in der Blätterhöhle bei Hagen-Hohenlimburg die Skelette von mehreren Menschen der Michelsberger Kultur entdeckt. Darunter befand sich auch das Skelett einer 17–22 Jahre alten Frau. Diese Funde sind die einzigen geschlossenen Hinweise auf Bestattungen aus diesem Zeitabschnitt im Ballungsraum an Rhein und Ruhr.

Altertum

Die Geschichte des Ruhrgebiets in der Epoche des Altertums lässt sich grob in zwei Phasen einteilen:

Verdrängung der keltischen Bevölkerung und Landnahme der Germanen

Ab etwa 1100 v. Chr. wanderten Bevölkerungsgruppen, die der Urnenfelderkultur angehörten, ins Ruhrgebiet ein, das zu einem Randgebiet des Kulturkreises wurde. Mit dieser Einwanderung war ein erhebliches Ansteigen der Bevölkerung verbunden, was durch zahlreiche Gräberfunde belegt ist. Im Duisburger Raum wurden Friedhöfe der Urnenfelderleute in Wedau, Beek, Obermeiderich, Hamborn, Marxloh, Bruckhausen, Wittfeld und Neumühl gefunden.[1]

Die aus Süden eingewanderte proto-keltische Bevölkerung geriet ab etwa 800 v. Chr. zunehmend unter den Druck von Nordwesten ins Ruhrgebiet einwandernder Bevölkerungen, die auf Grund der Töpferware als Proto-Germanen identifiziert werden können. Zwischen 600 und 400 v. Chr. dürfte der Prozess der Landnahme der Germanen im Ruhrgebiet abgeschlossen gewesen sein.[2]

Die germanischen Gruppen setzten auf die linke Rheinseite über und verdrängten die keltische Bevölkerung auch aus dem Bereich der heutigen Niederlande und Teilen des heutigen Belgien. Dieser Prozess liegt weitgehend historisch im Dunkel, schriftliche Quellen gibt es nicht, lediglich archäologische Zeugnisse geben Kunde davon.

Auseinandersetzung der Germanen mit den Römern

Bis 13 v. Chr.

Während der Eroberung Galliens durch Gaius Iulius Caesar erhalten wir erstmals nähere Informationen über die im Ruhrgebiet siedelnden Germanen. Östlich des Rheins, südlich der Lippe bis ins Bergische Land hinein siedelten die Sugambrer, nördlich der Lippe am Rhein die Usipeter, östlich davon die Brukterer, östlich von Dortmund waren die Dörfer der Marser und südlich im Raum Köln lebten die Ubier und Tenkterer.[3]

Erstmals kamen die im Ruhrgebiet siedelnden Germanen mit den Römern im Jahre 55 v. Chr. in Kontakt, als die Tenkterer und Usipeter in Gallien eindrangen, dort von Caesar besiegt wurden und nach der Niederlage zu den Sugambrern flohen und dort um Asyl baten. Die Sugambrer widersetzten sich Caesars Forderung, die Asylanten auszuliefern.[4]

Etwa ab dem Jahre 50 v. Chr. war das linksrheinische Gebiet unter römischer Kontrolle und gehörte zur römischen Provinz „Gallia comata“. Im Jahre 16. v. Chr. drangen die Stämme der Sugambrer, Usipeter und Tenkterer in die römische Provinz ein. Das Heer des römischen Provinzstatthalters Marcus Lollius Paulinus wurde von den Germanen vernichtend geschlagen, denen es gelang, den Legionsadlers der 6. Legion zu erbeuten. Die Niederlage ging als „Clades Lolliana“ in die römische Geschichte ein.[5] Unter dem Eindruck der Niederlage begab sich Augustus nach Gallien und blieb dort bis 13 v. Chr. Die Niederlage des Lollius wird in der Literatur häufig als Auslöser für den ab 12 v. Chr. beginnenden Versuch der Römer gesehen, Germanien zu erobern.

Römischer Versuch der Eroberung Germaniens 12 v. Chr. bis 16 n. Chr.

Die Feldzüge des Drusus in Germanien

Zwischen 12. v. Chr. und 16 n. Chr. versuchten die Römer durch zahlreiche Feldzüge in das Innere Germaniens, die freien germanischen Stämme zu unterwerfen und die Reichsgrenze vom Rhein an die Elbe zu verschieben.

Gleichzeitig wurde durch die Errichtung von römischen Militärlagern die Rheingrenze gesichert. Das wichtigste römische Heerlager Vetera bei Xanten wurde 13 bw. 12 v. Chr. errichtet. In das Jahr 12 v. Chr. fallen auch der Bau des römischen Kastells Asciburgium[6] an der Grenze des heutigen Moers an Duisburg sowie des Kastells Werthhausen im heutigen Duisburg-Rheinhausen. Ab dieser Zeit begannen die Römer, den Niedergermanischen Limes auszubauen.

Der 12 v. Chr. erste der bis 8 v. Chr. durchgeführten Feldzüge römischer Heere unter Drusus richtete sich – wohl unter dem Eindruck der römischen Niederlage im Jahre 16 v. Chr. – gegen die Usipeter und Sugambrer.

Während des zweiten Feldzugs, im Jahre 11 v. Chr., drangen die römischen Truppen unter Drusus entlang der Lippe ostwärts vor und erreichten die Weser. Zur Kontrolle der im Ruhrgebiet siedelnden Sugambrer ließ Drusus ein Heerlager bei Oberaden einrichten.

Germanicus (Marmorbüste)

Ein großér Teil der Sugrambrer wurde im Jahre 8 v. Chr. an den linken Niederrhein umgesiedelt, um den Stamm unter die Kontrolle des römischen Legionslagers Vetera zu bringen. Das Heerlager in Oberaden wurde daraufhin aufgegeben. Die rechtsrheinisch verbliebenen Sugambrer gingen in den Nachbarstämmen auf, die auf die linke Rheinseite umgesiedelten Sugambrer wurden später als Cugerner bezeichnet.

Um die Zeitenwende wurden römische Militärstützpunkte entlang der Lippe eingerichtet, bekannt sind das Römerlager Holsterhausen das Römerlager Haltern, beide im Kreis Recklinghausen und das östlichste bisher entdeckte Lager in Anreppen im Kreis Soest. Das am besten erforschte Kastell ist Haltern, wo sich heute ein Römermuseum befindet.

Auch nach der Varusschlacht im Herbst 9 n. Chr. drangen die Römer in mehreren Feldzügen in das rechtsrheinische Germanien ein. Der das Ruhrgebiet tangierende Feldzug fand im Frühjahr 14 statt, als ein Heer unter Germanicus lippeaufwärts bis östlich Lünen zog und über den Hellweg zum Rhein zurück marschierte. Ab 17 fanden hier keine bedeutenderen Feldzüge mehr statt und die Römer zogen sich auf das linke Rheinufer zurück.[7]

Romanisierung und Grenzsicherung

Germanenstämme in Mitteleuropa im 1. Jahrhundert n. Chr.
Der römische Hafentempel der Colonia Ulpia Traiana (LVR-Archäologischer Park Xanten)
Der niedergermanische Limes

Der Prozess der Romanisierung, der unter Augustus begonnen hatte, gewann in den ersten beiden Jahrhunderten eine zunehmende Dynamik, da zahlreiche ehemalige Soldaten, die aus allen Teilen des Römischen Reiches stammten, sich im Grenzgürtel am Rhein niederließen und so das Bevölkerungsbild Niedergermaniens mitprägten. Hinzu kamen die Soldaten der germanischen Hilfstruppen, die sich nach 25 Dienstjahren mit ihrem Entlassungsgeld als Kaufleute selbstständig machten oder Landwirtschaft betrieben. Aber auch das Wirtschaftsleben der einheimischen germanischen Bevölkerung blühte auf, da die am Rhein stationierten Truppen versorgt und ausgestattet werden mussten.[8]

Vor dem Hintergrund des im Römischen Reich ausgefochtenen Bürgerkrieges und dem Abzug römischer Truppen von der Rheingrenze sollten die Bataver weitere Truppenkontingente stellen, was im Sommer 69 n. Chr. zum Bataveraufstand unter Julius Civilis führte. Asciburgium und Vetera wurden zerstört. Bei Vetera kam es im Jahre 70 zu einer Schlacht, in der die römischen Truppen siegten. Die Legionslager wurden neu errichtet.

Im Jahre 85 wurde die Garnison von Asciburgium nach Duisburg-Werthausen verlegt, wo ein Kastell zur Sicherung von Rheinübergang und Ruhrmündung errichtet wurde .

Um 90 kam es zu einer Neugliederung der römischen Verwaltung, indem der ober- und untergermanische Militärbezirk aus der Provinz Belgica ausgegliedert wurden und die Provinzen Ober- und Untergermanien gebildet wurden. Das linksrheinische Gebiet nördlich von Andernach gehörte fortan zu der Provinz Germania inferior.

Im Zusammenhang der von den Römern geförderten Urbanisierung ihrer niedergermanischen Provinz erhielt 110 die Colonia Ulpia Traiana, nahe dem heutigen Xanten, das römische Stadtrecht.

Krise und Zusammenbruch der römischen Herrschaft am Rhein

Anfang des 3. Jahrhunderts schlossen sich mehrere rechtsrheinische Germanenstämme zum Stammesverband der Franken zusammen, die in zwei Gruppen unterteilt werden: die Oberfranken und die Niederfranken, die ihre Wohnsitze am rechten Niederrhein hatten und in die die Stämme der Sugambrer, salische Franken, Chamaver und Chattuarier aufgingen. Der Stammesname war bei den Römern ab der Mitte des 3. Jahrhunderts geläufig.[9]

Nachdem es seit Anfang des 3. Jahrhunderts immer wieder Beutezüge kleinerer germanischer Gruppen in römisches Gebiet gegeben hatte, durchbrach eine größere Gruppe fränkischer Krieger im Winter 256/257 den niedergermanischen Limes und drang tief in die römische Provinz Gallien ein. Da die römischen Truppen am Limes konzentriert waren, stießen die Franken im Inneren der römischen Provinz kaum auf Widerstand. Ein Teil dieser fränkischen Kriegerschar drang sogar nach Spanien vor und eroberte Tarraco, das heutige Tarragona, an der spanischen Ostküste.[10] In den Folgejahren kam es immer wieder zu Beutezügen fränkischer Kriegsscharen in römisches Gebiet.

Die Colonia Ulpia Traiana wurde 275 durch einen fränkischen Angriff stark zerstört. An ihrer Stelle entstand Anfang des 4. Jahrhunderts die gewaltige Festung Tricensimae.

Der bislang schwerste Überfall germanischer Gruppen in römisches Gebiet erfolgte im Frühjahr 276, als nicht nur die Alamannen in Süddeutschland in die römische Provinz eindrangen, sondern gleichzeitig fränkische Kriegsscharen den niedergermanischen Limes durchbrachen. Erstmals waren auch elbgermanische Stämme wie die Vandalen, Lugier und Burgunden am Einfall beteiligt. Etwa ein Jahr plünderten die Germanen die römische Provinz Gallien, bevor der römische Kaiser Probus in der Lage war, sie effektiv zu bekämpfen. Die Kämpfe gegen die germanischen Plünderer in Gallien dauerten bis 281.[11]

Nachdem der römische Kaiser Maximian 291 nach schweren Kämpfen einen Sieg gegen die Niederfranken erringen konnte, siedelte er Teile des Stammes auf linkrheinischem, also römischem Gebiet an.[12]

Für das 4. Jahrhundert sind immer wieder Kriege römischer Kaiser gegen die Niederfranken überliefert, so der Feldzug des Kaisers Constans in den Jahren 341 und 342. Im Jahre 355 eroberten die Franken die römische Festung Tricensimae in der Nähe des heutigen Xanten und zerstören die linksrheinischen Städte und Siedlungen. 356 gelang es Iulian, das von Franken eroberte Köln zurückzugewinnen. Im folgenden Jahr kam es zu Kämpfen in der Gegend von Jülich, 358 errang er einen Sieg über die salischen Franken, ließ die Festung Tricensimae wieder errichten und führte 360 einen Feldzug gegen die rechtsrheinischen Franken.[13] Im Winter 391 auf 392 überschritt ein römisches Heer den Rhein, um die Brukterer zu bekämpfen.[14] Es gelang den Römern jedoch nicht, sich dauerhaft gegen die immer wiederkehrenden Raubzüge der Franken zu wehren, die auch im 5. Jahrhundert andauerten.

Diese zahlreichen fränkischen Angriffe auf römisches Gebiet und der Abzug römischer Truppen im Jahre 405 führten zu Beginn des 5. Jahrhunderts zum Verlust der römischen Grenzprovinz Germania Inferior, die von Franken besiedelt wurde. Als zur Jahreswende 406 auf 407 die Vandalen, Quaden und Alanen den Rhein überschritten und in Gallien einfielen, brach die römische Herrschaft am Rhein zusammen und die Römer mussten den Rhein als Grenze aufgeben.[15] Im Verlauf der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts breiteten sich die Franken nach Westen aus, wenngleich für das Jahr 428 noch einmal ein Sieg des Aetius über die Franken[16] überliefert ist, und beherrschten um 450 ein Gebiet, das etwa das heutige Belgien, das Moselgebiet und den Mittel- und Niederrhein umfasste.[17]

Frühmittelalter

Zu Beginn des 5. Jahrhunderts war das westliche Ruhrgebiet bereits relativ dicht besiedelt. In Duisburg sind bislang zehn fränkische Gräberfelder nachgewiesen.[18]

Um 428 übernahm Chlodio die Herrschaft bei den Salfranken; er ist deren erster historisch fassbarer König. Nach der Überlieferung des Gregor von Tours soll er in einem Ort namens „Dispargum“ residiert haben, das in der älteren Literatur häufig mit Duisburg gleichgesetzt wurde.[19]

556 – Beginn der Kämpfe zwischen Franken und Sachsen

695 – Ende des 7. Jahrhunderts sind christliche Missionare aus dem Frankenreich im Gebiet der fränkischen Brukterer aktiv. Mit dem Vordringen sächsischer Siedler wird die Bekehrung allerdings gestoppt. Ihre Widerspiegelung findet die gescheiterte Mission in der Heiligenlegende, des Schwarzen und Weißen Ewalds, deren Missionstätigkeit bei Aplerbeck 695 ein gewaltsames Ende gefunden haben soll.

740 – Vermutliche Anlage des Königshofes Duisburg.

775 – Das Heer der Franken unter der Führung Karls des Großen erobert die Sigiburg, ein Jahr später auch die Eresburg bei Niedermarsberg. Es werden Reichshöfe angelegt.

796 – Essen-Werden – Der aus Friesland stammende Missionar Liudger begann mit dem Bau einer Kirche auf einem Werth, d.h. überschwemmungsfreien Terrassenstück, an der Ruhr. Später wurde dieser Kirche ein Benediktinerkloster, das Kloster Werden, angeschlossen, in dessen Umfeld sich die Stadt Werden entwickelte.[20]

863Normannen überwintern auf der Bislicher Insel bei Xanten und zerstören die Kirche des Ortes.

870 – wird in Essen die Stiftskirche des vom sächsischen Adligen Altfrid begründeten Damenstifts geweiht.

880 – Normannen brandschatzten Birten.

883Regino von Prüm berichtet, dass Normannen in Duisburg, dem oppidum diusburh, überwintern, nachdem sie es erobert haben. Wahrscheinlich als Reaktion auf die wiederholten Wikingereinfälle wird die Burg Broich in Mülheim an der Ruhr errichtet. Sie sichert auch die Furt des Hellwegs durch die Ruhr.

Hochmittelalter

928 – König Heinrich I. verbringt das Osterfest in Dortmund.

929 – Reichssynode in Duisburg. Zwischen 922 und 1016 sind 18 Königsaufenthalte in Duisburg urkundlich belegt.

938 – Mai – Essen-Steele: Der deutsche König Otto I. hielt einen Hoftag in Steele ab.[21]

941Otto I. (der Große) hält sich erstmals in Dortmund auf. Einige Jahre später feiert er auch das Osterfest in der Pfalz. Die häufige Nutzung als Festtagspfalz unterstreicht ihre Bedeutung. Der Hellweg ist eine wichtige Verbindungsstraße des ottonischen Reisekönigtums. Entlang dieser Reise- und Handelsroute liegen Dortmund und andere alte Städte des Ruhrgebiets, wie Duisburg oder Essen. Auch der Königshof in Duisburg wird zu einer Königspfalz ausgebaut.

947 wurde das Stift Essen durch Papst Agapitus exemt, das heißt aus dem Erzbistum Köln herausgenommen und dem Papst direkt unterstellt. Damit war das Stift dem Einfluss des kölnischen Erzbischofs entzogen. In der – in ihrer Echtheit umstrittenen – Urkunde König Ottos I. vom Januar 947 erhielt das Stift Immunitätsrechte, das Recht auf Wahl der Äbtissin durch den Konvent und die Zusicherung des Besitzstandes.[22]

Äbtissin Mathilde II. von Essen mit ihrem Bruder Otto

971Mathilde II., die Enkelin Otto I. wurde im Alter von 22 Jahren Äbtissin in Essen, nachdem sie siebzehnjährig in das Stift eingetreten war. Mathilde war vierzig Jahre lang, von 971 bis 1011, Äbtissin.[23]

978 – Bei der Reichsversammlung Ottos II. in Dortmund wird der Beschluss zum Frankreichfeldzug gefasst.

990 - In einer Urkunde des Stifts Essen wurde der Reichshof Hatneggen (Hattingen) mit seiner Kapelle erstmals erwähnt.[24]

992 – Am 7. Mai empfängt der junge Otto III. in Duisburg Gesandte des Westfränkischen Königs.[25]

993 – Reichsversammlung Ottos III. in Dortmund. Unter anderem wird dabei ein Streit des Bischofs Dodo von Münster mit dem Kloster Mettelen zu Gunsten des Klosters entschieden.[26]

1000 – Es erfolgt die erste Baustufe romanischer Kirchen wie zum Beispiel die Stiepeler Dorfkirche oder die St.-Vinzentius-Kirche.

1002Heinrich II. erhält in Duisburg seine Huldigung durch lothringische Bischöfe und den Erzbischof von Lüttich.

1005Synode König Heinrich II. in Dortmund.

1011 – Duisburg – König Heinrich II. übergab um 1011 den Königshof Duisburg seinem Verwandten, dem lothringischen Pfalzgrafen Ezzo. Die Ezzonen schufen im 11. und 12. Jahrhundert einen Machtbereich zwischen der Maas und dem Ruhrgau, der keiner herzoglichen Gewalt mehr unterstand. Als sich der Machtbereich der Ezzonen mehr an den Mittelrhein verlagerte und Duisburg ihr nördlichster Außenposten wurde, verlor die Stadt an politischer Relevanz, was sich darin niederschlug, dass zwischen 1016 und 1125 kein deutscher König mehr Duisburg aufsuchte.[27]

1011Sophia, Tochter Otto II. wird Äbtissin von Essen.

1033 – Die Benediktinerabtei Werden erhält von König Konrad II. das Regal der Schifffahrt auf der Ruhr von der Mündung bis Werden verliehen.

1041 – Anlässlich seines Aufenthaltes in Essen verlieh König Heinrich III. dem Stift Essen ein eingeschränktes Marktrecht, wonach je drei Tage vor und nach dem 27. September, dem Fest der Schutzpatrone Cosmas und Damian, ein Jahrmarkt abgehalten werden durfte.[28]

1073 – Die Essener Äbtissin Suanhild lässt auf dem Stoppenberg eine Pfarrkapelle errichten, ab dem 12. Jahrhundert Stiftskirche eines Konvents von Prämonstratenserinnen.

1093 – Mülheim an der Ruhr wurde erstmals in einer Urkunde erwähnt[29]

1122 – Graf Gottfried von Cappenberg gründet das erste Prämonstratenserstift im deutschsprachigen Raum, das Kloster Cappenberg in Selm. Er übergibt dazu seine Burg und sein Vermögen der noch jungen Ordensgemeinschaft. Gottfried ist damit der letzte der mächtigen Grafen von Cappenberg. Sein jüngerer Bruder Otto von Cappenberg war Taufpate Friedrichs I. von Staufen. Von dem eben gekrönten König erhält Otto um 1155 das berühmte Cappenberger Kopfreliquiar mit dem Bildnis Friedrichs zum Geschenk.

Kloster Kamp

1123 – Das Kloster Kamp ist das erste Zisterzienserkloster im deutschen Sprachraum.

Teil der erhaltenen Duisburger Stadtmauer

1129 – Duisburg – Bei seinem Aufenthalt in Duisburg entschied der deutsche König Lothar einen Streit zwischen den Duisburger Bürgern und ihrem Reichsvogt Herzog Walram III. von Limburg den Steinbruch im Duisburger Wald betreffend im Interesse der Duisburger Bürger und gegen den Herzog von Limburg, dessen Nachfolger bis 1279 die Vogtei über die Reichsstadt Duisburg innehatten.[30] Ab 1129 nutzten die Duisburger den aus dem Steinbruch herausgebrochenen Kohlensandstein zur Errichtung einer Stadtmauer. Die höheren und damit späteren Teile der Stadtmauer wurden aus Tuffstein errichtet, der aus der Eifel herangeschafft wurde. Spätere Umbauten der Stadtmauer bestehen aus Ziegeln, die vor Ort gebrannt wurden.[31]

Kreuzgang des Klosters Hamborn

1136 verschenkte Gerhard von Hochstaden seine Hamborner Besitztümer an den Erzbischof von Köln unter der Voraussetzung, dass an der Stelle der Pfarrkirche ein Kloster der Prämonstratenser errichtet werden sollte. Nach dem Umbau der Pfarrkirche zur Klosterkirche und der Erbauung des Kreuzganges und des eigentlichen Klosters wurde die Klosteranlage 1170 geweiht und zur Abtei erhoben.

1145 – Der Johanniterorden gründet seine erste Niederlassung auf deutschem Boden vor den Mauern der Stadt Duisburg und lässt die dortige Marienkirche errichten.

1152/1154 – Wenige Monate nach seiner Wahl zum König hält Friedrich I. von Staufen Hoftag in Dortmund. Schon zwei Jahre später hält sich der König abermals mit großem Gefolge in der Pfalz auf. Beide Male ist auch Heinrich der Löwe, mächtiger Herzog Sachsens, anwesend.

Territoriale Entwicklung der Grafschaft Mark

1160 – Durch Erbteilung des Territoriums der Grafen von Berg entsteht die Grafschaft Altena.

1173 – Duisburg – Kaiser Friedrich Barbarossa gewährte Duisburg das Recht, jährlich zwei vierzehntägige Messen abzuhalten, auf denen abgabefrei Waren verkauft werden durften. Diese Märkte wurden vor allem von den flandrischen Tuchhändlern genutzt.[32]

um 1180 entsteht durch Erbteilung des Hauses Berg-Altena, die Linie der Grafen von Altena-Isenberg – auch Isenberg oder de Novus Ponte, bzw. Nienbrügge genannt – und die Linie der Grafen von Altena-Mark – später nannte sich die Linie nur Mark, nach ihrem Besitz Mark im heutigen Hamm. Siehe Burg Mark.

1199 – Die Isenburg bei Hattingen wird als neues Machtzentrum der Grafschaft Isenberg an der Ruhr fertiggestellt.

1200 – In Dortmund wird ein großer Mauerring um die Stadt errichtet. Sein Verlauf ist in Form der „Wälle“ im Innenstadtbereich erhalten.

1214 wurde in Saarn das erste Zisterzienserinnenkloster des Ruhrgebietes gegründet, bis heute herrscht keine Klarheit darüber, wer der Stifter des Klosters war.[33]

Reliquienbüste des Erzbischofs Engelbert I. von Köln

1225 – Ermordung des Kölner Erzbischofs Engelbert I. von Köln durch Friedrich von Isenberg. Friedrich wird hingerichtet, der größte Teil der Grafschaft Isenberg an der Ruhr fällt an seine Verwandten die Grafen von der Mark. Die Isenburg und Burg und Stadt Nienbrügge werden geschleift. Die Stammlinie des alten Hauses Berg erlischt im Mannesstamm, nur die Isenbergischen und Märkischen Seitenlinien bestehen weiter. Berg fällt an Heinrich von Limburg, den Ehegatten der Irmgard von Berg.

1225–1226 Im Ham zwischen Ahse und Lippe werden die Bürger des zerstörten Nienbrügge durch Graf Adolf von der Mark angesiedelt und erhalten von ihm 1226 das Stadtrecht. Die alte sächsische Flurbezeichnung Ham – sie bedeutet Winkel, bzw. bezeichnet den Raum zwischen den Armen die den Winkel bilden - steht in Hamm für die Landzunge zwischen den Flüssen Lippe und Ahse. Das auf vielen alten Karten noch zu findende Ham wandelt sich mit der Zeit schließlich zum heutigen Stadtnamen Hamm. Die Stadt ist von Beginn an Sitz eines gräflichen Gerichts für die Grafschaft Mark, deren Residenz und auch später noch Hauptort der Grafschaft.

1228 – Die Kölner Erzbischöfe übernehmen die Herrschaft im Vest Recklinghausen.

1233–1243 Während der Isenberger Wirren kämpfen Dietrich von Altena-Isenberg und Verwandte, vor allem die Grafen von Berg aus dem Haus Limburg und die Herzöge von Limburg, gegen den Grafen Adolf I. von der Mark, Altena und Krieckenbeck, sowie dessen Söhne und Mitregenten.

1234 wurde vom Kloster Kamp ausgehend in Duissern ein Nonnenkloster der Zisterzienser gegründet, das im November 1234 vom Kölner Erzbischof unter seinen Schutz genommen wurde. Durch Schenkungen wurde es ein wohlhabendes Kloster mit Einkünften aus rechts- und linksrheinischem Besitz.[34]

1236Recklinghausen erhält die vollen Stadtrechte.

1240 – Der Dortmunder Rat erwirbt ein Haus am Markt vom Grafen von Dortmund. Es wird für Jahrhunderte das Rathaus der Reichsstadt.

Die ehemalige Äbtissin des Klosters Duissern Regenwidis erwirkte 1240 vom Kölner Erzbischof die Erlaubnis, ein Zisterzienserinnenkloster auf ihren Besitzungen in Bottrop-Grafenwald zu errichten. 1255 zogen die Nonnen um in das damals neu errichtete Kloster Sterkrade.[35]

1241 – Die Erhebung Wesels zur Stadt im September ist mit Privilegien für die Bürger Wesels verbunden, darunter freie Erbschaft und Zollfreiheit an allen landesherrlichen Zollstätten. Dietrich von Kleve bestimmt auch, dass die Bürger Wesels ihre Streitfälle, die dort nicht zu entscheiden sind, in Dortmund auf dem Rathaus vortragen sollen für eine endgültige Regelung.

1243 – Im Zusammenhang mit einer Fehde zwischen Köln und Kleve wird erstmals die Wasserburg Strünkede in Herne genannt. Seit dem 12. Jh. sind die dort ansässigen Ritter als Ministeriale der Grafen von Kleve Garanten des klevischen Einflusses an der mittleren Emscher. Das Herrschaftsgebiet der Strünkeder erstreckt sich zeitweilig von Buer im Westen über Herne und Castrop bis nach Mengede im Osten.

1243 Adolf I. Graf von der Mark, Altena und Krickenbeck verkauft Krieckenbeck an seinen Schwager und Verbündeten Otto II. Graf von Geldern.

1243 Im Friedensvertrag zwischen Adolf I. Graf von der Mark und Altena und seinen Gegnern Dietrich von Isenberg, seinen Verwandten u.a. dem Grafen von Berg und den Herzögen von Limburg wird dem Sohn Friedrichs von Isenberg der Besitz der Grafschaft Limburg und der Krummen Grafschaft bestätigt und die Isenberger Wirren finden nach 10 Jahren Krieg ihr Ende. Graf Adolf konnte seine Positionen im ehemaligem isenbergischen Besitz weitestgehend halten und langfristig Dietrich von Isenberg und seine Nachkommen auf eine sehr kleine Grafschaft beschränken.

1244 – Die Gemeinschaft der Ministerialen des Stifts und die Bürger der Stadt Essen lassen gemeinsam die Essener Stadtmauer errichten.

1248 – Die Reichsstädte Dortmund und Duisburg schließen sich dem Gegenkönig Wilhelm von Holland an.

Der Ausbau der Territorien im Spätmittelalter

„Historisches Pflaster“ – In Dortmund am Alten Markt treffen sich beim Turm der Reinoldikirche zwei mittelalterliche Handelswege

1253 – 17. Juli 1253 – Werner Bund: Auf einer Lippebrücke in Werne gründeten die Städte Dortmund, Soest, Ahlen, Beckum, Münster und Lippstadt den Werner Bund, dem am 12. September 1268 auch die Stadt Osnabrück beitrat.[36] Dieser Städtebund war ein Vorläufer der Städtehanse. Dortmund übernahm bald eine Führungsrolle als Vorort aller westfälischen Städte in der Hanse.[37]

1254Schlacht auf dem Wülferichskamp östlich von Dortmund

1259 - Der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden[38] rief 1259 einen Landfrieden aus, dem sich unter anderem die Grafschaften Kleve, Jülich und Berg anschließen mussten.[39]

1273 – bekam Dinslaken von Dietrich VII. Graf von Kleve die Stadtrechte verliehen.[40]

1278Unna bekommt vom Grafen von der Mark das Stadtrecht verliehen.

1279Lünen wird als „oppidum“ (Stadt) bezeichnet.

1283–1289 Limburger Erbfolgestreit

Nach dem Tode Herzog Walrams V. von Limburg, ein Bruder von Adolf IV. von Berg[41], im Jahre 1280 hinterließ er keine männlichen Nachkommen und da seine Tochter Irmgard von Limburg 1283 verstarb, die das Lehen im Vorjahr von König Rudolf übergeben bekommen hatte, erwuchs daraus der Limburger Erbfolgestreit um das Herzogtum Limburg. Anwärter auf das Erbe waren die Herrscher von Berg und die von Geldern. Der Graf von Berg verkaufte jedoch dem Herzog von Brabant seine Ansprüche am Herzogtum Limburg, der diese nun mit Gewalt gegen die Geldrischen durchzusetzen begann.

Am Streit beteiligt waren auf der Seite von Rainald I. Graf von Geldern: Siegfried von Westerburg Erzbischof von Köln, Heinrich VI. Graf von Luxemburg und Johann IV. von Flandern Bischof von Lüttich sowie deren Getreue. Auf der Gegenseite stand Johann I. Herzog von Brabant mit seinen Verbüdenten Engelbert I. Graf von der Mark, Walram Graf von Jülich, Adolf V. von Limburg Graf von Berg und Otto IV. Graf von Tecklenburg, sowie die Bürger der Stadt Köln.

Nach der Niederlage Gelderns und seiner Verbündeten in der Schlacht von Worringen 1288 nördlich von Köln fiel das Herzogtum Limburg dem Herzog von Brabant zu.[42] Die Niederlage seines Verbündeten Kurköln einer Schwächung der Macht des Erzbistums Köln und der mit ihm verbundenen Herzogsgewalt in Westfalen, bei gleichzeitiger Stärkung der Machtposition gräflicher Territorialherren. In der Ruhrregion galt dies insbesondere für die direkt am Konflikt beteiligten Grafen von Berg und von der Mark, mittelbar aber auch für den in der Fehde auf der Gegenseite kämpfenden Grafen von Kleve.[43]

1284 – Das Stadtsiegel von Kamen erscheint auf einer Urkunde. Städtische Rechte hatte es durch Graf Engelbert I. von der Mark (1247–1277) erhalten. Die Rechte der Kamener sind angelehnt an die Stadtrechte von Dortmund und Hamm.

1288 Schlacht von Worringen

1290 - König Rudolf v. Habsburg verpfändet die Stadt Duisburg an den Grafen von Kleve und wird nicht mehr eingelöst. Duisburg ist keine Reichsunmittelbare Stadt mehr.

1296 – Zwar muss davon ausgegangen werden, dass Steinkohle schon vorher im Ruhrgebiet abgebaut wurde, der erste urkundliche Beleg für Kohlebergbau in Dortmund stammt aus dem Jahre 1296, auf 1302 datiert die erste urkundliche Erwähnung des Kohlebergbaus in Schüren.[44]

1321 – Graf Engelbert II. von der Mark[45] verlieh Bochum die Stadtrechte.

1340 – verleiht Konrad von der Mark, Herr von Hörde mit Zustimmung seines Neffen Adolf II. Graf von der Mark seinem Dorf Hörde die Stadtrechte.

1350 – Die mittelalterliche Pestwelle erreichte die Ruhrregion.[46]

1374 – 24. November – Essen-Werden: Herzog Wilhelm von Jülich fordert als Abgabe den Zehnten auf die im Bereich Werden geförderte Steinkohle.[47]

1385Werne erhält das Wigboldrecht.


Duisburg

Nachdem um 1200 der Rhein seines Lauf geändert hatte, war Duisburg nur noch über einen Altrheinarm, der im Laufe des folgenden Jahrhunderts zunehmend verlandete, mit dem Hauptstrom verbunden. Zwar scheint diese Veränderung des Rheinlaufes im 13. Jahrhundert noch keine große Beeinträchtigung des Duisburger Handels bewirkt zu haben, auch noch im Jahre 1306 wurden an einer rheinischen Zollstelle über 400 Duisburger Rheinschiffe gezählt, jedoch ist den Stadtrechnungen nach der Rheinhandel gegen Ende des 14. Jahrhunderts zum Erliegen gekommen.[48]

Am 29. April 1248 verpfändete Wilhelm von Holland die Reichsstadt Duisburg an Walram V. von Limburg, bestätigte aber am 1. Mai in einer Urkunde die Privilegien der Stadt. Unter der Herrschaft Walrams erlebte die Stadt eine Phase weitgehender Selbstständigkeit, auch schenkte Walram der Stadt 1277 und 1278 im Umfeld der Stadt liegende Gebiete, was zu einer Erweiterung des Stadtgebietes führte.[49]

Durch eine Urkunde vom 6. April 1280 ist die Existenz einer Höheren Schule in Duisburg belegt. Das in der Tradition dieser Schule stehende Landfermann Gymnasium ist damit eines der ältesten Gymnasien des Ruhrgebiets.[50]

1290 wurde Duisburg vom deutschen König Rudolf von Habsburg an Graf Diedrich von Kleve verpfändet. Da das Pfand nie mehr eingelöst wurde, ging Duisburg in den Besitz der Grafen von Kleve über und verlor damit de facto ihre Reichsunmittelbarkeit als freie Reichsstadt.[51]

1351 nahm die Stadt Duisburg in der Auseinandersetzung zwischen Herzog Reinald III. von Geldern[52] und seinem aufständischen Bruder Eduard[53] Partei für die Aufständischen und bekam nach dem Sieg Eduards über seinen Bruder wichtige Privilegien für Schifffahrt und Handel im Herzogtum Geldern.[54]

Zwar hatte Kaiser Karl IV noch 1362 die Erklärung abgegeben, er wolle Duisburg „ewiglich“ als freie Reichsstadt dem Reiche erhalten, doch befand sich bereits Anfang 1363 Graf Johann von Kleve im Besitz aller kaiserlichen Rechte über die Stadt Duisburg, was zu einer Auseinandersetzung zwischen der Stadt Duisburg und Johann von Kleve führte, da die Stadt zunächst die Rechte Johanns nicht anerkannte. Dieser verlegte daraufhin den Rheinzoll nach Orsoy, um der Stadt wirtschaftlich zu schaden. Ende 1366 kam es zu einer Einigung zwischen der Stadt und dem Grafen: Johann behielt die nominelle Oberhoheit über Duisburg, das Gerichtswesen und die Zollhoheit.[55]

Die Genehmigung zur Errichtung einer Zollstelle durch Kaiser Karl IV. auf dem Homberger Werth am 28. April 1371 gilt als Gründung der späteren Stadt Ruhrort. Im Herbst 1373 war die Zollstelle errichtet.[56] In einer Urkunde vom 28. Februar 1379 des deutschen Königs Wenzel tauchte erstmals die Bezeichnung „Ruhrort“ für die Zollstelle am Homberger Werth auf.[57]

Dortmund

Einen besonders schwierigen Stand hatte die Reichsstadt Dortmund, deren Gebiet fast vollständig von märkischem Besitz umgeben war, so dass die Grafen von Mark alle nach Dortmund führenden Straßen beherrschten und seit 1328 von der Stadt ein jährlich zu zahlendes Wegegeld kassierten, um Händler nach Dortmund hinein und wieder heraus zu lassen. Durch die Gründungen der Städte Hörde (1340) und Lünen (1341) erhöhten die Grafen von Mark den Druck auf Dortmund, das in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts sich wiederholt Angriffen durch die Grafen von Mark erwehren musste. 1352 überstand Dortmund eine Belagerung durch märkische Truppen und den Versuch eines nächtlichen Überraschungsangriffs. 1377 misslang der Versuch des Grafen Wilhelm von Berg, die Stadt durch Beschießung und Belagerung zu erobern. 1378 scheiterte der Versuch eines nächtlichen Angriffs auf Dortmund, bei dem Sympathisanten des Grafen von Mark, die in der Stadt waren, die Stadttore hätten öffnen sollen.[58] Im gleichen Jahr hielten Kaiser Karl IV. und seine Frau Elisabeth von Pommern Einzug in die Reichsstadt Dortmund.

Ebenfalls Interesse am Besitz Dortmunds hatte das Erzbistum Köln, an das 1346 und 1376 Dortmund durch den jeweiligen deutschen König verpfändet worden war, ohne dass es Köln gelang, die erworbenen Rechte gegenüber der Stadt durchzusetzen. Als sich der Graf Engelbert III. von Mark[59] mit dem Kölner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden gegen Dortmund verbündete, war die Unabhängigkeit der Stadt bedroht. Mit dem Eintreffen des Fehdebriefes des Kölner Erzbischofs am 21. Februar 1388, ein Tag später folgte der Fehdebrief des Grafen von Mark, begann die Große Dortmunder Fehde. Dem kurkölnisch-märkischen Bündnis schlossen sich in der Folgezeit 47 Reichsfürsten an, die jedoch zumeist nicht aktiv in die Kampfhandlungen eingriffen.[60]

Kurkölnische und märkische Truppen begannen unmittelbar nach Eintreffen der Fehdebriefe mit der Belagerung der Stadt, jedoch hatte sich Dortmund auf eine längere Belagerung vorbereitet und große Getreidevorräte angelegt. Eine Beschießung der Stadt vom 17. April bis 10. Juli 1388 musste abgebrochen werden, weil Dortmund mittlerweile moderne Pulverkanonen gebaut hatte und mit diesen die gegnerischen Stellungen beschoss, so dass der Belagerungsring sich außerhalb der Reichweite der Geschütze zurückziehen musste. Zeitgenössischen Quellen zufolge geht man davon aus, dass zwischen 29. Mai 1388 und dem 8. November 1389 etwa 110 Ausfälle Dortmunder Truppen stattfanden, bei denen vor allem die auf märkischem Gebiet liegenden Dörfer und Bauernhöfe geplündert wurden. Auf Vermittlung der Stadt Soest schloss man am 22. November 1389 Frieden. Gegen ein sogenanntes „freiwilliges Geschenk“ von je 7000 Gulden an Kurköln und den Grafen von der Mark gaben diese alle Ansprüche und Forderungen Dortmund gegenüber auf.[61]

Von den hohen Kosten der Kriegsführung, man schätzt insgesamt 60000 Gulden, konnte sich Dortmund relativ schnell erholen, wie an der Errichtung des Ratschores an der Reinoldi Kirche 1421 ebenso zu sehen ist wie an der Tatsache, dass 1422 Dortmund bereits in der Lage war, seinen Beitrag als Reichsstadt an der Finanzierung des Hussitenfeldzugs zu leisten.[62]

1389 – In einer Urkunde des Grafen Engelbert III. von der Mark werden erstmals die Sälzer zu Brockhausen erwähnt. Es ist der erste Beleg für hauptberufliche Salzgewinnung im heutigen Unna.

1391 Hamm verliert die Residenz an die Stadt Kleve, nachdem die Grafschaft Mark mit der Grafschaft Kleve in Personalunion vereint wurde. Die Stadtburg in Hamm und der Stammsitz des Grafenhauses Burg Mark sind nun nur noch Sitz der gräflichen Burgmannen, Drosten und Amtmänner. Die Herrscher aus dem Hause Mark regieren nun von Kleve aus beide Länder.

1396 – Ist der älteste schriftliche Nachweis für wilde Pferde in der Emscherniederung erhalten. Die Nutzung der im Emscherbruch zwischen Waltrop und Bottrop vorkommenden Bestände war ein begehrtes Adelsprivileg.

Hattingen schließt mit Dietrich II. Graf von der Mark einen Befestigungsvertrag.

1397 – Die Schlacht von Kleverhamm festigt die Position der Grafen von der Mark.

Graf Dietrich II. von der Mark verleiht Schwerte das volle Stadtrecht.

Wildungen-Altar

1403 – Mit dem Wildungener Altar ist das erste erhaltene Retabel des Dortmunder Malers Conrad von Soest vollendet.

Wappen der vereinigten Grafschaften Kleve und Mark

Märkischer Bruderstreit 1409-1430

1409 beanspruchte Gerhard von der Mark erstmals einen Teil des väterlichen Erbes von seinem Bruder Adolf, Graf von der Mark und Kleve. Er erhielt zunächst die Herrschaft Liemers. 1413 Teile des märkischen Süderlandes – dem märkischem Sauerland.

Im Jahre 1417 wurde Adolf IV. Graf von der Mark und als Adolf II. Graf von Kleve von Kaiser Sigismund zum ersten Herzog von Kleve erhoben. Als Herzog wird er auch Adolf I. von Kleve bzw. von Kleve-Mark genannt.

Bereits im folgenden Jahr 1418 erklärte Adolf von der Mark, Herzog von Kleve und Graf von der Mark, die Erbunteilbarkeit seiner Länder Kleve und Mark. Darüber kam es 1419 zur Fehde zwischen ihm und seinem Bruder Gerhard von der Mark, der bis 1417 Propst des Xantener Viktorstifts gewesen war. Die Stadt Duisburg weigerte sich, die Erbregelung Adolfs anzuerkennen, und sie schloss ein Bündnis mit Gerhard. Daraufhin sagten Herzog Adolf und über hundert andere Adelige der Stadt Duisburg die Fehde an. Die militärischen Auseinandersetzungen 1419 und 1420 beschränkten sich jedoch weitgehend auf gegenseitige Raub- und Plünderungszüge, so zum Beispiel der Duisburger Truppen gegen Orsoy und Saarn. Durch einen Vergleich im Herbst 1420 wurde die Fehde beendet.[63]

Im Verlaufe der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Fehde zwischen den beiden Brüdern Adolf und Gerhard von der Mark wurde Hattingen 1424 bis auf zwei Häuser bei der Eroberung durch bergische Truppen vollständig abgebrannt. Die Stadt musste neu aufgebaut werden. 1429 erkannten die märkischen Stände Gerhard als rechtmäßigen Herren der Grafschaft Mark an.

1430 schloss Gerhard von der Mark Frieden mit seinem Bruder Adolf von der Mark, Herzog von Kleve und Graf von der Mark. Er erhielt die Herrschaft über den nördlichen Teil der Grafschaft Mark, einige wichtige Landesburgen wie Blankenstein, Fredeburg, Bilstein und Volmarstein blieben jedoch in der Hand Herzog Adolfs. Gerhard durfte den Titel eines Grafen zur Mark tragen, sein Bruder behielt sich den Titel von der Mark vor. Hamm wurde bis zum Tode von Gerhard von der Mark, Graf zur Mark, wieder Residenz.

Die Grafschaft Mark unter Gerhard von der Mark bis 1461

Am 5. März 1455 stiftete Gerhard von der Mark, Graf zur Mark, das Franziskanerkloster Hamm.

Ab 1456 teilten sich Gerhard und sein Neffe Johann von Kleve die Herrschaft über die Grafschaft Mark.

1461 starb Gerhard von der Mark, Graf zur Mark, und wurde in seiner Klostergründung Hamm in der Kapelle des Klosters St. Agnes bestattet, die prachtvollen Messinggrabplatten gingen zwischen 1939 und 1945 verloren, von ihnen ist nur eine Zeichnung erhalten. Da Gerhard kinderlos verstarb, wurden die Grafschaft Mark und das Herzogtum Kleve endgültig unter der Regentschaft seines Neffen Johann von Kleve vereinigt.

1417Wattenscheid besitzt die stadtähnlichen Rechte einer Freiheit.

1438 – September – Essen: Durch eine Feuersbrunst brannte etwa die Hälfte der Stadt Essen nieder, das Hospital wurde zerstört, Marktkirche und Münster beschädigt.[64]

1443 – 2. September – Mülheim-Broich: Die Truppen des Erzbischofs von Köln, Dietrich II. von Moers, und seiner Verbündeten – des Herzogs von Jülich-Berg und des Grafen von Sayn – begannen die Belagerung von Schloss Broich, welches nach achtzehn Tagen kapitulieren musste.[65]

Herzog Johann I. von Kleve-Mark

Soester Fehde 1444–1449

Schon 1440 hatte der Kölner Erzbischof Dietrich II. von Moers versucht, seine Herrschaft über die Stadt Soest zu festigen. 1441 ging die Stadt daraufhin ein Bündnis mit Kleve-Mark ein. Als Soest am 25. Juni 1444 dem Herzog Johann I. von Kleve-Mark huldigte und damit die kurkölnische Oberhoheit ablehnte, kam es zum Krieg zwischen dem Kurfürstentum Köln und dem Herzogtum Kleve-Mark. In diesem Krieg ging es weniger um die Stadt Soest, als vielmehr um den Streit zwischen Kurköln und Kleve-Mark um die Vorherrschaft in Westfalen. Kurköln wurde unterstützt vom Bistum Münster, dem Hochstift Paderborn und der freien Reichsstadt Dortmund.[66] Die vestischen Städte Dorsten und Recklinghausen waren Basen der kölnischen Streitmacht.

In der Nacht vom 11. auf den 12. März 1445 rückte der Kölner Erzbischof mit einem Heer gegen die Stadt Duisburg und hoffte, in einem nächtlichen Überraschungsangriff die Stadt erobern zu können. Die herannahenden Truppen wurden bemerkt und das kurkölnische Heer musste sich zurückziehen.[67]

Das Vest Recklinghausen wurde vom Kölner Erzbischof 1446 zur Finanzierung der Soester Fehde an die Herren von Gemen verpfändet.

Im gleichen Jahr wurde bei Auseinandersetzungen auf dem Territorium Dortmunds der Steinerne Turm belagert und beschädigt, zahlreiche Dortmunder gerieten in märkische Gefangenschaft.

Im Juli 1447 belagerte der Kölner Erzbischof erfolglos mit seinem um 8000 hussitische Söldner verstärkten Heer die Stadt Soest. Nach einer vierzehntägigen Beschießung der Stadt versuchte das kurkölnische Heer am 19. Juli 1447 die Stadtmauern von Soest zu stürmen, jedoch brachen die Söldner den Angriff ab, bevor es zu ernsthaften Gefechten gekommen war, da es auf kurkölnischer Seite 50 Gefallene gab, die Stadt Soest beklagte 10 Tote. Als der Sold für die hussitischen Söldner - mit 200000 Gulden war der Erzbischof mittlerweile in Verzug - auch nach dem Sturmangriff nicht gezahlt wurde, zogen die Söldner am 21. Juli ab und ließen den Erzbischof mit einem Restheer von 4000 Mann zurück, der daraufhin die Belagerung abbrechen musste.[68] Nach diesem Misserfolg war Erzbischof Dietrich von Moers zu Friedensverhandlungen bereit.

Buer erhielt am 18. April 1448 die Rechte einer Freiheit, unter anderem des Baus einer Befestigung und der Bewachung der Tore.

Am 27. April 1449 wurde mit dem Schiedsspruch von Maastricht auf Vermittlung des burgundischen Herzogs die Soester Fehde auf der Basis des Status-Quo beendet. Soest und Xanten kamen an Kleve-Mark, Kurköln erhielt die Zollstätte Kaiserswerth und die von kurkölnischen Truppen 1444 und 1445 eroberten Herrschaften Fredeburg und Bilstein im Sauerland. Durch dieses Ergebnis der Soester Fehde wurde eine Vormachtstellung des Kurfürstentums Köln in Westfalen verhindert.

1484 – stellt Johann II. Herzog von Kleve und Graf von der Mark den Bürgern von Castrop einen Freiheitsbrief aus. Er beinhaltet u.a. Bürgerrechte, Selbstverwaltung und die Abhaltung von Jahrmärkten. Der Ort ist mit Wall, Graben und drei Toren befestigt.

1486 – Zwei Landtage zu Wickede beschließen im Frühling eine außerordentliche Steuer in der Grafschaft Mark für den Landesherrn Johann Graf von der Mark und Herzog von Kleve. Das dazu erstellte Schatzbuch, das Schatboick in Mark, enthält ein Verzeichnis aller Steuerpflichtigen und listet damit viele Details zu einzelnen Orten auf.

Frühe Neuzeit

Territoriale Entwicklung im 16. Jahrhundert

Die Zeit von 1500 bis 1618 war geprägt durch ein erhebliches Bevölkerungswachstum, das weniger den Städten als vielmehr den ländlichen Gebieten zugute kam. Da die bestehenden Bauernhöfe ungeteilt an den ältesten Sohn vererbt wurden, blieb die Zahl der Höfe konstant. Aufgrund der wachsenden Bevölkerung kam es im Ruhrgebiet zu einer Hochphase der Kottenbildung, d.h. Kötter mussten in der unkultivierten Mark ein Stück Land urbar machen und bebauen. Da die etablierten Bauern kein Interesse an einer Urbarmachung der Mark hatten, versuchten sie, die einzelnen Kottenstellen möglichst klein zu halten, was dazu führte, dass ein Großteil der Kotten nicht lebensfähig war und die Kötter sich zusätzlich als Tagelöhner auf den großen Bauernhöfen verdingen mussten. Im Laufe des 16. Jahrhunderts kam die Hollandgängerei auf, d.h. Kötter arbeiteten im Sommer im wirtschaftlich aufstrebenden Holland im Bereich von Landwirtschaft und Schiffsbau, um mit dem dort verdienten Geld ihre Familien zu ernähren.[69]

1496Schwelm werden Stadtrechte verliehen.

1504 - Nach dem Tode von Johann Stecke, dem letzten Grafen von Dortmund, ging die kleine Grafschaft in den Besitz der Stadt Dortmund über.[70] Am 12. Oktober 1504 belehnte Kaiser Maximilian die Stadt Dortmund mit der Grafschaft Dortmund, die etwa 6000 Hektar umfasste und zu der u.a. die Dörfer Brechten, Körne, Eving, Holthausen und Altenmengede gehörten. Da die Stadt damit Landesherr über die Grafschaft Dortmund wurde, bekamen die Einwohner der Grafschaft nicht das Dortmunder Bürgerrecht, sondern blieben Untertanen.[71]

1508 – Als die Franzosenkrankheit, die Syphilis, erstmals in Dortmund auftritt ist die gesamte Bevölkerung, einschließlich der Kinder, stark betroffen. Die Geschlechtskrankheit verdankt ihren altertümlichen Namen dem Umstand, dass sie seit 1498 vielfach durch französische Söldner in Europa verbreitet wurde.

Entstehung der Vereinigten Herzogtümer 1511/1521

Die Vereinigten Herzogtümer

Nach dem Tode des letzten jülischen Herzogs Wilhelms IV. 1511 trat sein Schwiegersohn, der Erbprinz von Kleve-Mark Johann von der Mark, der die Erbtochter Wilhelms geheiratet hatte, die Nachfolge in den Herzogtümern Jülich und Berg, sowie der Grafschaft Ravensberg an. Als 1521 der Vater Johanns starb, erbte dieser das Herzogtum Kleve und die Grafschaft Mark, wodurch ein mächtiger Flächenstaat in Nordwestdeutschland entstand, den man die „Vereinigten Herzogtümer“ nennt.[72]

1576 – Der Pfandbesitz der Grafen von Holstein-Schaumburg-Gemen am Vest Recklinghausen endet nach 130 Jahren.

Ära des Umbruchs: Humanismus und Reformation

Hauptartikel: Reformation
Hauptartikel: Humanismus

Die Reformation in den Vereinigten Herzogtümern

Zwar hatte Johann III. von Jülich-Kleve-Berg[73] das Wormser Edikt von 1521, das die Ächtung Luthers und das Verbot seiner Schriften verfügte, in seinem Herrschaftsgebiet nicht veröffentlichen lassen, er legte jedoch am 26. März 1525 fest, dass die Pastoren in seinen Länder die Lehren Luthers nicht verbreiten dürften, sondern in ihren Predigten zu verkünden hätten, dass diese Lehren ketzerisch seien. Er ordnete an, dass alle Anhänger der lutherischen Lehre zu verhaften und zu bestrafen seien. Trotzdem stand er den Missständen in der katholischen Kirche kritisch gegenüber, denn am 3. Juli 1525 verfügte er in einem Erlass u.a., dass die Pastoren seiner Länder ihren Pflichten nachzukommen hätten, für kirchliche Amtshandlungen kein Geld nehmen dürften, in der zuständigen Gemeinde zu wohnen hätten, er verbot, um die Entstehung von Aberglauben zu verhindern, Heiligenbilder bei Prozessionen mitzuführen, verbot jegliche Form kirchlicher Gerichtsbarkeit, verbot den Immobilienerwerb durch Mönche und verbot Mönchen, in seinen Ländern zu betteln.[74]

Gegenüber der allgemeinen Entwicklung im Reich und vor allem auf den Reichstagen, auf denen Johann III. sich jeweils von Graf Wirich VI. von Daun-Falkenstein vertreten ließ, versuchte der Herzog eine neutrale Religionspolitik durchzuhalten. Unter dem Einfluss des Erasmus von Rotterdam erließ Johann III. am 18. Juli und am 24. Oktober 1530 zwei Verordnungen zur Religionspolitik in den Vereinigten Herzogtümern, die sich gegen die Missstände in der katholischen Kirche wandten, eine umfassende Reformation aber ablehnten. In der Oktoberfassung, die diese Position noch einmal unterstrich, wurde als Grund der Missstände besonders der niedrige Bildungsstand der Geistlichen angeführt.[75]

Am 11. Januar 1532 erließ Herzog Johann III. eine Kirchenordnung für die Herzogtümer, die diese neutrale Haltung in Religionsfragen widerspiegelte. Diese Kirchenordnung wurde jedoch von beiden Konfessionen kritisiert, den Protestanten gingen die Reformen nicht weit genug, die Katholiken kritisierten die „Verwässerung“ der katholischen Lehre „im neugläubigen Sinne“.[76]

Auf den Tag genau ein Jahr später, am 11. Januar 1533, erließ Johann III. eine „Declaratio“ als Ergänzung zur Kirchenordnung, die am 18. April 1633 veröffentlicht wurde.[77] Hierbei kam er den Protestanten weiter entgegen, wahrte aber grundsätzlich religiöse Neutralität. Der Herzog war bemüht, in seinen Ländern eine gegenseitige Tolerierung beider Konfessionen zu erreichen und drohende konfessionelle Auseinandersetzungen zu verhindern.[78]

In Mülheim an der Ruhr soll drei Tage nach Ostern im Jahre 1555 die gesamte Gemeinde zum reformierten Glauben übergetreten sein, nachdem - nach einem Predigerverzeichnis aus dem Jahre 1744 - im Jahr 1554 mit Johann Kremer der erste reformierte Prediger in Mülheim tätig geworden war. Der erste - historisch sicher nachgewiesene - evangelische Prediger war der im Jahre 1599 verstorbene Johann Schöltgen. Die Herrschaft Styrum blieb weiterhin katholisch.[79]

Die Reformation in Dortmund

1518/19 kam es in Dortmund zwischen Bürgerschaft und Stadtklerus zu einem Konflikt über Privilegien des Klerus. In Dortmund gab es im 15. Jahrhundert wiederholt Streitigkeiten zwischen den Handel- und Gewerbetreibenden und dem Klerus, dessen Handelsaktivitäten eingeschränkt werden sollten. Bereits 1487 hatte der Rat der Stadt Dortmund den Geistlichen die Einfuhr von Malz und Korn nur noch für den Eigenbedarf gestattet. Im Dezember 1518 verbot der Rat den Verkauf von Ablassbriefen in Dortmund. Im Verlauf der daraufhin entstandenen Auseinandersetzung zwischen Rat und Klerus verbot der Rat den Kirchen, Handel und Gewerbe zu betreiben. Im Gegenzug schlossen die Kirchen alle Dortmunder Bürger von der Teilhabe an den Sakramenten aus. Ostern 1519 wurde der Bann der Bürger durch Kardinal Thomas Cajetan aufgehoben.[80]

Die Auseinandersetzungen zwischen den Dortmunder Bürgern und dem Stadtklerus setzten sich ab 1523 fort, als Bürger forderten, man möge Geistlichen die Teilnahme an Hochzeitsfeiern und Kindtaufen verbieten. Ein Kompromiss des Rates von 1525 war nur von kurzer Dauer, denn 1527 forderten die Gilden von der Stadt die Einstellung lutherischer Prediger, jedoch gelang es dem Rat, die Gilden vom Übertritt zum Protestanismus abzuhalten.[81]

1538 wurde die kleine Gemeinde der Wiedertäufer auf Veranlassung des Rates zerschlagen. Zwei Dortmunder Bürger wurden verhaftet. Als einer der beiden Prediger, Peter von Rulsem, sich weigerte, die Lehre der Wiedertäufer zu widerrufen, wurde er am 21. Januar 1538 enthauptet.[82]

Als Ergänzung zu den kirchlichen Lateinschulen gründeten 1543 Rat und Bürger in Dortmund ein humanistisch geprägtes Gymnasium, das Archigymnasium, als höhere Schule. Die Lehreinrichtung war beeinflusst von den Vorbildern des Gymnasiums in Emmerich und des Paulinums in Münster. Die Lehrinhalte waren humanistisch orientiert. Der erste Rektor der Schule, Johannes Lambach, prägte über dreißig Jahre das geistige und kulturelle Leben Dortmunds. Zu den Schülern der frühen Zeit an der Dortmunder Schule zählten Hermann Hamelmann[83] und Johann Heitfeld.[84]

1556 begann der Kaplan von St. Marien, Johann Heitfeld, öffentlich die lutherische Lehre zu verbreiten. Als er die Anweisungen des Rates, dies einzustellen, ignorierte, wurde er 1557 aus Dortmund ausgewiesen.[85]

1553 – Der „Reformator Westfalens“, Hermann Hamelmann, bekennt sich in Kamen zum Dreifaltigkeitsfest erstmals öffentlich zum reformierten Glauben, daraufhin muss er die Stadt verlassen.

1529 – Der Englische Schweiß grassiert. Die Krankheit führt binnen Stunden nach dem Ausbruch zum Tod. In Dortmund sterben in den ersten vier Tagen der Epidemie von 500 Erkrankten 497.

Entwicklung des Buchdrucks im 16. und 17. Jahrhundert

1541 wurde in Wesel der Buchdruck eingeführt, 1544 in Dortmund das erste Buch gedruckt. Beide Städte entwickelten sich zu wichtigen Zentren des Druckwesens im 16. Jh. und 17. Jahrhundert. Ab 1552 wurden auch in Unna vereinzelt Bücher gedruckt, ab 1553 ebenfalls in Büderich, beide Druckorte verloren jedoch im 17. Jahrhundert an Bedeutung. 1607 erschienen die ersten in Duisburg gedruckten Bücher, ab 1613 wurden auch in Essen, wenn auch in geringem Maße, Bücher gedruckt.[86] In Hamm entstand die erste beständige Buchdruckerei 1650.

Gerhard Mercator
Duisburg. Corputius-Plan 1566

Das „gelehrte Duisburg“ - „Duisburgum doctum“

Der 1512 in Flandern geborene Kartograf Gerhard Mercator ließ sich 1552 auf Einladung des Herzogs Wilhelms des Reichen, der ihm einen Lehrstuhl an der neu zu gründenden Universität angeboten hatte, in Duisburg nieder. Zuvor von der katholischen Kirche verfolgt, konnte Mercator im religiös toleranteren Herzogtum Kleve seine bedeutenden Arbeiten weiterführen.

Am 11. Februar 1555 beschloss der Rat der Stadt Duisburg mit nur einer Gegenstimme, die Statue des Salvator aus der Salvatorkirche zu entfernen und für den Religionsunterricht den evangelischen Katechismus einzuführen. 1558 wurde mit Petrus von Benden der erste protestantische Pfarrer an die Salvatorkirche berufen.[87]

Die Schola Duisburgensis wurde 1559 zum Akademischen Gymnasium Duisburg. Einer der Lehrer dort war von 1559 bis 1562 Gerhard Mercator, er unterrichtete Mathematik und Kosmografie. Der geplanten Universitätsgründung in Duisburg standen die Jesuiten sehr kritisch gegenüber, da sie eine stark protestantisch ausgerichtete Universität befürchteten. Es gelang ihnen zunächst, eine päpstliche Genehmigung zur Errichtung zu verhindern. Erst als Herzog Wilhelm V. zusagte, die Lehrstühle nur mit katholischen Professoren zu besetzen und dem in Düsseldorf lehrenden Johannes Monheim die Lehrerlaubnis zu entziehen, wurde am 20. Juli 1564 die päpstliche Gründungsurkunde ausgefertigt. Zwei Jahre später erhielt Wilhelm V. dann auch vom Kaiser das Privileg zur Errichtung der Universität. Der Beginn des spanisch-niederländischen Krieges verhinderte die Errichtung der Universität, die erst 1655 unter preußischer Herrschaft gegründet wurde.[88]


Der Mercatorschüler Johannes Corputius hielt 1566 die Ansicht Duisburgs erstmals in einem exakten Plan fest.[89]

Auswirkungen des Achtzigjährigen Krieges auf das Ruhrgebiet

Hauptartikel: Achtzigjähriger Krieg

Mit dem Aufstand der niederländischen Provinzen gegen die spanische Herrschaft begann 1568 der Unabhängigkeitskampf der Niederlande, der als „Achtzigjähriger Krieg“ (1568–1648) bezeichnet wird. Die Kampfhandlungen griffen wiederholt auf das Ruhrgebiet über, wobei vor allem das westliche Ruhrgebiet betroffen war. So wurden Teile der Region im Winter 1598/99 von spanischen Truppen besetzt. Aus der niederheinischen Perspektive betrachtet waren die in diesen Zeitraum fallenden kriegerischen Auseinandersetzungen wie der Truchsessische Krieg oder der Dreißigjährige Krieg lediglich Phasen innerhalb einer sich über fast achtzig Jahre hinziehenden Folge von Kämpfen in dem Bereich des Niederrheins und des Ruhrgebiets.[90]

Truchsessischer Krieg 1583-1589

Durch den Kölnischen, genauer gesagt Truchsessischen Krieg wurde das Ruhrgebiet in die militärischen Auseinandersetzungen des Achtzigjährigen Krieges hineingezogen. Am 5. Dezember 1577 war Gebhard Truchsess von Waldburg gegen den Widerstand des Kaisers und des spanischen Königs zum Kölner Erzbischof und damit zum Kurfürsten gewählt worden.[91] Seine Heirat 1582 mit Gräfin Agnes von Mansfeld und sein Übertritt zum Protestantismus veranlassten ihn – nicht zuletzt auf Druck der calvinistischen Grafen der Rheinlande – den Versuch zu unternehmen, das katholische Erzbistum Köln in ein erbliches protestantisches Herzogtum umzuwandeln, was zu einer Zweidrittelmehrheit im Kurkolleg geführt hätte und Einfluss auf die Wahl des deutschen Königs gehabt hätte. In Edikten vom 19. Dezember 1582, 16. Januar und 2. Februar 1583 stellte er den Einwohnern Kurkölns frei, ihre Religion selbst zu wählen.[92] Am 22. März 1583 wurde Gebhard durch eine päpstliche Bulle seines Amtes als Erzbischof enthoben, am 23. Mai 1583 Ernst von Bayern zum Nachfolger gewählt. Nach Niederlagen gegen die bayrischen und spanischen Truppen musste Gebhard in das kurkölnische Herzogtum Westfalen fliehen, wo er in Werl residierte.

1583 drang der spanische Feldherr Francisco de Mendoza mit 21.000 Fußsoldaten und 2.500 Reitern bis Orsoy vor und errichtete in Walsum ein Lager mit Schanzen. Anfang 1584 begann der Vormarsch spanischer Truppen in rechtsrheinisches Gebiet, hierbei wurden 1584 die Dörfer Meiderich und Lakum geplündert.[93] Bei ihrem weiteren Vormarsch besetzten die spanischen Truppen Essen und die umliegenden Dörfer, brandschatzten und plünderten im Essener Gebiet.[94]

Weitere Niederlagen seiner Truppen veranlassten Gebhard, im Frühjahr 1584 mit wenigen ihm verbliebenen Reitern auf das Territorium der Niederlande zu fliehen, wo er Aufnahme und Unterstützung fand. Auf Reichsebene war der Truchsessische Krieg damit beendet, nicht jedoch aus der Sicht des Ruhrgebietes, denn nun wurde diese Region in die militärischen Auseinandersetzungen des Achtzigjährigen Krieges hineingezogen.

1587 Eroberung Ruhrorts durch spanische Truppen

Der Söldnerführer Martin Schenk von Nideggen, der sich zu der Zeit in Diensten der Niederlande befand, besetzte 1586 mit seiner Söldnertruppe das kurkölnische Rheinberg, legte eine starke Besatzung in die Stadt und versorgte die dort stationierten Truppen mit reichlich Proviant, damit die Stadt gegen die anrückenden spanischen Truppen unter Alessandro Farnese, dem Prinzen von Parma und spanischem Statthalter in den Niederlanden, verteidigt werden könnte. Obwohl Ruhrort zum Herzogtum Kleve gehörte, gelang es in der Nacht des 26. Januar 1587 Nideggen, Söldner in die Stadt Ruhrort einzuschleusen und sich der Stadt zu bemächtigen.[95] Anschließend wurden das Nonnenkloster in Duisburg-Duissern und das Prämonstratenserstift in Hamborn von Nideggens Söldnern niedergebrannt.[96]

Das niederländisch besetzte Ruhrort wurde am 26. März 1587 im Achtzigjährigen Krieg von spanischen Truppen nach einer Belagerung erobert, die spanischen Truppen blieben bis 1589.[97]

Der Achtzigjährige Krieg von 1598 bis 1609

Nach einigen Jahren relativen Friedens, in denen es gelang, das rechtsrheinische Ruhrgebiet weitgehend aus den Kampfhandlungen des Achtzigjährigen Krieges herauszuhalten, griff der Krieg wieder ab 1598 auf das Ruhrgebiet über.

Die Spanier verlegten 1598 Truppen ins Vest Recklinghausen und die Grafschaft Mark. Von General Francisco de Mendoza und seinen 24.000 Soldaten wurde unter anderem Recklinghausen eingenommen.

Ermordung Graf Wirichs VI. durch spanische Soldaten 1598; im Hintergrund die Burg Broich

Im heutigen Mülheim an der Ruhr wurde am 9. Oktober 1598 die Burg Broich nach einer Belagerung durch spanische Söldnertruppen in Stärke von 5000 Mann auf Befehl von Francisco de Mendoza erobert, die gesamte Burgbesatzung – einschließlich der Frauen und Kinder – wurde niedergemetzelt, der in spanische Gefangenschaft geratene Burgherr von Broich, Graf Wirich VI. von Daun-Falkenstein, am 11. Oktober ermordet.[98]

Essen wurde am 20. Dezember 1598 von spanischen Truppen besetzt, die das Gebiet des Stifts Essen und der Abtei Werden plünderten. In die Stadt Essen wurden spanische Truppen einquartiert, die in der Stadt überwinterten. Im April 1599 zogen die Truppen gegen Zahlung eines „Zehrgeldes“ ab. In Folge der Besetzung Essens durch die spanische Garnison brach in der Stadt die Pest aus.[99]

Dortmund um 1600

1598 und 1599 waren spanische Truppen in der Stadt Dortmund einquartiert, das Umland wurde geplündert. Castrop hatte beispielsweise stark unter den Plünderungen zu leiden. Wegen der spanischen Truppenunterbringung kam es zu einer Lebensmittelknappheit.[100]

Im Verlauf eines von Moritz von Oranien geleiteten staatisch-niederländischen Feldzugs am Niederrhein gelang 1601 die Eroberung von Moers und Rheinberg, die niederländischen Söldner richteten auch im rechtsrheinischen Ruhrgebiet, so z.B. in Walsum Schäden an.[101]

Die Schlacht bei Mülheim 1605

Im Verlaufe des Achtzigjährigen Krieges lagerte 1605 ein spanisches Heer von 20.000 Söldnern unter Ambrosio Spinola an der Mündung der Ruhr nahe Ruhrort. Von dort aus ließ Spinola die Stadt Mülheim und die Burg Broich durch Truppenteile besetzen. Die bei Wesel lagerten staatischen Truppen unter Moritz von Oranien griffen die spanischen Truppen an und besiegten sie in der „Schlacht bei Mülheim“. Auf die Nachricht hin, die spanische Hauptarmee rücke heran, zogen sich die staatischen Truppen zurück und Mülheim blieb bis 1609 spanisch besetzt, bis staatische Truppen die Besatzung bei der zweiten Schlacht vertrieben.[102]

Am 12. April 1609 einigten sich die Niederlande und Spanien in Antwerpen auf einen Waffenstillstand, der zwölf Jahre lang hielt, bis der Achtzigjährige Krieg im Zusammenhang mit dem Dreißigjährigen Krieg erneut aufflammte.

Jülich-Klevischer Erbfolgestreit 1609–1614

Nachdem Herzog Johann Wilhelm am 25. März 1609 verstorben war, begann der Jülich-Klevische Erbfolgestreit, die Auseinandersetzung um sein Erbe, das aus den Herzogtümern Kleve, Jülich, Berg und den Grafschaften Mark und Ravensburg bestand.[103] Am 10. Juni übernahmen Brandenburg und Pfalz-Neuburg, nachdem deren Truppen die Länder besetzt hatten, gemäß dem Dortmunder Vertrag gemeinsam die Verwaltung der Gebiete. Durch die Einmischung Kaiser Rudolfs II., der die Annexion der Länder nicht anerkannte, und die daraus resultierende Einmischung Frankreichs, Spaniens und der Niederlande drohte der regionale Konflikt zeitweise zu einem europäischen Krieg zu eskalieren. Durch den Übertritt Wolfgang-Wilhelms von Pfalz-Neuburg zum Katholizismus und seine Heirat mit der Schwester des bayrischen Kurfürsten konnte der Konflikt entschärft werden. Im Vertrag von Xanten am 12. November 1614 einigte man sich auf eine Teilung des Erbes: Die Herzogtümer Jülich und Berg kamen an das Haus Pfalz-Neuburg, das Herzogtum Kleve und die Grafschaften Mark und Ravensberg wurden brandenburgisch.[104]

Dreißigjähriger Krieg 1618–1648

Hauptartikel: Dreißigjähriger Krieg
Bochum 1647. Kupferstich Merians
Dortmund 1647. Kupferstich Merians
Duisburg 1647. Kupferstich Merians
Essen 1647. Kupferstich Merians
Hamm 1647. Kupferstich Merians, Ansicht von Norden über die Lippe hinweg auf das Münstertor. Links der Turm der landesherrlichen Burg
Recklinghausen 1647. Kupferstich Merians

Aus der Sicht des westlichen Ruhrgebietes und des Niederrheins war der Dreißigjährige Krieg lediglich eine neue Phase des Achtzigjährigen Krieges, der ja bereits seit Jahrzehnten auch im westlichen Ruhrgebiet ausgefochten wurde. Im Verlaufe des Dreißigjährigen Krieges wurden nun auch das mittlere und das östliche Ruhrgebiet Kriegsschauplätze. So wurde das reiche Dortmund wiederholt eingenommen und zu hohen Geldzahlungen an die katholischen wie evangelischen Heere gezwungen. Die Stadt wird bis zur Industrialisierung nicht mehr ihre alte Größe erreichen. Am Niederrhein wurden Duisburg und Wesel abwechselnd von niederländischen und spanischen Truppen besetzt. Nicht anders erging es Essen. Hamm wurde 1622 zunächst von spanischen Truppen der katholischen Liga besetzt, 1633 abgelöst durch protestantische Hessen und Schweden und 1636 schließlich erneut von kaiserlichen Truppen erobert.

Schon vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges wurden in Essen Musketen hergestellt. Während im Jahre 1608 2700 Musketen produziert wurden, erlebte die Gewehrproduktion, der bedeutendste Essener Gewerbezweig dieser Zeit, durch den Krieg eine Blüte, die Produktion stieg im Jahre 1620 auf 14800 Stück und selbst in dem Jahrzehnt 1632 bis 1642 lag die Jahresproduktion stets zwischen 5000 und 7000 Stück.[105]

1621 lief das Waffenstillstandsabkommen, das den Achtzigjährigen Krieg zwischen Spanien und den Generalstaaten unterbrochen hatte, ab und im Frühjahr 1622 begannen spanische Truppen ihren Angriff rheinabwärts. Die ersten Kriegssteuern setzten ein. General Gonzalo Fernández de Córdoba bezog mit seinen 10.000 Soldaten in der nördlichen Grafschaft Mark jeweils Winterquartier. Christian von Braunschweig erschien mit 10.000 Mann. Nach dem Sieg Tillys am 27. Juli 1623 bei Stadtlohn über die Truppen Christians von Braunschweig zogen sich die staatischen Truppen aus der Grafschaft Mark zurück und hielten nur noch Lünen, Unna und Kamen besetzt.[106]

In einer besonders schwierigen Situation war Dortmund, da es eine protestantische Stadt war, die jedoch als Reichsstadt direkt dem katholischen deutschen König unterstellt war. Die Stadt versuchte eine neutrale Politik zwischen den konfessionellen Lagern zu betreiben, was sogar so weit ging, dass 1625 der Rat der Stadt allen Bürgern den Verlust ihres Bürgerrechtes androhte, falls sie sich als Söldner anwerben lassen würden.[107]

In den Jahren 1621 bis 1624 war Duisburg nacheinander von spanischen bzw. in spanischen Diensten stehenden italienischen und verschiedenen deutschen Söldnertruppen sowie von pfalz-neuburgischen Truppen besetzt, die jeweils von der Stadt ernährt werden mussten und sich auf Kosten der Stadt und der Bürger zu bereichern suchten.[108]

Nachdem Maria Clara von Spaur, Pflaum und Valör, die Äbtissin von Essen, die 1627 vor den protestantischen Truppen nach Köln geflohen war, ein Edikt bei Kaiser Ferdinand II. erwirkt hatte, dass die Stadt Essen wieder unter kirchliche Hoheit kommen sollte, besetzten am 27. April fünf Kompanien von Spanien bereitgestellter, italienischer Söldner die Stadt, um die Interessen der Äbtissin durchzusetzen. Am 1. Mai wurden die Essener Bürger entwaffnet, am 6. Mai nahm die Äbtissin die bis dahin evangelische Marktkirche symbolisch in Besitz. Nachdem nun ihrerseits die Essener Bürgerschaft am 27. August vom Kaiser ein Edikt erhalten hatte, dass die fremden Truppen abzuziehen seien und der entstandene Schaden der Stadt zu ersetzen sei, setzte die Äbtissin am 9. September den Rat der Stadt Essen ab und ernannte stattdessen katholische Ratsmitglieder, die am 13. November offiziell erklärten, dass Essen auf den Status einer reichsfreien Stadt verzichte. Die italienischen Truppen zogen im April 1629 ab.[109]

Im Oktober 1628 eroberten staatische Truppen unter dem Befehl des Grafen von Styrum Ratingen und plünderten die Stadt. Im Juni 1629 massierten die Spanier Truppenverbände im Herzogtum Berg, allein 30 Kompanien waren in Mülheim einquartiert. Nachdem am 19. August 1629 den niederländischen Truppen die Eroberung von Wesel gelungen war, zogen sich die Spanier zurück und staatische Truppen besetzten das Herzogtum Berg.[110]

1632 griffen die Kämpfe erneut auf das Ruhrgebiet über. Gottfried Heinrich Graf zu Pappenheim besetzte mit katholischen Truppen Dortmund Dortmund und verzichtete gegen ein Lösegeld auf die Niederbrennung der Reichsstadt. Auf seinem Zug durch die Grafschaft Mark wurden 70 adlige Häuser geplündert. Bis zum 17. Januar 1633 waren die Truppen der Liga in Dortmund stationiert, bis die Stadt gegen Zahlung von 20000 Reichstalern sich von der Beatzung freikaufte. Kaum hatten die Truppen der katholischen Liga die Stadt verlassen, öffneten die Bürger die Stadt für Truppen des protestantischen Landgrafen Wilhelm von Hessen.[111] Während der mehr als dreijährigen Besetzung der Stadt durch hessische Truppen litt die Bevölkerung durch die steten Übergriffe der Soldaten. Nach einer einwöchigen Belagerung eroberten 1636 kaiserliche Truppen die Stadt. Die Bürger wurden entwaffnet, alle Kornvorräte wurden beschlagnahmt und die Stadt hatte hohe Kontributionszahlungen zu leisten, was viele Einwohner veranlasste, Dortmund zu verlassen.[112]

Von Dortmund aus drangen die hessischen Truppen noch im Jahre 1633 nach Westen vor und besetzten Dorsten, das bis 1641 ihre Hauptoperationsbasis war, sowie Ruhrort. Die Stadt Duisburg konnte sich durch Sachlieferungen und Geldzahlungen von einer Besetzung freikaufen. Mittlerweile hatten niederländische Truppen, die bereits von Wesel an rheinabwärts den Niederrhein kontrollierten, 1632 Orsoy besetzt und 1633 Rheinberg.[113] Zur besseren Kontrolle des Niederrheins besetzten die Niederländer im Februar 1636 Duisburg, dessen Neutralität bisher von den kriegführenden Parteien akzeptiert worden war. Als die niederländische Besatzung 1638 noch nicht abgezogen war, kündigte Spanien das Neutralitätsabkommen, was dazu führte, dass die Jahre 1638 bis 1645 für den Duisburger Raum die schwierigsten während des Krieges waren. Da die niederländische Besatzung zu schwach war, einen Überraschungsangriff abwehren zu können, geschweige denn das Umfeld der Stadt kontrollieren zu können, hielt man nur noch ein Stadttor geöffnet. Da die Spanier die Umgebung von Duisburg kontrollierten, konnten landwirtschaftliche Tätigkeiten im unmittelbaren Stadtumfeld nur unter dem Schutz größerer militärischer Einheiten stattfinden. Als die niederländischen Truppen im Juni 1644 abzogen und brandenburgische Truppen Duisburg besetzten, erklärten die Spanier Anfang 1645 Duisburg wieder zum neutralen Gebiet.[114]

1635 wurde Hattingen vom schwedischen Obristen Wilhelm Wendt zum Crassenstein mit 3.000 Soldaten eingenommen.

1648 wurde der Westfälische Friede unterzeichnet. Damit werden sowohl der Dreißig-, wie der Achtzigjährige Krieg formal beendet.

Zur Sicherung der Zahlung von reichsweit insgesamt 5 Millionen Talern an Schweden blieb die den Friedensvertrag mitunterzeichnende Reichsstadt Dortmund noch zwei weitere Jahre bis zur Zahlung hoher Geldsummen von schwedischen Truppen, die in der Grafschaft Dortmund einquartiert waren, und kaiserlichen Truppen, die ihr Quartier in der Stadt Dortmund hatten, besetzt. Nach Erfüllung der Forderungen zogen am 4. April 1650 die schwedischen Truppen ab und am 27. Juli 1650 die kaiserlichen Truppen.[115] In Duisburg, das von brandenburgischen Truppen besetzt war, waren durch Durchsetzung der festgelegten Zahlungen an Schweden vom April 1649 bis November 1650 zusätzlich schwedische Truppen einquartiert.[116]

Auch am Niederrhein waren noch lange niederländische Truppen präsent.[117]

Hexenverfolgung

1451 – In Dortmund wurde eine Frau als angebliche Zauberin lebendig unter dem Galgen begraben.[118]

1513 – Bei Walsum werden acht Personen als Zauberer verbrannt.

1514 – Auf dem Segensberg in Hochlar wird eine der Hexerei bezichtigte Frau hingerichtet. Drost Graf von Schaumburg lässt die Angeklagte beschuldigen, einen kalten Winter verursacht zu haben.

1536 – In Duisburg nimmt ein Hexenprozess einen gerechten Verlauf. Als eine Frau Wetzel des Milchzaubers beschuldigt wird, sie sei eine Molketoeversche, heißt es, wird schließlich die Denunziantin, Frau Angerhausen, als Verleumderin verurteilt. Sie hat deshalb 3000 Steine zum Markt zu tragen.

1561 – In Duisburg wird im Oktober Agnes Muiseltz der Hexerei verdächtigt, gefoltert und in der Ruhr der Wasserprobe unterzogen.

1580 – Die Hexenprozesse im Vest Recklinghausen erreichen 1580 und 1581 einen Höhepunkt. Hinrichtungsstätten sind auf dem Segensberg in Hochlar und auf dem Stimberg in der Haard bei Oer. 44 Personen, überwiegend Frauen, werden auf Scheiterhaufen verbrannt. Im Märkischen Witten werden zur selben Zeit sechs Frauen und ein Mann Opfer des Hexenwahns.

1581 – Die Dortmunderin Anna Coesters wurde am Kuckelkenmühlenteich der Wasserprobe unterzogen. Da sie auf dem Wasser trieb, wurde sie der Zauberei angeklagt, gefoltert und schließlich verbrannt. Noch im selben Jahr wurden vier weitere Personen in der Grafschaft Dortmund wegen angeblicher Zaubereien enthauptet.[119]

1593 kam es in Dortmund erstmals seit 1581 erneut zu einer Kette von Anklagen und Hinrichtungen wegen Zauberei und Hexerei, der im Laufe des Jahres 15 Menschen zum Opfer fielen. Ab Ende 1593 fanden in Dortmund keine weiteren Hexenprozesse mehr statt.[120]

1629 – Im Amt Werne werden 30 Menschen Opfer der Hexenverfolgung.

1647 – In einem Zaubereiprozess wird der Wittener Bauer Arndt Bottermann für schuldig erklärt und hingerichtet. Während des Dreißigjährigen Kriegs hat die Hexenverfolgung in Mitteleuropa einen Höhepunkt. In Westfalen finden viele Hexenprozesse statt. Doch ist der Fall des Arndt Bottermann einer der ganz wenigen Prozesse die überhaupt in der Grafschaft Mark stattfanden.

1706 – Im kölnischen Vest Recklinghausen findet der letzte von insgesamt 130 Hexenprozessen seit 1514 statt.

Anfänge des Bergbaus

Die früheste Regelung des Bergbaus im Ruhrgebiet bildet die Jülich-Clevische Bergordnung, die am 24. April 1542 erlassen wurde und bis etwa 1750 in Kraft blieb. Da der Landesherr über das Bergregal verfügte, wurde festgelegt, dass dieses Recht für bestimmte Grubenfelder gegen Zahlung des Bergzehnten verliehen werden konnte.[121]

1576 – Für Steele werden ertragreichen Kohlengruben im Städtebuch von Bruyn und Hugenberg genannt.

1578 - Die älteste Erwähnung des Bergbaus in Witten stammt aus dem Jahre 1578, als sich die Grundherren von Haus Berge und Burg Steinhausen darauf einigten, dass der Kohlebergbau wegen der angerichteten Verwüstungen einzuschränken sei und nicht mehr Kohle gefördert werden dürfe, als die Stadt Witten verbrauche.[122]

1598 – In Holzwickede erscheint der fortgeschrittene Bergbau urkundlich, als Drost Bernhard von Romberg mit dem Kallberg sampt dem Erftstollen (Erbstollen) belehnt wird.

Epoche des Absolutismus

Kriege und territoriale Entwicklung

Friedrich Wilhelm I. und seine Gattin Luise Henriette von Nassau, um 1647

Der „Kuhkrieg“ von 1651

Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg warf dem Herzog von Jülich-Berg Wolfgang Wilhelm vor, dieser habe sich nicht an die im Duisburger Vergleich von 1648 vereinbarten Rechte der einzelnen Konfessionen in den Herzogtümern gehalten. Dieser Vorwurf diente dem Brandenburger als Vorwand, einen Krieg gegen Jülich-Berg zu beginnen, wobei Friedrich Wilhelm hoffte, sich der Herzogtümer Jülich-Berg bemächtigen zu können. In Duisburg-Kaßlerfeld zog er eine Armee von gerade einmal 4000 Mann zusammen und zog mit ihr in ein Lager bei Angerort[123], von wo er in einem Handstreich versuchte, die Stadt Düsseldorf zu erobern, was jedoch misslang. Die klevisch-märkische Ständeversammlung ergriff Partei gegen ihren eigenen Landesherrn, der Vertreter der Stadt Duisburg schlug sogar vor, man solle die niederländische Regierung bitten, mit Truppen die Stadt Duisburg zu besetzen. Auf Vermittlung des Kaisers hin bequemte sich Friedrich Wilhelm, den „Kuhkrieg“ zu beenden und die brandenburgischen Truppen abzuziehen.[124]

Beendigung des Erbstreites um die Herzogtümer 1666

Karte des Ruhrgebietes 1681

Nachdem es Friedrich Wilhelm von Brandenburg nicht gelungen war, die Herzogtümer Jülich und Berg zu erobern, bahnte der Vergleich zu Dorsten vom 4. Februar 1665 eine friedliche Lösung des Erbstreites an. Am 9. September 1666 konnte der endgültige Erbvergleich zwischen den streitenden Fürsten erreicht werden. Pfalz-Neuburg blieb im Besitz der Herzogtümer Jülich und Berg, sowie der Herrschaften Winnenthal und Breskesand. Das Herzogtum Kleve und die Grafschaft Mark blieben brandenburgisch. In religiösen Fragen einigte man sich darauf, den Stand des Jahres 1624 zur Grundlage der Religionszugehörigkeit zu machen, jedoch musste die freie Religionsausübung der evangelischen Einwohner in Kleve und Berg gesichert werden. Bereitrs 1609 hatten sich die märkischen, klevischen und jülich-bergischen Stände zu einem gemeinsamen Vorgehen in der Erbstreitigkeit abgesprochen, 1627 sogar ein „Ewiges Erbverbündnis“ geschlossen, so dass die Huldigung des neuen Herrschers Friedrich Wilhelm durch die Stände erst nach erheblichen Zugeständnissen erfolgte. Nach zahlreichen Versuchen von Seiten Pfalz-Neuburgs, diese Regelung zu unterlaufen, gelang es nach zahlreichen und zähen Verhandlungen erst am 6. Mai 1672, einen Religionsvertrag zwischen Brandenburg und Pfalz-Neuburg die Herzogtümer Jülich und Berg betreffend abzuschließen.[125]

Auswirkungen des „Holländischen Krieges“ 1672 bis 1679

1672 fielen während des Französisch-Niederländischen Kriegs französische Soldaten unter Marschall Turenne in das Ruhrgebiet ein. Nachdem Kurfürst Friedrich Wilhelm auf seiten der Niederländer in den Krieg eingetreten war, besetzten im Herbst 1672 französische Truppen die Stadt Duisburg, woraufhin fast alle Studenten und ein Großteil der Bevölkerung die Stadt verließen. Bei ihrem Vormarsch nach Westfalen brannten die Franzosen zum Beispiel im Februar 1672 Haus Steinhausen bei Dortmund nieder. Das Dorf Meiderich wurde beim Durchzug französischer Truppen im Juni 1672 niedergebrannt.[126]

Anfang Juni 1673 schloss Friedrich Wilhelm Frieden mit Frankreich, woraufhin am 15. Juni 1673 die französische Besatzung aus Duisburg abgezogen wurde, jedoch blieben Wesel und Rees weiterhin von französischen Truppen besetzt.[127]

Zwar trat Brandenburg 1674 wieder in den Krieg gegen Frankreich ein, jedoch verlagerte sich in den Folgejahren der Kriegsschauplatz nach Südwestdeutschland. Ab 1677 gab es erneut Vorstöße französischer Truppenverbände an den Niederrhein, denen Anfang 1679 die Eroberung der Stadt Neuß gelang.[128]

Auswirkungen des „Pfälzischen Erbfolgekrieges“ 1688–1697

Nach dem Tode des Kurfürsten Karls II. 1685 starb das Haus Pfalz-Simmern aus und Philipp von Pfalz-Neuburg trat das Erbe an, jedoch forderte Ludwig XIV. ein Teil des Erbes für seine Schwägerin Elisabeth Charlotte von Orleans. Entgegenkommen signalisierte Ludwig in der pfälzischen Frage, wenn der ihm genehme Wilhelm von Fürstenberg zum Erzbischof von Köln gewählt würde. Als der Kaiser auf den Vorschlag nicht einging, brach der Krieg aus. Von Wesel aus setzten brandenburgische Truppen über den Rhein und schlugen kur-kölnische und französische Verbände im März 1689 in einer Schlacht bei Neuß. Daraufhin zerstörten die Franzosen zahlreiche Schlösser und brannten einige Orte, darunter Andernach und Ahrweiler, nieder. Im Mai 1689 kapitulierten die kölnischen Truppen, die die Festung Rheinberg besetzt hatten, vor den brandenburgischen Truppen.[129]

Landesausbau und Anfänge der Industrialisierung

Schulen und Universitäten

Am 14. Oktober 1655 wurde nach der vorläufigen Übernahme des Herzogtums Kleve und der Grafschaft Mark durch Friedrich-Wilhelm, den Kurfürsten von Brandenburg, in Duisburg eine Universität errichtet. Die Universität, die protestantisch-reformatorisch geprägt war, bekam vier Fakultäten, die Theologische, Juristische, Medizinische und die Philosophische Fakultät. Den Kern der Universitätsgebäude bildete das ehemalige Katharinenkloster, die Friedhofskapelle auf dem Salvatorkirchhof diente ab 1659 als zweites Auditorium. Der erste Rektor der Universität war Johannes Clauberg[130], der von 1655 bis 1665 an der Theologischen Fakultät lehrte.[131]

Das Akademische Gymnasium Hamm nahm am 28. Mai 1657 seinen Lehrbetrieb auf, nachdem Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg 1655 die Gründung einer weiteren reformierten Hochschule in seinen westlichen Territorien erlaubt hatte.

1781 wurden das akademische Gymnasium Hamm und die ältere Lateinschule Hamm zusammengelegt zum ersten humanistischen Gymnasium Westfalens dem Königlichen Gymnasium Hamm – heute Gymnasium Hammonese. Die Fakultäten wurden aufgelöst und das neue Gymnasium zum Vorbild aller protestantischen Gymnasien in der Grafschaft Mark und dem Herzogtum Kleve.

Anfänge des Zeitungswesens

Von 1732 bis 1757 erschien in Duisburg die Zeitung „Adress- und Intelligentz-Zettel“ mit dem umständlichen, hier auch nur gekürzt wiedergegeben Namen Wochentliche duisburgische auf das Interesse der Commercien, der clevischen, geldrischen, moers- und märckischen, auch umliegenden Landes Orten, eingerichtete Adress- und Intelligentz-Zettel: woraus zu ersehen: was an beweg- und unbeweglichen Gütern zu kauffen und zu verkauffen, imgleichen was für Sachen zu verleyhen, zu lehnen, zu verspielen [...].[132]

In Essen erschien die erste Zeitung 1736. Unter dem Titel „Neueste Essendische Nachrichten von Staats- und Gelehrten Sachen“ wurde sie vom Buchdrucker Johann Heinrich Wißmann herausgebracht. 1775 übernahm Zacharias Gerhard Diederich Baedeker die Druckerei und den Verlag.

1769 erschienen erstmals die „Dortmundischen vermischten Zeitungen“, die von Gottschalk Dietrich Baedeker, einem Mitglied der Essener Buchdruckerfamilie Baedeker, herausgegeben wurde. Die Zeitung erschien zweimal wöchentlich und war die erste Zeitung in der Stadt.[133]

1798 begründete der Liberale Arnold Mallinckrodt[134] in Dortmund den „Westfälischen Anzeiger“, das führende Presseorgan der Zeit in Westfalen. Zu den Mitarbeitern gehörte auch Carl Arnold Kortum.[135] Vorläufer des Westfälischen Anzeigers war das ab Frühjahr 1796 vierteljährlich erscheinende „Magazin von und für Dortmund“, welches ein Jahr später in "Magazin für Westfalen" umbenannt wurde. Ab 1798 bis 1809 erschien das Magazin nun zweimal wöchentlich unter dem Titel „Westfälischer Anzeiger“.[136]

Ausbau der Verkehrswege

Ruhrorter Hafen

Zwar gab es 1661 in Ruhrort bereits eine Schiffergilde[137], doch der gezielte Ausbau eines Hafens begann erst Anfang des 18. Jahrhunderts. Nachdem 1712 eine erste Helling, also ein Schiffsbauplatz, angelegt worden war, begann man 1715 mit der Errichtung eines 5000 Quadratmeter großen Hafenbeckens, in dem die Rhein- und Ruhrschiffe überwintern konnten. 1716 beschloss der Ruhrorter Magistrat den Bau eines Hafens, der zur Keimzelle der heutigen Duisburg-Ruhrorter Häfen wurde. Ein erstes Kohlenmagazin wurde 1748 errichtet, um die Umladung der Kohle von Ruhr- auf Rheinschiffe zu optimieren.[138]

1674 – Ein ständiger Fracht- und Personenverkehr zwischen Duisburg und Nimwegen wird eingerichtet (Börtschifffahrt).

Schiffbarmachung der Ruhr

Zwischen 1773 und 1780 wurden 16 Schleusen gebaut, so dass die Ruhr über 74 Kilometer schiffbar wurde und zum Haupttransportweg für die im Ruhrtal geförderte Kohle wurde. Entlang dieser Strecke gab es wegen des zum Teil niedrigen Wasserstandes der Ruhr 86 Kohlenlager. Der Mülheimer Hafen wurde zum Hauptumschlagplatz für die Ruhrkohle, und Mülheim war 1849 mit 10700 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Ruhrgebiets.[139]

Im Jahre 1784 hatten einige Hattinger Zechen einen gemeinsamen Schiebeweg bis zur Ruhr angelegt und am Ruhrufer eine Kohleverladestation errichtet. 1787 wurde dieser Rauendahler Schiebeweg mit eisernen Schienen ausgebaut, wodurch die erste „Eisenbahnstrecke“ in Deutschland entstand. Er war die erste von etlichen Pferdeeisenbahnen nach englischem Vorbild im Ruhrtal. An der Planung waren der Bergrat Eversmann und Oberbergrat Freiherr vom Stein beteiligt. 1828 wurde der Schiebeweg zu einer der ersten Pferdebahnen des Ruhrgebietes umgebaut.[140]

Straßenbau

Mitte des 18. Jahrhunderts gab es nur wenige und schlecht ausgebaute Straßen im Ruhrgebiet, ein in Ansätzen vorhandenes Straßennetz gab es lediglich südlich der Hellwegzone und diente zum Abtransport der Kohle ins bergische Industriegebiet. Dabei waren die Straßen in derart schlechtem Zustand, dass der Transport der Kohle auf Packpferden weit verbreitet war. Der planmäßige Bau von Chausseen begann erst im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Von 1776 bis 1778 wurde der „Gahlener Kohlenweg“ von der Ruhr über Bochum, Eickel und Buer nach Gahlen an der Lippe gebaut.[141] 1788 begann der Chausseebaus entlang des alten Hellwegs in der preußischen Grafschaft Mark von Unna über Hörde zu den dortigen Kohlegruben und weiter nach Crengeldanz. Auch hier trieb der Freiherr vom Stein die Planung voran. Zwei Jahre später wurde mit der Essener Fürstäbtissin der Fortbau über das Stiftsterritorium als Verbindung zum preußischen Gebiet Kleves vereinbart.

Vorphase der Industrialisierung

Freiherr vom Stein

Bergbau vor 1800

Als staatliche Aufsicht über den Bergbau wurde in der Grafschaft Mark 1632 als Bergmeister Dietrich von Diest eingesetzt, der sein Amt bis 1661 ausübte. Ab 1681 wurden regelmäßig Oberbergvögte als Kontrollaufsicht eingesetzt, von 1681 bis 1716 Dr. Peter König, ihm folgte im Amt sein Sohn Dr. Simeon König von 1716 bis 1721.[142]

1677 - Das älteste Zeugnis einer Zeche in Hattingen stammt vom 23. März 1677, womit dem Bauern Heinrich Köllermann das Recht verliehen wurde, ein Flöz abzubauen. Auch die zweitälteste Zeche Hattingens wurde 1698 von Köllermann gegründet.[143]

In den preußischen Gebieten des Ruhrgebiets wurde der Ausbau der regionalen Wirtschaft vor allem durch die merkantile Politik Friedrich Wilhelms I. gefördert.

1736 – In Holzwickede nimmt der Caroliner Erbstollen den Kohleabbau auf und beliefert die Saline Königsborn.

Eine vom preußischen Staat in Auftrag gegebene Untersuchung des Zustandes des märkischen Kohlenbergbaus durch August Heinrich Decker ergab 1737, dass die Zechen zu klein waren und zumeist nur durch die das Land besitzenden Bauern als Nebenerwerb betrieben wurden. Am 18. Juli 1737 trat eine neue Bergordnung „für die Clevischen und angehörigen Lande, besonders die Grafschaft Mark“ in Kraft. In diesem Zusammenhang wurde 1738 das Märkische Bergamt in Bochum gegründet, das die Neuvermessung und Neuvergabe der Grubenfelder, die Kontrolle der technischen Einrichtungen und die Kontrolle der Produktions- und Verkaufsmengen übernahm. Die Bergordnung unterstellte die Zechen der völligen Kontrolle durch das Bergamt. Es war der Beginn der Phase des staatlichen Dirigismus im Steinkohlenbergbau, erst während der Industrialisierung wurde der starke staatliche Einfluss abgebaut.[144]

1738 – Zu den größten Stollenzechen der Grafschaft Mark zählt die Zeche „Glückauf“ in Gennebreck mit 17 Beschäftigten.

1739Friedrich Wilhelm I. verleiht Herdecke die Stadtrechte.

1754 ergab eine Erhebung für die Grafschaft Mark, dass 110 aktuell fördernde Zechen mit 688 Bergarbeitern existierten. Während es in Witten nur zwei Zechen mit neun Arbeitern gab, lag der Schwerpunkt der Kohleförderung in den damaligen Ämtern Wetter (20 Zechen mit 169 Bergleuten) und Blankenstein (24 Zechen mit 149 Bergarbeitern).[145]

1755Friedrich II. beauftragt Ludwig Philipp Freiherr vom Hagen und Johann Friedrich Heintzmann mit der Ausarbeitung einer neuen Bergordnung und der Knappschaftsbestimmungen.

1766 – Friedrich II. erließ am 29. April 1766 die „Revidirte Bergordnung für das Herzogtum Cleve, das Fürstentum Meurs und die Grafschaft Mark“. Das Schürfen nach Mineralien war damit frei, man benötigte einen staatlichen Schürfschein und, nachdem man fündig wurde, musste man eine Mutung einlegen. Eine Verleihung von Bergfeldern erfolgte vorbehaltlich der Rechte Dritter, also z.B. der Grundstückseigentümer, so dass Rechtsstreitigkeiten häufig vorkamen. Das in Kapitel 29 der Bergordnung festgelegte Direktionsprinzip unterstellte den Bergbau massiver staatlicher Kontrollen und Regelungen, bis hin zur Festlegung von Löhnen, Kohlepreisen und der betriebswirtschaftlichen Leitung der Bergwerke.[146]

Ein Erlass vom 17. September 1766 verfügte, dass im Bereich der Gültigkeit der Bergordnung keine „ausländische“, d.h. nicht im Bereich der Bergordnung geförderte Kohle verkauft werden durfte. Gleiches galt für Salz, das nur aus der Saline Königsborn bezogen werden durfte. Zuwiderhandlungen wurden mit Festungshaft bestraft. 1769 wurde dieser Erlass erneut bekräftigt.[147]

1780 - An der Ruhr wird im ausgehenden 18. Jh. die Kohle in Stollenbergwerken abgebaut. Ein frühes Beispiel ist die Zeche Humboldt in Mülheim an der Ruhr.

1783 - Eine Anordnung des Bergamtes verfügte 1783, dass „keine neuen Steinkohlenbergwerke in Betrieb gesetzt werden, bis daran ein Kohlenmangel sich ereignet“.[148]

1784Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom und zum Stein wird Direktor des Bergamtes in Wetter an der Ruhr. Er treibt die Entwicklung des Bergbaus und des Hüttenwesens in den westlichen Gebieten Preußens voran.

Im Jahre 1784 hatten einige Hattinger Zechen einen gemeinsamen Schiebeweg bis zur Ruhr angelegt und am Ruhrufer eine Kohleverladestation errichtet. 1787 wurde dieser Schiebeweg mit eisernen Schienen ausgebaut, wodurch die erste „Eisenbahnstrecke“ in Deutschland entstand. 1828 wurde dieser Schiebeweg zu einer der ersten Pferdebahnen des Ruhrgebietes umgebaut.[140]


Anfänge der Eisenverhüttung vor 1800

Mit Privileg vom 13. Juli 1753 erteilte der Kölner Erzbischof Clemens August dem Freiherrn Franz Ferdinand von der Wenge die Erlaubnis, am Sterkrader Bach einen Hochofen und ein Hammerwerk zu errichten. Mit diesem Privileg beginnt die Geschichte der Eisen- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet.[149] Am 18. Oktober 1758 wurde ein neun Meter hoher Hochofen der St.-Antony-Hütte in Osterfeld angeblasen. Die erste erzverarbeitende Produktionsstätte in dieser Region hatte ihren Betrieb aufgenommen.[150] Raseneisenerz, das in der Umgebung gefunden worden war, wurde mit Hilfe von Holzkohle, die man in den umliegenden Wäldern gewann, verhüttet.

1779 hatte der aus dem Siegerland stammende Hüttenmeister Eberhard Pfandhöfer die St.-Anthony-Hütte gepachtet. Vom preußischen König erhielt er 1781 die Konzession zur Errichtung einer Eisenschmelze beim Dorf Sterkrade. Das nötige Kapital zur Errichtung des Werkes lieh er sich von Helene Amalie Krupp, 1782 nahm die Hütte mit dem Namen „Gute Hoffnung“ die Produktion auf.[151]

Mit dem Privileg der Essener Fürstäbtissin Maria Cunegunda errichtete Gottlob Jacobi 1791 die Hütte „Neu-Essen“ an der Emscher in der Nähe des Schlosses Oberhausen.

1793, nach dem Tod von Wenges, bot die Fürstäbtissin den Erben den Kauf der St.-Anthony-Hütte an. Da jedoch Pfandhöfer bereits einen Kaufvertrag besaß, besetzten Soldaten der Fürstäbtissin die St.-Anthony-Hütte und vertrieben Pfandhöfer. Im Gegenzug verhafteten preußische Polizisten Jacobi, als dieser sich auf preußischem Gebiet befand. Durch das Eingreifen des Freiherrn von Stein kam Pfandhöfer in den Besitz der St-Anthony-Hütte, musste sie allerdings wegen seiner hohen Schulden 1795 an die Fürstäbtissin verkaufen. 1800 wurde seine Hütte Gute Hoffnung zwangsversteigert, die Hauptgläubigerin Helene Amalie Krupp ersteigerte die Hütte.[152]

Querschnitt durch die 1799 errichtete Dampfmaschine der Saline Königsborn, Zeichnung von 1822

Saline Königsborn

1734 – Die Saline Königsborn in Unna wird vom preußischen Staat gegründet.

1747 – Im Unnaer Salzwerk wird beim neu gebohrten Brunnen Friedrichsborn als technische Neuerung eine Windkunst, eine Windmühle, zur Soleförderung eingesetzt.

1799 – In Unna-Afferde wird im Betrieb der Saline Königsborn erstmals eine Dampfmaschine eingesetzt. Die neue Art der Soleförderung bringt eine solche Ertragssteigerung mit sich, dass die Saline bereits im Folgejahr auf dem dritten Rang aller salzproduzierenden Betriebe in Preußen nach ihrer Produktivität liegt.

Die napoleonische Ära 1799–1815

Territoriale Neugliederung durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803

Die Annexion des linken Rheinufers, das seit 1794 französisch besetzt war, wurde im Friede von Lunéville am 9. Februar 1801 auch staatsrechtlich anerkannt. Die weltlichen Herrscher, die linksrheinische Gebiete an Frankreich abtreten mussten, sollten mit rechtsrheinischen Gebieten entschädigt werden. Zwar wurde die Gebietsumverteilung erst offiziell auf dem Reichsdeputationshauptschluss festgelegt, aber in einem Vertrag mit Frankreich vom 23. Mai 1802 ließ sich Preußen den zukünftigen Besitz geistlicher Territorien noch einmal bestätigen und erhielt das Recht, diese Territorien vorab bereits besetzen zu dürfen. Daraufhin wurden im Juni bzw. August 1802 das Stift Essen bzw. das Stift Werden annektiert. 1803 wurden mit dem Reichsdeputationshauptschluss im Zuge der Säkularisation die geistlichen Territorien Reichsabtei Werden und Stift Essen aufgelöst. Die Gebiete gingen an Preußen. Herzog Ludwig-Engelbert von Arenberg erhielt als Entschädigungsland für sein linksrheinisches Fürstentum unter anderem das Vest Recklinghausen.[153]

Joachim Murat in der Uniform der bergischen Kavallerie, 1806-1808 Großherzog von Berg

Großherzogtum Berg 1806–1813

Hauptartikel: Großherzogtum Berg

Kurz nach der Schlacht bei Austerlitz gelang es Napoleon im Vertrag von Schönbrunn am 15. Dezember 1805 Bayern und Preußen zu einem Gebietstausch zu bewegen: Das französisch besetzte Ansbach sollte an Bayern fallen, wogegen Bayern das Herzogtum Berg an Frankreich abtrete. Mit den preußischen Unterhändlern einigte man sich auf den Tausch des fränzösisch besetzten Hannovers gegen den rechtsrheinischen Teil des Herzogtums Kleve. Der französisch-preußische Vertrag wurde am 4. Januar 1806 ratifiziert.[154]

Am 15. März 1806 bestimmte Napoleon seinen Schwager Joachim Murat zum Herzog von Berg, welcher am 23. März 1806 in seiner Residenzstadt Düsseldorf eintraf, und drei Tage später vollzogen Landstände und Landesbehörden den Eid auf den neuen Regenten.[155]

Von Oktober 1806 bis 18. November 1813 existierte das Napoleonische Großherzogtum Berg mit dem Ruhrdepartement, dessen Präfektur sich in Dortmund befand. Als Präfekt des Ruhrdepartements wurde Freiherr Gisbert von Romberg zu Brünninghausen eingesetzt. Der westliche Teil des Ruhrgebiets gehörte zum Departement du Rhin, dessen Hauptort Düsseldorf war. Das Arrondissement Essen umfasste die heutigen Städte Essen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, Duisburg, Dinslaken, Dorsten und Recklinghausen.[156]

In den Jahren ab 1806 verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage in Berg durch die protektionistischen Maßnahmen Napoleons zur Förderung der fränzösischen Wirtschaft und durch seine Dekrete zur Kontinentalsperre gegen Großbritannien. Durch Napoleons Dekret vom 30. April 1806, das jegliche Einfuhr von Stoffen, Tuchen und feinen Eisenwaren nach Frankreich verbot, kam der bergische Handel mit Frankreich praktisch zum Erliegen. In dem Dekret vom 21. November 1806 wurde der Handel mit den britischen Inseln untersagt, und nach dem Dekret von Turin vom 28. Dezember 1807 durften nur noch Baumwollwaren französischen Ursprungs nach Italien eingeführt werden. Die mit den napoleonischen Maßnahmen verbundenen Absatzeinbußen der bergischen Unternehmer und die steigende Arbeitslosigkeit führten zu starken antifranzöischen Stimmungsäußerungen im Volke.[157]

Am 12. Dezember 1808 erließ Napoleon von Madrid aus ein Decret, das Leibeigenschaft und Hörigkeit abschaffte. Im folgenden Jahr führte Napoleon die Gewerbefreiheit ein. Die Gilden wurden aufgelöst. Die Lehns- und Gutsuntertänigkeit der Bauern wurde durch Kaiserliche Dekrete vom 11. Januar 1809 und 13. September 1811 aufgehoben.

Am 17. Dezember 1811 wurden im Großherzogtum Berg der Anbau, die Einfuhr und die Weiterverarbeitung von Tabak verboten, um die französische Tabakindustrie zu stärken. Alle Vorräte und Maschinen der Tabak verarbeitenden Betriebe wurden beschlagnahmt und nach Frankreich transportiert. Die blühende Tabakindustrie des Ruhrgebiets erlitt einen ziemlichen Rückschlag, in Duisburg z. B. wurden durch dieses Verbot 15 % der Bevölkerung arbeitslos.[158]

Die mit der Regie von Tabak und Salz im Großherzogtum Berg verbundene Erbitterung der Bevölkerung gegen die französische Herrschaft führte in Verbindung mit neuen Konskriptionen Anfang 1813 zu einem Aufstand von Arbeitern und Bauern im Großherzogtum. Der Aufstand wurde durch aus Wesel und Elberfeld herangezogene Truppen niedergeschlagen, 17 Anführer wurden hingerichtet.[159]

Gemäß dem Senatsconsult vom 12. Dezember 1810 wurden die nördlich einer Linie Wesel - Haltern gelegenen Gebiete Teil des französischen Kaiserreichs, womit Salm-Anholt und Arenberg ihre Unabhängigkeit verloren. Die südlich der Lippe gelegenen arenbergischen Besitztümer, zum Beispiel Recklinghausen, wurden 1811 Teil des Großherzogtums Berg.[160]

Auswirkungen des „Befreiungskrieges“ 1813/14

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig, 16. bis 19. Oktober 1813, zogen sich die französischen Truppen auf das linksrheinische Gebiet zurück, nur die Festung Wesel blieb rechtsrheinisch französisch besetzt. Am 9. November erreichten die ersten preußischen Truppen Hamm, von wo aus am gleichen Tag ein Aufruf an alle Bewohner von Berg und Mark erging, die Waffen zum Kampf gegen die Franzosen zu ergreifen. Am 13. November traf ein Spähtrupp von 18 russischen Kosaken in Duisburg ein und wurde von der Bevölkerung jubelnd empfangen, am 15. November folgte ein russisches Infanterieregiment. Ab Mitte Dezember 1813 war Duisburg von russischen Truppen, Kirgisen und Baschkiren des russischen Generals Tschernyschow, besetzt, die dort den Winter über stationiert waren. Die russischen Truppen wussten mit zum Teil erheblicher Brutalität ihre Ansprüche und Bedürfnisse gegenüber der Duisbuger Bevölkerung durchzusetzen, so dass der Winter 1813 auf 1814 als „Kosakenwinter“ bezeichnet wurde.[161]

Territoriale Neugliederung durch den Wiener Kongress 1815

Hauptartikel: Wiener Kongress

Gemäß den Beschlüssen des Wiener Kongresses erhielt Preußen seine Besitzungen in Westfalen und am Rhein zurück, dazu noch das einstige Herzogtum Berg und die Gebiete der vormaligen Reichsstadt und Grafschaft Dortmund. Damit waren alle Territorien um Ruhr, Emscher und Niederrhein in einer Hand vereinigt. Sie gehörten nun zu Preußen.

Industrialisierung von 1800 bis 1918

Frühindustrialisierung 1800 bis 1835

1802 - Die erste, noch importierte Dampfmaschine des Ruhrbergbaus wird auf der Zeche Vollmond in Werne zur Wasserhaltung in Betrieb genommen. Der damit beauftragte Techniker Franz Dinnendahl gründet einige Jahre darauf in Essen eine Fabrik und lässt selbst entworfene Dampfmaschinen herstellen.

1804 – Das Ruhrgebiet zählt 229 Zechen mit einer Förderung von 380 000 Tonnen.[162]

1810 Wilhelm Hobrecker errichtet ein Walzwerk in Hamm.

1811 begründete in Essen Friedrich Krupp[163] die Krupp Gussstahlfabrik.

In Mülheim begründet Johann Dinnendahl eine Dampfmaschinenwerkstatt, die Keimzelle der späteren Friedrich Wilhelms-Hütte.

1816 – Das Jahr ohne Sommer (am 25. Juni fällt sogar Schnee) bringt Hunger.

Die Bochumer Bergschule wird gegründet. An ihr wird das Führungspersonal für den Bergbau ausgebildet.

Heinrich Friedrich Karl vom Stein lässt sich auf Schloss Cappenberg in Selm nieder. Ab 1826 ist er Präsident der ersten drei westfälischen Provinziallandtage.

Am 18. Oktober 1818 wurde auf Grund einer Kabinettsorder von Friedrich Wilhelm III. die Universität in Duisburg geschlossen. Im selben Jahr wurde die Bonner Universität wiedergegründet. Große Teile der Duisburger Universitätsbibliothek und das Universitätszepter gingen nach Bonn.

Die Harkortsche Fabrik auf Burg Wetter um 1834

1819Friedrich Harkort[164] gründete auf der Burg in Wetter an der Ruhr seine Mechanischen Werkstätten und ließ Dampfmaschinen produzieren. 1826 gliederte er seiner Fabrik einen Puddelofen an und brachte somit erstmals das in England 1784 erfundene Verfahren zur Stahlherstellung ins Ruhrgebiet. Bereits 1828 gründete Eduard Schmidt ein weiteres Puddelwerk in Nachrodt, kurze Zeit später Theodor Freiherr von Dücker in Rödinghausen ein weiteres Werk.[165]

1819–1826 Schiffbarmachung der Lippe bis hinter Hamm.

1820 – Das Königlich Preußische Oberlandesgericht Kleve wird am 1. Juli nach Hamm verlegt – heute Oberlandesgericht Hamm.

1823 – erhält Witten die Stadtrechte. Mit der Bevölkerungszunahme, die mit der fortschreitenden Industrialisierung verbunden ist, setzt eine neue Folge von Stadtrechtsverleihungen in der Region ein. Im Unterschied zu den zahlreichen mittelalterlichen Stadtrechtsverleihungen erfolgt die „Erhebung“ zur Stadt jetzt nach der preußischen Städteordnung.

1827 – In Lünen nimmt die Gewerkschaft Eisenhütte „Westphalia“ den Betrieb auf.[166]

1828Franz Haniel eröffnet in Ruhrort eine Werft für den Bau von Dampfschiffen.

Das rheinisch-wesfälische Industriegebiet im Jahr 1830
Das rheinisch-wesfälische Industriegebiet im Jahr 1830

Erste Phase der Industrialisierung 1835 bis 1873

1838 – Die Gesellschaft der Hardenbergischen Kohlebergwerke ist die erste Aktiengesellschaft im Ruhrgebiet.

1839 – Nach dem preußischen Regulativ über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in den Fabriken beträgt das Mindestalter für Kinderarbeit neun Jahre, die Arbeitszeit ist auf zehn Stunden täglich beschränkt. An Sonn- und Feiertagen und nachts dürfen Kinder nicht zur Arbeit eingesetzt werden.

Auf der Gutehoffnungshütte wird eine erste Dampflokomotive gebaut.

Anfänge der Schwerindustrie in Dortmund

Hermann Diedrich Piepenstock

1839 begann die Industrialisierung in Hörde mit der Gründung der Hermannshütte durch Hermann Diedrich Piepenstock[167], der die Burg Hörde und Teile des Umlandes kaufte und dort ein Puddelwerk zur Herstellung von Schmiedeeisen, ein Hammerwerk und ein Walzwerk errichten ließ. 1841 besuchte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. das Werk, das er ein Jahr später einweihte. Die Inbetriebnahme des Werkes verzögerte sich jedoch, und Piepenbrock, der 1843 verstarb, erlebte den im Folgejahr stattfindenden Produktionsbeginn nicht mehr. Seine Erben wandelten 1852 die Hermannshütte in die Aktiengesellchaft Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein um, welche die erste Aktiengesellschaft in der Hüttenindustrie des Ruhrgebiets war. 1855 waren vier Hochöfen in Betrieb und die Hütte wurde im gleichen Jahr an das Eisenbahnnetz angeschlossen.[168]

Durch das Auffinden reicher Eisensteinvorkommen in Hörde, Schüren und Aplerbeck erhielt Dortmund durch das regionale Nebeneinander von Steinkohle und Eisenerz im Hinblick auf die Schwerindustrie einen erheblichen Standortvorteil.[169]

Mit dem Geld Essener Bergwerksbesitzer sowie Kölner und Berliner Bankhäuser wurden 1850 die ersten modernen Zechen finanziert. Als im Sommer 1855 neben der königlichen Bank drei weitere Bankhäuser Filialen in Dortmund errichteten, „ergriff die Dortmunder Bürger ein fast amerikanischer Gründungstaumel“.[170] In den Jahren 1855 und 1856 wurden in Dortmund 23 Aktiengesellschaften mit einem Stammkapital von 53 Millionen gegründet, die im Bereich des Bergbaus und der Schwerindustrie investierten. Die Anzahl der Puddelöfen stieg von 5 im Jahre 1855 auf 45 im Jahre 1858. Die Anzahl der Arbeiter in der Schwerindustrie stieg bis zum Jahre 1858 auf 1201.[171]

Anfänge der Schwerindustrie in Duisburg

1844 wurde in Hochfeld am Rheinkanal durch Ernst Berkmann die „Borussiahütte“ gegründet, die um 1850 etwa 50 Arbeiter beschäftigte.[172] Die „Niederrheinische Hütte“ wurde am Rheinufer errichtet. Der Tuchfabrikant Peter Göring aus Düsseldorf und der Kaufmann Wilhelm Stein aus Lintorf ließen 1851 bis 1853 die Hütte errichten, die bereits 1854 einen zweiten Hochofen in Betrieb nahm. Zu der Hütte gehörten mehrere Eisensteingruben im Hessischen und eine Kokerei auf dem Duisburge Werksgelände. Da die Investitionskosten von den beiden Gründern allein nicht aufgebracht werden konnten, wurde die Firma 1855 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt: Rheinische Bergbau- und Hüttenwesen-AG. 1857 beschäftigte die Hütte etwa 150 Arbeiter.[173] Die dritte Duisburger Hütte „Vulkan“ wurde ebenfalls in Hochfeld am Rheinkanal errichtet und mit niederländischem Kapital finanziert. Es wurden zwei Hochöfen errichtet, der erste ging 1856 in Betrieb. 1859 wurde das Werk stillgelegt, weil die Besitzer das noch vorhandene Kapital in den Ausbau der zum Konzern gehörenden Zeche „Java“ investieren wollten. Bevor die Zeche mit der Förderung begann, ging der Konzern pleite.[174]

1842Jacob Mayer und Eduard Kühne gründen in Bochum die Gußstahlfabrik Mayer & Kühne, den Vorläufer des Montankonzerns Bochumer Verein.

1844 – Oberhausen-Osterfeld – Mit dem Bau der seit 1836 geplanten Werkssiedlung Eisenheim wurde durch die Errichtung der ersten zwanzig Häuser begonnen. In mehreren Bauphasen wurde die Siedlung 1865, 1866, 1872, 1898, 1901 und 1910/1911 erweitert.[175]

1846 – Am 4. September 1846 erhielt Mülheim an der Ruhr das Stadtrecht, die bisher mit Mülheim verbundenen Landgemeinden bildeten einen eigenen Bürgermeistereienverbund.[176]

Entwicklung der Kohleförderung im Rheinisch-Westfälischen Kohlenbecken während des 19. Jahrhunderts

1847 – Eröffnung der Köln-Mindener Eisenbahn. Sie ist maßgeblich für die industrielle Entwicklung des Ruhrgebiets und führt, dem Tal der Emscher folgend, über Duisburg, Oberhausen, Altenessen, Gelsenkirchen, Herne, Castrop und Dortmund, von dort weiter nach Hamm über Bielefeld bis Minden.

Noch während des Baus der Eisenbahn im nördlichen Ruhrgebiet interessieren sich die Kölner Bankhäuser Camphausen und Schaafhausen für das daraus resultierende Wachstumspotential im Emscherland. Der Cölner Bergwerksverein wird als eine frühe Aktiengesellschaft des Ruhrbergbaus gegründet und lässt Bergwerke im nördlichen Essen abteufen, darunter die Zeche Carl. Transportweg der Zukunft ist die neue Bahntrasse.

1847 – Auf der Steele-Vohwinkler Eisenbahn fährt der erste Dampfzug durch das Ruhrtal.

1848 Der Bahnhof Hamm (Westfalen) wird der erste deutsche Eisenbahnknoten, die Bahnstrecke Hamm-Münster wird eröffnet.

1849 – Im Ruhrgebiet wird erstmals die Stahlproduktion mit Kokskohle in der Friedrich Wilhelms-Hütte in Mülheim durchgeführt.

Über den Schächten der Tiefbauzechen errichtete man Ende des 19. Jh. Malakow-Türme, hier der der Zeche Julius-Philipp im Bochumer Süden

1850 – Die ersten Malakofftürme entstehen.

Die Bahnstrecke Hamm–Warburg wird als dritte Strecke an den Kontenpunkt Hamm angegliedert und eröffnet.

1852 Mayer & Kühne präsentieren der Öffentlichkeit die ersten aus Stahlguss hergestellten Gußstahlglocken auf der Düsseldorfer Gewerbeausstellung.

1854 – In Hattingen wird die Henrichshütte gegründet. Zunächst wird in unmittelbarer Nähe abgebautes Erz verhüttet. Später dient die Ruhrtalbahn zur Versorgung des Werkes mit Erz und Kohle.

Auch in Hörde wird ein erster Kokshochofen angeblasen. Er soll die örtlichen Vorkommen von Kohleneisenstein verarbeiten, ein Gemenge von Eisenstein mit Ton und Kohle.

1855 – Unter der Federführung von William Thomas Mulvany wird mit dem Abteufen des ersten Schachtes der Zeche Hibernia in Gelsenkirchen begonnen. Als technische Neuerung werden Tübbings als Küvelage zur Schachtauskleidung genutzt. In den nächsten Jahren folgen unter der Leitung des irischen Ingenieurs entlang der Emscherniederung die Zechen Shamrock in Herne und Erin in Castrop. Die Geldmittel stammen von irischen und belgischen Kapitalgebern. Der Kohletransport erfolgt über die Köln-Mindener Eisenbahn.

In Hamm entsteht das Eisendrahtwerk Cosack & Co., der späteren Westfälischen Union – heute Böhler Welding.

1856 – Eine rechtsrheinische Eisenbahnstrecke verbindet Oberhausen und das niederländische Arnheim. In Hamm werden die Drahtwerke Hobrecker-Witte-Herbers gegründet – sie firmieren 1872 zur Aktiengesellschaft Westpfälischer Draht-Industrie-Verein um und 1890 wird der Name nochmals gewechselt in Westfälische Drahtindustrie.

1857 – Die Wirtschaftskrise von 1857 führt zu Absatzschwierigkeiten für Kohle und Stahl, mit sozialer Auswirkung für die Beschäftigten.

1858 – 1857 geriet der Bergbau des Ruhrgebiets in eine Krise auf Grund fallender Kohlepreise, durch gleichzeitig sinkende Eisenpreise in England mussten Hochöfen schließen, was die Kokskohleproduktion beeinträchtigte. In dieser wirtschaftlichen Krisensituation gründeten am 17. Dezember 1858 Bergwerksbesitzer in Essen den Verein für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund, kurz Bergbau-Verein. In der Gründungssitzung des Vereins waren 89 Bergwerksgesellschaften mit 16000 Arbeitern vertreten. Die vertretenen Bergwerke waren zwar nur eine Minderheit bei 202 Bergwerken im Oberbergamtsbezirk Dortmund, repräsentierten jedoch etwa die Hälfte der Kohlenförderung des Bezirks. Zum ersten Vorsitzenden des Vereins wurde Friedrich Hammacher gewählt, der bis 1890 in diesem Amt blieb, zum Gründungsvorstand gehörten u.a. Hugo Haniel, Friedrich Wilhelm Waldthausen, Gustav Stinnes, William Thomas Mulvany. Im Laufe der folgenden Jahre schlossen sich fast alle Zechen des Oberbergamtsbezirks dem Verein an. Die Ziele des Vereins waren vor allem Steigerung des Kohleabsatzes, Ausbau des Verkehrsnetzes, günstigere Tarife im Eisenbahntransport und Abbau der staatlichen Reglementierung in Bergbau.[177]

1862 – Die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet die Bahnstrecke Witten/Dortmund–Oberhausen/Duisburg als zweite wichtige Ost-West-Verbindung im Süden des Ruhrgebiets.

In Mülheim an der Ruhr eröffnet eine Fabrik zur Produktion von Koksbriketts an der Zeche Wiesche. Es ist die erste Anlage dieser Art im Ruhrgebiet.

1. Februar 1862 – Oberhausen: Die Bürgermeisterei Oberhausen wurde gemäß königlichen Erlasses vom 18. November 1861 gegründet. Sie umfasste die zuvor zur Bürgermeisterei Borbeck gehörige Lipper Heide mit den Bauernschaften Lippern und Lirich und Heidegebieten, die zuvor zu den Gemeinden Meiderich, Alstaden, Styrum und Dümpten gehörten.[178]

1866 Die Bahnstrecke Hamm-Hagen der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft wird eröffnet.

1867August Thyssen gründet mit mehreren Verwandten in Duisburg das Eisenwerk „Thyssen-Foussol & Co“.

Schlossartige Architektur für „Industriebarone“: Gartenseite der Villa Hügel in Essen von 1873

1869 – Der Industrielle Alfred Krupp lässt sich im Essener Süden die schlossartige Villa Hügel errichten. Im Grundbuch der Stadt lässt er das Anwesen als Einfamilienhaus mit Garten eintragen. Vier Jahre später wird der Bau fertiggestellt.

1870–1871 – Der Deutsch-Französische Krieg wird von den verbündeten deutschen Staaten gewonnen. Gründung des Deutschen Reichs.

1871–1873 – Es folgen die Gründerjahre. Die französische Kontribution führt zu einem Bauboom. Im Ruhrgebiet werden zahlreiche Zechengesellschaften mit dem aus Frankreich zufließenden Kapital gegründet.

1872 – 17. Juni bis 28. Juli: Bergarbeiterstreik, an dem etwa 20.500 Bergleute beteiligt waren und der – mit Ausnahme Duisburgs – alle Städte des Ruhrgebiets erfasste. Es war der bis dahin größte Streik, der in Deutschland stattgefunden hat. Die Forderungen der Bergleute waren u.a. eine 25-prozentige Erhöhung der Gedingesätze, Mindestlohn, achtstündige Schicht inklusive Ein- und Ausfahrt, Bezug verbilligter Kohle zur Heizung der Wohnungen. – Die Bergleute konnten ihre Forderungen nicht durchsetzen.[179]

Ausbau der Industrie 1873 bis 1914

1873 – Gründerkrise, in Folge von Spekulationen deutscher Anleger ist Kapital aus den französischen Kontributionszahlungen in Unternehmen des Ruhrbergbaus geflossen, ohne dass weitere Kapitalforderungen aus den Kuxen gedeckt sind. Die Stahlproduktion im Ruhrgebiet nimmt um 13 % ab.

1874Oberhausen erhält am 10. September Stadtrecht.

Dortmund – um den 10. April 1874: Ein Streik der Stahlarbeiter bei Hoesch, die eine Reduzierung der täglichen Arbeitszeit erstreiken wollten, führte zu einer Massenentlassung der streikenden Arbeiter.[180]

Mutungsbohrungen in Herringen und Pelkum bei Hamm entdecken Fettkohlevorkommen.

1875Gelsenkirchen erhält das Stadtrecht.

1877 – Durch die Industrialisierung bedingt, ist der Gerichtsbezirk des Oberlandesgerichts Hamm der bedeutendste in Westfalen geworden. Mit der Reichsjustizreform wird es daher das einzige Oberlandesgericht Westfalens.

1882 – Am 24. Februar 1882 schließen sich fünfzehn rheinische und westfälische Stahlwerke zu einem Kartell zusammen, um sich gegen Konkurrenz zu schützen.

Bei Bohrungen in Hamm Werries wird statt der erhofften Kohle Sole gefunden, die Quelle Versorgte die Bäder Königsborn bei Unna und Bad Hamm.

1887 – Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Duisburger Tonhalle wird eröffnet.

Aufruf zum Bergarbeiterstreik 1889

1889 – Als Ausdruck sozialer Spannungen verbreitet sich ein erster großer Bergarbeiterstreik von Bochum aus auf das gesamte Ruhrgebiet. Die Arbeiter fordern einen Anteil an den sich nach der Gründerkrise stabilisierenden Gewinnen der Unternehmen. Noch im selben Jahr wurde mit dem „Alten Verband“ die erste dauerhafte Bergarbeitergewerkschaft in Dortmund-Dorstfeld gegründet. Im Jahr 1894 kam dann noch eine christliche und 1902 eine polnische Gewerkschaft für Bergarbeiter hinzu.

1892 – Das Grillo-Theater wird in Essen eröffnet.

1893 – Bildung des Rheinisch-Westfälischen Kohlen-Syndikat mit Sitz in Essen als Vereinigung eines Großteils der Ruhrzechen. Sein Ziel ist es, die Produktion, den Absatz und die Preise zu regulieren. Der Verkauf wird über eine zentrale Stelle organisiert.

In Essen wird die erste elektrische Straßenbahn im Raum Rhein-Ruhr eröffnet.

1894 – Meiderich, das „größte Dorf Preußens“ mit über 20.000 Einwohnern, erhielt am 11. Oktober 1894 das Stadtrecht.[181]

Erste Verleihungen der 1874 entdeckten Kohlefelder in Herringen und Pelkum bei Hamm

Rheinisch-Westfälisches Kohlen- und Industriegebiet, 1896

1895 – Der spätere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Otto Hue wird Schriftleiter der Berg- und Hüttenarbeiterzeitung des Alten Bergarbeiterverbandes. Hue gilt wegen seiner Funktion bald als Sprecher der Bergarbeiter.

1897 – erhält Herne das Stadtrecht.

1898 – die Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke (RWE) werden gegründet.

1899 – Die Emschergenossenschaft wird gegründet, um die Kanalisierung und Tieferlegung der Emscher vorzunehmen. Die Regelung der Abwasserprobleme bis etwa 1910 war Voraussetzung für das weitere Wachstum der Industrieregion.

Der Dortmund-Ems-Kanal wird eröffnet. Zur Einweihung des Dortmunder Hafens und des Schiffshebewerks Henrichenburg reist Wilhelm II. an. Dem Kanal kommt besondere Bedeutung für den Transport von über den Seeweg importierten Erzen zu, die mit der Kohle des Ruhrgebiets verhüttet werden.

In Werries bei Hamm wird bei acht Tiefbohrungen bis in 840m Tiefe Kohle gefunden.

1900 Im Ruhrgebiet werden 170 Zechen mit 228 000 Beschäftigten und 60,1 Mio Tonnen Förderung von Steinkohle betrieben.[162]

1901 wurde in Herringen bei Hamm die Zeche De Wendel – später Zeche Heinrich-Robert – gegründet.

1902 – Die Stadt Castrop wird aus den Gemeinden Castrop, Obercastrop und Behringhausen gebildet.

In Werries bei Hamm wird mit Schachtarbeiten begonnen und die Zeche Maximilian gegründet.

1904 – Der Herner Unternehmer Otto Heinrich Flottmann erhält das Reichspatent für den Druckluft-Bohrhammer mit Kugelsteuerung und selbsttätiger Umsetzung. Der Einsatz des neuartigen Presslufthammers im Ruhrbergbau wird die Abbauleistung deutlich steigern.

Provinz Westfalen 1905

1905 – In einem ruhrgebietsweiten Streik erreichen die Bergleute eine Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf 8½ Stunden.

Zwecks Erweiterung des Duisburger Hafens werden Ruhrort und Meiderich auf Wunsch der preußischen Regierung nach Duisburg eingemeindet.

Die Zeche Radbod bei den Dörfern Bockum und Hövel nahe Hamm wird gegründet.

Die zunächst eingleisige Bahnstrecke Oberhausen-Osterfeld Süd–Hamm, auch Hamm-Osterfelder Bahn wird eröffnet und vergrößert den Bahnknoten Hamm.

1908 – Der Zechenverband wird am 22. Januar als Vereinigung der Arbeitgeber im Ruhrbergbau gegründet.

Auf der Zeche Radbod in Hamm ereignet sich am 12. November das bis dahin schwerste Grubenunglück in Deutschland. Es ist das bis heute das zweit schwerste des deutschen Steinkohlebergbaus. 348 Kumpel – bis auf wenige Ausnahmen die gesamte Nachschicht – fanden den Tod. Das Bergwerk wurde 15 Stunden nach dem Unglück, wegen der Grubenbrände mit Lippewasser geflutet. Im Oktober 1909 wurde die Förderung erstmals wieder aufgenommen.

1910Rosa Luxemburg ist auf einer Versammlungstour im Ruhrgebiet unterwegs. Sie wendet sich gegen das preußische Dreiklassenwahlrecht und tritt für politischen Massenstreik und konsequenten Antimonarchismus ein.
Karl Imhoff, Ingenieur bei der Emschergenossenschaft, verfasst ein Gutachten zur Reinhaltung der Ruhr.
Kommunen des Ruhrgebiets stellen erstmals die Mehrheit im Aufsichtsrat des RWE.

1912Bergarbeiterstreik im gesamten Ruhrgebiet. Als Antwort lässt Kaiser Wilhelm Militär aufziehen. Die Arbeiter geben angesichts der kaiserlichen Gewaltbereitschaft auf.
In Mülheim an der Ruhr wird das Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohlenforschung gegründet.
Das Stadttheater Duisburg wird eröffnet.

Die Zeche Sachsen in Heessen entsteht als letzte der heute auf Hammer Stadtgebiet liegenden Schachtanlagen.

1913 – Unter dem Einfluss der Arbeit von Karl Imhoff zur Reinhaltung der Ruhr wird das Ruhrreinhaltungsgesetz erlassen. Die Arbeit des Ruhrtalsperrenvereins wird zeitgleich durch das Ruhrtalsperrengesetz geregelt. Beide Gesetze tragen wesentlich dazu bei, die Brauch- und Trinkwasserversorgung des wachsenden Ballungsraums sicherzustellen.

1914 – Eröffnung des Rhein-Herne-Kanals, der zum meistbefahrenen Binnenkanal in Europa wird. Er stellt die Verbindung vom Rhein und dem Duisburger Hafen zu einem bis Herne führenden Stichkanal des Dortmund-Ems-Kanals her.

13. August die Zeche Maximilian in Werries bei Hamm ist wegen Kriegsbedingten Materailmangels ersoffen. Die einströmende Sole fließt vier Wochen später aus dem Schacht übertage in die Geithe ab.

1914–1918Erster Weltkrieg, im Hungerwinter 1916/17 ist die Lebensmittelversorgung im Kaiserreich katastrophal. Insbesondere im Ballungsraum des Ruhrgebiets leiden die Menschen darunter.

Weimarer Republik 1919–1933

Notgeld der Stadt Bochum von 1923

1919 Am 19. Januar 1919 gründen Spitzen der deutschen Industrie-, Handels- und Bankwelt, auch von der Ruhr, den Antibolschewistenfonds der deutschen Unternehmerschaft in Berlin.

Sozialisierungsbewegung im Ruhrbergbau mit bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Bergarbeitern und Freikorpssoldaten.

Erster Tarifvertrag zwischen Zechenverband und Bergarbeitergesellschaften.[162]

Bottrop und Gladbeck erhalten durch Erlass des Preußischen Staatsministeriums vom 21. Juli die Stadtrechte.

1920Ruhraufstand in Folge des Kapp-Putsches. In Mengede und Ickern wurden erste Arbeiter-Bataillone für den Ruhrkampf aufgestellt.
Die Rote Ruhrarmee setzte sich vor allem aus Anhängern der KPD, der USPD und Syndikalisten zusammen.[182]

1920 – Der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk (SVR) wird gegründet und übernimmt wichtige planerische Aufgaben für das gesamte Ruhrgebiet.

1921 – Französische und belgische Truppen besetzen am 8. März Duisburg. Die Sanktionsmaßnahme ist unmittelbare Folge der Pariser Konferenz, bei der Deutschland zur Zahlung von Reparationen aufgefordert wird.

Französische Truppen verlassen im Oktober 1924 Dortmund
Fördertürme, wie dieser der Zeche Zollverein von 1928, prägten das Bild des Ruhrgebiets

1923 – Von Duisburg aus wird am 10./11. Januar mit der Besetzung des restlichen Ruhrgebiets begonnen (Ruhrbesetzung). In Duisburg rufen Separatisten des Rheinischen Unabhängigkeitsbunds im Oktober die „Rheinische Republik“ aus, doch wird ihr Bestreben im November von den Besatzungstruppen beendet. Die Finanzierung der Abwehr der Ruhrbesetzung durch die Regierung Cuno ist eine der Ursachen der einsetzenden Hyperinflation.
Der Ruhrindustrielle Fritz Thyssen beginnt mit einer massiven finanziellen Unterstützung der NSDAP. Als Gegenleistung wird er schließlich umfangreiche Rüstungsaufträge für sein Unternehmen vom Naziregime erhalten.

1925 – August/September: Annahme des Dawes-Plan durch die deutsche Regierung. Die Alliierten beenden die Ruhrbesetzung.

Vertreter der Städte Köln, Düsseldorf und des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk gründen die „Studiengesellschaft für die rheinisch-westfälische Schnellbahn“. Es wird eine durchgehende Schnellbahnlinie mit eigenem Gleiskörper und elektrischen Zügen von Köln nach Dortmund geplant. Die Reichsbahn tritt diesen Plänen entgegen und beabsichtigt einige Jahre darauf die vorhandenen Eisenbahnstrecken auszubauen und einen eigenen Schnellbahnverkehr einzurichten.

Die Westfalenhalle wird in Dortmund eröffnet. Sie wird Austragungsort der Sechs-Tage-Rennen und anderer großer Sportereignisse, wie auch politischer Kundgebungen der Weimarer Zeit.

Am 27. April 1925 wird der Flughafen Dortmund in Betrieb genommen. Dortmund wird Teil der Fluglinie Kopenhagen-Hamburg-Bremen-Dortmund-Frankfurt(M)-Stuttgart-Zürich der Deutschen Luft Hansa AG.

Die Sendestelle Dortmund der Westdeutschen Funkstunde AG (WEFAG) nimmt ihren Betrieb auf. Als Studio werden zwei Räume in einem Gebäude gegenüber dem alten Rathaus im Stadtzentrum genutzt. Die Sendeanlagen für den Radiobetrieb befinden sich bei der Zeche Dorstfeld. Bis Juli 1930 wird dieser erste Radiobetrieb in Dortmund existieren, dann wird der Sendebetrieb in Köln zentralisiert.

1926 – Das bereits 1921 erbaute Wedaustadion wird in Duisburg eingeweiht. Mit einer Kapazität von 40.000 Zuschauern ist es nach dem Berliner Grunewaldstadion die zweite Großkampfstätte im deutschen Reich. Bereits 1922 finden dort die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften statt. 1924 verliert Deutschland bei dem ersten Spiel einer deutschen Fußballnationalmannschaft auf deutschem Boden gegen Italien im Wedaustadion mit 1:0.

Der neue Stadtkreis Wanne-Eickel wird gebildet.

1928Paul Reusch gründet im Januar 1928 die Ruhrlade.

Am 1. April wird mit dem ersten Schritt der Kommunalen Neugliederung der Weimarer Zeit im Ruhrgebiet begonnen. In der Folge entstehen unter anderem die „Doppelstädte“ Gelsenkirchen-Buer und Duisburg-Hamborn. Bereits zwei Jahre zuvor hatten diese temporären Namenskonstrukte ihre Vorbilder in der Gestalt von Castrop-Rauxel und Wanne-Eickel gefunden.

Während des Ruhreisenstreits werden mehr als 200.000 Beschäftigte der Eisen- und Stahlindustrie ausgesperrt und müssen staatlich unterstützt werden.

1929 – Der Volkspark Grugapark wird als Große Ruhrländische Gartenbau-Ausstellung eröffnet.
Der Oberhausener Gasometer als größter Gasbehälter Europas fertiggestellt. Er ist bis in die Gegenwart weithin sichtbares Symbol der Industrieregion im Emschertal.
Das preußische Gesetz über die kommunale Neugliederung des rheinisch-westfälischen Industriegebiets tritt am 8. August 1929 in Kraft.
Mit Beginn der Weltwirtschaftskrise bricht die exportorientierte Produktion der Montanindustrie drastisch ein.

1932 – Die Weltwirtschaftskrise erreicht ihren Höhepunkt. Die Arbeitslosenquote im Ruhrgebiet liegt bei 31,2 %. Seit Beginn der Krise 1929 ist die exportorientierte Produktion der Montanindustrie drastisch eingebrochen. Die Eisenproduktion hat sich um 60 % verringert, ähnlich verhält es sich mit der Produktion im Stahlbereich und dem Steinkohlenbergbau.
Der Industrielle Friedrich Flick rettet sein Vermögen durch ein Geschäft mit Angehörigen der Reichsregierung, was als Gelsenberg-Affäre bekannt wird.

Das rheinisch-wesfälische Industriegebiet im Jahr 1930
Das rheinisch-wesfälische Industriegebiet im Jahr 1930

Drittes Reich 1933–1945

1933Nationalsozialistische Machtergreifung, die Steinwache in Dortmund wird Foltergefängnis der Gestapo.

1936 – Es kommt zu Enteignungen der jüdischen Geschäftsinhaber wie zum Beispiel der Gebr. Alsberg.

Am 20. April erhält Marl die Stadtrechte.

1938 – Während der Novemberpogrome werden die Synagogen der meisten Ruhrgebietsstädte zerstört, so die Alte Synagoge in Dortmund. Die Konstruktion der Synagoge in Essen ist so stabil, dass es unmöglich ist sie zu sprengen, ohne die umliegenden Gebäude zu gefährden, daher bleibt der Bau erhalten, obwohl sein Inneres verwüstet und verbrannt wird.

In der Drewer Mark in Marl werden die Chemischen Werke Hüls gegründet. Sie sind mehrheitlich ein Tochterunternehmen der I.G. Farben. Im Dritten Reich wird dort synthetischer Kautschuk, Buna, für Reifen hergestellt. Dabei werden auch Zwangsarbeiter in der Produktion eingesetzt.

1939 – Am 30. Januar erhält Waltrop die Stadtrechte.

Der Zweite Weltkrieg wird am 1. September begonnen.

1943 – Alliierte Luftangriffe auf das Ruhrgebiet zerstören in einigen Städten wie Dortmund und Duisburg die Wohnbebauung zu mehr als 65 %. In Essen ist es noch mehr als die Hälfte der Wohnhäuser. Tausende Menschen verlieren ihr Leben. Die Innenstadtbereiche entlang der Hellwegzone liegen nahezu vollständig in Trümmern.
Am 18. Mai 1943 wird die Möhnetalsperre von der britischen Luftwaffe bombardiert. Eine Flutwelle rast als Folge des Staumauerbruchs die Täler von Möhne und Ruhr hinab, über 1.000 Menschen kommen in den Fluten um.

Bereits während der Teheran-Konferenz wird deutlich, welche Bedeutung die Alliierten dem Ruhrgebiet bei einer Neuordnung Deutschlands nach Kriegsende zumessen. Nach dem Vorschlag Franklin D. Roosevelts käme die Industrieregion, unabhängig von anderen deutschen Teilstaaten, unter internationale Verwaltung.

Der Ruhrkessel 1945

1944 – Der Morgenthau-Plan wird in den Vereinigten Staaten diskutiert. Ihm zufolge wäre das Ruhrgebiet nach Kriegsende, neben einem Norddeutschen und einem Süddeutschen Staat, eine internationale Zone unter Verwaltung der UNO. Industrieanlagen drohte die Demontage, verbunden mit einem Verbot einer Reindustrialisierung.

1945 – Der Ruhrkessel fordert kurz vor Ende des Kriegs noch etwa 105 000 Tote.

Am 11. April wird der Rüstungsindustrielle Alfried Krupp von Bohlen und Halbach von amerikanischen Truppen in der Villa Hügel unter Arrest gestellt.

Während der Potsdamer Konferenz besprechen Winston Churchill und Josef Stalin einen Austausch von Ruhrkohle aus der englischen Besatzungszone gegen Lebensmittel aus der sowjetischen Zone. Gleichzeitig werden Reparationsleistungen in Form industrieller Ausrüstung des Ruhrgebiets festgelegt. Stalin und Truman sind sich einig, dass das Ruhrgebiet ein Teil Deutschlands bleibt, entgegen den Wünschen Frankreichs, das einen staatlichen Sonderstatus für die Industrieregion fordert.

Nachkriegszeit 1945 bis heute

1946 – Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen, auf dessen Gebiet das gesamte Ruhrgebiet liegt, durch die britische Militärregierung. Damit sind die Pläne Frankreichs einen Sonderstatus für das Ruhrgebiet einzuführen durch politische Tatsachen verhindert. Auch der alternative Vorschlag Stalins von Potsdam, einen Viermächtestatus für die Region einzuführen ist damit obsolet.

Größte Schlagwetterexplosion auf Zeche Grimberg III/IV mit 405 toten Bergleuten.

1946/47 – Der Hungerwinter trifft die Bevölkerung des Ruhrgebiets besonders hart. Tausende Städter unternehmen Hamsterfahrten zu den bäuerlichen Regionen des Umlands.

Die für den Wiederaufbau Deutschlands entscheidende Montanindustrie des Ruhrgebiets stand 1949 unter Kontrolle der internationalen Ruhrbehörde

1948 – Im Januar kommt es in den Ruhrgebietsstädten immer wieder zu Streiks der Arbeiter, allein in Essen treten 50.000 Menschen in den Ausstand. Die Arbeiter wollen auf die mangelhafte Versorgung mit Lebensmitteln aufmerksam machen. Insbesondere weigert sich Bayern seinen Verpflichtungen im Warenaustausch in der Bizone nachzukommen.

Mit der Währungsreform im Juni wird zwar das zuvor vielfach gehortete Warenangebot wieder sichtbar, jedoch haben gerade Haushalte mit geringem Einkommen, wie beispielsweise Arbeiterhaushalte, durch die folgende Abwertung des Geldvermögens die Hauptlast der Kriegskosten zu tragen.

1949 – Das Ruhrstatut vom 28. April 1949 regelt die Kontrolle der Kohle- und Stahlproduktion durch die Internationale Ruhrbehörde. Damit bleiben die rüstungsrelevanten Industrien des Ruhrgebiets auch mit Übergabe der staatlichen Souveränität an die Bundesrepublik im Mai unter internationaler Kontrolle. Am 13. Juni 1949 gehen belgische Soldaten gegen deutsche Arbeiter vor, die mit Barrikaden die Demontage eines Hydrierwerks verhindern wollen.

1950 – Im Ruhrrevier arbeiten 143 Zechen mit 433 359 Beschäftigten und 103 Mio Tonnen Steinkohle Jahresförderung.[162]

Am 12. Februar werden der Großgemeinde Kamp-Lintfort die Stadtrechte verliehen.

Am 6. April nimmt in Dortmund das Westfalenstudio des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) den Betrieb auf. Das Studio befindet sich in einem Seitenflügel der Industrie- und Handelskammer in der Stadt.

1951 – die paritätische Mitbestimmung in Montanbetrieben wird am 10. April gesetzlich beschlossen.

1952 – Die Dortmunder Westfalenhalle ist, nach der Zerstörung der ersten im Zweiten Weltkrieg, in ihrer heutigen Form wieder errichtet. Die Einweihung findet am 2. Februar in Anwesenheit von Bundespräsident Theodor Heuss statt.

Mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl am 23. Juli stellt die nach dem Ruhrstatut geschaffene Internationale Ruhrbehörde ihre Arbeit ein. Die Montanunion wird zur Keimzelle der Europäischen Union.

1953 – Die 7,5-Stunden-Schicht für Bergarbeiter unter Tage wird eingeführt.[162]

Das heutige Gebäude des Schauspielhauses Bochum wird eröffnet. Das Haus gilt bis heute als eine der besten Sprechbühnen Deutschlands.

1954 – Als erste deutsche Stadt rationiert Duisburg den Parkraum. Am 4. Januar 1954 werden in der Straße „Am Buchenbaum“ 20 so genannte Parkographen installiert.
In Oberhausen finden zum ersten Mal die Westdeutschen Kulturfilmtage statt.

1955 – Duisburg und Düsseldorf gründen die Deutsche Oper am Rhein. Sie entwickelt sich zu einer der renommiertesten Opernbühnen Deutschlands. In Dortmund wird das bis dahin älteste steinerne Rathaus in Deutschland abgerissen.
In Gelsenkirchen wird zur Bergung verschütteter Bergleute die Dahlbuschbombe entwickelt.

1956 – erreichen die Kohleförderung mit 124,6 Mio. Jahrestonnen und die Zahl der Beschäftigten mit 494.000 Kumpel im Ruhrbergbau ihren Höhepunkt.

1957 – startet der Unternehmensverband Ruhrbergbau unter dem Titel "Vita Nuova presso l'industria mineria di carbon fossile nella Germania Occidentale" eine Werbekampagne in ländlichen Regionen Italiens zur Anwerbung von Arbeitskräften.

An der Sternwarte Bochum empfängt im Oktober Heinz Kaminski, erstmals außerhalb der Sowjetunion, die Funksignale des ersten künstlichen Satelliten Sputnik 1.

1958 – Gründung des Bistum Essen (Ruhrbistum) aus Teilen der Bistümer Köln, Münster und Paderborn.

1959 – In Bonn protestieren Bochumer Bergarbeiter gegen den Import billiger amerikanischer Kohle. Das Zechensterben beginnt.

1959 – In Gelsenkirchen wird das Musiktheater im Revier des Architekten Werner Ruhnau eröffnet. Seine vom Bauhaus beeinflusste Architektur und die blauen Schwammreliefs des Künstlers Yves Klein geben dem Gebäude bis heute internationalen Rang.

1962 – Eröffnung eines Opel-Zweigwerkes in Bochum. Die Duisburger Mercatorhalle wird festlich eröffnet. Die Stadt Oberhausen feiert 100. Geburtstag.
Der Schriftsteller Max von der Grün veröffentlicht seinen ersten, die Arbeitswelt der Bergleute des Ruhrgebiets thematisierenden Roman Männer in zweifacher Nacht.

1963 – Die deutsche Bundesliga startet mit drei Vereinen aus dem Ruhrgebiet: Schalke 04, Meidericher SV (heute: MSV Duisburg), Borussia Dortmund

1964 – Der Adolf-Grimme-Preis wird erstmals in Marl vergeben. Erster Preisträger ist Günter Gaus.

Der Rationalisierungsverband des Steinkohlenbergbaus schlägt 31 Großzechen mit 64.000 Beschäftigten zur Schließung vor. Es kommt zu Demonstrationen.

Das Planetarium Bochum wird eröffnet. Es ist seither die modernste und größte Anlage dieser Art in Deutschland.

Ruhr-Universität Bochum

1965 – Die Ruhr-Universität Bochum wird eröffnet. Bundesgartenschau in der Essener Gruga.

Die Nordrhein-Westfälische Landesregierung unter Franz Meyers hat ernste Pläne zur Bildung eines Regierungsbezirks Ruhrgebiet. Mit dem Regierungswechsel im darauf folgenden Jahr wird die Idee nicht weiterverfolgt.

1966 – Die Mannschaft des BV 09 Borussia Dortmund gewinnt am 5. Mai mit einem 2:1-Sieg über den FC Liverpool im schottischen Glasgow den Europapokal der Pokalsieger.

Der Duisburger Vertrag wird am 16. September geschlossen. Er bildet als Einigung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Bayern über die Finanzierung und Ausführung der Ausbaumaßnahmen des Rhein-Main-Donau-Kanals die Grundlage für die durchgängig schiffbare Verbindung von der Rheinmündung in Rotterdam bis zur Donaumündung ins Schwarze Meer.

Das letzte Grubenpferd fährt auf Bergwerk General Blumenthal seine letzte Schicht.[162]

Im Gebietsentwicklungsplan 1966 werden die Regionalen Grünzüge A bis F des Siedlungsverbands Ruhrkohlenbezirk definiert.[183] Grünzüge zwischen den Kernstädten des Ruhrgebiets werden damit, als raumplanerisches Element erstmals in der Bundesrepublik, verbindlich.[184]

1967 – Das Unternehmen Krupp wird in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt.

1968 – Vom 25. bis zum 29. September finden die Internationalen Essener Songtage statt. Das Festival gilt als die Geburtsstunde eigenständiger deutscher Rockmusik.

Am 16. Dezember 1968 erfolgt die Gründung der Universität Dortmund.

1969 – Die Ruhrkohle AG wird gegründet.

Die auf Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen von den Ruhrgebietsstädten gegründete Stadtbahngesellschaft Ruhr übernimmt die Planung für das Stadtbahnnetz Rhein-Ruhr.

1970 – In Herne entsteht der erste Revierpark.

1972 – Es werden die Gesamthochschulen Essen und Duisburg gegründet. Sie werden 2003 zur Universität Duisburg-Essen fusioniert.

1973 – Die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen wird in Dortmund eingerichtet. In Mülheim an der Ruhr entsteht das RheinRuhrZentrum, Deutschlands erstes überdachtes Einkaufszentrum.

1974 – Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Es finden WM-Spiele in den neu errichteten Stadien Parkstadion in Gelsenkirchen und im Westfalenstadion in Dortmund statt.

1975 – Der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk (SVR) verliert durch Landesgesetz die Planungshoheit über das Ruhrgebiet. Die Kommunalen Neugliederung verschafft Bochum und Duisburg Gebietszuwächse: Bochum erhält Wattenscheid, Duisburg Rheinhausen, Homberg und Walsum. Herne und Wanne-Eickel schließen sich zusammen. Hamm wird durch die Eingliederung der Städte Heessen, Bockum-Hövel und der Gemeinden und Dörfer um Pelkum, Herringen, Rhynern und Uentrop zur Großstadt. Aus den Kreisen Dinslaken, Moers und dem südöstlichen Teil des Kreises Rees wird der Kreis Wesel gebildet.

Ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs für das Land Nordrhein-Westfalen in Münster beendet den Streit um das im Zuge der Kommunalen Neugliederung gebildete GlaBotKi. Der Zusammenschluss von Bottrop, Gladbeck und Kirchhellen wird für nichtig erklärt, Gladbeck wird Teil des Kreises Recklinghausen.

1976 Schließt die zweite Hammer Zeche Sachsen in Heessen, diesmal jedoch wegen der Kohlekrise.

1977 – Auf der Zeche Monopol wird eine Teufe von 1415 m erreicht. Der Jahrhundertvertrag soll die Zukunft der Kohleförderung sichern.

Erster Höhepunkt der Stahlkrise, die im Jahre 1975 ihren Anfang nimmt. Seit 1974 sinkt die Rohstahlerzeugung von 32,2 Mio. t auf 21,5 Mio t. Die Krise hat weite Teile des Ruhrgebiets erfasst. Im produzierenden Gewerbe gehen 200.000 Arbeitsplätze verloren.

In der Essener Innenstadt wird der Straßenbahnbetrieb zwischen Saalbau und Porscheplatz in den Untergrund verlegt. Mit der U 18 zwischen Mülheim und Essen wird die erste „echte“ Stadtbahn in Betrieb genommen.

Selm, seit zwei Jahren dem Kreis Unna angehörig, erhält Stadtrecht.

1979 – Aus dem Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk (SVR) wird der Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR). Zum ersten Mal wird im Ruhrgebiet Smogalarm am 17. Januar ausgelöst.

1980 – Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr wird gegründet. In der Haard wird Schacht Haltern 1 abgeteuft. Die Alte Synagoge in Essen wird Gedenkstätte.

Zeichen des Strukturwandels: 1983 fallen, trotz medial sehr erfolgreicher Proteste der Arbeiter, die Produktionsanlagen des Stahlwerkes in Duisburg-Rheinhausen

1981 – Erster Tatort mit Horst Schimanski löst Proteste in Duisburg aus.

1982 – Revierweite Proteste der Stahlarbeiter gegen Schließungs- und Entlassungsabsichten der Stahlunternehmen im Ruhrgebiet. Krupp legt das Walzwerk in Duisburg-Rheinhausen still. Der letzte Hochofen zwischen Duisburg und Dortmund wird in Gelsenkirchen stillgelegt.

1983 – Vorlage eines Konzeptes zur Neuordnung der deutschen Stahlindustrie. Das letzte Teilstück zwischen Bochum und Dortmund der S-Bahn von Düsseldorf nach Dortmund wird fertig gestellt.

1984 – Das Ruhrgebiet bewirbt sich um die Olympischen Spiele.
In Dortmund wird die erste U-Bahn-Linie eingeweiht.

Die erste Landesgartenschau in NRW findet auf dem sanierten und umgestalteten Gelände der Zeche Maximilian in Hamm statt. Die Zeche war als erste Hammer Zeche schon 1914 wegen eines unkontrollierbaren Soleeinbruchs geschlossen worden. Wahrzeichen der Veranstaltung ist die fast 40 m hohe Großplastik eines Elefanten aus Glas. Der Elefant ist heute Wahrzeichen und Maskottchen der Stadt.

1985 – Im westlichen Ruhrgebiet wird im Januar die höchste Smogalarm-Stufe ausgelöst. Nordrhein-Westfalen hat zu dieser Zeit die schärfsten Smog-Grenzwerte in Deutschland. Günter Wallraffs Buch Ganz unten wird veröffentlicht.

1986 – Im Mai kommt es zu einem schweren Störfall im Kernkraftwerk Hamm-Uentrop, eine radioaktive Wolke zieht von Hamm über das Ruhrgebiet. Die Betreiber versuchen den gefährlichen Unfall zu vertuschen. In Essen wird man auf die hohe Strahlung aufmerksam, da wegen der Tschernobyl-Katastrophe regelmäßige Messungen der Becquerelwerte stattfinden.

Das letzte Essener Bergwerk wird geschlossen.

1987 – Papst Johannes Paul II. besucht Essen und das Ruhrgebiet.

1988 – Der Initiativkreis Ruhrgebiet wird gegründet.

1989 – Anfang des Jahres werden erste deutsche Internetanschlüsse in Betrieb genommen. Führend beteiligt ist das Projekt EUnet der Universität Dortmund. Als erste der mittlerweile über 10 Millionen .de-Domains wird die Domain uni-dortmund.de registriert.

Die Internationale Bauausstellung Emscher Park beginnt ihre Arbeit.

1990 – Nach der Wiedervereinigung gibt das Ruhrgebiet seine Olympiabewerbung von 1984 zugunsten einer Bewerbung Berlins auf.

19 Zechen mit 101.000 Beschäftigten fördern 54 Millionen Tonnen Steinkohle. Schacht 9 der Zeche Auguste Victoria wird in Haltern in Betrieb genommen. Es ist die letzte Inbetriebnahme eines Schachtes im Ruhrbergbau.

Die Zeche Radbod – 1905 gegründet und Schauplatz des bis heute zweit schwersten Grubenunglücks Deutschland schließt planmäßig wegen der anhaltenden Steinkohlenbergbaukrise.

Die Brauerei Isenbeck in Hamm wird als letzte große Hammer Brauerei abgerissen, Isenbeck ist jetzt nur noch ein Markenname der Warsteiner Gruppe.

Ergebnis des Strukturwandels: das Einkaufszentrum CentrO in Oberhausen steht auf dem Gelände eines ehemaligen Hüttenwerkes

1992 – Im Dezember wird die Kokerei Kaiserstuhl in Dortmund als zu diesem Zeitpunkt modernste Kokerei Europas in Betrieb genommen. Die Anlage wird nur acht Jahre in Betrieb sein.

Das Alleecenter Hamm entsteht als eines der ersten großen Einkaufscenter modernen Zuschnitts im Ruhrgebiet, auf dem Gelände der Isenbeck-Brauerei in Hamm.

1993 – Die erste Mayday findet in der Westfalenhalle statt. Sie ist der größte Indoor-Rave in Deutschland und bis heute Teil der Technokultur.

1994 – Im Dezember wird ein EU-Gipfel in Essen in der Grugahalle abgehalten. Wichtigste Themen des Europäischen Rates sind Entwürfe zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Förderung der Chancengleichheit in der Europäischen Union.

1995 – Das Ruhrgebiet wird Teil der neu definierten Europäischen Metropolregion Rhein-Ruhr.

Der letzte Standort der Britischen Rheinarmee in Dortmund, die Suffolk Barracks, wird am 17. November geschlossen.

1996 – Am 11. September 1996 wird das Einkaufszentrum CentrO in Oberhausen eröffnet. Es ist Kernstück der Neuen Mitte auf dem Gelände der einstigen Gutehoffnungshütte und ein sichtbares Zeichen des Strukturwandels im Ruhrgebiet.

1997 – Im Rahmen der Bundesgartenschau in Gelsenkirchen wird das Gelände der ehemaligen Zeche Nordstern in den Landschaftspark Nordsternpark umgestaltet.

1999 – Finale der IBA Emscher Park, ein Beispiel für den Bereich Arbeiten im Park stellt die neue Nutzung des Innenhafens in Duisburg dar.

Verwaltungsgliederung des Ruhrgebietes

2004 – Der Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) wird durch den Regionalverband Ruhr (RVR) abgelöst. Dieser besitzt auf Druck der Ruhrgebietsstädte wieder erweiterte Rechte und hat jetzt zum Beispiel die Befugnis sogenannte Masterpläne zu erstellen.
Start des Umbaus des Emschersystems zum unterirdischen Emscherkanal.

Die Adam Opel AG plant, auch in Bochum mehrere tausend Arbeitsplätze abzubauen. Ein Streik der Belegschaft gegen den Willen der IG Metall und gegen ihren eigenen Betriebsrat legt die europäische Produktion für kurze Zeit still. Am 19. Oktober versammeln sich auf dem Platz am Schauspielhaus 25.000 Menschen zu einer spontanen Solidaritätskundgebung.

2005 – Einführung von Hartz IV. Fast 1 Mio. Menschen im Ruhrgebiet sind betroffen.
Von den Parteien der nordrhein-westfälischen Regierung wird die Bildung eines Regionalpräsidiums Ruhrgebiet angekündigt. In Duisburg und seinen Nachbarstädten Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Bottrop finden die 7. World Games statt.

Hamm erhält seit der Schließung der Zweigstelle der Pädagogischen Hochschule Ruhr wieder eine Hochschule, die privat SRH Hochschule für Logistik und Wirtschaft. Sie geht als SRH Fachhochschule Hamm an den Start.

2006 – Essen wird stellvertretend für das Ruhrgebiet zur Kulturhauptstadt 2010 gewählt. Dortmund und Gelsenkirchen sind Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2006.

2007 – Im Januar verständigt sich die Regierungskoalition des Bundes auf eine Einstellung der Subventionen für den deutschen Steinkohle-Bergbau im Jahr 2018. Unter gleichzeitigem Verzicht auf Strukturhilfen des Bundes für das Ruhrgebiet wird die Nordrhein-Westfälische Landesregierung die Unterstützung für den Bergbau bereits 2015 abbrechen. Die im Landeshaushalt freiwerdenden Gelder sollen laut Erklärung von Lutz Lienenkämper, dem wirtschaftspolitischen Sprecher der CDU Fraktion des Landtags, ausdrücklich nicht allein in den Strukturwandel des Ruhrgebiets fließen.[185]

Der Landtag verabschiedet das Gesetz zur Übertragung der Regionalplanung für die Metropole Ruhr auf den Regionalverband Ruhr.[186] Die Planungsaufgaben werden von den drei bisher zuständigen Regierungspräsidien übertragen.

In Essen findet im August die Loveparade statt. Die erste Veranstaltung nach dem Umzug der Parade von Berlin ins Ruhrgebiet steht unter dem Motto Love Is Everywhere.

2008 – Das Nokia-Werk Bochum wird geschlossen.

Die Loveparade feiert in Dortmund mit 1,6 Millionen Teilnehmern einen Besucherrekord.

2009 – Bedingt durch die Finanzkrise muss General Motors im Februar Insolvenz anmelden. Opel ist von der Zahlungsunfähigkeit des Automobilkonzerns betroffen. Zeitweilig wird eine Schließung des Bochumer Standortes erwogen. Im Januar 2010 wird der Erhalt der Werke im Ruhrgebiet bekanntgegeben.

Am 21. Oktober übernimmt der Regionalverband Ruhr wieder die Regionalplanung für das Ruhrgebiet, wie sie der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk schon seit der Gründung 1920 bis 1975 wahrgenommen hatte. Damit ist diese Aufgabe nach 34-jähriger Dreiteilung unter den Regierungsbezirken Arnsberg, Düsseldorf und Münster wieder zentral im Ruhrgebiet angesiedelt.

In Hamm entsteht die Staatliche Hochschule Hamm-Lippstadt.

Es fördern noch vier Bergwerke: Bergwerk West, Bergwerk Prosper-Haniel, Bergwerk Auguste Victoria und Bergwerk Ost.

RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas

2010 – Essen und das übrige Ruhrgebiet veranstalten RUHR.2010 – Kulturhauptstadt Europas. An der Eröffnungsfeier am 9. Januar auf dem Gelände der Zeche Zollverein nehmen unter anderem Bundespräsident Horst Köhler und José Manuel Barroso, Präsident der Europäische Kommission, teil. Das Leitprojekt Still-Leben auf der A 40 besuchen am 18. Juli 2010 geschätzt mehrere Millionen Menschen und feiern ein Fest der Alltagskulturen.

In Abwesenheit des EU-Kommissars für Energie, Günther Oettinger, beschließt die Europäische Kommission am 20. Juli den Vorschlag für eine Verordnung über staatliche Beihilfen zur Erleichterung der Stilllegung nicht wettbewerbsfähiger Steinkohlebergwerke die eine Ende 2010 auslaufende Verordnung ersetzen soll. Der Entwurf sieht die Stilllegung aller betroffenen Bergwerke bis Oktober 2014 vor.

Bei der Loveparade am 24. Juli 2010 kommt es zu einem Gedränge im Eingangsbereich des Veranstaltungsgeländes. Dabei sterben mindestens 21 Menschen.

In Hamm schließt mit dem Bergwerk Ost, der ehemaligen Zeche De Wendel beziehungsweise Zeche Heinrich-Robert das letzte Steinkohlenbergwerk des östlichen Ruhrgebiets. Die Stilllegung erfolgte am 30. September ohne Festakt, da die Stilllegung kein Grund zum Feiern sei. Ursprünglich war sie schon neun Monate früher geplant, jedoch musste die Zeche noch Produktionsausfälle des Bergwerkes Saar auffangen. Hamm ist nach 109 Jahren keine Bergbaustadt mehr, in der Region Hamm waren auf dem Höhepunkt des Steinkohlenbergbaues mehr als 40000 Menschen im Bergbau beschäftigt.

Es fördern noch drei Bergwerke: Bergwerk West, Bergwerk Prosper-Haniel und Bergwerk Auguste Victoria.

Einzelnachweise

  1. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 16
  2. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 17
  3. Vergleiche Karte Germanien und Rätien zur Römerzeit. In: Hans-Georg Stier u.a (Hrsg.): Westermann. Großer Atlas zur Weltgeschichte. Braunschweig: Georg Westermann Verlag, 1981, S. 37
  4. Heinz Cüppers: Artikel Sugambri. In: Der Kleine Pauly. Lexikon der Antike. Band 5: Schaf – Zythos. Nachträge. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1979, Spalte 415
  5. Reinhard Wolters: Römische Eroberung und Herrschaftsorganisation in Gallien und Germanien. Bochum: Brockmeyer, 1990, S. 140f und 149–157
  6. Tilmann Bechert: Asciburgium – Ausgrabungen in einem römischen Kastell am Niederrhein. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1974 (Duisburger Forschungen. Bd. 20)
  7. Zur Lage der erwähnten Römerlager und zur Marschrichtung der römischen Heere vergleiche: K. Stade: Deutschland in römischer Zeit. In: Walter Leisering (Hrsg.): Putzger. Historischer Weltatlas. 102. Auflage. Berlin: Cornelsen Verlag, 1993, S. 30f
  8. Zum Prozess der Romanisierung siehe: Harald von Petrikovits: Rheinische Geschichte in drei Bänden. Band I.1: Altertum. Düsseldorf: Schwann Verlag, 1978, S. 67–70
  9. Ihm: Franci. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Bd. VII.1, 13. Halbband: Fornax bis Glykon. Stuttgart: Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 1910, Sp. 82f; andere und detailliertere Einteilung des Stammesverbandes der Franken vgl. Sp. 83
  10. Harald von Petrikovits: Rheinische Geschichte in drei Bänden. Band I.1: Altertum. Düsseldorf: Schwann Verlag, 1978, S. 171
  11. Harald von Petrikovits: Rheinische Geschichte in drei Bänden. Band I.1: Altertum. Düsseldorf: Schwann Verlag, 1978, S. 177
  12. Ihm: Franci. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Bd. VII.1, 13. Halbband: Fornax bis Glykon. Stuttgart: Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 1910, Sp. 82
  13. Ihm: Franci. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Bd. VII.1, 13. Halbband: Fornax bis Glykon. Stuttgart: Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 1910, Sp. 82f; andere und detailliertere Einteilung des Stammesverbandes der Franken vgl. Sp. 85f
  14. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Bd. I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 22
  15. Peter La Baume: Die Römer am Rhein. 2. Aufl. Bonn: Wilhelm Stollfuss Verlag, o.J., S. 18
  16. Ihm: Franci. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Bd. VII.1, 13. Halbband: Fornax bis Glykon. Stuttgart: Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 1910, Sp. 85
  17. Heinz Cüppers: Franken. In: Der Kleine Pauly. Lexikon der Antike. Bd. 2: Dicta Catonis - Iuno. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1979, S. 608
  18. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 25
  19. Das merowingische Dispargum, ein ehemals römisches Kastell, lag westlich der Maas auf heute belgischem Gebiet. Vergleiche hierzu: Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 27f
  20. G. Bechthold: Zur Geschichte der Stadt Essen. In: Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern. Bd. 15: Essen, Düsseldorf, Duisburg. Unveränderter Nachdruck. Mainz: Verlag Philipp von Zabern, 1975, S. 134
  21. Wolf Schneider: Essen – Das Abenteuer einer Stadt. Düsseldorf / Wien: Econ Verlag, 1963, S. 33f
  22. Helga Mohaupt: Kleine Geschichte Essens. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 3. durchgesehene und erweiterte Auflage, Essen: Klartext Verlag, 2002, S. 21f
  23. Helga Mohaupt: Kleine Geschichte Essens. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 3. durchgesehene und erweiterte Auflage, Essen: Klartext Verlag, 2002, S. 17f
  24. Thomas Weiß: Hattingen-Chronik. Essen: Klartext-Verlag, 1996, S. 13
  25. Reg. Imp. II/3 Nr. 1059 und 1059a
  26. Ferdinand Frensdorff: Dortmunder Statuten und Urtheile. Halle a. S. : Verl. d. Buchhandl. d. Waisenhauses. 1882. S. X
  27. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 35f
  28. Helga Mohaupt: Kleine Geschichte Essens. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. 3. durchgesehene und erweiterte Auflage, Essen: Klartext Verlag, 2002, S. 20
  29. Monika von Alemann-Schwartz:„… geschehen im Jahre des Herrn 1093, … Mülheim, im Gericht des Grafen Bernher …“.Die Gerichtsurkunde von 1093 und ihre Hintergründe. In: 900 Jahre Mülheim an der Ruhr. 1093–1993. Zeitschrift des Geschichtsverein Mülheim an der Ruhr, Bd. 66. Hrsg. vom Geschichtsverein Mülheim an der Ruhr und dem Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr. Mülheim/Ruhr: Selbstverlag, 1993, S. 13–65
  30. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 36
  31. D. Ellmers: Duisburg. In: Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern, Bd. 15: Essen, Düsseldorf, Duisburg. Unveränderter Nachdruck. Mainz: Verlag Philipp von Zabern, 1975, S. 121
  32. D. Ellmers: Duisburg. In: Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern, Bd. 15: Essen, Düsseldorf, Duisburg. Unveränderter Nachdruck. Mainz: Verlag Philipp von Zabern, 1975, S. 120
  33. Elke Dißelbeck-Tewes: Mittelalterliche Frauenklöster zwischen Lippe und Ruhr. In: Ferdinand Seibt, Gudrun Gleba u.,a. (Hrsg.): Vergessene Zeiten. Mittelalter im Ruhrgebiet, Bd. 2. Essen: Verlag Peter Pomp, 1990, S. 153
  34. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 251–253
  35. Elke Dißelbeck-Tewes: Mittelalterliche Frauenklöster zwischen Lippe und Ruhr. In: Ferdinand Seibt, Gudrun Gleba u.,a. (Hrsg.): Vergessene Zeiten. Mittelalter im Ruhrgebiet, Bd. 2. Essen: Verlag Peter Pomp, 1990, S. 154
  36. Zur Ausdehnung des Bundes vergleiche Karte in Josef Niessen: Geschichtlicher Handatlas der deutschen Länder am Rhein. Band: Mittel- und Niederrhein. Köln: J. P. Bachem Verlag, 1950, S. 35
  37. Karl-Pollender-Stadtmuseum Werne (Hrsg.): Der Werner Städtebund von 1253 im Kontext der westfälischen Stadtentwicklung des 13. Jahrhunderts. In: 750 Jahre Werner Bund 1253–2003. Werne 2003, S. 11–15, Abdruck der Gründungsurkunde S. 3f
  38. Hermann Cardauns: Konrad (Erzbischof von Köln). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Leipzig: Duncker & Humblot, 1882, S. 583–587; Karin Groll: Konrad von Hochstaden. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 4, Herzberg 1992, Sp. 395–396
  39. Dieter Kastner: Die Territorialpolitik der Grafen von Kleve. Düsseldorf: Schwann, 1972, S. 24 (Veröffentlichungen des Historischen Vereins für den Niederrhein, Bd. 11); zugleich Diss.phil. Universität Bonn 1972
  40. Roland Günter: Kreis Dinslaken. Düsseldorf: L. Schwann Verlag, 1968, S. 17 (Die Denkmäler des Rheinlandes, Bd. 14)
  41. Karl Leopold Strauven: Adolf IV., Graf von Berg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Leipzig: Duncker & Humblot, 1875, S. 93; Helmut Dahm: Adolf IV. (VI.), Graf von Berg. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Berlin: Duncker & Humblot, 1953, S. 76
  42. Alfred Bruns: Limburg. Herzogtum. In: Gerhard Taddey (Hrsg.): Lexikon der deutschen Geschichte. Personen, Ereignisse. Institutionen. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag, 1979, S. 719
  43. Zur Machtkonstellation im Limburger Erbfolgestreit bzw. vor der Schlacht bei Worringen siehe: Irmgard Hantsche: Atlas zur Geschichte des Niederrheins. Kartographie von Harald Krähe. Bottrop / Essen: Verlag Peter Pomp, 1999 (Schriftenreihe der Niederrhein-Akademie, Bd. 4), S. 32f
  44. Albert K. Hömberg: Wirtschaftsgechichte Westfalens. Münster: Mehren & Hobbeling, 1968, S. 106
  45. Wilhelm Crecelius: Engelbert II. (Graf von der Mark). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6. Leipzig: Duncker & Humblot, 1877, S. 126
  46. Kurt Hofius: Die Pest am Niederrhein, insbesondere in Duisburg. In: Duisburger Forschungen. Bd. 15. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1971, S. 174–221
  47. Bodo Harenberg (Hrsg.): Chronik des Ruhrgebiets. Dortmund: Chronik Verlag, 1987, S. 34
  48. Joseph Milz: Die topographische Entwicklung Duisburgs bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. In: Ferdinand Seibt, Gudrun Gleba u.a. (Hrsg.): Vergessene Zeiten. Mittelalter im Ruhrgebiet. Bd. 2. Essen: Verlag Peter Pomp, 1990, S. 37
  49. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1973, S. 37
  50. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 280f
  51. Zu den näheren Umständen der Verpfändung und der im Herbst 1290 stattfindenden Fehde zwischen Duisburg und dem Grafen von Kleve siehe: Heinrich Averdunk / Walter Ring: Geschichte der Stadt Duisburg. Essen: Baedeker Verlag, 1927, S. 30
  52. Karl Theodor Wenzelburger: Reinald III. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 27. Leipzig: Duncker & Humblot, 1888, S. 726–728
  53. Pieter Lodewijk Muller: Eduard, Herzog von Geldern. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5. Leipzig: Duncker & Humblot, 1877, S. 649f
  54. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 40
  55. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 40f
  56. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band II: Die Ortsteile von den Anfängen, die Gesamtstadt seit 1905. Duisburg: Walter Braun Verlag, S. 187–189
  57. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band 2: Die Ortsteile von den Anfängen. Die Gesamtstadt seit 1905. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1974, S. 186
  58. Thomas Schilp: Die Reichsstadt (1250-1802). In: Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 76-79
  59. Wilhelm Crecelius: Engelbert III.. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 6, Leipzig: Duncker & Humblot, 1877, S. 126–128
  60. Thomas Schilp: Die Reichsstadt (1250-1802). In: Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 80
  61. Ausführliche Schilderung der Fehde in Thomas Schilp: Die Reichsstadt (1250-1802). In: Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 80-87
  62. Entgegen der älteren Geschichtsschreibung, die den wirtschaftlichen Niedergang Dortmunds in den Zusammenhang der Großen Fehde stellt, vergleiche Thomas Schilp: Die Reichsstadt (1250-1802). In: Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 87-92
  63. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Bd. I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 42
  64. Wolf Schneider: Essen – Das Abenteuer einer Stadt. Düsseldorf: Econ Verlag, 1963, S. 86f
  65. Bodo Harenberg (Hrsg.): Chronik des Ruhrgebiets. Dortmund: Chronik Verlag, 1987, S. 38
  66. Kuno Drollinger: Artikel Soester Fehde. In: Gerhard Taddey (Hrsg.): Lexikon der deutschen Geschichte. Personen – Ereignisse – Institutionen. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag, 1979, S. 1130
  67. Zur Soester Fehde und Duisburgs Rolle in derAuseinandersetzung siehe: Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1973, S. 43–45
  68. Gustav Engel: Politische Geschichte Westfalens. Köln/Berlin: Grote, 1968, S. 140f
  69. Albert K. Hömberg: Wirtschaftsgeschichte Westfalens.Münster: Mehren & Hobbeling1968, S. 88f
  70. Alois Schröer: Die Reformation ins Westfalen. Der Glaubenskampf einer Landschaft. Bd 1. Münster: Aschendorff Verlag, 1979, S. 411
  71. Thomas Schilp: Die Reichsstadt (1250-1802) . In: Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 94f
  72. Irmgard Hantsche: Atlas zur Geschichte des Niederrheins. Kartographie: Harald Krähe. Bottrop / Essen: Verlag Peter Pomp, 1999, S. 72f
  73. Woldemar Harleß: Johann III., Herzog von Cleve-Mark und Jülich-Berg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14. Leipzig: Duncker & Humblot, 1881, S. 213–215; Wilhelm Janssen: Johann III. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 10. Berlin: Duncker & Humblot, 1974, S. 493 f
  74. Christian Schulte: Versuchte konfessionelle Neutralität im Reformationszeitalter. Die Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg unter Johann III. und Wilhelm V. und das Fürstbistum Münster unter Wilhelm von Ketteler. Münster: Lit Verlag, 1995 (Geschichte, Bd. 9); zugleich Universität Münster (Westf.) Diss.phil 1995, S. 20-22
  75. Christian Schulte: Versuchte konfessionelle Neutralität im Reformationszeitalter. Die Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg unter Johann III. und Wilhelm V. und das Fürstbistum Münster unter Wilhelm von Ketteler. Münster: Lit Verlag, 1995 (Geschichte, Bd. 9); zugleich Universität Münster (Westf.) Diss.phil 1995, S. 32f
  76. Zum Inhalt der Kirchenordnung und deren Rezeption vergleiche Christian Schulte: Versuchte konfessionelle Neutralität im Reformationszeitalter. Die Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg unter Johann III. und Wilhelm V. und das Fürstbistum Münster unter Wilhelm von Ketteler. Münster: Lit Verlag, 1995 (Geschichte, Bd. 9); zugleich Universität Münster (Westf.) Diss.phil 1995, S. 34-36
  77. Zusammenfassend zur klevischen Kirchenordnung von 1532/1533 siehe Alois Schröer: Die Reformation in Westfalen. Der Glaubenskampf einer Landschaft. Bd 1. Münster: Aschendorff Verlag, 1979, S. 232-236
  78. Zum Inhalt der „Declaratio“ und ihrer Bedeutung für die weitere Entwicklung vergleiche Christian Schulte: Versuchte konfessionelle Neutralität im Reformationszeitalter. Die Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg unter Johann III. und Wilhelm V. und das Fürstbistum Münster unter Wilhelm von Ketteler. Münster: Lit Verlag, 1995 (Geschichte, Bd. 9); zugleich Universität Münster (Westf.) Diss.phil 1995, S. 41-44
  79. Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908. Herausgegeben vom Geschichtsverein Mülheim an der Ruhr. Mülheim a. d. Ruhr: Julius Bagel, 1908. Unveränderter Nachdruck, Mülheim a. d. Ruhr, 1983, S. 129-132
  80. Alois Schröer: Die Reformation ins Westfalen. Der Glaubenskampf einer Landschaft. Bd 1. Münster: Aschendorff Verlag, 1979, S. 412
  81. Alois Schröer: Die Reformation ins Westfalen. Der Glaubenskampf einer Landschaft. Bd 1. Münster: Aschendorff Verlag, 1979, S. 413f
  82. Alois Schröer: Die Reformation ins Westfalen. Der Glaubenskampf einer Landschaft. Bd 1. Münster: Aschendorff Verlag, 1979, S. 414
  83. August Döring: Hamelmann, Hermann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10. Leipzig: Duncker & Humblot, 1879, S. 474–476
  84. Thomas Schilp: Die Reichsstadt (1250-1802). In: Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 182-185
  85. Alois Schröer: Die Reformation ins Westfalen. Der Glaubenskampf einer Landschaft. Bd 1. Münster: Aschendorff Verlag, 1979, S. 417
  86. Irmgard Hantsche: Buchdruck am Niederrhein bis zum 17. Jahrhundert. In: Irmgard Hantsche: Atlas zur Geschichte des Niederrheins. Kartographie: Harald Krähe. Bottrop / Essen: Verlag Peter Pomp, 1999, S. 86f (Schriftenreihe der Niederrhein-Akademie. Bd. 4)
  87. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 264f
  88. Christian Schulte: Versuchte konfessionelle Neutralität im Reformationszeitalter. Die Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg unter Johann III. und Wilhelm V. und das Fürstbistum Münster unter Wilhelm von Ketteler. Münster: Lit Verlag, 1995 (Geschichte, Bd. 9); zugleich Universität Münster (Westf.) Diss.phil 1995, S. 173-176
  89. Günter von Roden: Duisburg im Jahre 1566. Der Stadtplan des Johannes Corputius. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1964 (Duisburger Forschungen. Beiheft 6). Vergleiche auch: Heike Frosien-Leinz: Der Corputius-Plan: Kommunales Selbstbewusstsein und Werbemittel, in: Frosien-Leinz, Heike (Redaktion):Von Flandern zum Niederrhein: Wirtschaft und Kultur überwinden Grenzen. Begleitband zur Ausstellung. Hrsg. von Stadt Duisburg - Die Oberbürgermeisterin, Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg, 2000, S. 87-100
  90. Vergleiche Kapitel „Dreißig- oder Achtzigjähriger Krieg – Die niederheinische Perspektive“. In: Stephan Ehrenpreis (Hrsg.): Der Dreißigjährige Krieg im Herzogtum Berg und in seinen Nachbarregionen. Unter Mitarbeit von Klaus Herdepe. Neustadt an der Aisch: Verlagsdruckerei Schmidt, 2002, S. 9–64
  91. Franz Petri: Im Zeitalter der Glaubenskämpfe (1500–1648). In: Franz Petri / Georg Droege: Rheinische Geschichte. Band 2: Neuzeit. Düsseldorf: Schwann Verlag, 1976, S. 84
  92. Franz Petri: Im Zeitalter der Glaubenskämpfe (1500–1648). In: Franz Petri / Georg Droege: Rheinische Geschichte. Band 2: Neuzeit. Düsseldorf: Schwann Verlag, 1976, S. 85
  93. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band 2: Die Ortsteile von den Anfängen. Die Gesamtstadt seit 1905. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1974, S. 130
  94. Wolf Schneider: Essen – Das Abenteuer einer Stadt. Düsseldorf: Econ Verlag, 1963, S. 96
  95. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band 2: Die Ortsteile von den Anfängen. Die Gesamtstadt seit 1905. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1974, S. 197
  96. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 48
  97. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band II: Die Ortsteile von den Anfängen, die Gesamtstadt seit 1905. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1974, S. 695
  98. Rudolf op ten Höfel: Kleine Geschichte der Stadt Mülheim an der Ruhr. Bearbeitet von Klaus op ten Höfel. Zeitschrift des Geschichtsvereins Mülheim a. d. Ruhr. Heft 54 / 1978, S. 46
  99. Wolf Schneider: Essen – Das Abenteuer einer Stadt. Düsseldorf / Wien: Econ Verlag, 1963, S. 96f
  100. Thomas Schilp: Die Reichsstadt (1250 bis 1802). In: Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 190
  101. Franz Petri: Im Zeitalter der Glaubenskämpfe (1500-1648). In: Franz Petri / Georg Droege (Hrsg.): Rheinische Geschichte. Bd. 2: Neuzeit. Düsseldorf: Schwann Verlag, 1976, S. 99
  102. Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr. Herausgegeben vom Geschichtsverein Mülheim an der Ruhr. Mülheim a. d. Ruhr: Julius Bagel, 1908. Unveränderter Nachdruck, Mülheim a. d. Ruhr, 1983, S. 46
  103. Rolf-Achim Mostert: Der jülich-klevische Regiments- und Erbfolgestreit – ein Vorspiel zum Dreißigjährigen Krieg? In: Stefan Ehrenpreis (Hrsg.): Der Dreißigjährige Krieg im Herzogtum Berg und in seinen Nachbarregionen. Neustadt an der Aisch: Verlagsdruckerei Schmidt, 2002, S. 26–64 (Bergische Forschungen. Quellen und Forschungen zur bergischen Geschichte, Kunst und Literatur. Bd. 28)
  104. Gerhard Taddey: Jülich-Klevischer Erbfolgestreit. In: Gerhard Taddey (Hrsg.): Lexikon der deutschen Geschichte. Personen – Ereignisse – Institutionen. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag, 1979, S. 600
  105. Albert K. Hömberg: Wirtschaftsgeschichte Westfalens. Münster: Mehren & Hobbeling, 1968, S. 91
  106. Otto R. Redlich: Mülheim a. d. Ruhr. Seine Geschichte von den Anfängen bis zum Übergang an Preußen 1815. Mülheim an der Ruhr: Selbstverlag der Stadt Mülheim an der Ruhr, 1939, S. 195
  107. Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 191
  108. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band 1: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 54f
  109. Wolf Schneider: Essen – Das Abenteuer einer Stadt. Düsseldorf: Econ Verlag, 1963, S. 99–101
  110. Otto R. Redlich: Mülheim a. d. Ruhr. Seine Geschichte von den Anfängen bis zum Übergang an Preußen 1815. Mülheim an der Ruhr: Selbstverlag der Stadt Mülheim an der Ruhr, 1939, S. 198f
  111. Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 193
  112. Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 194
  113. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band 1: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 57
  114. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band 1: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 58
  115. Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 195
  116. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band 1: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 58f
  117. Johannes Arndt: Die Ergebnisse der Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück für die rheinischen Territorien. In: Stefan Ehrenpreis (Hrsg.): Der Dreißigjährige Krieg im Herzogtum Berg und in seinen Nachbarregionen. Neustadt an der Aisch: Verlagsdruckerei Schmidt, 2002, S. 299–327 (Bergische Forschungen. Quellen und Forschungen zur bergischen Geschichte, Kunst und Literatur. Bd. 28)
  118. Thomas Schilp: Die Reichsstadt (1250-1802). In: Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 187
  119. Thomas Schilp: Die Reichsstadt (1250-1802). In: Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 187f
  120. Thomas Schilp: Die Reichsstadt (1250-1802). In: Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 188f
  121. Karl-Heinz Bader: Bochum. Der Steinkohlenbergbau und sein Einfluß auf die Entwicklung dieser Stadt. In: Ernst Beier (Hrsg.): Die historische Entwicklung des Ruhrgebiets unter besonderer Berücksichtigung des Bergbaus. Bochum: Studienverlag Brockmeyer, 1988, S. 96f
  122. Bruno J. Sobotka: Die Entwicklung der Stadt Witten unter besonderer Berücksichtigung des Bergbaus. In: Ernst Beier (Hrsg.): Die historische Entwicklung des Ruhrgebiets unter besonderer Berücksichtigung des Bergbaus. Bochum: Studienverlag Brockmeyer, 1988, S. 75
  123. Zur Bedeutung von Angerort siehe: Günther Engelbert: Angerort als Festung gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1961 (Duisburger Forschungen, Bd. 5), S. 192–204; dort auch eine Abbildung
  124. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Auflage Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 59
  125. Gustav Engel: Politische Geschichte Westfalens. Köln und Berlin: Grote, 1968, S. 183-189
  126. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band II: Die Ortsteile von den Anfängen, die Gesamtstadt seit 1905. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1974, S. 696
  127. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band I: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Auflage Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 60f
  128. Max Braubach: Vom Westfälischen Frieden bis zum Wiener Kongress (1648–1815). In: Franz Petri / Georg Droege (Hrsg.): Rheinische Geschichte. Band II: Neuzeit. Düsseldorf: Schwann Verlag, 1976, S. 250
  129. Max Braubach: Vom Westfälischen Frieden bis zum Wiener Kongress (1648–1815). In: Franz Petri / Georg Droege (Hrsg.): Rheinische Geschichte. Band II: Neuzeit. Düsseldorf: Schwann Verlag, 1976, S. 256f
  130. Wilhelm Gaß: Clauberg, Johann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 4, Leipzig: Duncker & Humblot, S. 277–279 - Hans Saring: Clauberg, Johann. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 3, Berlin: Duncker & Humblot, 1957, S. 265f
  131. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band 1: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Braun Verlag, 1975, S. 305-307
  132. Die Landes- und Universitätsbibliothek an der „Heinrich Heine Universität“ in Düsseldorf hat den Gesamtbestand der Zeitung online zugänglich gemacht: http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/periodical/titleinfo/416472
  133. Thomas Schilp: Die Reichsstadt (1250-1802). In: Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 210
  134. August Döring: Mallinckrodt, Arnold. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 20. Leipzig: Duncker & Humblot, 1884, S. 141–143
  135. Jacob Achilles Mähly: Cortüm, Karl Arnold. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 4. Leipzig: Duncker & Humblot, 1876, S. 507; Jakob Franck: Kortum, Karl Arnold. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16. Leipzig: Duncker & Humblot, 1882, S. 728–730.
  136. Thomas Schilp: Die Reichsstadt (1250-1802). In: Gustav Luntowski u.a.: Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg. vom Stadtarchiv Dortmund. Dortmund: Harenberg Verlag, 1994, S. 210f
  137. Wolfgang Köllmann: Beginn der Industrialisierung. In: Wolfgang Köllmann, Hermann Korte, Dietmar Petzina, Wolfhard Weber: Das Ruhrgebiet im Industriezeitalter. Geschichte und Entwicklung. Bd. 1. Düsseldorf: Schwann im Patmos Verlag, 1990, S. 60
  138. Gustav Adolf Wüstenfeld: Die Ruhrschiffahrt von 1780 bis 1890. Wetter: Gustav Adolf Wüstenfeld Verlag, 1978, S. 108 (Monographien zur Geschichte des Ruhrgebietes, Bd. 2)
  139. Hort M. Bronny / Wilfried Dege: Raumpotential und Raumstruktur an der Schwelle zur Insztrialisierung. In: Wolfgang Köllmann, Hermann Korte, Dietmar Petzina, Wolfhard Weber: Das Ruhrgebiet im Industriezeitalter. Geschichte und Entwicklung. Bd. 1. Düsseldorf: Schwann im Patmos Verlag, 1990, S. 100
  140. a b Kurt Pfläging: Der Hattinger Bergbau. In: Ernst Beier (Hrsg.): Die historische Entwicklung des Ruhrgebiets unter besonderer Berücksichtigung des Bergbaus. Bochum: Studienverlag Brockmeyer, 1988, S. 55f
  141. Hort M. Bronny / Wilfried Dege: Raumpotential und Raumstruktur an der Schwelle zur Insztrialisierung. In: Wolfgang Köllmann, Hermann Korte, Dietmar Petzina, Wolfhard Weber: Das Ruhrgebiet im Industriezeitalter. Geschichte und Entwicklung. Bd. 1. Düsseldorf: Schwann im Patmos Verlag, 1990, S. 100f
  142. Bruno J. Sobotka: Die Entwicklung der Stadt Witten unter besonderer Berücksichtigung des Bergbaus. In: Ernst Beier (Hrsg.): Die historische Entwicklung des Ruhrgebiets unter besonderer Berücksichtigung des Bergbaus. Bochum: Studienverlag Brockmeyer, 1988, S. 78
  143. Kurt Pfläging: Der Hattinger Bergbau. In: Ernst Beier (Hrsg.): Die historische Entwicklung des Ruhrgebiets unter besonderer Berücksichtigung des Bergbaus. Bochum: Studienverlag Brockmeyer, 1988, S. 55
  144. Wolfgang Köllmann: Beginn der Industrialisierung. In: Wolfgang Köllmann, Hermann Korte, Dietmar Petzina, Wolfhard Weber: Das Ruhrgebiet im Industriezeitalter. Geschichte und Entwicklung. Bd. 1. Düsseldorf: Schwann im Patmos Verlag, 1990, S. 24f
  145. Bruno J. Sobotka: Die Entwicklung der Stadt Witten unter besonderer Berücksichtigung des Bergbaus. In: Ernst Beier (Hrsg.): Die historische Entwicklung des Ruhrgebiets unter besonderer Berücksichtigung des Bergbaus. Bochum: Studienverlag Brockmeyer, 1988, S. 76
  146. Gerhard Gebhardt: Ruhrbergbau. Geschichte, Aufbau und Verflechtung seiner Gesellschaften und Organisationen. Essen: Glückauf Verlag, 1957, S. 5-8
  147. Wolfgang Köllmann: Beginn der Industrialisierung. In: Wolfgang Köllmann, Hermann Korte, Dietmar Petzina, Wolfhard Weber: Das Ruhrgebiet im Industriezeitalter. Geschichte und Entwicklung. Bd. 1. Düsseldorf: Schwann im Patmos Verlag, 1990, S. 31
  148. Friedrich Zunkel: Aspekte der Industrialisierung des Ruhrgebiets im 19. Jahrhundert - unter besonderer Berücksichtigung des Ruhrbergbaus. In:Kurt Düwell / Wolfgang Köllmann (Hrsg.): Rheinland-Westfalen im Industriezeitalter. Bd. 1: Von der Entstehung der Provinzen bis zur Reichsgründung. Wuppertal: Peter Hammer Verlag,1983, S. 177
  149. Wolfgang Köllmann: Frühe Unternehmer. In: Walter Först (Hrsg.): Ruhrgebiet und neues Land. Köln / Berlin: Grote, 1968, S. 16f (Beiträge zur neueren Landesgeschichte des Rheinlandes und Westfalens, Bd. 2)
  150. Zur Geschichte der „St.-Anthony-Hütte“ vergleiche: Roland Günther: Oberhausen. Düsseldorf: Schwann, 1975, S. 79–90 (Die Denkmäler des Rheinlandes. Bd. 22)
  151. Wolfgang Köllmann: Frühe Unternehmer. In: Walter Först (Hrsg.): Ruhrgebiet und neues Land. Köln / Berlin: Grote, 1968, S. 17f (Beiträge zur neueren Landesgeschichte des Rheinlandes und Westfalens, Bd. 2)
  152. Wolfgang Köllmann: Frühe Unternehmer. In: Walter Först (Hrsg.): Ruhrgebiet und neues Land. Köln / Berlin: Grote, 1968, S. 17f (Beiträge zur neueren Landesgeschichte des Rheinlandes und Westfalens, Bd. 2)
  153. Zur territorialen Neugliederung 1803 vergleiche Karte in Irmgard Hantsche: Atlas zur Geschichte des Niederrheins. Kartographie: Harald Krähe. Essen / Bottrop: Verlag Peter Pomp, 1999, S. 116f (Schriftenreihe der Niederrhein-Akademie Bd. 4)
  154. Helmuth Rönnefahrt: Konferenzen und Verträge. Vertrags-Ploetz, ein Handbuch geschichtlich bedeutsamer Zusammenkünfte, Vereinbarungen, Manifeste und Memoranden. Teil II: 1493-1952. Bielefeld: Ploetz Verlagsbuchhandlung, 1952, S. 99
  155. Meent W. Francksen: Staatsrat und Gesetzgebung im Großherzogtum Berg (1806-1813). Frankfurt am Main / Bern: Verlag Peter Lang, 1982, S. 17 (Rechtshistorische Reihe, Bd. 23)
  156. Josef Niessen: Geschichtlicher Handatlas der deutschen Länder am Rhein. Band: Mittel- und Niederrhein. Köln: J. P. Bachem Verlag, 1950, S. 40
  157. Mahmoud Kandil: Sozialer Protest gegen das napoleonische Herrschaftssystem. Äußerungen der Bevölkerung des Großherzogtums Berg 1808-1913 aus dem Blickwinkel der Obrigkeit. Aachen: Mainz Verlag, 1995, S. 28-31; zugleich Diss. phil. Fernuniversität Hagen 1995
  158. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Bd. 1: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 173
  159. Max Braubach: Vom Westfälischen Frieden bis zum Wiener Kongress (1648–1815). In: Franz Petri / Georg Droege (Hrsg.): Rheinische Geschichte. Bd. 2: Neuzeit. Düsseldorf: Schwann Verlag, 1976, S. 346
  160. Gustav Engel: Politische Geschichte Westfalens. Köln / Berlin: Grote, 1968, S. 233
  161. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Bd. 1: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 70
  162. a b c d e f Damals auf dem Pütt. In: WAZ Extra, Essen, 16. April 2010
  163. Franz Maria Feldhaus: Krupp, Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 55. Leipzig: Duncker & Humblot, 1910, S. 537 f.; Renate Köhne-Lindenlaub: Krupp, Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 13. Leipzig: Duncker & Humblot, 1982, S. 129 f
  164. Otto Schell: Harkort, Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 50, Leipzig: Duncker & Humblot, 1905, S. 1–6
  165. Peter Borscheid: Westfälische Industriepioniere in der Frühindustrialisierung. In: Kurt Düwell / Wolfgang Köllmann (Hrsg.): Rheinland-Westfalen im Industriezeitalter. Bd. 1: Von der Entstehung der Provinzen bis zur Reichsgründung. Wuppertal: Peter Hammer Verlag, 1983, S. 165
  166. Mertes, P.H.: Das Werden der Dortmunder Wirtschaft – Im Auftrage der Industrie- und Handelskammer geschrieben, Dortmund: Ruhfus, 1940, S. 109
  167. Reininghaus, Wilfried: Piepenstock, Hermann Diedrich. In: Bohrmann, Hans (Hrsg.): Biographien bedeutender Dortmunder. Menschen in, aus und für Dortmund. Band 1. Dortmund: Ruhfus Verlag, 1994, S. 109ff.
  168. Walter Gronemann: Kleine Geschichte der Stadt Hörde. Dortmund, 1991, S. 76-79
  169. Luntowski, Gustav: Kleine Wirtschaftsgeschichte von Dortmund. Dortmund, 1988, S. 49
  170. Winterfeld, Luise von: Geschichte der freien Reichs- und Hansestadt Dortmund. 2. erweiterte Auflage, Dortmund: Ruhfus Verlag, 1956, S. 170
  171. Winterfeld, Luise von: Geschichte der freien Reichs- und Hansestadt Dortmund. 2. erweiterte Auflage, Dortmund: Ruhfus Verlag, 1956, S. 171f
  172. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band 1: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 188f
  173. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band 1: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 191f
  174. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band 1: Das alte Duisburg von den Anfängen bis 1905. 3. Aufl. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1975, S. 191f
  175. Zu Entstehung, Ausbau und Beschreibung der Siedlung vergleiche: Günter, Roland: Oberhausen. Düsseldorf: Schwann Verlag, 1975, S. 92–96 (Die Denkmäler des Rheinlandes. Band 22)
  176. Denkschrift zur Hundertahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908. Hrsg. vom Geschichtsverein Mülheim an der Ruhr. Mülheim an der Rur: Julius Bagel, 1908, S. 84f
  177. Gerhard Gebhardt: Ruhrbergbau. Geschichte, Aufbau und Verflechtung seiner Gesellschaften und Organisationen. Essen: Glückauf Verlag, 1957, S. 20f
  178. Zur Entstehung Oberhausens vergleiche: Heinz Reif: Die verspätete Stadt. Industrialisierung, städtischer Raum und Politik in Oberhausen 1846–1929. Textband. Köln: Rheinland Verlag, S. 162–172
  179. Lothar Machtan: Streiks und Ausperrungen im Deutschen Kaiserreich. Eine sozialgeschichtliche Dokumentation für die Jahre 1871 bis 1875. Berlin: Colloquium Verlag, 1984, S. 207 (Beiheft zur Internationalen Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Bd. 9); vgl. auch Klaus Tenfelde: Sozialgeschichte der Bergarbeiterschaft an der Ruhr im 19. Jahrhundert. 2. Aufl., Bonn 1981, S. 464–486; vgl. auch Dietrich Milles: „Aber es kam kein Mensch nach den Gruben, um anzufahren …“. Ruhrbergarbeiterbewegung, Sozialdemokratie und Klassenverhältnisse in Preußen-Deutschland 1867–1878. Frankfurt/Main 1983, S. 133–265
  180. Lothar Machtan: Streiks und Ausperrungen im Deutschen Kaiserreich. Eine sozialgeschichtliche Dokumentation für die Jahre 1871 bis 1875. Berlin: Colloquium Verlag, 1984, S. 405 (Beiheft zur Internationalen Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Bd. 9)
  181. Günter von Roden: Geschichte der Stadt Duisburg. Band 2: Die Ortsteile von den Anfängen. Die Gesamtstadt seit 1905. Duisburg: Walter Braun Verlag, 1974, S. 157f
  182. Erhard Luas-Busemann: Kapp-Putsch und Rote Ruhrarmee. In: Johannes Gorlas / Detlev J. K. Peukert (Hrsg.): Ruhfrkampf 1920. Essen: Klartext Verlag, 1987, S. 60
  183. Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk: Gebietsentwicklungsplan 1966/ Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk. Deutscher Gemeindeverl./ Kohlhammer, Köln 1967.
  184. Ulrike Weiland: Einführung in die Raum- und Umweltplanung. Schöningh, Paderborn 2007, ISBN 978-3-506-76366-2.
  185. LANDTAG INTERN 3/2007, S. 9, ISSN 0934-9154
  186. Gesetz und Verordnungsblatt des Landes NRW Nr. 14

Literatur

Chroniken:

  • Bodo Harenberg (Hrsg.): Chronik des Ruhrgebiets. WAZ-Buch Chronik Verlag, Dortmund 1987, ISBN 3-88379-089-3 (mit 155 Kalendarien, 1.693 Einzelartikeln, 1.759 überwiegend farbigen Abbildungen, 19 Übersichtsartikeln, Tabellen- und Statistik-Anhang sowie Personen- und Sachregister).
  • Wolfgang Köllmann u.a.: Das Ruhrgebiet im Industriezeitalter. Geschichte und Entwicklung. 2 Bände, Patmos-Verlag, Düsseldorf 1990, ISBN 3-491-33206-0.
  • Dietmar Bleidick, Manfred Rasch (Hrsg.): Technikgeschichte im Ruhrgebiet. Technikgeschichte für das Ruhrgebiet. Klartext Verlag, Essen 2004, ISBN 3-89861-376-3.
  • Georg W. Oesterdiekhoff, Hermann Strasser: Köpfe der Ruhr. 200 Jahre Industriegeschichte und Strukturwandel im Lichte von Biografien. Klartext Verlag, Essen 2009, ISBN 978-3-8375-0036-3.

Vor der Industrialisierung:

  • Detlef Hopp, Charlotte Trümpler: Die frühe römische Kaiserzeit im Ruhrgebiet. Kolloquium des Ruhrlandmuseums und der Stadtarchäologie/Denkmalbehörde in Zusammenarbeit mit der Universität Essen, Klartext Verlag, Essen 2001, ISBN 3-89861-069-1.
  • Ferdinand Seibt (Hrsg.): Vergessene Zeiten, Mittelalter im Ruhrgebiet. Katalog zur Ausstellung (26. September 1990 bis 6. Januar 1991) im Ruhrlandmuseum Essen, 2 Bände, Essen 1990.
  • Ernst Dossmann: Auf den Spuren der Grafen von der Mark. Wissenswertes über das Werden und Wachsen der ehemaligen Grafschaft Mark und über den Märkischen Kreis. Verlag Mönnig, Iserlohn 1983, ISBN 3-922885-14-4.
  • Johann Dietrich von Steinen: Westphälische Geschichte. 1757.
  • Harald Polenz: Von Grafen, Bischöfen und feigen Morden. Klartext Verlag, Essen 2004, ISBN 3-89861-260-0.
  • Albert K. Hömberg: Geschichtliche Nachrichten über Adelssitze und Rittergüter im Herzogtum Westfalen und ihre Besitzer. aus dem Nachlass veröffentlicht, Münster / Westf. 1969–1979, 20 Hefte (Veröffentlichungen der Hist. Komm. Westfalens, Band 33).
  • Friedrich Keinemann: Soziale und politische Geschichte des westfälischen Adels 1815–1945. Hamm 1976.
  • Jan Gerchow: Haus, Stand und Amt. Die Gesellschaft des Ruhrgebiets vor der Industrie. In: Die Erfindung des Ruhrgebiets. Arbeit und Alltag um 1900. Katalog zur sozialhistorischen Dauerausstellung, Ruhrlandmuseum Essen, hrsg. von Michael Zimmermann u.a., Essen-Bottrop 2000, ISBN 3-89355-211-1, S. 31–46.
  • Andreas Schlieper: 150 Jahre Ruhrgebiet. Ein Kapitel deutscher Wirtschaftsgeschichte. Verlag Schwann, Düsseldorf 1986, ISBN 3-590-18150-8.
  • Hans Spethmann: Das Ruhrgebiet im Wechselspiel von Land und Leuten, Wirtschaft, Technik und Politik. Band 1: Von der Vorrömerzeit bis zur Gestalt eines Reviers in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Verlag Reimar Hobbing, Berlin 1933 (unveränderter Nachdruck: Klartext Verlag, Essen 1995, ISBN 3-88474-287-6).

Bergbau und Zechen:

  • Wilhelm Hermann, Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. 5. Auflage. Langewiesche Nachf. Köster, Königstein i.T. 2003, ISBN 3-7845-6993-5.
  • Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. Daten und Fakten von den Anfängen bis 1997. Deutsches Bergbau-Museum, Bochum 1998, ISBN 3-921533-62-7.
  • Hans-Christoph Seidel: Der Ruhrbergbau im Zweiten Weltkrieg. Zechen – Bergarbeiter – Zwangsarbeiter. Klartext Verlag, Essen 2010, ISBN 978-3-8375-0017-2.
  • Hans Spethmann: Das Ruhrgebiet im Wechselspiel von Land und Leuten, Wirtschaft, Technik und Politik. Band 2: Die Entwicklung zum Grossrevier seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Verlag Reimar Hobbing, Berlin 1933 (unveränderter Nachdruck: Klartext Verlag, Essen 1995, ISBN 3-88474-287-6).
  • Hans Spethmann: Das Ruhrgebiet im Wechselspiel von Land und Leuten, Wirtschaft, Technik und Politik. Bd. 3: Das Ruhrgebiet der Gegenwart 1. Verlag Reimar Hobbing, Berlin 1933 (unveränderter Nachdruck: Klartext Verlag, Essen 1995, ISBN 3-88474-287-6).
  • Hans Spethmann: Das Ruhrgebiet im Wechselspiel von Land und Leuten, Wirtschaft, Technik und Politik. Bde. 4–5: Das Ruhrgebiet der Gegenwart 2 und 3. Klartext Verlag, Essen 2011, ISBN 978-3-8375-0336-4 (Erstveröffentlichung aus dem Nachlass).
  • Gustav Adolf Wüstenfeld: Auf den Spuren des Kohlenbergbaus : Bilder und Dokumente zur Geschichte des Ruhrbergbaus im 18. u. 19. Jh. (Monographien zur Geschichte des Ruhrgebietes Schrift III) Wüstenfeld, Wetter-Wengern 1985, ISBN 3-922014-04-6.
  • Gustav Adolf Wüstenfeld: Frühe Stätten des Ruhrbergbaues. (Monographien zur Geschichte des Ruhrgebietes Schrift I) Wüstenfeld, Wetter-Wengern 1975.

Stahlproduktion und -verarbeitung:

  • Egon Erwin Kisch: Stahlwerk in Bochum, vom Hochofen aus gesehen. / Das Nest der Kanonenkönige: Essen. zwei Reportagen; in: Der rasende Reporter. Berlin 1924. (Aufbau-Verlag 2001, ISBN 3-7466-5051-8).
  • Hans Spethmann: Das Ruhrgebiet im Wechselspiel von Land und Leuten, Wirtschaft, Technik und Politik. Bde. 4–5: Das Ruhrgebiet der Gegenwart 2 und 3. Klartext Verlag, Essen 2011, ISBN 978-3-8375-0336-4 (Erstveröffentlichung aus dem Nachlass).

Nationalsozialismus und Drittes Reich:

  • Wilfried Böhnke: Die NSDAP im Ruhrgebiet 1920–1933. Bonn 1974, ISBN 3-87831-166-4.
  • Heinz-Jürgen Priamus: Meyer. Zwischen Kaisertreue und NS-Täterschaft. Biographische Konturen eines deutschen Bürgers. Klartext Verlag, Essen 2011, ISBN 978-3-8375-0592-4.

Frauen:

  • Hetty Kemmerich: Sagt, was ich gestehen soll! Hexenprozesse – Entstehung-Schicksale-Chronik! Lessing, Dortmund 2003, ISBN 3-929931-17-6.
  • Doris Freer (Konzept); Stadt Duisburg, Frauenbüro (Hrsg.): Von Griet zu Emma. Beiträge zur Geschichte von Frauen in Duisburg vom Mittelalter bis heute. 2. Duisburger Frauengeschichtsbuch, Duisburg 2000. (pdf Teil 1 (1 Mb); pdf Teil 2 (3,25 Mb)).

Strukturwandel:

Kummunalreformen:

  • Paul Kanold et al.: Grundlagen für die Neuregelung der kommunalen Grenzen im Ruhrgebiet. Berlin 1928.
  • Die kommunale Neugliederung im Ruhrgebiet als Etappe zur diktatorischen großpreußischen Zentralisation. Schriften der Reichsarbeitsgemeinschaft deutscher Föderalisten, Köln 1929.

Sonstiges:

  • Ruth Kersting, Lore Ponthöfer (Hrsg.): Wirtschaftsraum Ruhrgebiet. Cornelsen und Schroedel, Berlin 1990 (Seydlitz Gymnasiale Oberstufe).

Weblinks

Siehe auch

Geschichte der Ruhrgebietsstädte


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