Alexander Vandegrift

Alexander Vandegrift
General Alexander A. Vandegrift

Alexander Archer Vandegrift (* 13. März 1887 in Charlottesville, Virginia; † 8. Mai 1973 in Bethesda, Maryland) war ein General des United States Marine Corps. Während des Pazifikkrieges kommandierte er die 1. US-Marineinfanteriedivision in der Schlacht um Guadalcanal. Von 1944 bis 1947 war er der 18. Commandant of the Marine Corps.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Frühe Jahre

Alexander Vandegrift wurde am 13. März 1887 in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia geboren. Er absolvierte einen zweijährigen Kurs an der University of Virginia, bevor er am 22. Januar 1909 im Range eines Second Lieutenant dem Marine Corps beitrat.

Nach einer Zeit an der Marine Officers School in Port Royal, South Carolina diente Vandegrift in den Marine Barracks von Portsmouth, New Hampshire. Danach wurde er hauptsächlich mit Aufgaben in Zentralamerika und der Karibik betraut. So beteiligte er sich im August 1912 an der Erstürmung des Hügels Coyotepe in Nicaragua und zwischen April und November 1914 an der US-amerikanischen Okkupation der mexikanischen Hafenstadt Vera Cruz, als Resultat der Tampico-Affaire.

Vandegrift als First Lieutenant

Nach seiner Beförderung zum First Lieutenant im Dezember 1914, besuchte Vandegrift einen Fortgeschrittenenkurs in den Marine Barracks auf dem Philadelphia Navy Yard Pennsylvania. Im Anschluss daran ging er im Rahmen der US-amerikanischen Okkupation, mit der 1. US-Marinebrigade nach Haiti, wo er es bei den Ortschaften Le Trou and Fort Capois hauptsächlich mit bewaffneten Banditen zu tun hatte. Im August 1916 wurde er zum Captain befördert und sogleich der Militärpolizei in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince zugeteilt. Nach einem Aufenthalt in den Vereinigten Staaten zwischen Dezember [1918] und Juli 1919, kehrte Vandegrift nach Haiti zurück, wo er mit der Gendarmerie d'Haiti zusammenarbeitete.

1920er - 1930er

Im Juni 1920 wurde er zum Major befördert. Sein langjähriger Dienst auf Haiti endete im April 1923, als er den Marine Barracks, auf der Marine Corps Base Quantico, Virginia zugewiesen wurde. Nach einem Offizierskurs an der Marine Corps School im Mai 1926, wurde er nach Kalifornien auf die Marine Corps Base San Diego versetzt, wo er als stellvertretender Stabschef diente.

Im Februar 1927 wurde er in das Hauptquartier der 3. US-Marinebrigade nach Tientsin, China versetzt, wo er u. a. für die Ausbildung zuständig war. Anderthalb Jahre später verließ Vandegrift Asien in Richtung Washington (D.C.), wo er stellvertretender Chefkoordinator im Büro für Finanzen wurde. Danach wurde Vandegrift nach Quantico, Virginia berufen um dort das Amt des stellvertretenden Stabschefs der Fleet Marine Force (FMF) zu übernehmen. In diese Zeit fiel auch seine Beförderung zum Lieutenant Colonel im Juni 1934. Ab Juni 1935 war er Kommandeur der US-Marine-Corps-Sicherheitswache in der US-amerikanischen Botschaft in Peking. Diese Aufgabe bewältigte Vandegrift unter Wohlwollen seiner Vorgesetzten, weshalb er im September 1936 zum Colonel befördert wurde.

Im Juni des folgenden Jahres wurde Colonel Vandegrift in das Hauptquartier des US Marine Corps nach Washington berufen, wo er ein Berater von Thomas Holcomb, dem damaligen Commandant of the Marine Corps, wurde. Im März 1940 wurde er stellvertretender Oberbefehlshaber des USMC und zum Brigadier General befördert. Aufgrund des drohenden Kriegseintritts der USA in den Zweiten Weltkrieg, wurde Vandegrift im November 1941 der, aus der 1. Marinebrigade entstandenen, 1. US-Marineinfanteriedivision zugeteilt.

Zweiter Weltkrieg

MajGen Vandegrift in seinem Kommandozelt auf Guadalcanal, 1942.

Im März 1942 wurde er zum Major General befördert und verlegte mit der Division in den Südwestpazifik, dessen Kommandant er im Mai werden sollte. Am 7. August eröffnete Vandegrifts Marinedivision die alliierte Offensive gegen das japanische Kaiserreich auf den Salomonen-Inseln Guadalcanal, Tulagi und Gavutu.

Im Juli 1943 wurde Vandegrift Kommandeur des I. Marine Amphibious Corps und führte dieses während der Schlacht um Bougainville im November des gleichen Jahres.

Am 1. Januar 1944 wurde Lieutenant General Vandegrift als 18. Commandant of the Marine Corps vereidigt und erreichte am 21. März 1945, als erster Marine in seiner Dienstzeit den Rang eines Generals.

Rear Admiral Richmond Kelly Turner (links) in Beratung mit General Vandegrift.

Während seiner Amtsperiode hatte das Marine Corps mit der US Army Prestigekämpfe, welche deren Missionen ganz in Anspruch nehmen wollte. Obwohl sich die US Navy mit der misslichen Lage der Marines einsichtig zeigte, war sie bereit der Schwächung des US Marine Corps zuzustimmen, um die Übernahme der Marineluftfahrt durch die US Air Force zu verhindern. Die in der Nachkriegszeit aufkommenden Diskussionen über eine Transformation des gesamten US-amerikanischen Verteidigungsapparates öffneten jedoch die Tür für eine Herabsetzung der Missionsrolle des US Marine Corps im Zuge einer möglichen neuen Verteidigungsstruktur. Befürworter waren der damalige US-Präsident Harry S. Truman und der alliierte Oberbefehlshaber in Europa während des Zweiten Weltkrieges, General Dwight D. Eisenhower. In diesem Machtkampf wandte sich das US Marine Corps an den Kongress, wo es vor einer Beeinträchtigung ziviler Aufsichtsräte im Rahmen des US-Army-Vorschlages warnte. Um die Unterstützung des Kongresses zu bekommen, übergab Vandegrift am 6. Mai 1946 die berühmte „bended knee“-Rede:

The Marine Corps, then, believes that it has earned this right—to have its future decided by the legislative body which created it—nothing more. Sentiment is not a valid consideration in determining questions of national security. We have pride in ourselves and in our past, but we do not rest our case on any presumed ground of gratitude owing us from the Nation. The bended knee is not a tradition of our Corps. If the Marine as a fighting man has not made a case for himself after 170 years of service, he must go. But I think you will agree with me that he has earned the right to depart with dignity and honor, not by subjugation to the status of uselessness and servility planned for him by the War Department.

Ruhestand

Am 1. Januar 1948 folgte Clifton B. Cates Vandegrift auf den Posten des Commandant. Offiziell ging er mit dem 1. April 1949 in die wohlverdienten Ruhestand. General Alexander Archer Vandegrift starb nach langer Krankheit am 8. Mai 1973 im National Naval Medical Center in Bethesda (Maryland). Zwei Tage später wurde er auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt.

Vandegrift war zweimal verheiratet, zuerst mit Mildred Strode Vandegrift (* 12. März 1886; † 11. Juli 1952) und zuletzt mit Kathryn Henson Vandegrift (* 19. August 1903; † 23. Oktober 1978). Sein aus erster Ehe stammender Sohn Alexander Archer Vandegrift Jr. (1911-1969), war ein Colonel des US Marine Corps, der während der Schlacht um Iwojima schwer verwundet wurde. Die sterblichen Überreste seiner zwei Ehefrauen sowie die seines Sohnes wurden im gleichen Grab beigesetzt.

Auszeichnungen

Präsident Franklin D. Roosevelt (links) überreicht General Vandegrift (2. von rechts) die Medal of Honor.

Seine Auszeichnungen umfassen u.a.: die Medal of Honor, das Navy Cross, die Navy Distinguished Service Medal, die Navy Unit Commendation mit einem Bronzestern, die Expeditionary Medal, die World War II Victory Medal. Er war Honorary Knight Commander, Military Division of the Most Excellent Order of the British Empire, Companion (Honorary) of the Military Division of the Most Honorable Order of the Bath (beide Vereinigtes Königreich), Großoffizier der Ehrenlegion (Frankreich) und Knights Grand Cross des Order of the Orange-Nassau mit Schwertern (Niederlande).

Vandegrift erhielt einen Ehrendoktortitel der Militärwissenschaften vom Pennsylvania Military College, sowie der Rechtswissenschaften von den Universitäten Harvard, Colgate, Brown, Columbia, Maryland und des John Marshall Colleges. 1982 wurde die Fregatte USS Vandegrift (FFG-48) der Oliver-Hazard-Perry-Klasse nach ihm benannt.

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