Glane (Ems)


Glane (Ems)
Glane
Schematischer Verlauf

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Daten
Gewässerkennzahl DE: 334
Lage Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen; Deutschland
Flusssystem Ems

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Quelle Bad Iburg, Stadtteil Glane
52° 9′ 7,8″ N, 8° 1′ 29,9″ O52.1521758.0249833333333104
Quellhöhe 104 m ü. NN[1]
Mündung Bei Hembergen in die Ems
52.1532222222227.630433333333346

52° 9′ 12″ N, 7° 37′ 50″ O52.1532222222227.630433333333346
Mündungshöhe 46 m ü. NN[2]
Höhenunterschied 58 m
Länge 35,1 km[3]
Einzugsgebiet 353,70 km²[3]
Abflussmenge[4] MNQ: 200 l/s
MQ: 2 m³/s
MHQ: 12 m³/s
Linke Nebenflüsse Freedenbach
Das mittlere Sohlgefälle beträgt 1,3 ‰

Die Glane ist ein eingetiefter Sandfluss, der durch Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fließt und zum Flusssystem der Ems gehört. Der Unterlauf ist begradigt und fließt vorwiegend durch Auenlehme und Auensande. Der Oberlauf hingegen zeigt einen geschwungenen bis mäandrierenden Verlauf mit Prall- und Gleithängen. Durch Sand- und angeschnittene Mergelbänke durchfließt sie eine Auenlandschaft mit altem Eichen- und Buchenbestand. Aufgrund der einzigartigen Flora und Fauna wurde der Oberlauf der Glane als europäisches FFH-Gebiet mit der Nummer DE-3811-301 ausgewiesen. Der Fluss verläuft zunächst in südwestlicher, dann westlicher und schließlich nordwestlicher Richtung und wird fast auf der gesamten Strecke von Ackerflächen, Grünland und Wald begrenzt. Die Glane hat ihre einheitliche Notation eingebüßt und ist vielerorts nur durch eine lokale Bezeichnung bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In den 1930er Jahren wurde der Unterlauf vom RAD begradigt. Die Glane sollte die umliegenden Grünflächen besser entwässern um neues Ackerland zu gewinnen. Dies führte allerdings in der Sommermonaten zum Absinken des Grundwasserspiegels. In den 1980er Jahren wurden im Rahmen von Flurbereinigungen eine Wasserteilung und Staustufen eingebaut, die den Wasserstand regulierten. Außerdem erhielt die langsam fließende Glane im Unterlauf ein Kiesbett, um sie am Mäandrieren zu hindern. Der Oberlauf blieb hingegen naturbelassen und wurde vom Land NRW als europäisches FFH-Gebiet ausgewiesen.

Die Planungen des Flughafens Münster/Osnabrück seine Start- und Landebahn auf 3600 Meter zu verlängern und dafür die Glane darunter in einem Rohre zu verlegen, kam es erwartungsgemäß zum Konflikt mit Umweltschutzverbänden. Bärbel Höhn setzte sich im Landtag von Nordrhein-Westfalen gegen die Ausbaupläne des Flughafens zur Wehr. Sie sah in der Glane einen einmaligen europäischen Sandbach und meldete ihn als FFH-Zone. Die Flughafengesellschaft setzte sich zwar politisch und gerichtlich durch, und die Umweltbehörden des Landes genehmigten nun den Bau der Landebahnverlängerung. Gegen das Planfeststellungsverfahren wurde aber u.a. vom Naturschutzbund (NABU) Klage erhoben, die aber im Juli 2006 vom Oberverwaltungsgericht NRW zurückgewiesen wurde. Dagegen legte der NABU Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht ein, die im Juli 2009 wegen „zurückgehender Passagierzahlen“ an das Oberverwaltungsgericht Münster zurückverwiesen wurde. Eine endgültige Entscheidung steht bis heute aus, sodass bis jetzt noch kein Baubeginn erfolgte.

Flora und Fauna

Die Glane bietet Lebens- und Brutmöglichkeit für Stockente, Reiherente, Teichhuhn, Eisvogel, Gebirgsstelze, Haubentaucher, Blässhuhn, Flussregenpfeifer, Zwergtaucher, Flussuferläufer, Uferschwalbe und eventuell auch für die Kanadagans. An Fischarten gibt es u.a. den Aal, das Bachneunauge, die Brasse, den Döbel, die Groppe, den Gründling, den Hecht, das Rotauge und die Schleie.

Zur Flora gehören Froschbiss, Wasser-Knöterich, Laichkraut, Ranunkel, Seerose, Schilfrohr, Rohrkolben, Igelschlauch, eine bedrohte Art der Froschlöffelgewächse, Igelkolben, Pfeilkraut. Im Uferbereich sind zu finden: Blutweiderich, Eibisch, Beinwell, Wasserhanf, Wasserliesch, Wasserschwertlilie, Sumpf-Wolfsmilch und Sommer-Knotenblume.

Zuflüsse

In der Abfolge von Berg zu Tal

Linke Zuflüsse

  1. Siebenbach (Donnerbrink)
  2. Remseder Bach (Glandorf (Wasserteilung))
  3. Linzengosse (Brock/Ostbevern)
  4. Große Wöstengosse (Schmedehausen/Greven)

Rechte Zuflüsse

  1. Wipsen Bach (Glandorf (Wasserteilung))
  2. Deflager Bach (Oedingberge(Glandorf)
  3. Bockhorner Bach (Brock/Ostbevern)
  4. Riedenbach (Brock/Ostbevern)
  5. Lütke Beeke (Schmedehausen/Greven)
  6. Ladbergener Mühlbach (Pentrup/Greven)

Name und Lokalbezeichnungen

Das Hydronym leitet sich wahrscheinlich vom keltischen Wort glana (d. h. rein) ab. Sandflüsse haben wegen der filtrierenden Wirkung des Sandes zumeist reines Wasser. Anderer Ansicht ist der westfälische Namensforscher Hermann Jellinghaus. Nach ihm wurden keltische und slawische Ortsnamen in dem Gebiet zwischen Rhein und Elbe bislang nicht nachgewiesen. Gerade die Häufigkeit des Wortes "Glane" hält er für den Beweis germanischen Ursprungs; ein Adjektiv "glan" bedeutet glänzend, blinkend, das zugehörige urgermanische Verbum heißt glennen‑glänzen oder gliman‑glan‑glunum. [5] So steht die Ableitung nicht einwandfrei fest. Ursprünglich wurde der Fluss in seinem gesamten Verlauf Glane genannt. Dies lässt sich anhand der Namensgebung der Orte, die an diesem gelegen sind, belegen:

  • Glane, der Quellort in Bad Iburg
  • Glandorf, der Name rührt von der Bezeichnung Glanathorpe (d. h. Ansiedlung an der Glane her, im Jahre 1070 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt). Heute wird der Fluss dort Glaner Bach genannt.
  • Schmedehausen wird heute auch noch als Glanedorf bezeichnet, obwohl der Fluss dort als Eltingmühlenbach bekannt ist. Das Haus Eltingmühle war eine Zollstation und Mühle mit Staurecht.
  • Glane, der Name des Flusses vom Zufluss des Ladbergener Mühlbaches bis zu seiner Mündung in die Ems.

Im Laufe der Zeit haben sich am Fluss lokale Bezeichnungen durchgesetzt, die heute amtlich anerkannt sind. Die Namen in der Abfolge vom Berg zu Tal lauten:

  • Glaner Bach
  • Oedingberger Bach
  • Aa
  • Eltingmühlenbach
  • Glane

Verlauf

Die Glane gehört zum Naturraum des Teutoburger Waldes, des südlichen Osnabrücker Landes und des nordöstlichen Münsterlandes. Sie bildet sich im Staatsforst Palsterkamp aus den zusammenfließenden Quellbächen: Sunderbach, Urberg, Kohlbach, Dörenberg, Glasbach, Limberg, Freedenbach und Freeden. Der letzte Zusammenfluss von Kohlbach und Freedenbach in Glane (Bad Iburg) lässt den Glaner Bach entstehen.

Als Glaner Bach durchzieht es den Stadtteil Glane von Bad Iburg, entlang der Burg Scheventorf und der Schleppenburg um dann etwa sechs Kilometer, fast parallel zur B 51 nach Glandorf zu gelangen. Dort kommt es zur Wasserteilung. Der Glaner Bach und der Remseder Bach entwässern über unterirdische Rohre in den Wipsen-Bach und mit zwei Überläufen in den „alten“ Glaner Bach und in den linksseitigen Talgraben, auch Neue Umflut genannt. Ziel der Wasserteilung ist, dass der Glane nur eine bestimmte Menge Wasser zugeführt wird. Das Mehr an Wasser, das im Frühjahr immer die langsam fließende Glane über die Ufer treten ließ, wird über die Neue Umflut nach Harkotten (Füchtorf) in die schneller fließende Bever entwässert. Der Glaner Bach fließt dann östlich von Glandorf, das er in alten Zeiten durchflossen hat, weiter. Der Wipsen-Bach fließt dem alten Glaner Bach wieder zu und bildet mit diesem den Oedingberger Bach, der weiter südlich, an Füchtorf vorbei, die Bauerschaft Oedingberge (das alte Rittergut Oedingberge hatte Staurecht) durchfließt.

In Ostbevern durchfließt sie die nördliche Bauerschaft Brock und wird dort Aa genannt. Aa ist eine alte germanische Bezeichnung für ein Fließgewässer, die häufig in Westfalen anzutreffen ist. (vergleiche Liste der Gewässer mit Aa)

Bei Schmedehausen in Greven unterläuft sie den Dortmund-Ems-Kanal, wird am Haus Eltingmühle aufgestaut und dort Eltingmühlenbach genannt. Sie unterfließt die A 1 und zieht am westlichen Rand des Flughafens Münster-Osnabrück vorbei.

Beim Bauernhof Lütke Drieling in der Bauerschaft Pentrup vereinigt sich der Eltingmühlenbach mit dem von Ladbergen kommenden Ladbergener Mühlbach. Ab dort wird das Gewässer Glane genannt; es unterfließt die B 219 und mündet nach weiteren drei Kilometern östlich von Hembergen (Emsdetten) unweit des Hofes Große Glanemann in die Ems.

Koordinaten

Der Zusammenfluss von Kohlbach und Freedenbach in Glane (52° 9′ 11″ N, 8° 3′ 9″ O52.1529583333338.0524027777778)

Die Wasserteilung von Glandorf (52° 6′ 12″ N, 8° 1′ 6″ O52.1034416666678.0182166666667)

Das Gut Oedingberge in Glandorf (52° 3′ 25″ N, 7° 56′ 24″ O52.0569888888897.939975)

Das Haus Eltingmühle in Schmedehausen (52° 6′ 8″ N, 7° 41′ 46″ O52.10217.6961388888889)

Der Zusammenfluss von Eltingmühlenbach mit dem Ladbergener Mühlbach (52° 8′ 21″ N, 7° 39′ 25″ O52.1392972222227.6570583333333)

Die Mündung in die Ems (52° 9′ 7″ N, 7° 37′ 46″ O52.1518916666677.629475)

Bilder

Literatur

  • Siegfried Dyck (Hrsg.): Angewandte Hydrologie. Ernst, Berlin 1976.
  • Ulrich Maniak: Hydrologie und Wasserwissenschaft. 5. Auflage. Springer, Berlin 2005, ISBN 3-540-20091-6.
  • Eberhard Lattermann: Wasserbau-Praxis 1: Gewässerkunde, Flußbau, Stauanlagen, Wasserkraftwerke• Taschenbuch: 214 Seiten ISBN 3-89932-080-8

Weblinks

 Commons: Glane (Ems) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Topografische Karte 1:25.000
  2. Deutsche Grundkarte 1:5000
  3. a b Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW
  4. Quelle Staatliches Umweltamt Münster
  5. Dr. Jellinghaus - Dorfnamen um Osnabrück. Osnabrück: Kissling 1922

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