Glänzender Uferkäfer


Glänzender Uferkäfer
Kupferfarbener Uferläufer
Kupferfarbener Uferläufer

Kupferfarbener Uferläufer

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Käfer (Coleoptera)
Familie: Laufkäfer (Carabidae)
Unterfamilie: Elaphrinae
Gattung: Uferläufer (Elaphrus)
Art: Kupferfarbener Uferläufer
Wissenschaftlicher Name
Elaphrus cupreus
Duftschmid, 1812

Der Kupferfarbende Uferläufer oder Bronzefarbene Raschkäfer (Elaphrus cupreus) ist ein Käfer aus der Familie der Laufkäfer (Carabidae). Der flinke bronzefarbene Käfer erreicht eine Körperlänge von sieben bis neun Millimeter und fällt durch die grubenartigen Vertiefungen auf den Flügeldecken auf.


Abb.1: Frontalansicht Abb.5: Unterseite
Abb.2: Seitenansicht
Abb.3: Kopf von unten
rechts teilweise koloriert

Augen und Fühler seitlich,
Vorderkiefer oben

hellblau: Vorderer Kiefertaster
dunkelblau: Hinterer Kiefertaster
grün: Lippentaster
gelb: Kinn
Abb.6: Vorderbein, Kopf links
A koloriert
ocker: Schenkel
blau: Schiene
grün: Tarsus
rot und gelb: Enddornen

B: Außenseite des Vorderbeins

C: von unten innen gesehen
Abb.4: Ausschnitt der Unterseite
Kopf oben, rechts teilweise koloriert

Vorderbrust mit geschlossenen Hüfthöhlen

ocker: Hinterbrust:
grün: Hinterhüfte
dunkelblau: Hüftring des Hinterbeins
hellblau: Hinterschenkel
rot: 1. Hinterleibssternit
Abb.7: Ausschnitt der Seitenansicht,
unten verkleinert und teilweise koloriert

hellblau: Vorderschenkel
blau: Mittelschenkel
dunkelblau: Hinterschenkel
grün: Mittelbrust (Metasternum)
rot: Epimer der Mittelbrust
gelb: Mittelhüfte
pink: Schenkelring

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die Form des Körpers erinnert an einen Sandlaufkäfer, Kopf, Halsschild und Flügeldecken sind deutlich gegeneinander abgesetzt.

Der Kopf ist zwischen den Augen schmäler als der Halsschild, die Augen stehen jedoch halbkugelförmig seitlich ab und ihr Außenrand überragt den Außenrand des Halsschilds deutlich. Die Fühler sind elfgliedrig, fadenförmig, für Laufkäfer relativ kurz und verdicken sich nach außen hin leicht. Sie sind vom äußeren Ende des vierten Glieds ab behaart. Die Oberlippe ist kurz, mit einer Reihe borstentragender Porenpunkte am Vorderrand (in Abb.1 bei höherer Auflösung gut sichtbar). Die Oberkiefer sind zugespitzt und am Innenrand an der Basis leicht gezähnt. Der Käfer besitzt zwei Paar Kiefertaster, das vordere zwei-, das hintere viergliedrig (Abb.3, rechts hell- und dunkelblau). Die Lippentaster (Abb.3, rechts grün) sind dreigliedrig. Das Endglied des zweigliedrigen Kiefertasters ist spindelförmig, die beiden anderen Taster sind vorn abgestutzt und walzenförmig. Das Kinn ist dreizähnig, der mittlere Zahn ist gespalten (Abb. 3, rechts gelb).

Der Halsschild ist vorn und hinten verengt, an den Seiten gerundet. Im Vergleich zum ähnlichen Elaphrus uliginosus ist er stärker gewölbt und nur sehr fein gerandet (Abb.2). Die Flügeldecken sind deutlich breiter als der Halsschild mit gut ausgebildeten Schultern. Sie verbreitern sich anfangs, sind in der Mitte am breitesten und in der hinteren Hälfte sind sie gemeinsam halbkreisförmig abgerundet. Sie besitzen vier Reihen gegeneinander versetzter großer bläulicher Augenflecken. Diese sind jeweils von einem ringförmigen Wall umgeben. Neben der Naht sind zwischen den Augenflecken glänzend glatte Flächen (Spiegelflecken). Die 4 mittleren Spiegelflecken sind etwa gleich groß.

Auf der metallisch grünlichen Körperunterseite wird die Zugehörigkeit zu den Laufkäfern deutlich. Die Hinterhüften (Abb.4, rechts grün) liegen breit der Hinterbrust (Abb.4, rechts gelb) an. Innen berühren sie sich und sind plattenartig erweitert, so dass das erste Hinteleibssternit (Abb.4, rechts rot) nur seitlich sichtbar ist. Der Schenkelring der Hinterbeine (Abb.4, rechts dunkelblau) ist eiförmig erweitert. Die Epimeren der Mittelbrust (Abb. 7, unten rot) erreichen die Hüfthöhlen, in denen die Mittelhüften (Abb. 7, unten gelb) eingelenkt sind. Die Vorderhüfthöhlen sind geschlossen. Im Gegensatz zu Elaphrus riparius ist die Unterseite der Vorderbrust nicht lang weiß behaart.

Alle Beine haben einen fünfgliedrigen Tarsus (Tarsenformel 5-5-5) und tragen am Ende der Schiene zwei Dornen. Bei den Vorderbeinen erreicht der äußere Enddorn (Abb. 6, in A rot) nicht den Vorderrand der Vorderschienen. Vor der Einlenkung dieses Dorns mündet eine Vertiefung auf der Unterseite der Vorderschiene, die mit einem System von Borsten und Zähnchen umrandet ist (Abb. 6 C). Sie dient der Säuberung der Fühler. Beim Kupferfarbenen Uferläufer sind die Schienen rötlich und die Tarsen stahlblau.

Vorkommen

Die Kupferfarbenen Uferläufer kommen von Norden Südeuropas über Mitteleuropa bis nach Nordeuropa vor. Im Osten erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis nach Sibirien. Sie leben insbesondere in feuchten Gebieten, wie beispielsweise an schlammigen Ufern, in sumpfigen Wäldern und in Torfmooren, vor allem im Flachland, seltener im Gebirge. Man findet sie unter Steinen und Laub versteckt.

Lebensweise

Die Tiere ernähren sich von kleinen Insekten und deren Larven. Die Imagines überwintern im Boden eingegraben.

Literatur

  • Helgard Reichholf-Riehm: Insekten. 1984, München
  • Ekkehard Wachmann, Ralph Platen, Dieter Barndt: Laufkäfer - Beobachtung, Lebensweise, Naturbuch-Verlag Augsburg, 1995, ISBN 3-894-40125-7
  • G. Jäger (Hrsg): C. G Calwer's Käferbuch. K. Thienemanns, Stuttgart 1876
  • H. Freude, K. W. Harde, G. A. Lohse: Die Käfer Mitteleuropas, Bd. 2. Spektrum Akademischer Verlag in Elsevier, München 1966, ISBN 3-827-40683-8

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