Goldenbergshammer


Goldenbergshammer
Goldenbergshammer
Koordinaten: 51° 10′ N, 7° 18′ O51.1607805555567.2937916666667269Koordinaten: 51° 9′ 39″ N, 7° 17′ 38″ O
Höhe: 269 m ü. NN
Postleitzahl: 42499
Vorwahl: 02192
Goldenbergshammer (Hückeswagen)
Goldenbergshammer

Lage von Goldenbergshammer in Hückeswagen

Der Goldenbergshammer ist ein historisches Hammerwerk und ein Ortsteil in Hückeswagen im Oberbergischen Kreis im Regierungsbezirk Köln in Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Lage und Beschreibung

Der Goldenbergshammer

Der Goldenbergshammer liegt im nördlichen Hückeswagen unmittelbar an der Stadtgrenze zu Remscheid. Das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt.

Nachbarorte sind Hangberg, Höhsiepen, Braßhagen, Ulemannssiepen, Remscheid-Dörpmühle, Remscheid-Forsten und Remscheid-Kaltenborn.

Beim Goldenbergshammer wird der Bach Dörpe zu einem kleinen Teich gestaut. Ein noch heute gefüllter Obergraben zweigt einige hundert Meter oberhalb Goldenbergshammers ab und speist die Teichanlage. Der Langenbach mündet hier in der Dörpe.

Am Goldenbergshammer querte die alte Bergische Eisenstraße, eine bedeutende historische Handelsstraße, den Bach Dörpe.

Geschichte

1714 wurde der Ort das erste Mal urkundlich erwähnt, als ein Peter Braß zusammen einen Goldgulden Konzessionsgebühr für den Betrieb einer Fruchtmühle und einer Ölmühle entrichtete. Das Bauwerk erfuhr im Laufe der Zeit erhebliche Nutzungsänderungen: Von 1737 bis 1853 als Reckhammer, bis 1867 wieder als Frucht- und Getreidemühle, bis 1905 als Farbholz- und Knochenmühle betrieben. Der Name stammt von der besitzenden Familie Goldenberg (1761-1831).

Am 12. Juli 1737 entrichtet Peter Wilhelm Brass (1693-1761) für zwei mit Steinkohlen getriebene Eisenhämmer auf der Dörpe an Stelle der 1714 genehmigten Walk- und Ölmühe 3/4 Goldgulden Wassererkenntnis. Nach dem Tod von Peter Brass (1761) muss Johann Goldenberg Besitzer der Hämmer geworden sein, der noch 1812 genannt wird.

Neueste Quellenforschung bringt folgende Erkenntnisse:

1778,3.12., Hermann Braches und Ehefrau Anna Cath. Goldenberg verkaufen den sog. Goldenbergshammer für 2915 Taler an Gebrüder Engelbert, Johann und Abraham Müller. Es wurden zwei Kirchenrüffen(Bekanntmachungen) gemacht, mit dem Zusatz, wer Einwände habe, solle sich melden. Die Saalscheider Erben legten Einspruch ein, ohne dass Verkäufer Braches dieses anerkennen wollte. Nach einem Rechtsstreit wurde den Sallscheider Erben das Einstandsrecht zugesprochen aufgrund der Behauptung, der Hammer wäre auf Erbpachtgrund erbaut. Zwischen beiden kam es zum Vergleich dergestalt, dass die Saalscheider Erben den Hammer für den nehmlichen Preis wie die Gebrüder Müller ankaufen konnten. Die Kosten sollten gegenseitig aufgerechnet werden.[1]

28. April 1785 reichte der Johann Müller für sich und seine Brüder gegen die Eheleute Braches eine Entschädigungsklage eine. Er habe die vereinbarten Kaufgelder von 1779 bis 1785 in Bereitschaft halten müssen und außerdem 5000 Taler für Bearbeitungsgelder, dafür verlangt er die entgangenen Zinsen. Er verlangte den Arrest auf die Kaufgelder. Der Kläger wird abgewiesen und zu 2/3 der Kosten verurteilt.[1]

1783,27.8., Vergleich zwischen den Saalscheider Erben und den Eheleuten Braches nach einem lange Zeit geführten Rechtsstreit derart, dass Erstere den Hammer für 2915 Rthl erwerben.[2]

1806 Der Hammer wird für das Gebot 3865 Rthl von den zahlreichen Saalscheider Gemarken-Erben zum Verkauf ausgestellt und dem Carl Noltzen zugeschlagen. Auf Einspruch von Lokalverwalter Deyks zur Burg wird der Verkauf nicht genehmigt. Die aufgelöste Canonie Bayenburg ist mit 4 Teilen an dem Hammer beteiligt. Finanzminister Agar genehmigt nachträglich den Verkauf und verlangt seinen Anteil an dem Erlös. Dagegen erhebt der Noltzen Einspruch mit dem Argument, dass auf dem Hammer noch eine Hypothek von 2000 Rthl liege. Das Ministerium verlangt seinen Anteil von 500 Rthl weiterhin mit dem Hinweis, dass es bei der Aufnahme der Hypothek nicht gefragt worden sei. Der Noltzen erklärt, dass die 2000 Rthl Hypothek aus dem Jahre 1783 stammen und eine Restschuld des damaligen Kaufpreises darstellten. Rat Deyks wird beauftragt den Fall zu untersuchen und die vorgelegten Urkunden in Urschrift einzusehen im Beisein den Kapitalgebers Abraham Verhof und zu berichten. Dieser Bericht bestätigt die Darstellung der Saalscheider Erben. Minister Agar erkennt das an, aber die Erben und der Noltzen sollen die Kosten des Verfahrens tragen.[2]

Ab 1905 diente das Gebäude als Gaststätte und Ausflugslokal, bis es 1943 infolge eines Bombenangriffs ausbrannte. Im Jahr darauf war die Ruine provisorischer Verwaltungssitz des Krankenhauses in Bergisch-Born. 1952 folgte der vollständige Wiederaufbau. Von 1976 bis 1977 zog eine Töpferschule ein, bis 1981 ein Restaurant. Seit 1984 dient der Goldenbergshammer als Wohngebäude.

Sehenswürdigkeiten

Der als Bodendenkmal unter Schutz gestellte Hohlweg der Bergische Eisenstraße zieht sich sowohl auf Remscheider Seite als auch auf Hückeswagener Seite gut sichtbar durch die Landschaft.

Wander- und Radwege

Folgende Wanderwege führen durch den Ort:

Literatur

  • A. Paffrath, Mühlen und Fabrikanlagen..., in: 900 Jahre Hückeswagen, Hrsg. Stadt Hückeswagen 1984, ISBN 3-88265-115-6,
  • Günther Schmidt; Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid, Band 5: von Blombach bis Eschbach; Verlag: Buchhandlung R. Schmitz; Remscheid; 2006; ISBN 3-9800077-6-6
  • Nicolaus J. Breidenbach, Alte Häuser und Höfe im Wupperviereck..., in Vorbereitung für 2010

Einzelnachweise

  1. a b Hauptstaatsarchiv Düsseldorf Bestand Jülich-Berg Hofrat B XXII 19, Seite 6ff
  2. a b Hauptstaatsarchiv Düsseldorf Bestand Großherzogtum Berg 8726

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