Goldplattierung


Goldplattierung

Mit Plattieren bezeichnet man Verfahren aus der Metallverarbeitung und der Textiltechnik bei der ein unedleres Material (Metall bzw. Stoff) durch ein anderes edleres Material überdeckt wird.

Von der Verbindung Doublé (Goldplattierung: Gold auf Messing, aber nicht dünnst vergoldet) leitet sich auch eine andere Bezeichnung für diese Verfahren ab: Doublieren (auch Dublieren).

Inhaltsverzeichnis

Plattieren in der Metallbearbeitung

Als Plattieren bezeichnet man in der Metallbearbeitung, das Aufbringen einer höherwertigen Metallschicht auf ein anderes Metall. Dabei soll eine möglichst unlösliche Verbindung entstehen. Die untrennbare Verbindung wird durch Temperatur und Druck erzielt. Mögliche Verbindungen sind z. B. Kupfer auf Stahl, Silber oder Gold auf Messing (Doublé).

Erreicht wird dieses durch unterschiedlichste Techniken z. B. durch Aufwalzen von dünnen Metallfolien, Aufschweißen, Angießen (Ionenplattieren), Tauchen, Sprengplattieren oder durch galvanotechnische Verfahren (Elektroplattieren). Nach dem derzeitigen Stand der Produktionstechnik (Anfang des 21. Jahrhunderts) geschieht dies meistens nach der Methode der Walzschweißplattierung.

Mit dem Überzug kann Korrosionschutz, eine höhere Oberflächenhärte, bessere Gleiteigenschaften oder gefälligeres Aussehen erreicht werden.

Walzschweißplattierung

Eine Möglichkeit ist, Grund- und Plattiermaterial in dünne Knopfbleche einzuhüllen, zu erhitzen und dann auszuwalzen. Die Knopfbleche werden durch Beizen entfernt. Eine andere Möglichkeit ist, die Platine mit dem Plattierungsmaterial zu umwickeln, zu erwärmen und unter hohem Walzdruck auszuwalzen. Üblich ist das Walzplattieren von Aluminiumlegierungen (Grundwerkstoff) mit Reinaluminium (Plattierungswerkstoff) und von Stahl (Grundwerkstoff) mit nichtrostendem Stahl oder Kupfer oder Nickel oder Aluminium (Plattierungswerkstoff). Behälter der chemischen Industrie werden durch Schweißplattierung (Aufschweißen des Überzugmaterials) ausgekleidet.

Plattierte Bleche

Plattierte Bleche sind Verbundwerkstoffe, die aus einem Grundstoff und mindestens einer Lage eines anderen Werkstoffs bestehen. Die Plattierungsschichten können einseitig oder beidseitig auf den Trägerwerkstoff aufgebracht sein. Meistens besteht der Grundwerkstoff aus „billigem“ Kohlenstoffstahl, welcher die erforderliche Festigkeit für die Verwendung aufweist. Als Herstellungsverfahren kommen Sprengen und/oder Warmwalzen in Frage. Plattierte Bleche bieten eine wirtschaftliche Lösung für Anwendungen, wo z. B. die Statik dickwandige Bauteile verlangt, aber eine verhältnismäßig dünne Plattierschicht ausreicht.

Plattieren in der Textiltechnik

In der Textiltechnik bezeichnet man mit dem Begriff ein Fadensystem, das ein Anderes überdeckt.

Doublieren in der Gemälderestaurierung

Das Doublieren wird zum prophylaktischen Schutz vor Gemäldezerstörung angewandt und ist bis ins 17. Jahrhundert zurück zu verfolgen. Dabei wird die Gemäldeleinwand zur Stabilisierung von hinten mit elastischem, textilem Material hinterklebt. Ein Gemälde wird dann doubliert, wenn der textile Bildträger nicht mehr in der Lage ist, die Farbschichten des Bildes zu stabilisieren. Auch Gaphiken aus Papier können so vor dem Verfall gerettet werden.

Siehe auch


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